Extremwanderung durch Deutschland: Morgens sehen, wo man abends ankommt

Raphael Kusch 1100 Kilometer in 22 Tagen: Ohne Geld und eigenen Proviant ist Raphael Kusch durch Deutschland gewandert. Der 22-jährige Auszubildende vertraute auf die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen und wurde nicht enttäuscht - vorrausgesetzt er hielt sich ans Zeitfenster.

http://www.spiegel.de/reise/deutschl...-a-860103.html
  1. #1

    Das ist schon eine großartige Leistung!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1100 Kilometer in 22 Tagen: Ohne Geld und eigenen Proviant ist Raphael Kusch durch Deutschland gewandert. Der 22-jährige Auszubildende vertraute auf die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen und wurde nicht enttäuscht - vorrausgesetzt er hielt sich ans Zeitfenster.

    Zu Fuß durch Deutschland: Raphael Kusch wandert 1100 Kilometer - SPIEGEL ONLINE
  2. #2

    Sehr schön ....

    Sehr schön, mein Junge.....:-)
    Es gibt sehr viele Verrückte (das ist echt positiv gemeint...:-), die da so unterwegs sind.
    Einmal habe ich in Österreich ein Paar aus der Gegend von Hannover getroffen, die auf der Fußreise nach Jerusalem waren. Hannover - Jerusalem, ohne einer einzigen Mark.
    Das waren echte Pilger im Namen des Herrn....:-)
    Wir haben vereinbart, uns in Arad in Rumänien zu treffen.
    2 Wochen später bin ich dann aufgebrochen zu Fuß nach Rumänien. Ich war aber feiger: Ich nahm 70 DM mit.
    25 km hinter Wien hörte ich Schritte hinter mir:
    Wanderer, wohin des Weges? Istanbul. Johnny aus Seattle machte London-Istanbul. Zu Fuß, aber mit American Express Card. Bis Bratislava gingen wir gemeinsam, er blieb 2 Tage dort, ich ging weiter und auch mit ihm vereinbarte ich ein Treffen in Arad. Ohne Handy, ohne Internet - reine Intuition.
    Alle haben wir uns in Arad getroffen.
    Das deutsche Paar ist immer dicker geworden, weil es überall schon vorher angekündigt und weitergereicht wurde.
    Johnny lernte in Rumänien, es war 1999, daß ihm Americen Express nichts mehr nützt - er ging dann auch ohne Geld durch Rumänien und Bulgarien - und ich blieb hier in RO.
    Auch habe ich seitdem viele getroffen, die ebenfalls Langstrecke gehen und sehr schön Erfahrungen machen. Absolut empfehlenswert für jeden, der seine Karten im Leben neu mischen will.
    Es ist eine wunderbare Art, wieder an die Menschheit zu glauben...:-) Die Menschen sind besser als ihr Ruf. Egal wo.
  3. #3

    Alles schon ...

    ... mal da gewesen: 1982 kam das Buch von Michael Holzach heraus:

    Deutschland umsonst

    Andererseits beachtlich in einer Zeit, in der alles kostet, die Ellenbogen mehr wert sind als Zwischenmenschlichkeit, so eine Tour zu machen. Hut ab, auch wenn es nichts Neues ist.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1100 Kilometer in 22 Tagen: Ohne Geld und eigenen Proviant ist Raphael Kusch durch Deutschland gewandert. Der 22-jährige Auszubildende vertraute auf die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen und wurde nicht enttäuscht - vorrausgesetzt er hielt sich ans Zeitfenster.

    Zu Fuß durch Deutschland: Raphael Kusch wandert 1100 Kilometer - SPIEGEL ONLINE
    Gratuliere!
    Gerade die Idee das ohne Geld zu machen zwingt einen dazu sich auch menthal auf so einer Tour zu öffnen. Sich von anderen abhängig zu machen, zu bitten, tut jedem Menschen gut.

    Ich erinnere mich noch heute gerne an die Menschen überall in Deutschland die uns bei solchen Touren ohne Vorbehalt geholfen haben.
    Pfarrer die uns das Gemeindehaus zum Übernachten aufgeschlossen haben, ältere Ehepaare bei denen man in der Gartenlaube schlafen konnte (inkl. reichhaltigem Abendbrot), Bauern bei denen man sich mit Obst, Brot und Wasser eindecken konnte.
    Solche Touren sind mit das schönste was man im Leben erfahren kann. Allein schon deshalb weil man feststellt dass die Menschen viel besser sind als vielleicht erwartet.
  5. #5

    Alle Achtung!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1100 Kilometer in 22 Tagen: Ohne Geld und eigenen Proviant ist Raphael Kusch durch Deutschland gewandert. Der 22-jährige Auszubildende vertraute auf die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen und wurde nicht enttäuscht - vorrausgesetzt er hielt sich ans Zeitfenster.

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    Nachdem ich schon mehrmals den Radrundweg um Erlangen mit einer Strecke von jeweils 55 km mit dem Rad umrundet hatte und mehrmals täglich eine andere Strecke von 12 km gejogged war. (Klar natürlich höchst wissenschaftlich mit Brustband und Pulsmesser im aeroben Fettstoffstoffwechsel), dachte ich:
    Ach jetzt gehst du auch mal die 55 km-Strecke auch zu Fuß!!!

    Teufel, Teufel nochmal!
    Es war Sommer und ich machte mich morgens noch bevor die Sonne aufging im Dunkeln auf den Weg.
    Vorher wog ich mein Körper-Gewicht auf 50 g genau an einer empfindlich geeichten Waage aus.
    Ich wollte wissen, wieviel ein Mensch auf einer solchen Strecke wohl abnimmt.
    Für unterwegs hatte ich nur Mineralwasser, Traubenzucker, Schokolade, Vitamintabletten, Obst als Ballaststoff zum Verzehr mitgenommen.
    Jaja, nachdem ich bereits 45km zurückgelegt hatte, kam ich an meinem Büro vorbei, und ich wollte noch die Tagesordnung für die nächste Sitzung ergänzen.
    Diese Unterbrechung war ein Fehler!
    Im Büro warteten ein duftender Kaffee mit herrlichen Kuchen und Kollegen auf mich, die mich mit Hallo begrüßten.
    Kurz!
    Als ich wieder gehen wollte, knickte ich immer wieder ein und alle Knochen und Muskeln schmerzten unerträglich. Es ging nicht mehr.
    Ja, ja, da fuhr ich mit dem Bus nach Hause und legte mich sofort ins Bett.
    Am nächsten Morgen wog ich 4,360 Kg weniger. :-)

    Aber ja, das war natürlich nicht Fettgewebe, sondern hauptsächlich Flüssigkeit. :-(

    Dieser Extremwanderer hatte aber einen 22mal längere Strecke zurückgelegt. Alle Achtung!!!
  6. #6

    Serh schön...

    ... manchmal muss man einfach mal was verrückes machen oder sich was beweisen ;)
    Bei meiner letzten Tour hab ich 30km/Tag gemacht, hat mir völlig gereicht ;)

    Also Respekt vor dieser Leistung!!
  7. #7

    Bedingt

    Zitat von lorberost Beitrag anzeigen
    Es ist eine wunderbare Art, wieder an die Menschheit zu glauben...:-) Die Menschen sind besser als ihr Ruf. Egal wo.
    Solche positiven Erlebnisse mit Menschen sind gewiß sehr schön, aber leider nicht die ganze Realität des Menschen.
    Ein Freund von mir machte während seiner Studentenzeit einen ähnlichen Trip. In Kolumbien wurde er mit vorgehaltener Schußwaffe ausgeraubt. Selbst das bischen Geld, daß er in der Socke versteckt hatte, nahm man ihm ab.
    Dann weiß ich von einer Frau, die auch nach Jerusalem pilgern wollte, merkwürdigerweise in einem Brautkleid - in der Türkei wurde sie vergewaltigt und ermordet.

    Ansonsten: Eine tolle Leistung, allen Respekt. Es ist nicht jedermanns Sache sich selbst so zu überwinden. Gewiß eine Erfahrung fürs ganze Leben.
  8. #8

    Nicht der erste...

    Siehe hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_umsonst

    Kann man an einem Tag durchlesen!
  9. #9

    Respekt

    Ich bin heuer mit dem Fahrrad von München nach Schottland geradelt. 3,000 Kilometer in 6 Wochen. Aber bei EUR 25,- pro Tag. Oft kommt man in Orte und Situationen, aus denen man gerne schnell flüchten möchte, aber eben nicht kann - dann heißt es: Augen zu und durch. Das ist zu Fuß nochmal eine Ecke schwieriger als per Fahrrad. Und nach der täglichen Körperlichen Anstrengung auf das Bier am Abend zu verzichten zeugt ebenfalls vom Willensstärke :)

    Weiter So! Into the Wild!