S.P.O.N. - Der Kritiker: Das Kino kann gerade nicht

Tja, woran liegt es? Ist der Ton zu laut? Sind die Bilder zu farbig? Oder zu verwackelt? Wohl eher nicht. Klar ist jedenfalls: Der Film steckt in einer Krise. Oder waren Sie vor kurzem im Kino und haben sich danach den ganzen Abend darüber angeregt unterhalten? Eben.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/ge...-a-859670.html
  1. #1

    Machen Sie sich keine Sorgen:

    Anfang November findet Kino und Film wieder statt. Dann kommt der neue Bond.
  2. #2

    Was soll denn gedreht werden?

    Es gibt eben keine Themen, die neu wären, keine Themen, die noch aufregen, es kann keine Darstellung im Film mehr geben, die jenseits des Mainstreams spielt, weil inzwischen jede Meinung und jede Gegenmeinung zur Meinung längst Mainstream geworden ist.
    So bleibt das Genre Film noch als Prekariatsunterhaltung oder als Neuverfilmung eines ohnehin bekannten Stoffes. Ich werde mir als nächstes wohl "Der Fluss war einst ein Mensch" anschauen, ohne wirklich spektakuläres zu erwarten. Aber eine schlechte Kritik auf den Film ob der Erzählweise, die dem Kritiker nicht stringent genug erschien, macht das Werk dan interessant.
    Ansonsten haben wir doch alles schon einmal durch:
    Die DDR-Jugend wird heute nicht besser erzählt als in "Die Wunderbaren Jahre" aus den 1980ern, die DDR-Komödien haben wir zum Glück hinter uns. Die RAF hatte noch ein paar Aufreger, aber wohl auch nur, weil die Erregten damals nicht Margarete von Trotta gesehen haben.
    Die BRD-Nachkriegsgeschichte haben Fassbinder und Co. erzählt, die deutsche Geschichte des letzten Jahrhunderts in einem insgesamt wohl eine Woche dauernden Film in drei großen Teilen mit "Heimat" Edgar Reitz.
    International haben wir auch alle Konflikte hundertmal im Kino gesehen, und ob Irak die gleichen Stories wie Vietnam hergeben wird, mag bezweifelt werden.
    Naturfilme hatten wir jetzt in den letzten paar Jahren, weil die Technik mehr hergibt als weiland Koyaanisqatsi. Redende Schweine will keiner mehr sehen, ein schwuler Kommissar der kifft wäre heute tatortkompatibel.
    Wenn man sich um den Film Sorgen macht, müsste man erst einmal beantworten können, was denn bisher nicht gedreht wurde.
    Warten wir also auf die Spielfilme aus dem arabischen Frühling. Etwas anderes fällt mir im Moment nicht ein.
  3. #3

    Krise von Film und Gesellschaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tja, woran liegt es? Ist der Ton zu laut? Sind die Bilder zu farbig? Oder zu verwackelt? Wohl eher nicht. Klar ist jedenfalls: Der Film steckt in einer Krise. Oder waren Sie vor kurzem im Kino und haben sich danach den ganzen Abend darüber angeregt unterhalten? Eben.

    Georg Diez: Der Film in der Krise und die Rückkehr zum Theater - SPIEGEL ONLINE
    Warum sollte ausgerechnet der Film nicht in einer Krise stecken, wo doch unsere gesamte Gesellschaft und die Eurozone mit einer selbigen konfrontiert sind? Das Sein spiegelt mit dem Bewußtsein logischerweise auch den Film und dieses bzw. dieser paßt nicht mehr so recht zur heutigen Realität. Mit anderen Worten: gesellschaftliches Bewußtsein und Film sind auf breiter Basis antiquiert, sie wurden von der gesellschaftlichen Wirklichkeit überholt.

    Dieses Phänomen ist allerdings mitnichten neu, es gehört zur Geschichte wie technische und soziale Revolutionen. Natürlich können menschliches Denken bzw.Bücher, Theater und Filme auch in die Zukunft ausgreifen, man denke an Science Fiction, doch bleiben diese Ausblicke immer virtuell und hypothetisch, also letztlich unverbindlich.

    Theater und Kino sollten in der heutigen, prekären Zeit wieder stärker kritische politische Inhalte transportieren, die Menschen sind insbesondere die ideologisch durchsetzen amerikanischen Kino- und Fernsehprodukte satt. Gerade die Europäer spüren, daß da etwas Grundlegendes nicht stimmt: der Realitätsgehalt. Es wäre daher sicherlich kein Fehler, sich auf Brechts episches bzw. dialektisches Theater zu besinnen und dieses für Theater und Film weiter zu entwickeln. Unsere im Interesse der Herrschenden manipulierten und organisierten Gesellschaften lechzen im Grunde nach Aufklärung und Kritik als Basis für informierte Veränderung! Die Kunst muß dabei ihren Beitrag leisten.
  4. #4

    optional

    Also für inhaltlichen Schrott zahle ich keine 12 €. Dann ist auch egal wer da mitspielt. Mein aktuell bestes Beispiel ist der 3. Teil der momentanen Batman-Serie. In 2 Teilen schön aufgebaut, und im 3. wieder alles zu nichte gemacht, mit hollywoodbekanntem Sprücheklopfen. Nein danke..
  5. #5

    Hmmm, nähert sich "Der Kritiker" dem Medium Film nur auf künstlerischer Ebene, oder gibt er sich auch zufrieden, wenn ein Film nur hinreichend unterhält? Das ergibt sich für mich nicht aus dem Artikel.

    Fakt ist: Momentan ist's egal von welchem Standpunkt aus (Kunst/Unterhaltung) man die Ergüsse bewertet, ein "Gut" kommt selten dabei rum. Es wird einfach zuviel "auf Zielgruppe" produziert, aber wem soll man es verübeln? Wer möchte schon das unternehmerische Risiko eines mutigen, vielleicht komplexen, vielleicht auch schweren oder gar schwermütigen (oh Gott!) Films tragen, wenn er auch einfach Resident Evil 5 für die Nerds produzieren kann?

    Es wird Zeit dass dieser ganze Pomp und Kitsch (nichts anderes ist es heute) in unseren Kinos floppt, vielleicht ist dann wieder mal Platz für Neuerungen, eine neue Nior-Welle wäre wunderbar. :)

    Ich zieh mir jetzt Taxi Driver rein. Oder The Deer Hunter.
  6. #6

    Was für ein...

    völlig nichtssagender Text. Ich habe mich tatsächlich hier regisitriert, um meinem Unmut Raum zu schaffen. Wie kann man es sich als bezahlter "Texter" erlauben, so einen nichtssagenden, unreflektierten, eitlen (ja, ich komme viel 'rum - den einen Film Im Flugzeug, den anderen in Moskau...) Schrott von sich zu geben. Mehr steht ja nun nicht drin. Wie ärgerlich!
  7. #7

    Schon mal was von...

    "The Dark Knight Rises" gehört? Eines der besten Filme aller Zeiten, und wir haben sogar mehrere Abende über diesen Film gesprochen.
  8. #8

    Diktat des Geldes

    Der mulitmediale Bereich, also nicht nur der Film, sondern auch die Musik und selbst die Videospiele-Industrie, unterwirft sich immer mehr dem Diktat des Geldes. Es wird nur noch produziert, was sich sicher verkauft, heraus kommt dabei ein großer Einheitsbrei ohne nennenswerte Differenzierung. HD-Optiik, Raumklang und Inszenierung sind wichtiger geworden als die Geschichte selbst, es wird mehr gezeigt als erzählt. Aus diesem Grund bleibt für eine Unterhaltung viel weniger übrig, über das es sich lohnen würde zu sprechen. Eine nette Verpackung ist zwar schön, aber ohne Inhalt auch schnell wieder beiseite gelegt.
  9. #9

    Trend

    Zitat von moderne21 Beitrag anzeigen
    Bei den neuen Filmen laufen immer gleichzeitig ganze Opern an Hintergrundmusik ab. Eine gute Handlung, eine gute Dramatisierung hätte so viel billigen Hokuspokus und so eine Effekthascherei nicht nötig (Siehe z.B. `Brokeback Mountain´ etc.). Es gibt zu wenige Vereine, die sich gegen diesen nervigen Trend auflehnen, wie Pipedown oder Dudelstopp.
    Das ist der Zug der Zeit. Im SWR werden sogar Verkehrsnachrichten mit Gedudel unterlegt. Wo soll da im Film das Gefühl herkommen, wann es für den Zuschauer zu laut, zu aufdringlich und nervtötend wird!