Trainee-Blogs: Danke für meine Arbeitsstelle!

CorbisFirmen-Blogs versprechen einen authentischen Einblick in die Arbeitswelt. Damit Unternehmen menschlicher wirken, lassen sie gern ihre Trainees über den Alltag schreiben. Heraus kommt oft eine krude Mischung aus Erfahrungsbericht und PR-Politur: Alles super - und tausend Mal danke, Chef.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-856973.html
  1. #1

    reine PR - kann ich bestätigen

    Ja, diese schönen Berichte von Trainees kenne ich auch. War auch mal selber einer. Mag ja sein, dass das in großen Firmen wie Daimler wirklich so toll ist. Im Mittelstand sehe ich Trainee Programme oft als Ausbeutung.
    Der Trainee wird von anfang an auf eine Fachposition gesetzt, für die er später eh auserkoren ist. Schulungen, Projektarbeit in mehreren Abteilungen und Standorten finden kaum statt. Das Gehalt ist dafür oft deutlich niedriger, als bei einem Direkteinstieg.
    Als ein Trainee neulich eine recht große, bekannte Firma ziemlich unrühmlich verlassen hat, wurde das tolle PR-Interview kommentarlos von der Karriereseite der Firma gelöscht.
  2. #2

    Wenn alle...

    ...Trainee-Blogs so aussehen, wie der verlinkte Fraport-Trainee-Blog, dann wäre es besser, diese ganz einzustellen. Mein Empfinden beim Lesen: Ein informationsfreies, wortreiches Nichts!
  3. #3

    Mal ehrlich ...

    ... welcher Chef würde sich seine eigene Firma auf seinem eigenen Blog schlechtmachen lassen? Wer in so einem Blog wirklich kritische Meinungen erwartet, ist schlichtweg weltfremd. Insofern ist dieser komplette Artikel auch irgendwie unnütz, Herr Autor.
  4. #4

    Was solls...

    Selbst wenn man es vorher noch nicht gewusst hat, wird doch ziemlich schnell klar, dass es sich bei diesen Blogs um eine erweiterte Werbefläche handelt und man kann sich darauf einstellen.
    Wer Kritik üben will muss eben auf den Ton achten, besonders wo sich die Firma selbst darstellt. Wenn die Firma wert auf Authentizität legt verschweigt sie ihre Schattenseiten nicht, sorgt aber dafür dass sie gut aussehen. Die Trainees haben beim Bloggen die selbe Möglichkeit wie der Personalchef beim Zeugnis: Sie können die ganzen Ärgernisse verklausulieren oder positiv formuliert darstellen. Die ehrlicheren unter ihnen können zwischen den Zeilen ein realistisches Bild der Firma vermitteln und dem Blog im Firmenauftritt Gewicht verleihen, die Speichellecker dagegen kreieren wertlose Beweihräucherungen. Hängt eben am Arbeitgeber, welche Charaktere er einstellt.
  5. #5

    yoooh

    Nirgends wird so viel gelogen wie auf einer Beerdigung. - Nirgends? Doch in den Trainee-Blogs!
    Warum sollte ich mir diesen Quatsch antun, wenn man nur das Gute schreiben darf, weil man die Rache bei Kritik rechnen muss. Ich kann mir bei besten Willen nicht vorstellen, dass jedem der Kaffee schmeckt oder der Ausblick auf die Stadt gefällt und mit jedem befreundet zu sein habe ich noch nie erlebt.
  6. #6

    Alles positiven Trainee-Blogs sind erlogen?

    Ist das euer Ernst? Was ist mit den Trainees denen es wirklich gefällt? Sollen die schlechtes schreiben, damit ihr Blog nicht als PR-Gesabbel abgetan wird?
    Mit Sicherheit mag es Firmen geben die ihre Trainees darauf ansetzen einen durchweg positiven Blog zu schreiben.
    Aber wie unrealistisch ist denn die Vorstellung, dass Trainees die sich nicht wohlfühlen und schlechte Erfahrungen mit einer Firma machen das online stellen während sie noch dort arbeiten und vor allem dann den Namen der Firma benutzen (dürfen)? Das wäre schlicht Selbstmord.
    Meist bekommt man als Trainee nicht (viel) Geld und es geht um die Erfahrungen (auch negative Erfahrungen sind durchaus sinnvoll) und um das ein Zeugnis. Wer will sich das denn mit einem Blog verbauen, auch wenn dieser dann euren Maßstäben eines authentischen Trainee-blogs entsprechen würde?
    Kommt in die Realität zurück!
  7. #7

    Zitat von loox Beitrag anzeigen
    Ja, diese schönen Berichte von Trainees kenne ich auch. War auch mal selber einer. Mag ja sein, dass das in großen Firmen wie Daimler wirklich so toll ist. Im Mittelstand sehe ich Trainee Programme oft als Ausbeutung.
    Der Trainee wird von anfang an auf eine Fachposition gesetzt, für die er später eh auserkoren ist. Schulungen, Projektarbeit in mehreren Abteilungen und Standorten finden kaum statt. Das Gehalt ist dafür oft deutlich niedriger, als bei einem Direkteinstieg.
    Als ein Trainee neulich eine recht große, bekannte Firma ziemlich unrühmlich verlassen hat, wurde das tolle PR-Interview kommentarlos von der Karriereseite der Firma gelöscht.
    dass negative werbung nicht auf der homepage gelassen wird ist eigentlich logisch
    ansonsten ist es so dass es bei großen dax unternehmen meistens eine gute sache ist während man es sich beim kleinstunternehmen gut überlegen sollte und teils an sklaverei grenzt : Drei Euro Stundenlohn im Wellness-Hotel: "Mit Ausbeutung hatte ich gerechnet, aber das hat mich geschockt" - SPIEGEL ONLINE
  8. #8

    Zitat von lksa Beitrag anzeigen
    Ist das euer Ernst? Was ist mit den Trainees denen es wirklich gefällt? Sollen die schlechtes schreiben, damit ihr Blog nicht als PR-Gesabbel abgetan wird?
    Mit Sicherheit mag es Firmen geben die ihre Trainees darauf ansetzen einen durchweg positiven Blog zu schreiben.
    Aber wie unrealistisch ist denn die Vorstellung, dass Trainees die sich nicht wohlfühlen und schlechte Erfahrungen mit einer Firma machen das online stellen während sie noch dort arbeiten und vor allem dann den Namen der Firma benutzen (dürfen)? Das wäre schlicht Selbstmord.
    Meist bekommt man als Trainee nicht (viel) Geld und es geht um die Erfahrungen (auch negative Erfahrungen sind durchaus sinnvoll) und um das ein Zeugnis. Wer will sich das denn mit einem Blog verbauen, auch wenn dieser dann euren Maßstäben eines authentischen Trainee-blogs entsprechen würde?
    Kommt in die Realität zurück!
    man muss auch bedenken dass die meisten trainees an unis war und wenn ich an die organisation meiner universität damals dachte (es wird einem einen tag vor semesterbeginn gesagt dass der kurs nicht stattfindet weil der professor "wichtigeres zu tun hat" und man ein halbes jahr wartezeit deswegen hat) kann ich mir durchaus vorstellen dass es teils echt begeisterte gibt.