Warteschleife: Denn sie wissen nicht, was sie schreiben

CorbisPlattitüden, Anglizismen, hohle Phrasen - wenn Unternehmen ihren Kunden schreiben, klingt das meist entweder nach Bürokratendeutsch oder nach Marketinggeplapper. Firmen sollten endlich lernen, so zu formulieren wie normale Menschen sprechen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-852346.html
  1. #1

    Denn sie wissen nicht, was sie schreiben

    Das gilt in erster Linie für die Medien!!!
  2. #2

    optional

    Das ist ja alles schön und gut. Aber wie formuliert Otto denn, wenn man dem Kunden nicht glaubt und die Verantwortung ablehnt? Von Mensch zu Mensch: "Na hörn Sie mal, verarschen können wir uns alleine! Sie haben die Kiste doch selbst kaputt gemacht und sollten sich für Ihre Unverschämtheit bei uns entschuldigen!"
  3. #3

    Lobenswert?

    Nein, den Umstand, dass Otto sich immer entschuldigt kann man in der Tat nicht loben.
    Da gibt es nichts zu loben.

    Man kann sich nicht selber entschuldigen, allenfalls um eine Entschuldigung bitten.
    Am Gegenüber liegt es dann, diese auszusprechen oder eben nicht.

    Leider greift die schamlose Selbstentschuldigung immer weiter um sich. Auch und gerade Politiker waschen sich da mit ein paar Wörtern gerne rein. Ungeachtet dessen, dass die Angesprochenen das Verhalten eben nicht entschuldigen.

    Dass eine Firma sich mir gegenüber sogleich von jeder Schuld freispricht, empfinde ich als eben jene im Artikel kritisierte Ignoranz dem Kunden gegenüber.
  4. #4

    Hmm.

    Und wieso glaubt Otto, sich selbst entschuldigen zu können? Das geht nicht. Sie können allenfalls um Entschuldigung bitten.

    Der Kunde entscheidet dann, ob er dieser Bitte entspricht und die Entschuldigung gewährt oder nicht.
  5. #5

    Na toll

    Aber seid wann schreiben nicht Menschen, sondern Firmen Briefe? Deshalb sollten - wenn man schon die Sprachanwendung kritisiert - eben auch sie lernen, denn Firmen können es sowieso nicht...
  6. #6

    Entschuldigung

    Eigentlich kann man sich nicht selbst entschuldigen. Man kann um Entschuldigung bitten. Der andere muss dann sehen, ob er der Bitte nachkommen kann oder lieber nicht. Es gibt ja auch unentschuldbare Sünden, auch im Kundendienst.
  7. #7

    In der Tat ein ernstes Problem, sachlich uns gut beschrieben.

    Das größte Übel ist insbesondere die eklatante Diskrepanz zwischen dem Geblubber und der vom Kunden empfundenen Realität. Insbesondere in der Werbung hat das Züge angenommen, die schon an Irreführung und Betrug erinnern.

    Die Texte gleichen mitlerweile der Bildsprache der Werbung, Sie wissen schon:
    Wenn die "feinen" Erdbeeren in den "cremigen" Joghurt fallen und von der dickbusigen Landfrau im Dirndel mit einem Holzflöffel (!!!) sachte untergehoben werden, und anschließend das ganze von einem "Hauch zartschmelzender" Schokolade "vollendet" wird.
  8. #8

    Ursachenforschung

    Und was steht in Ihrem Text? "vorstellig wird" - ich fass' es nicht!

    Das Problem ist, liebe Medien, dass Ihr das Bürokratendeutsch, das Euch auf den Behörden-Pressekonferenzen serviert wird, einfach übernehmt (zu faul zum Umformulieren oder keine Zeit?). Dann meinen verunsicherte Sekretärinnen und aufstiegsorientierte Produktmanager, das müsse so sein. Und dann nerve ich als Beraterlein die Bosse, weil ich immer wieder sagen muss "so geht das nicht" ...
  9. #9

    wäre eine ganz einfache Empfehlung. Aber entweder wir selbst, und/oder das Gegenüber sind hoffnungslos eingemauert in "Textbausteinen". So reden wir nicht miteinander - Politiker und Verwaltung ausgenommen - und so verstehen wir uns auch nicht.
    Nur: Selber denken und selber schreiben braucht Zeit.
    Die sich zu nehmen, kann der "USP" sein; oder anders ausgedrückt, kann eine "Firma" zu einem "Laden aus Fleisch und Blut" machen, einen Beamten zu einem GesprächsPARTNER und einen Arzt zu einem Heiler.