SPD - welche Chancen hat Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat?

Die Würfel sind wohl gefallen, Parteichef Sigmar Gabriel schlägt nach dem Verzicht Frank-Walter Steimeiers Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD vor. Für viele eine gute Wahl, für manche ein rotes Tuch: Der selbstbewusste Macher und Wirtschaftsexperte Steinbrück kann polarisieren, ist ein guter Redner und erfahrener Politiker, der auch international nichts zu fürchten hat. Ist er der rundum richtige Kandidat für die Sozialdemokraten?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Würfel sind wohl gefallen, Parteichef Sigmar Gabriel schlägt nach dem Verzicht Frank-Walter Steimeiers Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD vor. Für viele eine gute Wahl, für manche ein rotes Tuch: Der selbstbewusste Macher und Wirtschaftsexperte Steinbrück kann polarisieren, ist ein guter Redner und erfahrener Politiker, der auch international nichts zu fürchten hat. Ist er der rundum richtige Kandidat für die Sozialdemokraten?
    Aufs Land bezogen ist er nunmal die beste Wahl die wir haben, egal ob man sich jetzt mit der SPD anfreunden kann oder nicht. Ich werde für den Satz zwar jetzt von vielen kritisiert werden, allerdings würde ich dafür auch gern Gegenvorschläge hören.

    In diesem Sinne mit freundlichen Grüßen
    A.Löhr
  2. #2

    Gepackte oder

    Zitat von Andreas Löhr Beitrag anzeigen
    Aufs Land bezogen ist er nunmal die beste Wahl die wir haben, egal ob man sich jetzt mit der SPD anfreunden kann oder nicht. Ich werde für den Satz zwar jetzt von vielen kritisiert werden, allerdings würde ich dafür auch gern Gegenvorschläge hören.

    In diesem Sinne mit freundlichen Grüßen
    A.Löhr
    ich kritisiere nicht, ich sekundiere! Gegenvorschläge gibts nicht. Wenn jemand mit links von Steinbrück, innerhalb oder ausserhalb der SPD liebäugelt, ist da NICHTS. Peinlich für ein "80 Mio Volk", dass nur 2 Figuren für die Spitze einigermassen taugen;-)

    Es wird allerdings schwierig werden, die Kanzlerin kann die Union fast im Alleingang rausreissen.

    Für die Grünen ist es eine einmalige Chance, entweder mit der SPD an die Regierung zu kommen - und es diesmal besser zu machen und (viel wichtiger!) sich rasch zu "committen" und einer Koalition mit der CDU, egal ob zu zweit oder ampelmässig, ganz klar eine Absage zu erteilen. Ob sie dies wohl tun? Wenn sie sich nicht klar äussern, wähle ich Steinbrück. Gruss zurück. Ray
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Würfel sind wohl gefallen, ...Ist er der rundum richtige Kandidat für die Sozialdemokraten?
    Steinbrück hat nicht nur eine, sondern 3 Chancen:
    - die SPD bekommt mehr Stimmen als die CDU/CSU und kann den Kanzler Steinbrück stellen, der sich Koalitionspartner suchen kann.
    - oder die CDU/CSU erhält zwar die Stimmenmehrheit, kann aber nur mit der SPD eine GroKo bilden. Dann wird Steinbrück zum Minister.
    - die SPD wird in keine Regierungsverantwortung gelangen, dann kann Steinbrück weiter die Oppositionsrolle übernehmen.
  4. #4

    messerscharf gefolgert

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Steinbrück hat nicht nur eine, sondern 3 Chancen:
    - die SPD bekommt mehr Stimmen als die CDU/CSU und kann den Kanzler Steinbrück stellen, der sich Koalitionspartner suchen kann.
    - oder die CDU/CSU erhält zwar die Stimmenmehrheit, kann aber nur mit der SPD eine GroKo bilden. Dann wird Steinbrück zum Minister.
    - die SPD wird in keine Regierungsverantwortung gelangen, dann kann Steinbrück weiter die Oppositionsrolle übernehmen.
    und, was soll uns das sagen?
  5. #5

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    und, was soll uns das sagen?
    - Zunächst soll das auch Euch, seine Majestät, sagen, dass sich Steinbrück keine Sorgen zu machen braucht, er hätte keine Chancen als Kanzlerkandidat,
    - in jedem der drei Fälle wird er große politische Aufgaben haben,
    - dazu wird er Stoff für weitere Referatthemen bekommen, also noch bessere Möglichkeiten zum Geldverdienen.
    - Er kann mit seiner Familie ein Jahr lang als Kanzlerkandidat Wahlkampf machen, durch die Lande ziehen und seine Vorhaben erläutern.
    - er kann an Landtagswahlen als Kanzlerkandidat seiner Partei den Rücken stärken.
    - Dann kann er ein oder mehrere Fernsehduelle gegen Merkel bestreiten und sich und seine Ziele gegen die der CDU/CSU verteidigen.
    - Im Falle der GroKo unter Merkel kann er auf seine Erfahrung als Finanzminister unter Merkel zurückgreifen.
    - Selbst im Falle einer Niederlage, also wenn es nicht zu seiner Beteiligung an der Bundesregierung kommen sollte, wird er ein honoriger Verlierer sein.
  6. #6

    Die 3 Fälle, noch etwas präzisiert

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    - Zunächst soll das auch Euch, seine Majestät, sagen, dass sich Steinbrück keine Sorgen zu machen braucht, er hätte keine Chancen als Kanzlerkandidat,
    - in jedem der drei Fälle wird er große politische Aufgaben haben,
    - dazu wird er Stoff für weitere Referatthemen bekommen, also noch bessere Möglichkeiten zum Geldverdienen.
    - Er kann mit seiner Familie ein Jahr lang als Kanzlerkandidat Wahlkampf machen, durch die Lande ziehen und seine Vorhaben erläutern.
    - er kann an Landtagswahlen als Kanzlerkandidat seiner Partei den Rücken stärken.
    - Dann kann er ein oder mehrere Fernsehduelle gegen Merkel bestreiten und sich und seine Ziele gegen die der CDU/CSU verteidigen.
    - Im Falle der GroKo unter Merkel kann er auf seine Erfahrung als Finanzminister unter Merkel zurückgreifen.
    - Selbst im Falle einer Niederlage, also wenn es nicht zu seiner Beteiligung an der Bundesregierung kommen sollte, wird er ein honoriger Verlierer sein.
    Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor, wir haben es doch gemeinsam schon über Jahre in verschiedensten Strängen, über Trittin, Merkel, Steinmeier, und zuletzt bei Gabriel, zusammen erörtert. In der Zwischenzeit bin ich über alle gesetzlichen Grundlagen von Wahlrecht, und Gesetz über den Bundestag, und all die andern staatsrechtlichen Fragen bestens im Bilde. Weil andere Foristen da vermutlich einen gewissen Rückstand haben, sind die Erklärungen sicher trotzdem nützlich.

    Ich fasse zusammen (auch aufgrund früherer Ausführungen)

    - der SPD Spitzenmann sollte sich (ehrlicherweise) nicht Kanzlerkandidat nennen (der von den Grünen, Sie erinnern sich an Trittin, noch viel weniger ;-)) weil er eh keine Chance hat, Kanzler zu werden, dafür umso sicherer ein honoriger Finanzminister, wahrscheinlich sogar Vicekanzler!!

    Sollte er nicht, weil er es voreilig schon angekündigt hat, in Koalition gehen, bleibt es halt in Gottes Namen bei der Honorigkeit. Zum Trost bieten Sie ihm ja die Möglichkeit an, bis zur Niederlage Kollegen in Länderwahlen zu helfen und für die Zeit nach der Wahl, aufgrund gesteigerter Bekanntheit, sein Einkommen als Referent aufzubessern. Auch das ist eine Aussicht, für die es sich lohnt, vollen Einsatz zu zeigen.

    Noch nicht ganz verstanden habe ich die positive Wirkung auf sein Familienleben, vielleicht belegen Sie das doch, ausnahmsweise, nochmals anschaulich mit einem Parallelfall aus der Zeit vor 1989. Das würde das Bild abrunden und wir könnten bis zur Wahl in einem Jahr ohne schlechtes Gewissen einfach zurücklehnen.
  7. #7

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    In der Zwischenzeit bin ich über alle gesetzlichen Grundlagen von Wahlrecht, und Gesetz über den Bundestag, und all die andern staatsrechtlichen Fragen bestens im Bilde. Weil andere Foristen da vermutlich einen gewissen Rückstand haben, sind die Erklärungen sicher trotzdem nützlich.
    Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen: Sie missbilligen meine Erklärungen nicht! Sie sind zu etwas nützlich! Wie gnädig von Ihnen.

    Inzwischen ruft Steinbrück seine Mannen zur Treue auf, um möglichst großen Rückhalt zu bekommen. Nun müssen sich nur noch die enttäuschten SPD-Wähler/innen zurückbesinnen; dazu ist ein Jahr Zeit. - Aber auch die Gefolgschaften der CDU/CSU werden die Reihen schließen und Merkel vorne halten. Der Wahlkampf verspricht spannend zu werden.
  8. #8

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen

    Noch nicht ganz verstanden habe ich die positive Wirkung auf sein Familienleben, vielleicht belegen Sie das doch, ausnahmsweise, nochmals anschaulich mit einem Parallelfall aus der Zeit vor 1989. Das würde das Bild abrunden und wir könnten bis zur Wahl in einem Jahr ohne schlechtes Gewissen einfach zurücklehnen.
    Sie sind eben zu sehr auf die Zeit von vor 89 fixiert. Steinbrücks Familie wurde gestern in Gänze gezeigt. Und der Wahlkampf würde wohl eher mit Obama oder Romney zu vergleichen sein, weniger mit Wahlkämpfen vor 89.
  9. #9

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Sie sind eben zu sehr auf die Zeit von vor 89 fixiert. Steinbrücks Familie wurde gestern in Gänze gezei
    )))Brüüüller(((


    Berg:you made my day!;)