Debatte um Prostitution: Zieht die Freier zur Rechenschaft

Anfahrt, Akt, Abfahrt: Die sogenannten Verrichtungsboxen gelten als humanes Mittel im Kampf gegen den unmenschlichen Straßenstrich. Das ist Unsinn. Die einzige Lösung ist, die Prostitution zu verbieten - und die Freier zur Rechenschaft zu ziehen.

Kolumne von Sibylle Berg über Prostitution - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Ernst gemeint?

    Bei mancher Kolumne fällt mir erst mal gar nichts en weil ich nicht weiß ob es Ernst war oder Satire...

    Mal kurz nachdenk.....

    Mindestens 6000 Jahre gibt es Huren, verboten und verfolgt wurden Freier und Huren, es ging sogar bis zu völliger Abstinenz vom Sex dank der Religionen, selbst in arabischen Ländern gibt es diese Form der ´´Entsamúng´´ trotz drastischer Strafen und Verbote.

    Da hat die Dame wohl nicht überlegt beim schreiben sondern den Gefühlen freien Lauf gelassen.

    Schweden, das ist das Land indem Milch und Honig fließen, ja sicher...
    Den Huren dort ging es noch nie so schlecht in den letzten 30 JAhren und die gewalttätigen Übergriffe gegen Frauen steigen ebenso wie die Vergewaltigungszahlen.
    Muß an den Taliban liegen...
  2. #2

    Ist ein Verbot wirklich von Nutzen? Oder ist es wie bei der Prohibition? Das wird sich erst noch herausstellen müssen, im ersten Jahr der Prohibition ging der Alkoholkonsum auch erst einmal drastisch zurück. Ob sich also wirklich ein positiver Effekt abzeichnet, muss erst noch festgestellt werden. Als Frankreich nach dem Krieg die Bordelle verbat, stieg die Straßenprostitution sprunghaft an.

    Die Ursache liegt in den Köpfen, und bei Männern haben Frauen in der Vorstellung oft nur eine Funktion: Sex. Auch der Sinn der Partnerschaft wird vorrangig im Sex gesehen. Welcher Mann würde eine hässliche Frau nehmen, die eine interessante Persönlichkeit hat, mit der er aber nie ins Bett steigen würde? Für viele Frauen hingegen ist das kein abschreckender Gedanke.

    Und so ist die Prostitution eine logische Konsequenz der Tatsache, dass Männer Frauen eben nur als Sexobjekte sehen. Selbst die "netten Männer", auch wenn die sich oft dafür schämen. Aber wir lernen eben schon von Kindheit an, dass eine Beziehung dem Mann außer Sex nicht viel zu bieten hat. Ja, da gibt es die Kinder, und den Haushalt, aber der moderne Mann kann den Haushalt auch selbst regeln und notfalls auch die Kinder erziehen. Nur hat auch der moderne Mann von Frauen keine wesentlich andere Vorstellung als der altmodische.

    Da ist es logisch, dass man sich Frauen kauft. Und wo ist die Grenze? "Ich spendiere Dir das Essen im teuren Restaurant, und nachher gehen wir auf mein Zimmer und...". Schon Simone de Beauvoir hat festgestellt, dass die Ehefrau und die Hure weit mehr gemeinsam haben als sie wahrhaben wollen.

    Deswegen gibt es nur ein wirksames Mittel gegen Prostitution: Wir Männer müssen lernen, dass Frauen Persönlichkeiten haben - genau wie wir. Dass man eben nicht mit einem Stück Fleisch kopuliert, sondern mit einer Person. Mit dem Geld erwirbt man sich keine Rechte an der Frau, und man kann sich auch nicht aufführen wie ein Kunde im Laden. Es ist eben so, dass eine Frau mehr ist als ihre sekundären Geschlechtsmerkmale, und wem das bewusst ist, der wird kaum in solch einen Verschlag hüpfen und loslegen.

    Die Prohibition ist daran gescheitert, dass die meisten Leute im Grunde glaubten, vollkommen Recht zu haben, wenn sie Alkohol trinken. Solange die Männer glauben, vollkommen Recht damit zu haben, eine Frau zu kaufen, wird auch ein Verbot der Prostitution scheitern.
  3. #3

    Prostitution, natürlicher Zwang?

    ...das Verkaufen von "Leistungen" ist unter Menschen eine Willensentscheidung. Kein Mensch ist gezwungen gegen seinen Willen etwas zu tun was er als nicht angemessen empfindet. Ist Gewalt und Zwang durch Dritte erkennbar ist das kriminelle Ausbeutung und gehört bestraft.
    Das Prostituieren in jeder Form gehört im Allgemeinen in die Kategorie der Notwendigkeit der Bestreitung von
    Existenzschaffung. Würden Menschen anderen eine Lebensgrundlage geben, wäre Prostitution nicht notwendig.
    Der Austausch von sexuellen Bedürfnissen auf freiwilliger Basis ist durch nichts und niemandem zu regeln. Strafe für freiwillige sexuelle Handlungen ist unangemessene Gewalt und entspricht nicht einer freheitlich gefassten Grundordnung.
  4. #4

    optional

    Wie gut das in Schweden funktioniert sieht man an der 4mal höheren Vergewaltigungsrate.

    Ein Verbot bringt nur höhere Preise, mehr Kriminalität und mehr organisiertes Verbrechen. Und warum überhaupt sollte man die Dienstleistung Sex überhaupt als so schrecklich ansehen? Wird der Körper einer Prostituierten mehr "benutzt" als der eines Installateurs oder einer Putzfrau oder eines Bergarbeiters?
    Natürlich spricht nichts gegen eine Regulierung, strenge Kontrollen und hartes Vorgehen gegen Zwangsarbeit (auf jedem Sektor) aber nur aufgrund von nicht begründbaren Ideologien (sei es Religion oder Feminismus) jemandem das Recht zu nehmen eine Dienstleistung anzubieten bei der niemand zu schaden kommt geht zu Weit indem es die Freiheit der Anderen zu sehr einschränkt.
  5. #5

    Und was sagen...

    ..die Prostituierten zu dem Verbot? Oder wollen Sie die zwangsbeglücken? ("gute Frau, ich weiß besser, was gut für Sie ist!"). Aber wenn Sie von Zwangsprostitution oder Prostitution von Minderjährigen schreiben: sicher, das muss verboten werden. Wird es ja auch.
  6. #6

    unfassbar

    wird in diesen kolumnen eigentlich ab und an vernünftig nachgedacht? prostitution verbieten? in welcher welt wollen wir leben? in der menschen nicht selbst über sich bestimmen dürfen? in der der sexuelle frust sich letztlich über andere wege luft verschaffen soll? in der alles in die illegalität abgleiten soll?

    frau berg. sie sind eine frau, und - es tut mir leid, das sagen zu müssen - in dieser funktion engstirnig und nicht in der lage, das andere geschlecht zu begreifen. das wird nicht zum ersten mal deutlich. tut mir leid für sie.
  7. #7

    So gerne ich Frau Berg Recht gäbe,

    aber im Augenblick des Verbots wird sich die Mafia die Hände reiben und ungeahnte Gewinne verbuchen können. Unversehrtheit und Gesundheit der Frauen werden nicht die geringste Rolle mehr spielen, und verdienen werden sie auch nichts.
    Veränderung muss im Kopf beginnen. Verbote sind etwas für diejenigen, die ihren Kopf nicht benutzen wollen. Nicht immer ist die einfachste Lösung auch die beste.
  8. #8

    Die Betroffenen sollten mehr zu sagen haben

    Von außen lässt sich das schwer beurteilen. Jede Maßnahme hat ihre Kehrseite und es wurde schon quasi alles Denkbare erfolglos probiert.
    Ich maße mir nicht an, eine Lösung parat zu haben. Schon garnicht die einzig Richtige.
    Deshalb würde ich mich mit den Prostituierten selbst beraten. Welche Hilfen wünschen sie sich? Wie sind sie in ihre Situation geraten? Was fördert Prostitution bzw. wie kann sie im Umkehrschluss eingedämmt werden?

    Als Mann traue ich mich allerdings nicht direkt zu fragen. Ich würde wohl auch keine offene, ehrliche Antwort bekommen. Aber es gibt doch Organisationen, die sich darum kümmern. Die Forderung nach einer harten Bestrafung der Freier habe ich von denen noch nicht gehört. Ich glaube, die können das deutlich besser bewerten als Außenstehende.
  9. #9

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anfahrt, Akt, Abfahrt: Die sogenannten Verrichtungsboxen gelten als humanes Mittel im Kampf gegen den unmenschlichen Straßenstrich. Das ist Unsinn. Die einzige Lösung ist, die Prostitution zu verbieten - und die Freier zur Rechenschaft zu ziehen.

    Kolumne von Sibylle Berg über Prostitution - SPIEGEL ONLINE
    Ich habe die Lösung auch nicht, auch im hochgelobten Schweden gibt es Prostitution aber jetzt in der Illegalität, geht es den Frauen dadurch besser, eher nein!
    Das für mich perverse ist, das den Frauen es nicht verboten ist sich anzubieten, den Männern es aber verboten ist das Angebot anzunehmen!