Jazz-Trios: Die Chefin bringt uns Flötentöne bei

Nora PeisgerPiano, Bass und Schlagzeug - diese Standard-Besetzung ist so etwas wie das Streichquartett des Jazz. Doch nun dürfen es auch mal Trompete, Flöte oder Tabla sein. Vier neue Alben zeigen, wie aufregend unterschiedlich Trios klingen können.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/j...-a-863161.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Piano, Bass und Schlagzeug - diese Standard-Besetzung ist so etwas wie das Streichquartett des Jazz. Doch nun dürfen es auch mal Trompete, Flöte oder Tabla sein. Vier neue Alben zeigen, wie aufregend unterschiedlich Trios klingen können.

    Jazz-Trios: CDs von Nowak, Ortmann, Ek Safar, Beckerhoff, Berger, Ulrich - SPIEGEL ONLINE
    Jetzt muß der Autor nur noch erklären, was daran neu sein soll? Klarinettist Benny Goodman nahm schon 1936 ein Album mit Pianist Teddy Wilson und Schlagzeuger Gene Krupa auf. Jimmy Giuffre (ebenfalls Klarinette & Sax) hatte 1956 ein Trio mit Gitarrist Jim Hall und erst Bassist Ralph Pena bzw. Jim Atlas, dann Ventilposaunist Bob Brookmeyer. Bekannt ist auch Giuffres schlagzeugloses Trio mit Steve Swallow und Paul Bley Anfang der 60er Jahre. Vibraphonist Red Norvo wiederum spielte 1949 mit Gitarrist Tal Farlow und Bassist Charles Mingus im Trio. Sonny Rollins nahm seinen Klassiker "Way Out West" 1957 auch nur mit Ray Brown und Shelly Manne auf. Der Pianist Herman Blount (der später als Sun Ra bekannt wurde) hatte kurze Zeit ein Trio mit Tenorsaxophonist Coleman Hawkins und Geiger Stuff Smith. In den 80ern gab's dann jede Menge Ensembles wie Codona mit Pocket-Trompeter Don Cherry, dem Tabla-/Sitarspieler Collin Walcott und Perkussionist Naná Vasconcelos oder das Magico-Trio von Jan Garbarek (Sax), Charlie Haden (Bass) und Egberto Gismonti (Gitarre & Klavier). Ganz zu schweigen von dem Klarinettisten Tony und seinem 1964er Trio-Album "Music for Zen Meditation" mit Koto-Spieler Shinichi Yuize und Shakuhachi-Spieler Hozan Yamamoto.

    Die Liste läßt sich locker ins Unendliche fortsetzen.. Kurzum: Der Aufhänger des heutigen Artikels scheint etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.
  2. #2

    Ärgerlich

    Ich kann dem vorherigen Kommentar nur zustimmen, der Verfasser hat offensichtlich besser recherchiert als Herr Hielscher. Zudem gibt es im Moment unendlich viele erstklassige Trio-Neuerscheinungen, z.B. von Eve Risser (die dem Pianotrio tatsächlich neue Facetten abringt), von Mats Gustafsson (mit Raymond Strid und John Russell) oder von Jon Irabagon. Ich könnte locker noch zehn weitere aufzählen. Stattdessen wird etwas quasi-Neues konstruiert, wofür man dann zweit- oder gar drittklassige Alben bespricht. Metal (mit Amtlich) und Pop (Abgehört) haben zu Recht ihre durchaus guten Kolumnen. Jazz hätte auch eine verdient, denn diese wird dem vorhandenen Interesse der Leser nicht gerecht. Was das Ganze schließlich noch mehr in den ärgerlichen Bereich rückt, ist die Tatsache, dass Berichtenswertes komplett ignoriert wird. In den letzten beiden Wochen sind mit John Tchicai und David S. Ware wichtige Musiker gestorben, was dem Spiegel keine Meldung wert war.