Streit um Suchmaschinen-Steuer: Warum Google am längeren Hebel sitzt

Brasilien, Frankreich, Deutschland: In diversen Ländern tobt der Streit zwischen Google und Verlegern. Soll die Suchmaschine für Nachrichten zahlen müssen? Einer der internationalen Fälle aber zeigt, was passiert, wenn man Google droht.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-862624.html
  1. #1

    optional

    "Entweder, die Verlage spielen nach Googles Spielregeln - oder sie werden nicht mehr gelistet."

    Nein, dies sind nicht "Googles" Regeln -- das sind einfach die Fair-Use-Gesetze in den USA, ein sinniges Zitatrecht eben. Manch einer tut sich schwer damit, zitiert zu werden, aber Soziopathen gibt es überall.
  2. #2

    Es braucht nur ein Wort...

    ... um den Artikel umgehend zu beschreiben ohne auch nur das geringste auszulassen, dieses Wort ist sogar um vieles aussagekräftiger und umfasst zudem sämtliche ökonomischen Betrachtungen:

    Monopol.
  3. #3

    ....einen Artikel wert?

    ...damit sich alle von Google unfair behandelt werden und das Unternehmen mittelfristig zerschlagen wird? Fangt mal damit an, die Parasiten, Lügner, Räuber und Betrüger auf den Finanzmärkten beim Namen zu nennen, DIE tragen mehr zur Ungerechtigkeit in der Welt bei, als der Datenkrake..

    Jedem mit gesundem Menschenverstand ist klar, dass es sinnlos ist, sich bei einem Suchmaschinenbetreiber zu beschweren, dass man gefunden wird, und das Bekanntheit die wichtigste Währung jenseits des realen Wertes eines Unternehmens ist... so what?
  4. #4

    Es ist bezeichnend, wenn..

    unter dem Artikel "Dem Autor auf Facebook folgen" steht. "Einer demokratisch gewählten Regierung droht man nicht so einfach" - Die Dame hat FAST recht, denn Google droht nicht EINFACH, sondern unterstützt durch die zahlende, heimische Wirtschaft, die ein Interesse an einem wirtschaftlich funktionierenden Suchsystem hat. Es ist von der Dame zu kurz und zu eitel gedacht, daß in einem modernen demokratischen Staat die einzige Macht von den Amtsinhabern ausgeübt wird. Die wahre Macht liegt in der Finanzkraft - übrigens unabhängig von der Regierungsform. Ein Blick in die Geschichtsbücher würde helfen.
  5. #5

    Es gibt sehr gute Alternativen

    Niemand ist alleine auf Google angewiesen. Es gibt sehr gute Alternativen. Weiteres hierzu findet man auf den Seiten des Vereins für freien Wissenszugang suma-ev.de. Als Alternative kommt yacy infrage. Weiterhin gibt es das von Freiwilligen gepflegte Webverzeichnis dmoz.org. Hier werden Webseiten von Menschen gesichtet und ins Verzeichnis aufgenommen. Übrigens bedient sich Google bei dmoz.org.
    Alternativen gibt es also genung.
  6. #6

    Freiwillig

    Das wichtigste Argument fehlt im Artikel: jedem Verlag, jeder Zeitung steht es absolut frei, sich nicht von Google erfassen zu lassen. Dies ist technisch unproblematisch möglich und dauert nur wenige Sekunden. Die Scheinheiligkeit, mit der hier von verlorenen Profiten durch Google gesprochen wird, rührt doch nur von der Unfähigkeit, das eigene Geschäftsmodell an die geänderten Bedingungen der modernen Welt anzupassen.

    Es ist ja nicht so, dass das Internet nur Nachteile für die Verleger hat. Die kosten, eine Zeitung digital anzubieten sind praktisch gleich null. Darüber sollte man sich freuen, stattdessen wird probiert, mit per Lobbying durchgepressten Gesetzen gegen den technischen Fortschritt und die eigenen Kunden vorzugehen. So manche Zeitung sollte besser mit so einer Strategie untergehen, anstatt wie die Banken vom Staat gerettet zu werden.
  7. #7

    Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass

    ... noch ein Journalist, der's nicht kapiert hat.
    Es sind nicht Googles "Spielregeln". Entweder will die Zeitung gefunden werden oder eben nicht. Ihr müßt euch halt mal entscheiden was ihr wollt.
  8. #8

    Spon

    "Der Boykott dauerte drei Tage, die Verlage waren entsetzt. Schnell traf man eine Vereinbarung mit Google, nach der nun wieder Artikel gesucht und gefunden werden können."

    Tja scheinbar sitzt google wirklich am längeren Hebel. Und ich erkenne momentan nicht, was dagegen effektiv getan werden kann. Natürlich ist es ärgerlich, wenn die Verlage die Arbeit mit den Texten haben aber google diese Texte den Nutzern präsentiert.
    Wie ist es eigentlich mit Spiegel Online? Dies ist doch ein Portal mit einer doch sehr großen Community und einer noch größeren Leserschaft die SPON auch als Startseite oder zumindest Standard-News-Seite regelmäßig aufruft. Unabhängig von Google. Schreibt SPON schwarze Zahlen?
  9. #9

    Genau so ist es auch.

    Der Nutzer muss Google nicht nutzen - es gibt funktionsmäßig ebenbürtige Alternativen (wie bing oder yahoo). Demnach kann auch Google entscheiden, wer wie gelistet wird - und wer nicht. Ich kann mir vorstellen, dass es einfacher ist eine Listung komplett aus Google zu entfernen, wenn man es auch aus dem Index nimmt.
    Also: man muss weder Google nutzen noch Google gutheißen - aber es ist schon lustig, dass man auf Biegen und Brechen versucht Google vorzuschreiben, was es zu tun und was zu lassen hat, besonders die Aussage: du darfst Ausschnitte unserer News nur gegen Geld zeigen, aber uns entfernen darfst du nicht - biedert doch sehr undemokratisch an. Und wenn Google einfach nicht alles findet bzw. zu wenig findet, wird es irgendwann andere Suchmaschinen geben. Warum z.B. tun sich nicht alle Verlage zusammen und machen eine eigene Suchmaschine auf, die sich entsprechend ordentlich bewerben? Stattdessen hält man an veralteten und nicht mehr ertragreichen Geschäftsmodellen fest. Wäre ich Google, würde ich mir das auch nicht bieten lassen.