Chance für einen missliebigen Berufsstand: Der menschliche Makler

DPADie SPD will die Maklerprovision künftig von den Vermietern bezahlen lassen. Der betroffene Berufsstand scheint von der Idee wenig begeistert. Das ist seltsam, denn das Gesetz bietet die vielleicht die letzte Chance zur Imagekorrektur für eine der meistgehassten Professionen Deutschlands.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-863617.html
  1. #1

    FDP-Politiker

    Der war gut. Stimmt aber wirklich.
    Mir fallen aus früheren Tagen noch einige FDP-Politiker ein, die für fähig und integer halte.
    Bei Maklern kann ich noch solange grübeln. Das wird nichts.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die SPD will die Maklerprovision künftig von den Vermietern bezahlen lassen. Der betroffene Berufsstand scheint von der Idee wenig begeistert. Das ist seltsam, denn das Gesetz bietet die vielleicht die letzte Chance zur Imagekorrektur für eine der meistgehassten Professionen Deutschlands.

    Warteschleife: Kaum ein Berufsstand ist unbeliebter als Makler - SPIEGEL ONLINE
    Hm, die Makler die ich bisher hatte waren alle fair. Unfair war die Tante, die als Wohnungskonzernangestellte mir eine Wohnung vermietet hat.
    Und irgendwo vergisst der Autor auch zu erklären, warum, wenn der Makler durch den Vermieter bezahlt wird, er mehr auf Seiten des Mieters stehen sollte...
    Am Ende bleibt der Makler nur der verlängerte Arm des Vermieters. Ist der ein Ar*******, dann ist auch der Makler nicht in der Lage die Sache besser zu machen.
    Ist der Vermieter ein ehrlicher Mensch, mit einem fair bepreisten Produkt, dann ist der Makler auch ok.

    Der Makler kann dafür soviel, wie der Postbote für den Inhalt des Briefs den er zustellt.
  3. #3

    Warum nicht ?

    In der Schweiz klappt das auch schon seit Jahren - und Makler und Vermieter nagen trotzdem nicht am Hungertuch. Wer als Mieter mal ein paar Umzüge samt fianzieller Belastung hinter sich hat, der würde sich freuen, wenn er wenigstens bei Vermittlung durch Makler entlastet würde - den eine Kaution in Höhe von 2-3 Kaltmieten will ja auch erst mal aufgebracht werden. Zum Teil mehrere tausend Euro sind auch kein Zuckerschlecken...

    Also was soll das Gejaule - nutzt die Chance. Hoffentlich bleibts nicht wieder eine der üblichen Vor-der-Wahl-Luftblasen ....
  4. #4

    der nette Makler von nebenan

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die SPD will die Maklerprovision künftig von den Vermietern bezahlen lassen. Der betroffene Berufsstand scheint von der Idee wenig begeistert. Das ist seltsam, denn das Gesetz bietet die vielleicht die letzte Chance zur Imagekorrektur für eine der meistgehassten Professionen Deutschlands.

    Warteschleife: Kaum ein Berufsstand ist unbeliebter als Makler - SPIEGEL ONLINE
    Ich würde weiterhin keinen mit bekannten Makler auf meine private Veranstaltung einladen, da der Makel des aktiven Lügens bzw. des passiven Verschweigens ja nur gemildert wird durch die Tatsache, dass in Zukunft wenigstens derjenige zu zahlen hätte, in dessen Interesse diese unsymphatische Vorgehensweise geschieht.
  5. #5

    Titel.

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Der Makler kann dafür soviel, wie der Postbote für den Inhalt des Briefs den er zustellt.
    Oder der Verkäuferin für den Quark von Danone usw. ....
    Aber machen Sie das mal den anderen klar. Makler sind Schuld an miesen Vermietern, Makler sind Schuld das es zu wenig Wohnungen gibt.
    Die meisten produzieren auch nichts und leben davon von anderen produzierte Waren mit Aufschlag weiter zu veräußern. Das ist dann ok. So wie es auch ok ist in Fonds resp. Aktien zu investieren. Wird dann der eigene Arbeitsplatz wg. gierigen Shareholdern wegrationalisiert ist das alles wieder nicht ok.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die SPD will die Maklerprovision künftig von den Vermietern bezahlen lassen. Der betroffene Berufsstand scheint von der Idee wenig begeistert. Das ist seltsam, denn das Gesetz bietet die vielleicht die letzte Chance zur Imagekorrektur für eine der meistgehassten Professionen Deutschlands.

    Warteschleife: Kaum ein Berufsstand ist unbeliebter als Makler - SPIEGEL ONLINE
    Dieser Berufsstand zeigt sich betroffen?
    Er wird von jemand entlöhnt der ihn gar nicht bestellt hat. Kassieren für nichts tun.
    Das ist ja nun wirklich Münchhausen in Vollendung.
    In jedem Geberbe ist es doch so: Wer jemanden beauftragt, bezahlt ihn dafür.
    Hoffentlich erledigt sich diese Welt-Paradox so schnell wie möglich.
  7. #7

    Mal ein paar Gedanken

    Ich vermiete unsere Wohnungen zwar selbst, ohne Makler, aber nehmen wir mal an ich würde einen Makler beauftragen.

    Man braucht sich nicht einbilden, dass die Kosten für einen Makler nicht vom Vermieter auf den Mieter umgelegt würden. Unterstellen wir mal einen durchschnittlichen Mieterwechsel alle 2 Jahre, d.h. ich würde die Maklergebühren (wir unterstellen mal der Einfachheit halber 1.000 EUR) auf 2 Jahre auf die Miete verteilen. Mit einer gewissen Sicherheitsmarge bedeutet das einen Aufschlag von 5% auf die Miete.

    Das hat erst mal zwei direkte Folgen: Langzeitmieter bezahlen mehr; diejenigen die häufiger mal die Wohnung wechseln, bezahlen verhältnismäßig wenig am Makleranteil.

    Es gibt auch noch andere Folgen, eher langfristiger Natur: Ich beauftrage zwar keinen Makler, aber die Miete in einer nachgefragten Region steigt um 5%. Was also hält mich davon ab, meine Mietforderungen anzupassen? Sehr schön, dass man nun auch die Maklercourtage auf den Mieter umlegen kann, ohne dass man sie als Vermieter zahlt.
  8. #8

    Gut gegen faule und geizige Vermieter!

    Mir drängt sich hin und wieder - im Bereich privater Vermietung von Wohnraum - der Einruck auf; Vermieter sind zwar an Einnahmen interessiert, aber weniger daran dafür die Arbeit zu erbringen. Das fängt bei der Auswahl eines neuen Mieters an! Solange es den Vermieter nichts kostet wird er gerne den Makler beauftragen. Ist doch dem Vermieter egal das dann nicht nur 2 Monatsmieten Kaution, sondern noch mal mehr an Maklergebühr auf einen Mieter zukommen!

    Deshalb begrüße ich es SEHR wenn in Zukunft (hoffentlich) der Vermieter den Makler bezahlen muss. Immerhin ist es die Bequemlichkeit des Vermieters die dem Makler hier einen Auftrag verschafft. Für den Mieter bietet der Makler keine Vorteile.
  9. #9

    Es wird Zeit...

    Zitat von Autor
    Makler vertreten knallhart die Interessen des Vermieters oder Verkäufers, wofür wir Mieter oder Käufer sie bezahlen müssen.
    Das ist der Kern der Absurdität.

    Nicht nur, dass hier das „Besteller-Prinzip“ umgekehrt wird, nein, man zahlt dafür, dass nicht die eigenen Interessen, sondern die des Vermieters gewahrt und vertreten werden. Frechheit!

    Hinzu kommt, dass jeder zum Gewerbeamt marschieren kann, ein paar Euros auf den Tisch legt und eine Stunde später Rechnungen als Makler schreiben darf. Dabei spielt es absolut keine Rolle, dass unzählige dieser Herrschaften nicht einmal wissen, was es mit dem Wörtchen Bausubstanz so auf sich hat. Frechheit!

    Als zukünftiger Mieter, bekommt man auch keinen Einzeltermin, nein man muss sich nach dem Herrn oder der Dame Makler richten und wenn es ganz doof läuft, steht man schließlich mit 10 weiteren Personen in der Wohnungsbesichtigung. Frechheit!

    Weiter geht es mit der Frage nach Fakten. Wie groß ist die Wohnung? Wie ist die Isolierung? Lärm? Antwort ist schwammig oder man schämt sich gar nicht erst für die Antwort: "keine Ahnung". Frechheit!

    Am Ende die Haftung. Der Makler haftet im Prinzip, jedenfalls gegenüber dem Mieter, überhaupt nicht. Frechheit!

    Jetzt bleibt doch die Frage: Wofür zahle ich als interessierter Mieter?

    Es wird höchste Zeit, dass hier gehörig aufgeräumt wird. Es heißt nicht, wer nichts wird, wird Wirt, sondern Makler.

    In England ist dies ein Ausbildungsberuf, der Vermieter zahlt und die Mieten sind trotzdem bezahlbar.
    Im Übrigen ist das Argument, die Mieten würden dann steigen, Blödsinn. Erstens kann man Mieten in gewissen Städten nicht mehr wesentlich steigern, zum anderen ist es was anderes, ob ein paar Euro auf den Monat umgelegt werden, oder ob neben der Kaution, den Umzugs- und Einrichtungskosten noch die, gemessen an der Leistung, vollkommen überhöhte Courtage aufzubringen ist.

    Fest steht, die heutige Gesellschaft, der Staat fordert maximale Flexibilität in einer globalisierten Welt, auf der anderen Seite ist ein Umzug für manche Menschen schlichtweg nicht finanzierbar.

    Hier geht es auch mit Nichten um einen überdosierten Eingriff des Staates in den Markt, sondern darum, faire Bedingungen in diesem Bereich zu schaffen. Es wird Zeit.

    Zudem fällt es auf, dass Vermieter und Hausverwalter nicht selten in einem besonderen Verhältnis zum Makler stehen. Jeder weiß es: Dieser Markt stinkt zum Himmel!

    Es mag natürlich sein, dass es auch in diesem Berufsstand durchaus ehrbare Menschen gibt. Aber hier zeigt sich in negativer Weise, dass Ausnahmen die Regel bestätigen.