Prostitutionsdebatte: Willige Dame für Love-Box gesucht

Na, wie steht's? Haben Sie Lust, zwanzig Freier in einer Nacht zu bedienen? Nein? Vielleicht gibt es ja Frauen, die freiwillig mit Fremden für Geld verkehren. Aber es dürften sehr wenige sein. Wir müssen eine Lösung finden, damit nur diejenigen als Prostituierte arbeiten, die das wirklich wollen.

Sibylle Berg über Prostitution und Gleichberechtigung - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Merkwürdig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Na, wie steht's? Haben Sie Lust, zwanzig Freier in einer Nacht zu bedienen? Nein? Vielleicht gibt es ja Frauen, die freiwillig mit Fremden für Geld verkehren. Aber es dürften sehr wenige sein. Wir müssen eine Lösung finden, damit nur diejenigen als Prostituierte arbeiten, die das wirklich wollen.

    Sibylle Berg über Prostitution und Gleichberechtigung - SPIEGEL ONLINE
    Tja, und erstaunlicher Weise scheinen dazu keine Beiträge zu kommen. Das Thema interessiert halt nicht, wenn man nicht selbst betroffen ist. Oder hat es mit etwas anderem zu tun? Über das Doping eines Armstrong kann man gar nicht so viele threads öffnen, wie sich da angeblich Betrogene und Geprellte aufregen.
    Über das Thema Prostitution, vor allem erzwungene, mag wohl niemand groß nachdenken. Vermutlich, weil da einige dann ihr eigenes Tun hinterfragen müßten.
  2. #2

    Liebe Sibylle,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Na, wie steht's? Haben Sie Lust, zwanzig Freier in einer Nacht zu bedienen? Nein? Vielleicht gibt es ja Frauen, die freiwillig mit Fremden für Geld verkehren. Aber es dürften sehr wenige sein. Wir müssen eine Lösung finden, damit nur diejenigen als Prostituierte arbeiten, die das wirklich wollen.

    Sibylle Berg über Prostitution und Gleichberechtigung - SPIEGEL ONLINE
    dass Du Dich diesmal genötigt siehst, wegen der Reaktionen auf ein Thema dasselbe direkt noch einmal anzusprechen, spricht für sich.

    Ich stehe zu 100% hinter dem, was Du schreibst. Interessiert zwar auch niemanden, aber ich wollte das nur mal kundtun.

    Gruß, Daniel
  3. #3

    an diesem Problem

    haben sich schon viele abgearbeitet. Kann man einen Erfolg sehen? Ich nicht. Einen schnellen Sieg wird es nicht geben, kann es nicht geben, man hätte es schon gemacht. An gleicher Stelle, werte Frau Berg, könnte man auch wohlfeil die Abschaffung der Beschneidung von Frauen,des Welthungers, der Nuklearen Rüstung und des Kindesmissbrauchs fordern. Keiner dieser Missstände würde damit behoben. Wie wäre es mit einem positiven Beispiel von Ihnen? Sibylle begibt sich in den sozialen Brennpunkt und hilft den bedürftigen Damen. Bietet kostenlosen Wohnraum und finanzielle Unterstützung, eröffnet Bildungschancen und vermittelt Arbeitsplätze. Aber Vorsicht, das ist schwerer als vom warmen Schreibtisch aus mit Blick aufs grüne eine sozialkritische Kolumne rauszuhauen ;-)
  4. #4

    Konsens

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Na, wie steht's? Haben Sie Lust, zwanzig Freier in einer Nacht zu bedienen? Nein? Vielleicht gibt es ja Frauen, die freiwillig mit Fremden für Geld verkehren. Aber es dürften sehr wenige sein. Wir müssen eine Lösung finden, damit nur diejenigen als Prostituierte arbeiten, die das wirklich wollen.

    Sibylle Berg über Prostitution und Gleichberechtigung - SPIEGEL ONLINE
    Liebe Frau Berg, dass Zwangsprostitution mit allen zu Gebot stehenden Mitteln bekämpft werden muss, darüber herrscht doch nun wirklich Konsens. Die Geister schieden sich an ihrer letzten Kolumne, weil sie ein generelles Verbot von Prostitution gefordert haben. Das würde keine Probleme lösen, aber eine Menge Neuer schaffen. Dass 90% aller Prostituierten Deutschland (oder der Schweiz) zu ihrer Arbeit gezwungen würden, wie sie in ihrer heutigen Kolumne suggerieren, das müssten sie dann erst mal belegen. Das scheint mir sehr weit hergeholt und abenteuerlich.
  5. #5

    In Schweden geht es doch auch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Na, wie steht's? Haben Sie Lust, zwanzig Freier in einer Nacht zu bedienen? Nein? Vielleicht gibt es ja Frauen, die freiwillig mit Fremden für Geld verkehren. Aber es dürften sehr wenige sein. Wir müssen eine Lösung finden, damit nur diejenigen als Prostituierte arbeiten, die das wirklich wollen.

    Sibylle Berg über Prostitution und Gleichberechtigung - SPIEGEL ONLINE
    Sehr geehrte Frau Berg,

    eine klasse geschriebene Kolumne. Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu.
    Bei uns in Hamburg sitzen in der Herbertstrasse die Prostituierten in Schaufenstern. Man fragt sich, wer würdeloser ist, die Prostituierten oder die Freier?

    Werden in Schweden nicht die Freier bestraft? Warum sollte das nicht auch bei uns gehen?

    Nur weil auf St. Pauli dann ein paar Lichter ausgehen?
  6. #6

    Vorstellung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Na, wie steht's? Haben Sie Lust, zwanzig Freier in einer Nacht zu bedienen? Nein? Vielleicht gibt es ja Frauen, die freiwillig mit Fremden für Geld verkehren. Aber es dürften sehr wenige sein. Wir müssen eine Lösung finden, damit nur diejenigen als Prostituierte arbeiten, die das wirklich wollen.

    Sibylle Berg über Prostitution und Gleichberechtigung - SPIEGEL ONLINE
    Ach ja, um die Frage nach den zwanzig Freiern pro Nacht zu beantworten: Nein, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen und wie man das als Frau ertragen kann wird mir immer ein Rätsel bleiben.
    Zwanzig wohl vorwiegende schwitzende, stinkende, grunzende, fette, ev. auch dünne, ungepflegte, ungehobelte und unsensible Typen in seinen Körper eindringen zu lassen und darin rumrammeln zu lassen kann man vermutlich nur aushalten, wenn man entweder schon total abgestumpft ist oder unter extremen Druck steht.

    Und wer das freiwillig kann - Respekt!
  7. #7

    Zitat von l.augenstein Beitrag anzeigen
    Tja, und erstaunlicher Weise scheinen dazu keine Beiträge zu kommen. Das Thema interessiert halt nicht, wenn man nicht selbst betroffen ist.
    Nee, das liegt daran, dass es dazu gerade einen umfangreichen Thread gab. Da sollten allerdings alle Freier unter Strafe gestellt werden. Nun soll freiwillige Prostitution plötzlich i.O. sein.

    Und was soll man da diskutieren? Zwangsprostitution, Menschenhandel, Erpressung etc. sind bereits verboten und strafbar. Als Alternative zur Prostituion gibt es die normalen Berufe, meinetwegen auch bei Lidl Sachen ins Regal räumen, wenn man halt ungelernt ist. Oder H4, wenn gar nichts mehr geht. Wie für alle anderen auch.

    Also - was genau soll man da überhaupt diskutieren?
  8. #8

    Gerne schreibe ich etwas dazu

    Das Thema ist an sich viel zu ernst, um daraus aus persönlichen Gründen Kapital zu schlagen. Eine erfolgreiche Autorin sollte sich, wenn ihr das Thema wirklich am Herzen liegt, im Stillen und anonym um die Belange der Zwangsprostituierten kümmern. Ich möchte mich überhaupt nicht auf das Niveau der Autorin bewegen, aber dieses Pauschalisieren geht mir dann doch zu weit. Etwa 10% machen den Job freiwillig? Welche 10% sind das? Was sind das für Frauen oder vielleicht auch Transsexuelle? Notgeile Individuen oder was? Wirtschaftliche Not ist auch ein Zwang, der von der Gesellschaft erzeugt wird. Schreiben sie doch mal über die Unverfrorenheit der Gesellschaft, dass arme Menschen Hunger leiden müssen und wir, als eine der reichsten Gegenden der Welt, Mitteleuropa, nichts dagegen unternimmt. Oder nehmen wir einmal an, eine Frau macht den Job als Prostituierte wirklich freiwillig, wie sieht es denn aus, wenn besagte Frau sich als Escortdame irgendwo outet? Wie wird diese Dame in der Öffentlichkeit wahrgenommen, vorallem von anderen Frauen? Ich weiß nicht, dass Thema ist zu ernst um hier Floskeln auszuposauen.
  9. #9

    Ich? In die Box?

    Nun, ich könnte mich für solch einen Arbeitsplatz nicht begeistern. Vielmehr wird mir übel, wenn ich nur daran denke. Und selbst denen, die sich kaum etwas Besseres als Arbeit an halbstündlich wechselnden Freiern vorstellen können, sollten begreifen, dass dazu gezwungen zu sein, nicht gerade der Wunschtraum jeder Frau sein muß. Drum: Weiter so Sybille. Und auch zu den angemerkten anderen Themen...