Studiengebühren: Bezahlstudium ist durchgefallen

DPADie letzten Bezahl-Bastionen wanken: Bayern und Niedersachsen verlangen Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester. Aber wie lange noch? Der Streit um das kostenpflichtige Studium ist symptomatisch für die zerfaserte Bildungspolitik in Deutschland.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-863071.html
  1. #1

    Deutschland nicht attraktiv!

    Ich finde es schade, dass Studiengebühren so unbeliebt in Deutschland sind, denn ich glaube dass wir nur so noch besser werden können. Meiner Meinung nach ist das einer von zwei Wegen die Bildung in Deutschland zu verbessern. Der zweite Weg, die staatlichen Ausgaben zu erhöhen wird genauso wenig passieren, wie ein Schuldenabbau!

    Damit bleibt Deutschland weiterhin im Abseits im internationalen Hochschulvergleich, da wir u.A. einfach zu wenig für die Bildung ausgeben: • Ausgaben der OECD-Staaten für Bildung in Prozent des BIP | Statistik

    Außerdem werden wir so langfristig nie zu den Top BIP/Kopf-Ländern aufschließen können, sondern sogar Gefahr laufen zurückzufallen.

    Ich habe selbst an einer deutschen und einer US-Uni studiert; kenne den Unterschied und habe mich deshalb gegen ein Masterstudium in Deutschland entschieden.
  2. #2

    Natürlich sind Studiengebühren gerecht!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die letzten Bezahl-Bastionen wanken: Bayern und Niedersachsen verlangen Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester. Aber wie lange noch? Der Streit um das kostenpflichtige Studium ist symptomatisch für die zerfaserte Bildungspolitik in Deutschland.

    Studiengebühren: Wie das Bezahlstudium beerdigt wird - SPIEGEL ONLINE
    Ungerecht wäre es, wenn ich - leider aus bildungsferner Familie - von meinem geringen Facharbeiterlohn das jahrzehntelange Studium der Kinder unserer Zahnarztfamilie der Nachbarschaft mitfinanzieren muss. Zuerst werden mal mehrere Fachrichtungen ausprobiert, bevor man sich dann entscheidet mal etwas zu Ende studieren zu wollen, es kostet ja nichts und die Eltern können sich die Studentenbude und den Unterhalt ihrer Kinder ja leisten. Und zusätzlich werden meine Steuergelder auch noch dafür verwendet, dass gelangweilte, aber Senioren, geistig fit und körperich rege, sich ebenfalls immatrikulieren und die Hörsäle füllen, es kostet ja nichts. Nur die Steuern werden jährlich erhöht, weil das Geld nicht reicht.
  3. #3

    Danke

    Zitat von fischjup Beitrag anzeigen
    I
    Damit bleibt Deutschland weiterhin im Abseits im internationalen Hochschulvergleich, da wir u.A. einfach zu wenig für die Bildung ausgeben: • Ausgaben der OECD-Staaten für Bildung in Prozent des BIP | Statistik
    Ich habe selbst an einer deutschen und einer US-Uni studiert; kenne den Unterschied und habe mich deshalb gegen ein Masterstudium in Deutschland entschieden.
    für die interessante Statistik!
  4. #4

    Ja und Nein

    Zitat von fischjup Beitrag anzeigen
    Ich finde es schade, dass Studiengebühren so unbeliebt in Deutschland sind, denn ich glaube dass wir nur so noch besser werden können. Meiner Meinung nach ist das einer von zwei Wegen die Bildung in Deutschland zu verbessern. Der zweite Weg, die staatlichen Ausgaben zu erhöhen wird genauso wenig passieren, wie ein Schuldenabbau!

    Damit bleibt Deutschland weiterhin im Abseits im internationalen Hochschulvergleich, da wir u.A. einfach zu wenig für die Bildung ausgeben: • Ausgaben der OECD-Staaten für Bildung in Prozent des BIP | Statistik

    Außerdem werden wir so langfristig nie zu den Top BIP/Kopf-Ländern aufschließen können, sondern sogar Gefahr laufen zurückzufallen.

    Ich habe selbst an einer deutschen und einer US-Uni studiert; kenne den Unterschied und habe mich deshalb gegen ein Masterstudium in Deutschland entschieden.
    An sich bin ich nicht gänzlich gegen Studiengebühren, auch wenn ich denke, dass Bildung frei sein muss.

    Aber: Die reine Erhöhung der Ausgaben für Bildung bedeuten keine bessere Bildung. Zumindest nicht automatisch. Im vom Föderalismus undurchschaubaren Bildungssystem in Deutschland liegen die Probleme ja nicht nur bei der Finanzierung.

    Und das zweite Problem. Ich habe irgendwie noch nicht gehört, dass das Geld, das durch Studiengebühren eingenommen wurde, konkret zum Aufstocken des Bildungsetats genutzt wurde. Eher zur Deckung der bereits vorhandenen Etats.

    Oder hat jemand ein konkretes Beispiel von Maßnahmen, die einzig und allein durch die gestiegenen finanziellen Mitteln durch Studiengebühren, ermöglicht wurden?!? Würde mich gerne darüber freuen.

    Jedenfalls würde ich es an einer Stelle eines Studenten nicht einsehen, zu zahlen, wenn ich dafür letztlich nicht mehr kriege als zuvor.
  5. #5

    Re: Studium der Kinder unserer Zahnarztfamilie

    Zitat von rossdamisch Beitrag anzeigen
    Ungerecht wäre es, wenn ich - leider aus bildungsferner Familie - von meinem geringen Facharbeiterlohn das jahrzehntelange Studium der Kinder unserer Zahnarztfamilie der Nachbarschaft mitfinanzieren muss.
    Mal sehen, ob sich Ihre Meinung ändert, wenn Sie mal selbst Kinder haben und diese auch studieren wollen...
  6. #6

    Zitat von rossdamisch Beitrag anzeigen
    Ungerecht wäre es, wenn ich - leider aus bildungsferner Familie - von meinem geringen Facharbeiterlohn das jahrzehntelange Studium der Kinder unserer Zahnarztfamilie der Nachbarschaft mitfinanzieren muss. Zuerst werden mal mehrere Fachrichtungen ausprobiert, bevor man sich dann entscheidet mal etwas zu Ende studieren zu wollen, es kostet ja nichts und die Eltern können sich die Studentenbude und den Unterhalt ihrer Kinder ja leisten. Und zusätzlich werden meine Steuergelder auch noch dafür verwendet, dass gelangweilte, aber Senioren, geistig fit und körperich rege, sich ebenfalls immatrikulieren und die Hörsäle füllen, es kostet ja nichts. Nur die Steuern werden jährlich erhöht, weil das Geld nicht reicht.
    EIn sehr gutes und auch wahres Argumment.

    Ich gehört damals zu den Studenten in Niedersachsen die als als erstes Studiengebühren zahlen durften/musste. Im ersten Semester waren die Auswirkungen den Studiengebühren noch gerring. Aber schon ab dem 2. Semester hat man die Vorteile gesehen: die Bibliothekenzeiten wurden deutlich verlängert, es wurden mehr Übungen angeboten und man hat Durckerguthaben bekommen. Waren die 500 € für einen Sohn eines Busfahrers zu viel? Viel war es, aber nicht zu viel.

    Problematisch war lediglich, dass so viel Geld auf den Tagesgeldkonten der Unis liegen geblieben ist, da man nicht wußte wohin mit dem Geld. Denn leider darf die Uni nur für bestimmte Dinge das Geld ausgeben.

    Also wenn die Studiengebühren nicht zu hoch sind (500 € sind noch ok) und auf klug verwendet werden profitieren alle davon.
  7. #7

    Zitat von rossdamisch Beitrag anzeigen
    Ungerecht wäre es, wenn ich - leider aus bildungsferner Familie - von meinem geringen Facharbeiterlohn das jahrzehntelange Studium der Kinder unserer Zahnarztfamilie der Nachbarschaft mitfinanzieren muss. Zuerst werden mal mehrere Fachrichtungen ausprobiert, bevor man sich dann entscheidet mal etwas zu Ende studieren zu wollen, es kostet ja nichts und die Eltern können sich die Studentenbude und den Unterhalt ihrer Kinder ja leisten. Und zusätzlich werden meine Steuergelder auch noch dafür verwendet, dass gelangweilte, aber Senioren, geistig fit und körperich rege, sich ebenfalls immatrikulieren und die Hörsäle füllen, es kostet ja nichts. Nur die Steuern werden jährlich erhöht, weil das Geld nicht reicht.
    sehen sie es doch einfach so... diese gutverdienenden eltern zahlen ja die studiengebühren durch ihre hohere steuerlast zu einem viel größerem anteil mit als sie selbst...
    sollte jedoch eines ihrer kinder den intellekt besitzen der es zu einem studium befähigen würde, wäre ihre belastung durch studiengebühren im vergleich ungleich höher, während es bei den gutverdienenden eh nur ein tropfen auf den heißen stein wäre...
    deswegen sind studiengebühren ungerecht...

    und zu den senioren... mit welcher begründung wollen sie denen das recht auf bildung absprechen... abgesehen davon sind vorlesungen in den meisten fällen eh relativ öffentliche veranstaltungen wo höchsten kontrolliert wird wer da sein muss und nie wer nicht da sein darf...
  8. #8

    Und die Zahnarztfamilie zahlt keine Steuern, von denen das Studium der Kinder mitfinanziert wird? Und jahrzehntelanges Studium? Na ja, ist das nicht etwas übertrieben? Ich finde es vielmehr ungerecht, wenn Länder, die Geld aus dem Finanzausgleich bekommen, das Studium umsonst anbieten, während Bayern, das dort Geld einbezahlt, etwas verlangt. Da sollten wir die Wohltaten lieber hier vor Ort finanzieren als anderswo. Abgesehen davon hat vermutlich die Zahnarztfamilie auch kein großes Problem mit den Studiengebühren, eher schon Kinder aus bildungsärmeren Schichten, wo man es vielleicht gar nicht einsieht, etwas für Bildung zu investieren.

    Zitat von rossdamisch Beitrag anzeigen
    Ungerecht wäre es, wenn ich - leider aus bildungsferner Familie - von meinem geringen Facharbeiterlohn das jahrzehntelange Studium der Kinder unserer Zahnarztfamilie der Nachbarschaft mitfinanzieren muss.
  9. #9

    Vielen Dank auch!

    Es ist zwar begrüßenswert, dass die Bundesländer endlich einsehen, dass Studiengebühren wieder abgeschafft werden sollten. Als jemand, der die letzten fünf Jahre die volle Summe auftreiben musste, drängt sich mir jedoch der verdacht auf, dass man eben einfach mal kurz die Kassen füllen wollte. Dies wird vor allem dadurch noch etwas bitterer, weil der Student der letzten fünf Jahre herzlich wenige Verbesserungen im universitären Betrieb festgestellt hat, die von seinem Geld bezahlt wurden. Stattdessen werden die Millionen gehortet. Das kann irgendwie auch nicht der Sinn der Übung gewesen sein.