Lebensmittelkontrolleur Martin Müller: Der Herr der Fliegen

Martin Müller / BVLKSalat neben der Chemietoilette, Schmeißfliegen am Fleisch: Hygienemängel in Restaurants müssen die Behörden neuerdings veröffentlichen. Doch Deutschlands oberster Lebensmittelkontrolleur hält das Gesetz für schwach. Im Interview erzählt er von seinen schlimmsten Ekelerlebnissen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-858653.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Salat neben der Chemietoilette, Schmeißfliegen am Fleisch: Hygienemängel in Restaurants müssen die Behörden neuerdings veröffentlichen. Doch Deutschlands oberster Lebensmittelkontrolleur hält das Gesetz für schwach. Im Interview erzählt er von seinen schlimmsten Ekelerlebnissen.

    Restaurant-Ekel: Interview mit Lebensmittelkontrolleur Martin Müller - SPIEGEL ONLINE
    € 2.800,- brutto für so einen verantwortungsvollen Job?

    Das ist bitter.

    Da mag ich gar nicht auf meinen Gehaltszettel schauen.
  2. #2

    Zitat von PublicTender Beitrag anzeigen
    € 2.800,- brutto für so einen verantwortungsvollen Job?

    Das ist bitter.

    Da mag ich gar nicht auf meinen Gehaltszettel schauen.
    Das ist allerdings eine Schande.
    Aber die Ausrede mit dem reinregnen ist schon gut!
  3. #3

    Keine Behörde möchte die erste sein, die einen Prüfbericht ins Internet stellt, weil auch keine die erste sein möchte, die vor Gericht verliert und die Veröffentlichung zurückziehen muss. Einige Anwälte für Lebensmittelrecht haben mir schon vor Monaten gesagt: "Herr Müller, ich freue mich schon auf den 1. September, das wird für uns ein großes Fressen."
    Naja, da liegt die Macht doch eher beim Amt. Ämter haben Rechtsabteilungen, der kleine Imbissbetreiber muß aber erst mal einen Anwalt bezahlen, und das kann je nach Dauer und Verlauf des Prozesses sehr schnell sehr teuer werden. Langwierige Rechtsstreitereien mit einer Behörde werden sich die meisten gar nicht leisten wollen bzw. können. Die werden eher darauf hoffen, das sich kaum einer die besagten Internetveröffentlichungen ansieht.
  4. #4

    optional

    2.800 Euro (inkl. Weihnachtsgeld) ist auch das, was z.B. ein frisch eingestellter Informatiker im öffentlichen Dienst typischerweise verdient (je nach Qualifikation und Stelle natürlich). Das betrifft also nicht bloß Lebensmittelkontrolleure.
  5. #5

    Hygiene in lebensmittelverarbeitenden Betrieben

    Es sollte im Interesse eines Betreibers sein, dass Kontrollen in seinem Betrieb nichts beanstandenswürdige finden. Mängel, die bei einer Kontrolle gefunden werden, sollte beseitigt werden und nicht nach Ausreden gesucht werden. Als Inhaber einer Speisegaststätte legte ich auf Sauberkeit großen Wert, aber man sieht nicht alles und so habe ich die Verantwortung delegiert an meine Köche. Die Küche wurde täglich geschrubbt, aber den Dreck unter dem großen Küchenherd haben wir alle übersehen. Da hat sich wieder jeder auf jeden verlassen. Ohne Kontrolle wäre es möglicherweise lange nicht entdeckt worden.
  6. #6

    Soso!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Salat neben der Chemietoilette, Schmeißfliegen am Fleisch: Hygienemängel in Restaurants müssen die Behörden neuerdings veröffentlichen. Doch Deutschlands oberster Lebensmittelkontrolleur hält das Gesetz für schwach. Im Interview erzählt er von seinen schlimmsten Ekelerlebnissen.

    Restaurant-Ekel: Interview mit Lebensmittelkontrolleur Martin Müller - SPIEGEL ONLINE
    Man munkelt ...
    Ich habe gehört ...
    Ich glaube ...
    Und dann noch bayrische Lederhosenproduktion für die Lebensmittelkontrolle ...
    Gehts noch?
    Dazu 7 Jahre Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur??? Wurden da die Grund- und Hauptschule mitgezählt?
    Sich wichtig machen, ist keine wirklich vertrauensbildende Maßnahme.
    Aber Mißstände sofort, konsequent und mit amtlicher Rückendeckung, zielführend durchführen, so sieht eine effektive, durchschaubare und faire Praxis aus!
  7. #7

    Zitat von Sleeper_in_Metropolis Beitrag anzeigen
    Naja, da liegt die Macht doch eher beim Amt. Ämter haben Rechtsabteilungen, der kleine Imbissbetreiber muß aber erst mal einen Anwalt bezahlen, und das kann je nach Dauer und Verlauf des Prozesses sehr schnell sehr teuer werden. Langwierige Rechtsstreitereien mit einer Behörde werden sich die meisten gar nicht leisten wollen bzw. können. Die werden eher darauf hoffen, das sich kaum einer die besagten Internetveröffentlichungen ansieht.
    Das sehe ich ähnlich, dass da die Behörden definitiv am längeren Hebel sitzen. Was in diesem Fall ja auch vernünftig ist, wo kämen wir hin, wenn Behörden aus Angst geltendes Recht beugen?

    Da finde ich zum Beispiel das Kreisverwaltungsreferat München sehr konsequent, die lassen sich auch von Großunternehmen wie Müller-Brot oder der Großmetzgerei Vinzenzmurr nicht einschüchtern.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Salat neben der Chemietoilette, Schmeißfliegen am Fleisch: Hygienemängel in Restaurants müssen die Behörden neuerdings veröffentlichen. Doch Deutschlands oberster Lebensmittelkontrolleur hält das Gesetz für schwach. Im Interview erzählt er von seinen schlimmsten Ekelerlebnissen.

    Restaurant-Ekel: Interview mit Lebensmittelkontrolleur Martin Müller - SPIEGEL ONLINE
    Ich arbeite überwiegend im Werbebereich für Restaurant,etc. Da schaut man auch mal hinter den Vorhang. Restaurants sind in der Regel sauber.
    Dönercafés und Minimärkte haben da schon Mängel. Bei mir um die Ecke gibt es ein Restaurant/Café, dass aus Krisengründen schon nur noch "Bifanas" anbietet - billig und heiss schmeckts (1,50€). So hat man mit 2€ was warmes im Bauch und noch nen Glas Wein. Die Pfanne bleibt
    in der Regel offen, auch wenn länger keiner isst. Die Extrafleischeinlage ist dann schon abzusehen - wenn es schnell gehen muss auch nur warm...mmmmh.
  9. #9

    Zitat von tom.bola Beitrag anzeigen
    2.800 Euro (inkl. Weihnachtsgeld) ist auch das, was z.B. ein frisch eingestellter Informatiker im öffentlichen Dienst typischerweise verdient (je nach Qualifikation und Stelle natürlich). Das betrifft also nicht bloß Lebensmittelkontrolleure.
    Tatsächlich liegt der Brutto-Einstiegsgehalt eines Informatikers im Öffentlichen Dienst etwas niedriger (2200€ in etwa), jedoch muss man auch sagen dass die Aufstiegsmöglichkeiten in dieser Branche immens sind. Nur im Vergleich zur freien Wirtschaft sieht das Gehalt doch eher karg aus, verdient man dort je nach dem sogar das doppelte (Zu Lasten der Sicherheit versteht sich). Ich spreche da aus Erfahrung, bin ich doch selber ein Informatiker im ÖD. Wenn sich jedoch die Zustände, wie sie Herr Müller im Interview beschreibt, für wahr behaupten, so muss ich sagen ist dies doch tatsächlich sehr wenig Geld für 7 Jahre Ausbildung. 2800 € Brutto reichen wohl noch für Alleinstehende, jedoch kann man von diesem Geld niemals eine Familie ernähren. Verständlich dass das Personal in diesem Gebiet nicht ausreicht.