Medienkonsum: Wie viel iPhone ein Kind verträgt

APEin Dreijähriger malt auf dem iPad, ein Grundschüler zückt sein Smartphone: Spielerisch lernen schon die Kleinsten den Umgang mit neuester Technik. Experten streiten darüber, ab welchem Alter Kinder welche Medien nutzen sollten und verkraften können. Ein US-Psychologe warnt vor dem iPhone-Syndrom.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-859029.html
  1. #110

    Ich bin aufgewachsen, als die PCs richtig im Kommen waren, sich also auch schon mittelständische Familien sich die ersten Rechner leisten konnten. Der erste PC meiner Eltern war mit Windows 3.11 ausgestattet, welches seinerseits damals noch relativ neu war.
    Ich war damals vielleicht sechs oder sieben. Nein, ich war nicht mehr im Kindergarten. Und was habe ich damals am PC gemacht? Paint benutzt, ein paar Spiele gespielt (nicht grade Pong, aber auch nicht viel komplizierter) und mich damit beschäftigt, wie man z.B. den Desktophintergrund einstellt oder die Töne, die der PC von sich gibt, verändert.
    Hat es mir geschadet? Nein.
    Es war nicht mein eigener PC und ich durfte nur unter Aufsicht - bzw. genauer gesagt mit Erlaubnis - an das Gerät. Bis heute hat das den Vorteil, dass ich mehr über Computer weiß, als viele meiner Studienkollegen, weil ich eben als Kind damit schon konfrontiert wurde und durch das eigene Erarbeiten der Technik selbst Erfolgserlebnisse generieren konnte.

    Ich halte auch nichts davon, dass kleine Kinder ein eigenes Smartphone haben, sehe aber kein Problem darin, dass sie mal an das ihrer Eltern dürfen. Gleiches gilt für Laptops und Tablets (wenn man denn so eins als Erwachsener benötigt). Auch wenn manche Menschen es heute abstreiten: Medienkompetenz ist extrem wichtig in der heutigen Zeit. Wenn wir wollen, dass das Bildungssystem besser wird, dann müssen wir als allererstes dafür sorgen, dass alle mit Medien vertraut sind und wissen, wie man sie nutzt. Und das kann man am besten lernen, wenn man sie auch nutzen darf.
    Wenn man jedoch von vornherein sagt, dass Kinder bis 10 nicht an den PC dürfen und bis 15 kein eigenes Handy oder einen PC besitzen dürfen, dann muss ich sagen, verfehlt man die heutige Zeit um einige Jahre.
  2. #111

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Dreijähriger malt auf dem iPad, ein Grundschüler zückt sein Smartphone: Spielerisch lernen schon die Kleinsten den Umgang mit neuester Technik. Experten streiten darüber, ab welchem Alter Kinder welche Medien nutzen sollten und verkraften können. Ein US-Psychologe warnt vor dem iPhone-Syndrom.

    Medienkonsum von Kindern: US-Psychologe warnt vor dem iPhone-Syndrom - SPIEGEL ONLINE
    Starke Nutzung des Smartphones durch die Eltern - bei gleichzeitigem Ignorieren des eigenen kleinen Kindes - zeigt dem Kind schon früh - und daher umso nachhaltiger - welch niedrigen Stellenwert es hat.

    Sein geringes Selbstwertgefühl läßt es später stets nach der Liebe anderer streben - meist mit ungeeigneten Mitteln - ein totes Rennen beginnt.
  3. #112

    Werbegag

    Meines Erachtens gibt es nichts Grundlegendes, was ein Kind oder ein Heranwachsender durch die modernen Medien wie Smartphone, Tablet, PC oder Fernseher lernen kann bzw durch die Abwesenheit derselben verpasst. Eine Ausnahme besteht vielleicht für jene Zeitgenossen, die Faszination dafür empfinden, in den Tiefen eines Rechners weit unterhalb der Nutzeroberfläche herumzuwühlen.

    Für die meisten Menschen aber gilt, dass sie von ihrem Rechner nur die Nutzeroberfläche sehen werden. Und die soll ja, so das erklärte Ziel der Industrie, immer einfacher und intuitiver zu bedienen sein. Die Zeiten, bei denen man beim Einrichten eines neuen Rechners als Laie erstmal Schreikrämpfe bekam, sind jedenfalls längst vorbei.

    Was es braucht, um MS Office oder Power Point zu bedienen, lässt sich in einem Schnellkurs erlernen. Was sich nicht im Schnellkurs erlernen lässt, sind Kreativität, soziale Kompetenzen, Bindungsfähigkeit, Disziplin, Textverständnis usw. Für Kreativität braucht es Stifte und Blätter (oder andere Arbeitsmaterialien), für Soziale Kompetenz das Spielen mit Freunden, für's Lesen gibt's Bücher, bewegen tut man sich draussen oder im Sport, und emotionale Nähe gibt's bei den Eltern.

    Ich halte das Schlagwort "Medienkompetenz" für einen Werbegag ("jedem Kind ein Laptop"), und die Sorge, ein medienfern aufwachsendes Kind könne unwiederruflich um den Erwerb irgendwelcher grundlegenden Verknüpfungsleistungen oder Kulturtechniken gebracht sein (vielleicht mit der Ausnahme des erwähnten Tiefenverständnisses für Algorithmen und komplexe Programmiersprachen), für interessengeleitete Panikmache.

    Dass die modernen Medien geniale Hilfsmittel und Werkzeuge kreativer Arbeit sein können, ist davon unbenommen. Aber wer nicht weiss, was er der Welt mitzuteilen hat, dem hilft eben auch kein Computerprogramm.
  4. #113

    Zitat von Steuerzahler0815 Beitrag anzeigen
    iwann werden es auch die letzten ewiggestrigen verstehen und noch später werden in der schule fächer wie erdkunde/ kunst abgeschafft und durch informatik/ wirtschaft ersetzt etwas womit man auch etwas anfangen kann im leben.
    Das ist Ironie. Bitte sagen Sie, dass das Ironie ist.
  5. #114

    Was ...

    kann mit Informatik und Wirtschaft im Leben anfangen? Oder war das Ironie.

    Die Wirtschaft kann was mit Menschen anfangen die "Informatik und Wirtschaft" können. Für das Leben des Menschen ist Erdkunde zusammen mit Geschichte viel wohltuender. Oder verwechseln Sie Menschen mit Computern oder Robotern?

    Viele Grüße


    Zitat von Steuerzahler0815 Beitrag anzeigen
    iwann werden es auch die letzten ewiggestrigen verstehen und noch später werden in der schule fächer wie erdkunde/ kunst abgeschafft und durch informatik/ wirtschaft ersetzt etwas womit man auch etwas anfangen kann im leben.
  6. #115

    Zitat von sme3 Beitrag anzeigen
    (...) (vielleicht mit der Ausnahme des erwähnten Tiefenverständnisses für Algorithmen und komplexe Programmiersprachen), f(...).
    Dazu brauchen Sie die Hardware erst recht nicht, im Gegenteil.

    Algorithmen, Maschinensprachen und hoehere Programmiersprachen wurden Jahrzehnte, zum Teil Jahrhunderte vor der heute zur Verfuegung stehenden Technik entwickelt. Das der digitalen [sic!] Welt bzw. der Binaercodierung zugrunde Dualsystem ist gar weit ueber 2000 Jahre alt. Leute wie Leibniz (Anfang 17. Jahrhundert) und spaeter dann Conrad Zuse (um 1935) schufen dann weitere Grundlagen.

    Dazu brauchten diese Genies nicht nur keine Rechner, sondern ich behaupte, dass die Technik, die das, was noch entwickelt werden musste, bereits bereitgestellt haette, dadurch die Entwicklung derselben verhindert haette;-)

    "Computer sind doof" war ein Slogan der 1980er, uebrigens auch sehr beliebt bei Informatikern. Mein Informatikprofessor sagte immer "Lernen Sie lieber, einen Fernseher (damals noch mit Roehren) zu reparieren". Der Satz hat auch heute noch seine Gueltigkeit, denn wenn man bedenkt, in welchem Masse sich Rechenleistung und Speicherkapazitaet der Rechner gesteigert haben, verwundert, wie wenig Rechner letztlich koennen: sie koennen z.B. keine Inhaltsangaben von Texten erstellen (abstrahieren), sie koennen nicht uebersetzen, sie versagen nach wie vor bei vielen mathematischen Problemen, und sie koennen auch nicht selbst Musik produzieren (sie reproduzieren lediglich Samples, die irgendwann mal jemand muehsam programmiert hat). Auch gegen die Schachgrossmeister ziehen sie nach wie vor meist den Kuerzeren.

    Rechner koennen eigentlich nur Daten speichern. Dadurch, dass das immer schneller und in groesseren Mengen geht, entsteht der Eindruck, sie seien "intelligent". In Wirklichkeit entstehen aber durch die immer hoeheren Kapazitaeten auch immer groessere Informationsmengen, die auch wieder verwaltet werden muessen, der Computer laeuft also gewissermassen stets sich selbst hinterher.

    Es bleibt die (mittlerweile alte) Erkenntnis, dass die Technik uns dienen sollte und nicht wir der Technik. Und wenn ein Kleinkind, das kaum seine Muttersprache ausgebildet hat, bereits mit einem Smartphone herumhantiert, besteht durchaus die Gefahr, dass letzteres eintritt!
  7. #116

    Infantil ...

    Das ganze zeigt einfach nur wie infantil wir geworden sind. Erwachsene Menschen (früher waren es wenistens nur vorwiegend Männer, heute beiderlei Geschlecht) spielen jede freie Minute mit Ihren Spielzeugen die unverschänt teuer sind und nichts, rein garnichts bringen. Bitte nicht mit sozialen Netzen und Navi oder Sonderangebote kommen ... alles Humbug. Und wie sollen die Kleinen es anders tun ... wir sind ihre Vorbilder, sie tun es uns nach.

    Wer lesen, rechnen und schreiben kann, kann auch innerhalb kürzester Zeit die Bedienung eines Gerätes erlernen so es denn muss. Wer nicht, der liesst was schönes oder trinkt ein Bier mit Freunden.
    Viele Grüße

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Dreijähriger malt auf dem iPad, ein Grundschüler zückt sein Smartphone: Spielerisch lernen schon die Kleinsten den Umgang mit neuester Technik. Experten streiten darüber, ab welchem Alter Kinder welche Medien nutzen sollten und verkraften können. Ein US-Psychologe warnt vor dem iPhone-Syndrom.

    Medienkonsum von Kindern: US-Psychologe warnt vor dem iPhone-Syndrom - SPIEGEL ONLINE
  8. #117

    Strahlung unbedingt ausklammern!!

    Wieviel Nutzung moderner Kommunikationstechnik schadet einem Kind? Derzeit die große Diskussion! Dass zu viel Stillsitzen und schlechte Programme einem Kind schaden, das dürfte doch eigentlich gar keiner Diskussion mehr bedürfen. Es isr dagegen deutlich in der Presse erkennbar, dass die Folgen von gepulster Mikrowellenstrahlung völlig verdrängt werden, und das hat nun gar nichts mit guten oder schlechten Inhalten zu tun. Tatsache ist, dass unter elektromagnetischen Feldern die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin steigen. die Vorläufersubstanz Dopamin sinkt erheblich ab. Als Hinweis auf die nicht regulierbare chronische Schieflage des Stresshaushalts sinken die Werte des Phenylethylamins signifikant ab,(Rimbach-Studie). Ferner gilt seit 2011 (IARC/WHO) nicht ionisierende Strahlung (Mobilfunk) als "möglicherweise krebserregend". Es ist auffallend, wie ein wichtiger Aspekt dieses Kommunikationsfunks, extrem wichtig für Kinder, gezielt nicht angesprochen wird. Ansonsten sind iPhone etc. süchtigmachende Selbstläufer. Besonders erfolgreich bei Kindern und Jugendlichen. Die Folgeerkrankungen sind leicht auf etwas anderes zu schieben. Unter 18 nach Möglichkeit kein Handy (Grigoriev, oberster russischer Strahlenschutz), die nächste Generation ist in Gefahr.
  9. #118

    Zitat von Oliver Gnutz Beitrag anzeigen
    Den Lehrer würde ich mir zu einem persönlichen Gespräch vorladen.

    Wer als "Hausaufgabe" die Arbeit mit einem kostenpflichtigen MS-Programm verknüpft - der hat sie nicht mehr alle



    Warum - in der Grundschule geht um es das Erlernen der Grundfertigkeit im Rechnen, Schreiben und Lesen - dafür ist kein Computer vonnöten.

    Diese "Digitalgläubigkeit" ist eine der übelsten Religionen auf diesem Planeten.

    Der Typ, der meinem Nachbarn seinen Wintergarten gebaut hat, hat noch nicht mal einen Computer (und will auch keinen). Aber ich möchte nicht wissen, wie schrottig der Wintergarten aussehen würde, wenn ihn ein Pixelschubser gebaut hätte.
    Ich schule regelmäßig PowerPoint und in den Kursen sitzen oft Lehrer, die mit dem Kram nicht klar kommen. Und Schüler, denen Lehrer so einen Vortrag aufdrücken. Alles in allem verdiene ich damit zwar ein bisschen Geld, aber so ein Programm ist kompletter Unsinn. PowerPoint macht einen Vortrag nicht gut, sondern lenkt nur von Schwächen ab. Wenn Lehrer Verstand haben, dann verbieten sie diese Ablenkungen und bewerten den Kern eines Vortrags. Glücklicher Weise ist man in meiner EDV-Branche mittlerweile von solchen PowerPoint-Mätzen weg. Kaum ein ernstzunehmener Experte gibt sich mehr die Blöse und präsentiert solche lächerlichen Präsentationen.
    Und auch ich würde bei einem Lehrer auf der Matte stehen, wenn er von meinen Kidds einen solchen Vortrag verlangen würde - was nicht heißt, dass man das Programm mal kurz in Informatik vorstellen kann und die Kidds nicht mal etwas damit spielen sollten.
  10. #119

    Zitat von sme3 Beitrag anzeigen
    Dass die modernen Medien geniale Hilfsmittel und Werkzeuge kreativer Arbeit sein können, ist davon unbenommen. Aber wer nicht weiss, was er der Welt mitzuteilen hat, dem hilft eben auch kein Computerprogramm.ht im Schnellkurs erlernen lässt, sind Kreativität, soziale Kompetenzen, Bindungsfähigkeit, Disziplin, Textverständnis usw. Für Kreativität braucht es Stifte und Blätter (oder andere Arbeitsmaterialien), für Soziale Kompetenz das Spielen mit Freunden, für's Lesen gibt's Bücher, bewegen tut man sich draussen oder im Sport, und emotionale Nähe gibt's bei den Eltern.
    Auch ich musste beim Lesen dieses Artikels darüber nachdenken wie es für mich war. Ich erinnere mich noch daran, dass mein kleiner Bruder damals einen Gameboy zur Einschulung von seinem Paten geschenkt bekam. Was meine Eltern garnicht gut hießen. Wir spielten mit einem geschenkten C64 und stritten uns mit Mama darum wie lange wir schon an den elektronischen Geräten gesessen hatten. Wir durften alles was uns interessierte erforschen und uns mit diesen Dingen beschäftigen. Aber eben in Maßen und die Technik wurde nicht benutzt um uns ruhig zu stellen. Es war definitiv eine Ausnahme wenn wir vor den Fernseher gesetzt wurden, weil Mama mal wirklich krank war.

    Heute gibt es schon Apps für Babys. Die vieles in die virtuelle Welt verlagern was Kinder meiner Meinung nach in der realen Welt erleben sollten. Hier habe ich eine Seite gefunden die über Malvorlagen als Mittel zur Entwicklung von Kindern angepriesenwird, gleichzeitig aber auch eine App! zum Malen auf dem IPad bewirbt. http://ausmalbilder.org/
    Kinder sollten Malen mit Stift und Papier erleben bevor wir sie auf die Tablets los lassen. Jedenfalls ist das meine Meinung.

    Nicht von meinem Smartphone sollte mein Kind lernen, welche Geräusch der Hund oder die Katze macht! Eine Ergänzung kann es sein. Und ja Medienkompetenz ist wichtig, aber niemals sollte das alles nur noch auf digitalem Wege geschehen.