Deutscher Metropolen-Komplex: Berlin als Waffe und Weltstadt

Deutsche tun sich schwer mit Metropolen, Großstädte gelten als Bedrohung. Der Film "Oh Boy", der bald ins Kino kommt, gibt das richtige Statement ab: Er behandelt Berlin so, wie die Franzosen ihr Paris behandeln oder die Amerikaner ihr New York. Als Freund.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-863644.html
  1. #1

    Stimmt schon

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche tun sich schwer mit Metropolen, Großstädte gelten als Bedrohung. Der Film "Oh Boy", der bald ins Kino kommt, gibt das richtige Statement ab: Er behandelt Berlin so, wie die Franzosen ihr Paris behandeln oder die Amerikaner ihr New York. Als Freund.

    Oh Boy: Georg Diez über den Berlin-Film - SPIEGEL ONLINE
    Man kann sich wunderbar an dieser Stadt abarbeiten, die so dysfunktional und nutzlos ist wie sonst kaum etwas in der Republik. Aber als Stein des Anstoßes ist Berlin allemal gut. Man kann ihn zumindest ein bisschen herumkicken. Aber dass "unwirtlich" kein gutes deutsches Wort sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.
  2. #2

    Dreckskaff

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche tun sich schwer mit Metropolen, Großstädte gelten als Bedrohung. Der Film "Oh Boy", der bald ins Kino kommt, gibt das richtige Statement ab: Er behandelt Berlin so, wie die Franzosen ihr Paris behandeln oder die Amerikaner ihr New York. Als Freund.

    Oh Boy: Georg Diez über den Berlin-Film - SPIEGEL ONLINE
    Berlin ist was es immer war, im Vergleich zu Metropolen welche diesen Namen verdienen, eine prollige, überschätzte und hässliche Klitsche.
  3. #3

    Zitat von kalim.karemi Beitrag anzeigen
    Berlin ist was es immer war, im Vergleich zu Metropolen welche diesen Namen verdienen, eine prollige, überschätzte und hässliche Klitsche.
    Ist doch toll, dass Berlin eben keine Metropole ist und noch relativ bescheiden daherkommt, im Gegensatz zur Arroganz anderer Großstädte, wie Paris oder London.

    Was sie prollig nennen, finde ich volksnah, was sie hässlich finden, nenne ich charaktervoll, und Überschätzung ist ein Lob Berlins aus Ihrer eigenen Perspektive.
  4. #4

    Schön, daß

    wenigstens jemand Berlin etwas Positives abgewinnen kann. Die Haupstadt kostet den Rest der Republik nämlich jährlich mehr als 3000 Millionen, dafür sollte man dann auch etwas erwarten können. Natürlich wird diese Summe im wesentlichen von den Bayern aufgebracht und man kann vermuten, daß sich die preußischen Vorfahren der jetzigen Berliner im Grabe herumdrehen würden, wenn sie wüßten, daß ihre Nachfahren sich von den einst hinterwälderischen, lederhosentragenden Weißwurstessern aushalten lassen. Aber sei es drum. Schlußbemerkung: Der Schreibstil dieses Diez'schen Kommentars ist mal wieder über weite Strecken ziemlich n'est-ce pas.
  5. #5

    In einigen Punkte ...

    könnte man sicher widersprechen. Ich kenne z.B. eine, die hat Berlin überwunden, lebt jetzt in der letzten Provinz und fast ausschließlich in der Vergangenheit, die mindestens so interessant ist wie das Heute.

    Aber der Artikel macht wirklich neugierig auf den Film. Besten Dank.
  6. #6

    Schreibstil = N'est-ce pas?

    Was wollen sie denn damit sagen? Stil = Nicht wahr?

    Ich finde die Art etwas verschwommen. Man bemerkt kaum, dass es sich um eine Filmkritik handeln soll. Nach dem Ende der Lektüre weiß man überhaupt nicht, worum es in dem Film geht. Beim literarischen Quartet wurde so etwas "verquast" genannt.
  7. #7

    Eine Statd ist nicht dein Freund

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche tun sich schwer mit Metropolen, Großstädte gelten als Bedrohung. Der Film "Oh Boy", der bald ins Kino kommt, gibt das richtige Statement ab: Er behandelt Berlin so, wie die Franzosen ihr Paris behandeln oder die Amerikaner ihr New York. Als Freund.

    Oh Boy: Georg Diez über den Berlin-Film - SPIEGEL ONLINE
    Wenn dem Herrn Diez mal wieder nichts Besonderes als Kolumnenthema einfällt, dann greift er auf Berlin und Film zurück, was ja schon durch die Berlinale eine gewisse Einheit bildet. Da es nun aber viele "Kulturbanausen" gibt, die entweder Berlin oder den betreffenden Film nicht kennen, wird sich die Anzahl der Kommentare in engen Grenzen halten.

    Oh Boy, ich würde mal sagen, daß Großstädter ihre jeweilige Stadt ganz unterschiedlich erfahren, abhängig von ihrer persönlichen Lebenssituation. Menschen versuchen in der Regel, sich ein überschaubares, vertrauliches Umfeld zu schaffen, Anonymität ist mal kurz spannend, auf Dauer aber unerträglich. Insofern ist der Begriff "Stadt" eine Abstraktion, die auf einer Vogelperspektive beruht, die man nur kurzzeitig einnehmen kann.

    Eine Großstadt, verstanden als Ansammlung von Millionen unterschiedlicher Menschen auf engem Lebensraum, kann nicht als solche zum "Freund" werden. Man kann sich allenfalls mit bestimmten Nischen anfreunden, in denen man sich wohl fühlt und letztendlich sind es einzelne konkrete Menschen, die uns Freundschaft bzw. Geborgenheit ermöglichen. Wenn das gelingt, kann man natürlich die ganze Stadt dafür loben und wertschätzen!
  8. #8

    Oh the city streets

    the stories that they tell, they can be heaven they can be hell - heißt es in dem Pop-Song.

    Sie bringen es auf den Punkt, Spiegelkritikus.

    Berlin ist (für deutsche Verhältnisse) riesig, schön, häßlich, arm, reich, komplex und daher differieren die Lebenswelten seiner Bewohner mehr als in anderen deutschen Großstädten.

    Was mir an dem Diez-Artikel nicht gefällt: Die Übernahme der verbreiteten Erfolgsideologie in Begriffen wie Scheitern, Versager etc.

    Im Leben geht es wohl eher um Glück als um Erfolg. Anscheinend meinen in unserer Leistungsgesellschaft viele, dass Erfolg gleichbedeutend sei mit Glück. Zum Glück braucht es für Glück keinen Erfolg.
  9. #9

    Ach ja nu...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche tun sich schwer mit Metropolen, Großstädte gelten als Bedrohung. Der Film "Oh Boy", der bald ins Kino kommt, gibt das richtige Statement ab: Er behandelt Berlin so, wie die Franzosen ihr Paris behandeln oder die Amerikaner ihr New York. Als Freund.

    Oh Boy: Georg Diez über den Berlin-Film - SPIEGEL ONLINE
    ...Berlin.
    Ne deutsche Großstadt halt.
    ;)

    Zum Feind hat sie mir schon als halbe Portion nicht getaugt.
    Kurz habe ich befürchtet, als Ganzes könnte sie einer werden...
    und erlebte sie dann eher entspannter, aufgeräumter und unstressiger als zuvor.

    Im Winter wehen fiese Winde.
    Aber dafür kann man dort zu anderenorts in Deutschlands Großstädten nur zu träumenden Summen wohnen, essen, trinken, feiern und, ja, überhaupt leben.

    Berlin als Wohnort geht aber sowieso nur, wenn man es in "Mein Viertel" und "Die Stadt" aufteilt.
    Dann ist es lebenswert und lebemöglich.

    Ich bin immer gerne in Berlin.
    Aber ich bin auch gerne in Hamburg, Bremen, Stuttgart und Düsseldorf.

    Berlin nimmt sich selber viel weniger wichtig, als es manche BerlinBewohner, BerlinBewunderer und BerlinSehnsüchtige tun.
    Berlin tut das gut.

    Ich persönlich bin ganz froh, in einem Land zu leben, dem seine Hauptstadt eben nicht so ist wie Frankreich sein Paris und seine VorzeigeMetropole nicht so wie New York den USA.

    Wer fast 50 Jahre mit Bonn als Hauptstadt leben konnte, der ist über Zentralisierung GSD hinaus.