Werbefeldzug der Bundeswehr: Jagd auf die Jugend

Leonie VossAb ins Abenteuercamp: Mit einem umstrittenen Werbefeldzug versucht die Bundeswehr, Jugendliche für eine Militär-Karriere zu begeistern. Sie schickt den Nachwuchs auf Bergtouren, zu Wasserschlachten und in den Flugsimulator. So wie Pascal, 18, der Pilot werden will - und der den Krieg ausblendet.

Adventure Camp: Bundeswehr geht auf Nachwuchssuche - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    optional

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab ins Abenteuercamp: Mit einem umstrittenen Werbefeldzug versucht die Bundeswehr, Jugendliche für eine Militär-Karriere zu begeistern. Sie schickt den Nachwuchs auf Bergtouren, zu Wasserschlachten und in den Flugsimulator. So wie Pascal, 18, der Pilot werden will - und der den Krieg ausblendet.
    Wenn das Fernsehen und das Smartphone ganze Arbeit geleistet haben, dann weiss der durchschnittliche Jugendliche heute nicht mehr ob Krieg nun eine anderssprachige App oder eine ausländische Facebook-Gruppe ist.
    Auf jeden Fall hat er unpolitisch keinerlei Meinung dazu und könnte bei jedem Schindluder mitmachen.
    Aber die Bundeswehr muss aufpassen, das Werbeprogramm der diversen Polizei in Form der Vorabendserien ist auf einem viel stärkerem Niveau.
  2. #2

    Krieg spielen in Friedenszeiten …

    … mag ja noch recht nett sein. Geht man der Tätigkeit ernsthaft auf den Grund, dann werden irgendwann die Bedenken folgen. Offenbar ist der Umbau zur Freiwilligen-Armee nicht ganz ohne Hintersinn passiert, möchte man die Jungs doch auch auf Dauer gerne im Inland einsetzen. Die Grenzen der Einsätze werden immer weiter verwässert. So etwas ginge am Ende nicht mit eine homogenen Wehrpflicht-Armee.

    Moderne Kriegsführung … (die neuen Anforderungen, büssl sarkastisch) für die Kids zum Nachlesen, damit sie ein besseres Bild davon bekommen. Mal sehen ob dann die Argumente immer noch so aussehen wie im Artikel. Meiner Meinung nach ist Krieg etwas was man generell unterlassen sollte, würden sich doch einfach keine Menschen mehr finden die sich dort hinschicken ließen, dann hätte der Spuk auch bald ein Ende … (°!°)
  3. #3

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab ins Abenteuercamp: Mit einem umstrittenen Werbefeldzug versucht die Bundeswehr, Jugendliche für eine Militär-Karriere zu begeistern. Sie schickt den Nachwuchs auf Bergtouren, zu Wasserschlachten und in den Flugsimulator. So wie Pascal, 18, der Pilot werden will - und der den Krieg ausblendet.

    Adventure Camp: Bundeswehr geht auf Nachwuchssuche - SPIEGEL ONLINE
    Die Gehirnwäsche unserer Jugend muss aufhören, weil sie bei bestimmten Personen leider funktioniert. Es darf nicht sein, dass die Realitäten verwischt werden. In den Medien werden die wirklichen Folgen des Krieges ja nicht gezeigt sondern höchstens beschrieben und das führt auch dazu, dass die Jugendlichen denken, Kriegseinsätze wie in Afghanistan wären ja gar nicht so schlimm.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab ins Abenteuercamp: Mit einem umstrittenen Werbefeldzug versucht die Bundeswehr, Jugendliche für eine Militär-Karriere zu begeistern. Sie schickt den Nachwuchs auf Bergtouren, zu Wasserschlachten und in den Flugsimulator. So wie Pascal, 18, der Pilot werden will - und der den Krieg ausblendet.

    Adventure Camp: Bundeswehr geht auf Nachwuchssuche - SPIEGEL ONLINE
    Was hat man denn gedacht, was nach dem Aussetzen der Allgemeinen Wehrpflicht passiert? Seit die jungen Rekruten wegbleiben, muss die Bundeswehr auf andere Kanäle setzen um Personal zu bekommen. Da ist sie wie jeder andere Arbeitgeber auch und muss mit attraktiven Angeboten werben. Das dies keine Kriegsbilder aus Afghanistan sein können, liegt hoffentlich auf der Hand. Etwas naiv die Ansicht einiger Leute...
  5. #5

    Mein Gott, ...

    so langsam darf sich die empörte Öffentlichkeit mal wieder einkriegen.
    Da kommen Jugendlche zu einem Schnupper-Praktikum von zwei bis drei Tagen zur Bundeswehr und denen wird ein mögliches zukünftiges Tätigkeitsfeld gezeigt.
    NATÜRLICH weiss kein 16-Jähriger wie sich eine Patrouille zu Fuß in Kabul anfühlt ... und es wäre auch sinnlos, ihm das zu erzählen.
    Wenn Jugendliche von Streitkräften fasziniert sind, dann spielen da andere Gründe eine Rolle: Wenn die keine TRÄUME (beispielsweise vom Fliegen) hätten, dann würden sie die notwendige und bisweilen SEHR harte Ausbildung und Auswahl physisch und psychisch gar nicht durchstehen. Das geht nämlich nur, wenn man einem TRAUM nachjagt.
    Wenn die Jungs dann nach 5 Jahren Drill, Pauken, Schleifen und zigtausend Prüfungen endlich im Eurofighter-Cockpit sitzen, dann lassen sie sich aber auch gerne von den gleichen Leuten ihre (angeblich zu hohen) Beamtenbezüge und -privilegien vorwerfen, die ihnen vorher schon versucht haben, den Beruf madig zu machen, weil er sie angeblich in ihrer "Jugend gefährden" würde ...
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab ins Abenteuercamp: Mit einem umstrittenen Werbefeldzug versucht die Bundeswehr, Jugendliche für eine Militär-Karriere zu begeistern. Sie schickt den Nachwuchs auf Bergtouren, zu Wasserschlachten und in den Flugsimulator. So wie Pascal, 18, der Pilot werden will - und der den Krieg ausblendet.

    Adventure Camp: Bundeswehr geht auf Nachwuchssuche - SPIEGEL ONLINE
    Ich verstehe nicht, was an dem "Werbefeldzug" so umstritten sein soll. Erst beklagen sich alle - zu Recht - über die Wehrpflicht, und jetzt wo diese ausgesetzt ist, soll die Bundeswehr nicht einmal mehr Interessierten den Beruf des Soldaten schmackhaft machen? Irgendwoher müssen die Bewerber kommen, und wieso nicht bei der Jugend anfangen? Es wird heute keiner mehr gezwungen.
  7. #7

    Unfassbar eindimensional

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab ins Abenteuercamp: Mit einem umstrittenen Werbefeldzug versucht die Bundeswehr, Jugendliche für eine Militär-Karriere zu begeistern. Sie schickt den Nachwuchs auf Bergtouren, zu Wasserschlachten und in den Flugsimulator. So wie Pascal, 18, der Pilot werden will - und der den Krieg ausblendet.

    Adventure Camp: Bundeswehr geht auf Nachwuchssuche - SPIEGEL ONLINE
    Eine völlig eindimensionale und oberflächliche Beleuchtung der Thematik! Als ob sich die Jungendlichen nach diesen "Schnupper-Tagen" diekt für 30Jahre vepflichten müssten!

    Es beschämt mich, mit wie wenig Respekt mit unseren Soldaten und der Bundeswehr umgegangen wird. Die BW stellt einen existentiell wichtigen Teil unserer Exekutive dar und sollte eher verstärkt und ausgebaut werden. Mein Dank gilt allen angehörigen unserer Streitkräfte!
  8. #8

    Genau wie vor 75 Jahren

    Mein Schwiegervater (Jg. 1921) bericht noch heute über seine seinerzeitige Rekrutierung zur Wehrmacht: Angelockt mit Fun-Programm (Fliegerschule in Ostpreußen), dann Versetzung zur Artillerie (als Flieger sind Sie zu groß) und schließlich Kanonenoffizier an allen Fronten.

    Tatsächlich empfand er das damals am Anfang als Abenteuerurlaub (wer kam schon nach Afrika?), wenn auch unter Zwang.

    Dass nebenbei auch Menschen getötet wurden, hat ihn angeblich nie belastet (wenn ich nicht geschossen hätte, dann der Feind).
    Und das, was man heute so als "Wehrmachtsverbrechen" bezeichnet, hat er angeblich nie erlebt. Die "paar Zivilisten", die erschossen worden seien, wären "alles Partisanen" gewesen, aber das hätten "andere" erledigt.

    Traurig zu sehen, dass sich die Geschichte wohl wiederholt.
  9. #9

    Naja, verwundert das alles?
    Seit 13 Jahren sind wir nun schon im Krieg (der 2. Weltkrieg hat nur 5einhalb Jahre gedauert ohne den Spanischen Bürgerkrieg) und kaum einer nimmt dies zur Kenntnis. Die Deutschen wollten nun schon zweimal einen Krieg anfangen (99, 02), aber dann vergaßen sie ihn einfach. Die Opfer scheinen auch mehr Unfälle als Gefallene zu sein, schließlich sind es ja "nur" ein paar Dutzend im Vergleich zu anderen Nationen.
    Tja, würde mehr Begeisterung für den Krieg vorherrschen, wüssten zugleich auch mehr Menschen darüber bescheid. Da dies aber verboten ist in Deutschland und Krieg etwas Böööses ist, will auch niemand darüber etwas wissen.
    Dafür klappt es mit trauriger regelmäßigkeit, mit dem Finger drauf zu zeigen und zu sagen "das habt ihr wieder Falsch gemacht", "das war wieder ein Verbrechen" etc.pp. Als ob die Soldaten im Einsatz nicht mehr Deutsche wären.

    Wenn es realistischer würde, würde es auch spektakulärere Werbung werden. Dann würde die Presse und die Politik aber wieder rumschreien, dass das ja gar nicht gehen könnte usw.
    Wer Krieg erlebt, weiß dass man niemals die Geräusche, den Geruch, die Anspannung glaubhaft vermitteln kann. Es wird also ewig beim Gejammer bleiben - so auch dieser Artikel.