Umgang mit Depression: Sprechen Sie drüber - aber nicht mit jedem

CorbisDepressive geraten schnell in einen Teufelskreis: Die Angst vor Ausgrenzung treibt Betroffene immer tiefer in ihre Krankheit. Ein Ausweg: sich öffnen, dem Umfeld die eigene Situation erklären. Am Arbeitsplatz und auch in der Familie gibt es für diese Regel jedoch Ausnahmen.

Depression: So schützen Patienten sich vor Attacken und bekommen Hilfe - SPIEGEL ONLINE
  1. #70

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Ich verweise der Einfachheit halber auf meine Antwort an coraccorioredannae.

    "Oft" ist ein relativer Begriff. Gemeint war: Bei jedem stimmungsaufhellendem Medikament, dass er verordnet bekam und das überhaupt irgendeinen Effekt hatte. Und das waren über einen Zeitraum von 2 Jahren doch schon ein paar...
    Wie Sie es nennen, ist mir eigentlich gleich. Ich gehe schon davon aus, dass zumindest ein Teil der Ärzte und Psychotherapeuten in und.....
    Entschuldigung, falls es hier zu einem Doppelpost kommt, aber ich hab vorhin schonmal was geschrieben und das erscheint hier nicht. Also nochmal:

    Wissen Sie, was für Psychopharmaka es genau waren? Also den Stoff oder einen Namen? Was Sie beschreiben passt nämlich eigentlich gar nicht zu den Nebenwirkungen von Antidepressiva... Antidepressiva brauchen normalerweise Tage bis Wochen bis sie überhaupt wirken und können auch Nebenwirkungen haben, aber überschäumende Euphorie passt gar nicht dazu... Ansonsten sollten Antidepressiva eh fast nie ohne Psychotherapie gegeben werden, war die denn völlig erfolglos?

    Bei dem chronischen Verlauf den Sie schildern und der Presönlichkeitsveränderung, ist da auch untersucht worden, dass es keine neurologische Ursache gibt? Oder Probleme mit der Schilddrüse?
  2. #71

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    ...
    Weiß eigentlich jemand, ob man die Verabreichung von Psychopharmka für sich selbst über eine Patientenverfügung ausschließen kann?
    Ich mutmaße mal - das kann man. Fragt sich nur, ob diese Verfügung im Zweifelsfalle juristisch haltbar ist.

    Wenn sich eine depressive Person in suizidaler, also selbstgefährdender Absicht z.B. von einer Brücke zu stürzen trachtet, dieses Unterfangen jedoch rechtzeitig verhindert wird und eine Einweisung in ein Landeskrankenhaus verfügt wird, dann ist es nicht auszuschließen, daß - um diese lebensbedrohliche Phase zu überbrücken - Psychopharmaka oder starke Beruhigungsmittel wie Rohypnol (Flunitrazepam) verordnet werden, um die Selbstgefährdung zu unterbinden.

    Denn: Geschieht das nicht und diesem Menschen gelingt es - was durchaus vorkommt - sich in der Klinik das Leben zu nehmen, wird die Staatsanwaltschaft die Krankenakten überprüfen.

    Kommt dann heraus, daß aufgrund der Diagnose und der Krankenvorgeschichte keine Medikamentation vorgenommen wurde, kann das für die behandelnden Psychologen bzw. Fachärzte für Psychiatrie böse Folgen haben.

    Schon einmal SSRI-Wiederaufnahmehemmer versucht?
  3. #72

    Zitat von psychologiestudent Beitrag anzeigen
    ...
    Wissen Sie, was für Psychopharmaka es genau waren? Also den Stoff oder einen Namen?
    Nein, weiß ich nicht mehr. Es waren über die Zeit 5 oder 6 verschiedene "Glücksdrops", 3 unterschiedliche Einschlafhilfen sowie einige Zusatzmedikamente gegen die Nebenwirkungen der vorgenannten, alles in ständig neuer Dosierung. Was er aktuell neben Schlafmitteln alles bekommt, weiß ich (noch) nicht. Ich hoffe nur, dass jetzt dieser Zirkus nicht wieder komplett von vorne losgeht und dass es diesmal schneller gelingt, ihn einzustellen. Aber den Glauben daran habe ich eigentlich schon längst verloren.

    Zitat von psychologiestudent Beitrag anzeigen
    Was Sie beschreiben passt nämlich eigentlich gar nicht zu den Nebenwirkungen von Antidepressiva... Antidepressiva brauchen normalerweise Tage bis Wochen bis sie überhaupt wirken und können auch Nebenwirkungen haben, aber überschäumende Euphorie passt gar nicht dazu... Ansonsten sollten Antidepressiva eh fast nie ohne Psychotherapie gegeben werden, war die denn völlig erfolglos?
    Er hat natürlich eine Psychotherapie gemacht. Die war teilweise erfolgreich insofern, als ihm einige Probleme aus der Vergangenheit und ihre wahrscheinliche Auswirkung auf seinen jetzigen Zustand und sein Verhalten bewusst geworden sind. Einiges war aber auch komplett für die Katz und ein Ansatz für die Lösung der Grundproblematik wurde leider nicht gefunden. Weitere Psychotherapie gestand ihm die KV nicht zu. Nach ca 2 Jahren ist die letzte Episode dann mehr oder weniger von selbst zu Ende gegangen. Aktuell befindet er sich seit etwa 3 Monaten wieder deutlich auf dem Weg nach unten und ich fürchte, dass dann wieder mit der ganzen Bandbreite an "Muntermachern" jeglicher Art auf ihn eingeballert wird, ohne dass am eigentlichen Problem gearbeitet wird - wenn man das überhaupt kann. Von immer neuen Medikamenten wird es jedenfalls nicht besser.

    Zitat von psychologiestudent Beitrag anzeigen
    Bei dem chronischen Verlauf den Sie schildern und der Presönlichkeitsveränderung, ist da auch untersucht worden, dass es keine neurologische Ursache gibt? Oder Probleme mit der Schilddrüse?
    Der ist mehrfach neurologisch untersucht worden, aber da gab es keine Auffälligkeiten. Generell ist er körperlich in einem passablen Zustand. Schilddrüse wäre natürlich auch eine Option gewesen, aber die ist Ok. Naja, ich hoffe halt, dass die aktuelle depressive Phase etwas gnädiger ausfällt als die letzte. Viel schlechter ginge es auch gar nicht - höchstens noch länger. Die Frage ist nur, ob danach überhaupt nochwas von seinem Selbst übrig sein wird, und da habe ich schon ziemliche Bedenken, wenn er jetzt wieder mit allem möglichen Zeug vollgepumpt wird.

    Irgendwo kommt man da dann auch an die philosophische Frage, was für einen persönlich eigentlich "Ich" ist - und was lebenswert ist und was nicht. Für mich zählt da eine medikamentengesteuerte Existenz ohne eigene Emotionen nicht mehr dazu.
  4. #73

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Nein, weiß ich nicht mehr. Es waren über die Zeit 5 oder 6 verschiedene "Glücksdrops", 3 unterschiedliche Einschlafhilfen sowie einige Zusatzmedikamente gegen die Nebenwirkungen der vorgenannten, alles in ständig neuer Dosierung. Was er aktuell neben Schlafmitteln alles bekommt, weiß ich (noch) nicht. Ich hoffe nur, dass jetzt dieser Zirkus nicht wieder komplett von vorne losgeht und dass es diesmal schneller .....
    Ich hoffe, dass es gar nicht erst zur nächsten Krise kommt. Wenn, hoffe ich aber, dass es den Ärzten gelingt, die richtige Medikation zu finden oder eine andere Psychotherapie hilft. Bei den meisten anderen Patienten wirken Antidepressiva eigentlich sehr gut und haben nicht solche starke Nebenwirkungen. Sollte gar keine Medikation helfen, gibt es im Notfall auch noch die EKT, einfach mal googlen, klingt vielleicht unheimlich, ist aber bei therapieresistenten Depressionen oft hilfreich und hat keine starken Nebenwirkungen.
  5. #74

    Scheints schwer nachvollziehbar

    für Menschen dass nicht nur der Körper von Krankheitserscheinungen geplagt werden können, sondern auch der Kopf, sprich Seele. Immerhin langsam sickert
    dieser Tatbestand in das Bewußtsein der Allgemeinheit ein und erfährt Aktzeptanz.
    Ich für mein Teil bin in der Pupertät in eine
    würde ich sagen, Depression hineingerutscht und mit viel Glück (Lebensumstände) habe ich
    diese Phase meines Lebens überwunden.
    Zwanzig Prozent der schwer Depressiven nehmen sich das Leben.
    Ein Guter Beitrag, ihr Artikel.
  6. #75

    so schwer es ist,

    dieses Thema allgemein zu behandeln, so hat die Autorin einige wichtige Punkte genannt. Wichtig vor allem, dass sie klar stellt, dass die Krankheit vor allem für den Betroffenen sehr schlimm ist und häufig auf Unverständnis stößt. Verstehen kann man das eh alles kaum. Auch nicht als Betroffener
  7. #76

    verschiedene Formen der Depression

    Man unterscheidet verschiedene Formen von Depressionen. Es gibt sehr ernste Formen und auch die weniger ernst zu nehmenden. Die saisonal bedingte Depression (Winterdepression) tritt meist in den Wintermonaten auf und kann meist mit ausreichender Bewegung im Freien oder sogenannten Lichtduschen entgegengewirkt werden. Bei ersteren Formen von Depressionen sollte man psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Ausreichende Informationen und auch ein Depression Test kann Aufschluss darüber geben um welche Form von Depressionen es sich handelt
    Hier kann man sich informieren
    http://depression-kompakt.blogspot.de/