Plagiat-Vorwürfe gegen Schavan: "Das geht deutlich über gelegentliche Fehler hinaus"

dapdIm Streit um die Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Annette Schavan hat ein anonymer Rechercheur jetzt nachgelegt: Er hat die komplette Doktorarbeit untersucht und will in dem 32 Jahre alten Dokument etliche Verstöße gegen wissenschaftliche Standards gefunden haben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...-a-860418.html
  1. #1

    frau schavan...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Streit um die Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Annette Schavan hat ein anonymer Rechercheur jetzt nachgelegt: Er hat die komplette Doktorarbeit untersucht und will in dem 32 Jahre alten Dokument etliche Verstöße gegen wissenschaftliche Standards gefunden haben.

    Plagiat-Vorwürfe: Schavan soll bei Doktorarbeit getäuscht haben - SPIEGEL ONLINE
    es reicht. ich denke eine entschuldigung gegenueber der oeffentlichkeit waere das mindeste. schliesslich haben sie wissenschaftliche arbeiten, die sie fuer sich in anspruch nehmen, nicht selbst erbracht! 50000 euro aus der eigenen tasche fuer bildung wuerde ihnen auch gut zu gesicht stehen. schaemen sie sich!
  2. #2

    Wer bitte?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Streit um die Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Annette Schavan hat ein anonymer Rechercheur jetzt nachgelegt: Er hat die komplette Doktorarbeit untersucht und will in dem 32 Jahre alten Dokument etliche Verstöße gegen wissenschaftliche Standards gefunden haben.

    Plagiat-Vorwürfe: Schavan soll bei Doktorarbeit getäuscht haben - SPIEGEL ONLINE
    Anette Schavan?
    Bildungsministerin?
    Sorry. Aber ich Hab noch nie was von der mitbekommen.
  3. #3

    na das passt der Titel ihrer Dissertation "Person und Gewissen" ja wie die Faust aufs Auge....
  4. #4

    yoooh

    Person und Gewissen, bin mal gespannt wie dieses Theater endet. Ob sich diesmal auch so viele "Ach-der-sieht-aber-doch-so-nett-aus"-Verteidiger finden lassen. Aber die Frau Schwan wurde auch nicht von der Bild aufgebaut, da sollte es schneller gehen; wenn es sich bewahrheitet.
  5. #5

    Dr. Gewissen

    Frau Schavan, was gibt es denn da zu bestreiten? Ein Blick auf schavanplag genügt. Vier oder fünf willkürlich gewählte Beispiele zeigen an, dass Sie die Zitate systematisch aus der Sekundärliteratur übernehmen und als Primärzitate ausgeben...
    Sie schreiben ja sogar die Fehler der Autoren der Sekundärliteratur mit ab!
    Keine formale, jedoch eine moralische, ja nahezu verräterische "Note" bekommt dieser Sachverhalt, wenn man sich den Titel der Diss vor Augen hält.

    Spekulieren Sie darauf, dass 95% der Bevölkerung nicht in der Lage sind, die Fehlerhaftigkeit der Arbeit zu beurteilen?
    Da wundert es nicht, dass Sie mit der Kritik an Ihrer Arbeit "Person (etymologisch: Maske) und Gewissen" eher an erstem festhalten, wohingegen letzteres der sachverständigen Offenlichkeit im verborgenen bleibt:
    Man nennt das im Volksmund, dessen Vertreter Sie sind, gewissenlos
  6. #6

    Moralisch zweifelhaft

    Jetzt wird sich vermutlich wieder die deutsche Hysterie-Maschine in Gang setzen. Die selbst ernannten Tugendwächter werden in gespielter Entrüstung nach Luft schnappen und das wohlige Gefühl der eigenen moralischen Überlegenheit auskosten.

    Schon in den Fällen Guttenberg und Wulff waren neben seriösen Aufklärern, die unsere Demokratie schützen wollten, auch diese anderen, ekligen Spezies vertreten: Die klebrigen Moralapostel, die ihr Selbstgefühl dadurch steigern, dass sie mit dem Finger auf andere zeigen; die Feiglinge, die Transparenz von den Politikern fordern, aber selbst aus des Anonymität der Netzes heraus agieren und dubiose Halbwahrheiten verbreiten; die ein Meter fünzig großen Pinscher, die es für eine mutige Tat halten, jemandem, den andere bereits zu Boden gestreckt haben, noch nachträglich als Neunter oder Fünftzehnter in der Reihe mit Anlauf ins Gesicht zu treten, unter dem Gejohle und Geklatsche der Umstehenden.

    Scheinbar haben wir in diesem Land keine anderen Probleme als im Dreckkübel von Promis zu wühlen. Um den Schutz der Wissenschaft geht es den anonymen Kreuzrittern dabei natürlich nicht; wäre es so, dann würden systematisch ALLE akademischen Arbeiten neu auf den Prüfstand kommen. Denn schließlich ist nicht klar, weshalb der wissenschaftliche Schaden in einer fehlerhaften dreißig Jahre alten Arbeit größer sein soll, wenn sie von einer Ministerin verfasst wurde, als wenn es sich um die Arbeit irgendeines unbekannten Juristen handelt, der in einer Kleinstadt seine Kanzlei betreibt.

    Aber es ist ja klar: Wenn man die Doktorarbeit eines völlig Unbekannten online zerpflückt, interessiert das keine Sau. Wie viel schöner ist es da, sich einen Prominenten rauszupicken - und dann auch noch eine streitbare Bildungspolitikern. Welch ein gefundenes Fressen, und was für eine Gelegenheit, für ein paar Tage als Trittbrettfahrer auf einer berühmten Limousine mitzufahren und sich wichtig zu fühlen.

    Nichts gegen aufklärerische Dienste an der Wissenschaft und der Demokratie. Aber damit hat das alles längst nichts mehr zu tun. Anonyme Blogger, die das Leben anderer auseinander nehmen, aber zu feige sind, ihren eigenen Namen zu nennen, kann ich nicht ernst nehmen. Als erstes würde man auf einer So-und-so-Plug-Seite Name und Foto der Person erwarten (einschließlich den eigenen akademischen Arbeiten als pdf-Download), die sich da zum Schiedsrichter macht, möglicherweise ohne irgendwie qualifiziert zu sein. Klar macht man sich damit angreifbar, vielleicht drohen sogar Verleumdungsprozesse - aber das ist nun mal das Schicksal eines Journalisten.

    Irgendwann sind wir so weit wie in Amerika: da werden Kandidaten für öffentliche Ämter abgeschossen, weil der Ehepartner vor zwanzig Jahren als junger Mensch eine Nacht in einer Ausnüchterungszelle saß.

    Nur eins werden wir wahrscheinlich nie erleben: Dass ein anonymer Blogger auf seiner Seite bekannt gibt, er habe die Doktorarbeit des prominenten Politikers XY monatelang untersucht und außer vielleicht ein paar Kleinigkeiten nichts gefunden, was eine allgemeine Aufregung rechtfertigen würde.
  7. #7

    Mutet es nicht merkwürdig an?

    Ohne der ehemaligen Bilderungsministerin böses unterstellen zu wollen, dass sie freiwillig aus dem Amt tritt, um evtl. einen Fall Guttenberg, sich nicht wiederholen zu lassen? Denn das käme ja im langsam beginnenden Wahlkapf höchst ungelegen, oder? Aber komisch wäre, dass sie aus den fehlern anderer nicht gelernt zu haben scheint. Den das es nicht bringt bis zuletzt sein Unschuld zu beteuern, siehe Herr von und zu Guttenberg. Sowie nur Teilgeständnisse zu machen, sobald die Beweisslast zu schwer wiegt? Immerhin hätte sie ja den Stuhl direkt geräumt sobald die Vorwürde auftauchten. Auch wenn dies meiner Ansicht nach ein Eigentor war, denn dann könnte sie evtl. auch direkt eingestehen, die Wissenschaftlichen Standarts verletzt zu haben.
    Dies lässt aber auf ein weiteres Problem aufmerksam werden, welches sie noch verschärft hat. Die ihrer Ansicht und Aussage nach gelungene Bologna Reform, mit den BA und Master Abschlüssen. Durch diese gibt nach Ansicht vieler Studenten, dass Ergbenis von Studien, kaum eine andere Möglichkeit als zu Schummeln, um das Pensum der Inhalte und Seminar Pläne zu bewältigen. Durch die Verschulung der Studiengänge die "Gott Sei Dank" an einige Unis rückgängig gemacht werden, sodass im Idealfall eine Persöhnlichkeit reifen kann und kein erweiterter Schulabschluss, sondern eher ein Studium Generale möglich ist, welches wirklich aufs Leben vorbereitet! Aber ist das Überhaupt gewünscht?
    Danke für die Aufmerksamkeit und das ignorieren von Rechtschreibfehlern ;-)
  8. #8

    Man kann auch Gespenster sehen

    Ich weiß wirklich nicht, was dieser Herr "Robert Schmidt" sich denkt. Nach dem Studium einiger Stellen, die er in seinem Plag dargestellt hat, kann ich bei einigen Punkten nur den Kopf schütteln. Was und wo er etwas als Verschleierung bzw. Bauernopfer darstellt, ist meiner Ansicht nach wirklich oft an den Haaren herbei gezogen. Wenn man sich mit einem Thema beschäftigt und hierzu viele Quellen liest und sich dann über einen Sachverhalt ein gewisses Grundwissen aneignet, muss man bei der Formulierung der Beschreibung eines Sachverhaltes doch fast zwansgläufig auf die gleichen Wörter zurück greifen. Nehmen wir als Beispiel doch Lehrbücher: Hier müssen auch immer wieder die gleichen Sachverhalte genau gleich erklärt werden? Gibt es da größere Probleme in Bezug auf potenzielle Plagiate? Ich glaube nicht.
    Wenn in einer Dissertation beim theoretischen Teil bzw. bei der Darstellung des Standes der Forschung bzw. Erkenntnisgewinnung ggf. Felher gemacht werden, halte ich dieses auch nicht für so schlimm. Der Autor / die Autorin trägt nur bereits bekannte Dinge zusammen. Wenn aber in der Schlußfolgerung bzw. der eigentlichen Weiterentwicklung des Themas Plagiate gemacht werden, halte ich dieses für nicht akzeptabel, da man sich dann wirklich mit anderen Federn schmückt

    Wäre interessant zu wissen, ob Herr Schmidt überhaupt selbst mal in seinem Leben wissenschaftlich gearbeitet hat und selbst mal eine Dissertation, Habilitation oder ein sonst irgendwie ernst zu nehmendes Paper geschrieben hat.
    Schade, daß man ihn nicht zitieren kann. Aber nicht jeder hat den Mumm, sich öffentlich hinzustellen.
    Ich mag übriens keine Heckenschützen!
  9. #9

    Schavans Doktorarbeit wird aber gründlich geprüft!

    In den anderen, ähnlich gelagerten, Fällen ging das erheblich schneller. Die Vorwürfe sind doch ähnlich alt wie Vroni-Plug und dies ist bereits Geschichte...
    Gibt es da etwa einen rheinischen Bonus für Frau Minister?