"Costa Concordia"-Unglück: Überlebende machen Reederei schwere Vorwürfe

REUTERSNach mehrmonatiger Pause wird die Beweisaufnahme zur Havarie der "Costa Concordia" fortgesetzt. Mehr als tausend Menschen kamen ins italienische Grosseto, um Kapitän Schettino zu sehen. Doch Überlebende des Unglücks machen vor allem der Reederei schwere Vorwürfe.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-861438.html
  1. #1

    Alle Mann an Deck!

    Wie kann jemand glauben, dass auf einer Kreuzfahrt mit ca. 3.000 Passagieren mit einem Durchschnittsalter nahe des Rentenalters eine Rettung sämtlicher Passagiere möglich ist? Eine kurze Rettungsübung zu Beginn der Kreuzfahrt sorgt nicht für die Wunder, dass alle Gäste plötzlich wieder mobil und reaktionsstark sind. In Anbetracht der Struktur der Passagiere muss tatsächlich festgestellt werden, dass die Anzahl der geretteten Passagiere überraschend hoch ist. Sicherlich hat der Kapitän einen Fehler gemacht, aber die geringe Zahl der Opfer spricht letztendlich eher für als gegen ihn!
  2. #2

    Der Kapitän ein Held?

    Zitat von Zaphod Beitrag anzeigen
    Wie kann jemand glauben, dass auf einer Kreuzfahrt mit ca. 3.000 Passagieren mit einem Durchschnittsalter nahe des Rentenalters eine Rettung sämtlicher Passagiere möglich ist? Eine kurze Rettungsübung zu Beginn der Kreuzfahrt sorgt nicht für die Wunder, dass alle Gäste plötzlich wieder mobil und reaktionsstark sind. In Anbetracht der Struktur der Passagiere muss tatsächlich festgestellt werden, dass die Anzahl der geretteten Passagiere überraschend hoch ist. Sicherlich hat der Kapitän einen Fehler gemacht, aber die geringe Zahl der Opfer spricht letztendlich eher für als gegen ihn!
    Ja wenn es nach Ihnen ginge hat der Kapitän eine Medaille verdient, denn den Umständen nach ist es ihm allein zu verdanken, dass von 3000 Passagieren nur 30 umgekommen sind, denn die 1% von denen die ja wohl alle im Durchschnitt kurz vor dem Rentenalter waren, die kann man eh abhaken. denn die waren gemäß ihrer Meinung nach wohl zu alt, tüttelig oder zu dumm als die anderen Passagiere um sich in Sicherheit zu bringen! Hauptsache der Unfallverursacher, der bedeutend jüngere Kapitän, hat das Unglück überlebt und sich so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht.

    Nur können Sie sich nicht vorstellen dass Sie zu den 30 Opfern gehören könnten, wenn Sie dabei gewesen wären, denn Sie sind ja doch wohl erheblich jünger?
    Aber vielleicht spricht aber die relativ hohe Anzahl der Überlebenden eher dafür, dass das Schiff nicht sofort völlig untergegangen ist.
  3. #3

    Reederei vs. Kaptiän

    Ich denke, dass sich die Anklage haputsächlich damit auseinander setzen muss, inwieweit die Reederei Mitschuld trägt. Sicher ist bei aller Tragik das Verhalten des Kapitäns ein Desaster gewesen. Hauptsächlich wegen der späten Warnung.
    Allerdings kann er wohl kaum Schadensersatzanforderungen etc. aus eigener Tasche bedienen. So dass die Opfer ein reges Interesse an der Verantwortlichkeit der Reederei haben.
  4. #4

    es ist nun wirklich

    primär unerheblich ob man auch anderen . . . beispielsweise der Reederei . . . . irgendwelche Schuldvorwürfe machen kann. Verantwortlich ist und bleibt an erster Stelle der Kapitän. Er ist - solange er das Kommando hat und an Bord ist - für alles verantwortlich was auf und mit dem Schiff passiert . . . selbst für die möglichen Fehler Dritter. Ein Kapitän welcher bei einer Havarie sein Schiff verlässt, solange noch Passagiere und / oder Crewmitglieder an Bord sind handelt vorsätzlich pflichtwidrig. Er sollte niemehr auf der Brücke eines Schiffes stehen.
  5. #5

    Ich kann mir nicht vorstellen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach mehrmonatiger Pause wird die Beweisaufnahme zur Havarie der "Costa Concordia" fortgesetzt...Doch Überlebende des Unglücks machen vor allem der Reederei schwere Vorwürfe.
    ...dass eine Reederei ihren Kapitän angewiesen hat, mit seinem 320m-Schiff bis auf 80m an eine Felsküste heran zu fahren. Das war bodenlos unverantwortlich und dafür trägt der Kapitän allein die Verantwortung.
    Der wirklich glückliche Umstand, dass das Schiff im Flachwasser in Ufernähe zum Liegen kam und nicht vollständig versank, trug sicher dazu bei dass es nicht wesentlich mehr Tote gab - das war aber sicher keine heldenhafte Leistung des Kapitäns, das war pures Glück.
  6. #6

    Zaphod

    Und total gegen ihn spricht, daß das hirnrissige Manöver seine Entscheidung gewesen ist. Rammt er den Felsen nicht, entsteht die ganze Situation überhaupt nicht. Und dann ist die Betrachtung, ob alle mobil und reaktionsstark sind, nämlich komplett akademisch.