S.P.O.N. - Der Kritiker: Zwei falsche Preisträger

Der Literaturnobelpreis für den chinesischen Oppurtunisten Mo Yan ist keine moralisch überzeugende Wahl. Und geradezu haarsträubend ist die Entscheidung, Ursula Krechel für ihr "Landgericht" den deutschen Buchpreis zu geben - handelt es sich doch um einen in jeder Hinsicht gescheiterten Roman.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-860984.html
  1. #1

    Noelpreistraeger Dietz

    Sehr schoen, Herr Dietz, dass Sie Iherseits mit einigen Namen aufwarten, die Sie offenbar nur bei Wikipedia nachgeschaut haben, aber auch noch nie etwas davon gelesen haben. Fuer Ihre Beitraege haben Sie zwar nicht den Nobel- aber mindestens den Noelpreis verdient. Die Juroren, sei es beim Nobelpreis, sei es beim deutschen Buchpreis, muessen, wenn man Ihnen folgt, wohl alles Literaturbehinderte sein. Vielleicht sollten Sie sich mal an den juengsten Vorschlag von Herrn Beck halten....
  2. #2

    Preise

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Literaturnobelpreis für den chinesischen Oppurtunisten Mo Yan ist keine moralisch überzeugende Wahl. Und geradezu haarsträubend ist die Entscheidung, Ursula Krechel für ihr "Landgericht" den deutschen Buchpreis zu geben - handelt es sich doch um einen in jeder Hinsicht gescheiterten Roman.

    Kolumne von Georg Diez über den Literaturnobelpreis - SPIEGEL ONLINE
    Egal ob der Roman gescheitert ist oder nicht, was auch immer das heißen mag, er ist politisch korrekt und das ist doch schließlich das Wichtigste. Er reiht sich ein in die Reihe von Kunstwerken, die dazu dienen, die bösen Deutschen zu erziehen und das allein ist doch wohl Grund genug, den Preis zu verleihen, wer will da mehr?
  3. #3

    Wieder ein nationaler Zerknirschungsroman

    Zitat: „500 Seiten hat "Landgericht" von Ursula Krechel, und jede einzelne dieser Seiten habe ich verdammt. Wie kann jemand so langweilig schreiben, wie kann jemand so schief schreiben, so steif, so ungenau - und dafür dann auch noch, eine aberwitzige Entscheidung, den Deutschen Buchpreis bekommen?“

    „Landgericht“ – ein betäubender Titel – als ich die Zusammenfassung des Romans las, wusste ich, dass ich dieses Buch nicht kaufen werde – mein erster Reflex war die Vermutung, dass hier das Thema, und nicht die literarische Qualität des Werkes für die Preisverleihung ausschlaggebend war. Die Textproben in der Kolumne bestätigen meine Ahnung, sie wirken so unbeholfen und affektiert wie die einer Möchtegern-Schriftstellerin. Herr Diez ist einer der wenigen mir bekannten Literaturkritiker, die auch einmal Tacheles reden und die sich nicht vom Mainstream ihre Maßstäbe setzen lassen.
    Zitat: „Weinerlich, wie Deutschland nie war“
    Offenbar wieder ein nationaler Zerknirschungsroman – ein Jude kehrt aus dem Exil zurück und fühlt sich doch so deutsch, so hin und hergerissen im Muff der restaurativen Grundstimmung nach dem Krieg.

    Vita und Werk von Frau Krechel deuten darauf hin, dass sie auf dem Olymp des deutschen Literaturschaffens sehr gute Freunde hat, man kennt sich – das reicht allemal für den deutschen Buchpreis.
  4. #4

    Wie erklärt man das?

    Zum Beispiel damit, dass Geist oder das, was man für Geist hielt, erst dann sichtbar wird, wenn er zugeschlagen hat. Anschließend verschwindet er wieder in der Versenkung und kommt erst wieder zum Vorschein, wenn alles blankgeputzt ist.

    Mit sich selbst versöhnt sein ist doch eigentlich nicht übel. Trotz dieser Vergangenheit, in der man noch nicht mitreden konnte und weil man schon oft festgestellt hat, dass sich diese Wurzeln einfach nicht ausreißen lassen.

    Doch, der Wurzelausrupfer ist nicht nur in Deutschland immer noch ein aktuelles Thema und deshalb der Roman ein moderner, denke ich.
  5. #5

    Na ja Herr Dietz

    Sie geben ja offen zu noch kein Buch des Literaturnobelpreisträgers gelesen zu haben - wie um alles in der Welt können Sie dann beurteilen, ob er es verdient hat. Vielleicht ist es ab und zu mal besser nichts zu einem Thema zu sagen, wenn man eigentlich nichts zu sagen hat.
    Ich bin kein Literaturkritiker, aber von dem jetzigen Nobelpreisträger habe ich zumindest schon einmal eine sehr positive Kritik auf D-Radio gehört. Da sollte ein literarischer Feingeist wie Sie zumindest auch schon von ihm gehört haben und etwas informierter sein. Stattdessen quälen Sie sich durch 500 Seiten Langeweile.
  6. #6

    Da hatten Sie ja schon Ihre Strafe

    dafür, dass Sie bisher nichts vom aktuellen Literaturnobelpreisträger lasen, aber trotzdem glaubten dazu kritisieren zu können.
    Herr Diez, ich beneide sie wirklich nicht: 500 Seiten. Ursula Krechel. Ich las vor einiger Zeit nur etwas ihrer Lyrik (beispielsweise den Text "Meine Mutter") und entschied: lieber Kursteilnehmern "Freies Schreiben" der Volkshochschule Oer-Erkenschwick lauschen (z.B. Kurs 0444 "Zwischen den Zeilen sich selbst finden….").
  7. #7

    Die Bessermenschen

    "ein besserer Mensch wird niemand, der diese Romane gelesen hat."

    Aber ein besser gebildeter, der nun in Literarisch mitreden kann.

    Darum geht´s doch, ums Geschwätz in entsprechenden Kreisen, wo man mit chemischen Formeln nicht glänzen kann. Wer den besseren Menschen will, sollte nicht schreiben, sondern bei sich selbst anfangen.
  8. #8

    Ich war so unvorsichtig ...

    ... mir den Roman "Landgericht" von Ursula Krechel gleich zu kaufen. Welch ein wortschwalliges, aufgeplustertes Opus. Vergebens habe ich versucht, mich in den Roman "hineinzulesen". Man liest eine Seite - und weiß hinterher nicht, was man gelesen hat, so massiv wird der Leser mit Wortschwaden überzogen. Erzählkunst? Die Entscheidung der Jury ist meines Erachtens falsch. Das hohe Preisgeld steht in keinem Verhältnis zur literarischen Qualität des Buches.
  9. #9

    Zum Henker

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Literaturnobelpreis für den chinesischen Oppurtunisten Mo Yan ist keine moralisch überzeugende Wahl. Und geradezu haarsträubend ist die Entscheidung, Ursula Krechel für ihr "Landgericht" den deutschen Buchpreis zu geben - handelt es sich doch um einen in jeder Hinsicht gescheiterten Roman.

    Kolumne von Georg Diez über den Literaturnobelpreis - SPIEGEL ONLINE
    "Wie Mo Yans Romane literarisch einzuschätzen sind, kann ich leider nicht sagen," ... Ja, diesen Titel schreiben können sie aber: "Zwei falsche Preisträger", ...

    Sie kennen Mo Yans Romane nicht, ich dafür aber George Bernard Shaw, und der hat u.a. geschrieben: "Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker gebracht haben."