Streit mit Bloggern: Agentur zieht Abmahnungen zurück

DPAAlles nur ein Missverständnis? Knapp 3000 Euro für die Nutzung eines Bildes forderte eine Bildagentur aus Berlin von Bloggern. Die schlugen Alarm, der Künstler selbst schaltete sich ein. Dann entdeckte die Firma einen Fehler.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-861772.html
  1. #1

    Kann man diese "obskure RA-Kanzlei nicht wegen betrug oder versuchter Erpressung verklagen. Da sollte sich einmal die RA-Kammer einschalten!
  2. #2

    FranKee (Pirat)

    Dieses absurde, paralegale, spezifisch deutsche Abmahnerpressungswesen, fern jeder ordentlichen gerichtlichen Kontrolle wurde übrigens unter ROT-GRÜN entscheidend aufgebaut ( Frau "Abmahn-Zypries", SPD), und (natürlich) von den derzeit herrschenden Anwaltsparteien #1 #2 munter weitergepflegt...

    Ist einfach zuviel lecker Kohle für die eigene Klientel.

    Dort müsste man also mal nachfragen... ob sich die Herrschaften eigentlich noch wählbar finden. Die Dunkelziffern (gibt ja keine Meldepflicht) variieren zwischen 200.000 und 800.000 Abmahnerpressungen pro Jahr.

    Offiziell scheint man selbst bei der SPD immer noch zu meinen, es "habe sich bewährt" und bräuchte allenfalls "Korrekturen" bei diesen total seltenem Mißbrauch...
  3. #3

    In einem Rechtsstaat wäre sowas nicht möglich...

    ...in diesem sehr wohl!
    Ach shit.... ich verwechsele Recht immer mit Moral und Anstand...sorry
  4. #4

    Unfug

    Zitat von spon-facebook-551307646 Beitrag anzeigen
    Dieses absurde, paralegale, spezifisch deutsche Abmahnerpressungswesen, fern jeder ordentlichen gerichtlichen Kontrolle wurde übrigens unter ROT-GRÜN entscheidend aufgebaut ( Frau "Abmahn-Zypries", SPD), und (natürlich) von den derzeit herrschenden Anwaltsparteien #1 #2 munter weitergepflegt...
    Genau diese Rechtslage gibt es seit ca. 100 Jahren, bestätigt durch den Bundesgerichtshof in den 60er Jahren.
    Das hat nun gar nichts mit der SPD zu tun ...
    Es gibt dieselbe Lage auch in anderen Ländern (Italien beispielsweise). Und wenn Sie einmal Opfer eines rechtswidrigen Verhaltens gewesen wären, würden Sie hier nicht so herumtönen. Dann nämlich wären sie froh, dass nicht Sie, sondern der, der auf Ihren Rechten herumtrampelt, die Kosten des Anwalts zu zahlen hat.

    Versuchen Sie es gern zunächst ohne Anwalt. In der Regel erklärt Ihnen die bloggende Gegenseite, dass Sie sich ihre Bildrechte in den Arsch stecken können, legt auf und löscht das Bild. Nach dem zehnten Anruf bei einem Blogger dieser Sorte, finden Sie das nicht mehr spaßig. Und sie verstehen plötzlich ...

    Wieviel Mühe es einen Anwalt kostet, den Beweis zu sichern und sämtliche Formalitäten einzuhalten: Das können Sie nicht einschätzen, das wissen Sie schlicht auch nicht.
  5. #5

    Zitat von discotieren Beitrag anzeigen

    Wieviel Mühe es einen Anwalt kostet, den Beweis zu sichern und sämtliche Formalitäten einzuhalten: Das können Sie nicht einschätzen, das wissen Sie schlicht auch nicht.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nicht sehr schwer ist einen Massenbrief aufzusetzen, auszudrucken und zu verschicken.

    Nur habe ich keine Abmahnungen geschrieben sondern Einladungen für ein Event.

    Ich bestreite nicht, dass es auch berechtigte Abmahnungen gibt, aber es sind wahrscheinlich nur ein Bruchteil aller versandten Abmahnungen.
  6. #6

    fact checking off?

    was los SPON? checkt Ihr nicht welche ominöse holländische "Agentur" das gewesen sein soll? Der Künstler weiss nix davon! Das sind doch alles nachprüfbare Fakten? Kein Interesse?
  7. #7

    Einige der abgemahnten Blogger überlegen nun, entstandene Kosten für anwaltliche Hilfe einzuklagen.
    Was gibt es da zu überlegen? Hier gilt es, mit der vollen Härte des Gesetzes einzuschreiten. Das Urheberrecht darf nicht aufgeweicht werden. Wer behauptet, Verwertungsrechte zu haben, obwohl das nicht der Fall ist, muss bestraft werden. Die Erstattung der Anwaltskosten ist das allermindeste. Warum nicht genauso argumentieren, wie sonst die Gegenseite. Hätte die Agentur die Rechte tatsächlich besessen, dann hätte sie von jedem Blogger 3000 Euro kassieren können. Da die Rechte aber in Wirklichkeit bei den Bloggern lagen, ist jedem Blogger 3000 Schaden pro (anderen) Blogger entstanden. Wenn es sich um 100 Blogger handelt, schuldet die Agentur also jedem Blogger 99x3000 Euro.