Tyler Brûlé in den USA: Der Muff der Siebziger

Getty ImagesHer mit dem Aufbauprogramm für US-Städte! In Texas cruist Tyler Brûlé vorbei an verbarrikadierten Lagerhallen, verlassenen Einkaufszentren und leeren Bürohäusern. Der Kolumnist hat einen Tipp für die Präsidentschaftskandidaten - und flieht sogleich wieder aus seinem Hotel.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-862864.html
  1. #1

    thanx Tyler

    ...Ich dachte schon, ich bin die einzige, die Reisen in Amiland hoteltechnisch grausig findet... Dallas war schon in den Neunzigern exakt so, wie oben beschrieben... Tyler hat nur die Kakerlaken im Zimmer vergessen zu erwaehnen... Die besten Hotels hab ich in Boston gefunden - liegt wahrscheinlich daran, dass die Stadt so herrlich unamerikanisch ist :)
  2. #2

    optional

    Auch wenn ich die allgemeine Kritik an amerikanischen Großstädten der Marke Dallas teile: Dallas hat mit dem amerikanischen Südwesten ungefähr soviel zu tun wie Köln mit dem Ruhrgebiet....nämlich bis auf eine gewisse geografische Nähe praktisch gar nichts.
  3. #3

    Dallas vergessen, bitte!

    Ich hab jahrelang (in Europa) für ein großes Texanisches Unternehmen gearbeitet, das "Texas" sogar im Namen trägt. HQ in Dallas. Dorthin musst ich auch ein paar mal. Dazu kann ich nur sagen: Belebt die ganzen völlig heruntergekommenen Amerikanischen Städte wieder, gerne, nur Dallas nicht. Das wäre ohnehin nicht zu schaffen. Dallas gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Da sollte man sich lieber um andere verwaiste Städte kümmern, bei denen es sich lohnt. Das Problem der Städte in USA ist übrigens der "urban Sprawl". Jeder baut sich irgendein Holzhütte irgendwo 100 Meilen vom Stadtkern entfernt und das ganze breitet sich, unter Absterben des Kerns, immer weiter aus. Das Absterben hängt auch mit der Amerikanischen Wegwerfgesellschaft zusammen: Nach 20 Jahren ist so ein amerikanisches Haus wirklich kaum mehr bewohnbar. Satt zu renovieren oder auf demselben Grund etwas neues zu bauen, wandert das Haus in immer ärmere Hände, bevor es irgendwann ganz verlassen wird. Das zur Theorie. In der Praxis sollte man natürlich mit den ganzen leblosen Städten des Mittleren Westens und Westens, aber auch des Südens unbedingt etwas machen, nur Dallas sollte Brachland bleiben und irgendwann wieder Steppe werden. Ganz ehrlich.
  4. #4

    Zitat von ijf Beitrag anzeigen
    ...Ich dachte schon, ich bin die einzige, die Reisen in Amiland hoteltechnisch grausig findet... Dallas war schon in den Neunzigern exakt so, wie oben beschrieben... Tyler hat nur die Kakerlaken im Zimmer vergessen zu erwaehnen... Die besten Hotels hab ich in Boston gefunden - liegt wahrscheinlich daran, dass die Stadt so herrlich unamerikanisch ist :)
    Kann ich überhaupt nicht bestätigen. Wir haben in den USA immer in tollen Hotels gewohnt, und von der Freundlichkeit der Mitarbeiter und dem
    exzellenten Service kann man hier nur träumen.
  5. #5

    Halt vorher mal aussuchen ...

    ... das Hotel! Zwar fand ich auch Dallas "Downtown" ziemlich öde, als ich mal dort war, aber mein Hotel - das "Magnolia" - war eines der besten, in denen ich in den USA gewohnt habe.
  6. #6

    Geographie schwach

    Wann merkt man hier endlich, wo der US Suedwesten liegt?Dallas gehoert nicht dazu, das wird zum Sueden gerechnet. Der eigentliche US Suedwesten sind die sogenannten 4 Corners Staaten, Arizona, New Mexico, Colorado und Utah. Daneben kann man noch die trockenen, lateinamerikanisch beeinflussten Areale dazuzaehlen, etwa San Antonio, El Paso und Amarillo, das suedliche Drittel von Nevada und Kalifornien bis und mit Los Angeles. Grundregel: Solange man mit Spanisch durchkommt, und das Wetter meist trocken und warm ist ist man im Suedwesten.
  7. #7

    Man sollte dem verwöhnten Schnösel keine Plattform bieten

    Wann merkt der Spiegel endlich, daß es völlig unsinnig ist, diesem verwöhnten Schnösel eine Plattform zu bieten. Kein Wunder, daß es Tyler in Highland Park gefallen hat, dort war er unter seinesgleichen.

    Dallas ist keine architektonische Schönheit, aber so schlimm wie es hier dargestellt wird, ist es auch nicht. Dallas ist groß - sehr groß und sehr weitläufig. Wenn der Artikel aktuell ist und Tyler letzte Woche dort war, in Dallas sind es auch Mitte Oktober immer noch weit über 30°C. Wenn die Hotels aus Kostengründen und um die Umwelt zu schonen, die Klimaanlage abschalten, wenn das Zimmer nicht vermietet ist, ist die Luft im Zimmer zwangsläufig nicht frisch. Wenn das Zimmer zur Sonnenseite hin liegt, dann knallt da die Sonne gandenlos rein, ich hatte in Dallas schon Hotelzimmer, da konnte man die Fensterscheibe von innen nicht länger anfassen, so heiß war die. Gründlich lüften und eine halbe Stunde die Klimaanlage auf höchster Stufe hatte für mich das Problem allerdings immer gelöst. Im San Francisco Hilton bin ich Stammgast auf dem Concierge Level, da wird mir vor Ankunft ein elektrischer Luftreiniger ins Zimmer gestellt und ein Raucherzimmer wurde mir als Nichtraucher noch nie untergejubelt.
  8. #8

    ...

    Zitat von tutnet Beitrag anzeigen
    Wann merkt der Spiegel endlich, daß es völlig unsinnig ist, diesem verwöhnten Schnösel eine Plattform zu bieten.
    Ja, auch ich finde die Berichte oft ziemlich wichtigtuerisch, selbstverliebt und schnöselig.

    Andererseits muß man zugeben, daß man sie ja offensichtlich trotzdem liest.

    Es ist zwar einerseits traurig, an welchen unwichtigen Details der Autor seinen Lebenssinn festmacht, so wie eigentlich fast alle Reichen sich zwar alles leisten können, aber es dafür dann an Geschmack, Stil und Weisheit mangelt, aber manchmal sind die Einblicke doch interessant.

    Am Ende stellt man nämlich durchaus fest, daß ein gehobener Lebensstil nicht zwangsläufig mit einem wirklich spannenden Leben einhergehen muß. Vielmehr unterliegt man seinen ganz eigenen Zwängen und lebt die meiste Zeit in einer oberflächlichen Parallelwelt, wo man zwar stets mit ausgesuchter Höflichkeit behandelt wird, wo aber wenig echt sein dürfte.
  9. #9

    Meckern-Meckern-Meckern

    Meckern kann er ja nun gut, wie es Deutsche denn mal so koennen.

    Kann man Dallas wirklich beurteilen nach 15 min in einem Hotel?
    Kann man von einem Hotel Schluesse ziehen ueber eine ganze Stadt/Region/Land?
    Dieser Artikel ist wirklich dumm und wer heisst schon Tyler Brûlé.

    Dallas hat mehr zu bieten als ein Tyler Brûlé jemals entdecken koennte.