Quoten-Debatte: Von Frauen und rosa Eiern

REUTERSMit der Frauenquote soll die Arbeitswelt endlich freundlicher werden. Einerseits sind Frauen nämlich ganz anders als Männer, andererseits aber auch wieder nicht. Moderner Feminismus ist die Kunst, das eine zu behaupten - und das Gegenteil gleich mit.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-858319.html
  1. #1

    Ausnahmsweise mal wieder ins Schwarze....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit der Frauenquote soll die Arbeitswelt endlich freundlicher werden. Einerseits sind Frauen nämlich ganz anders als Männer, andererseits aber auch wieder nicht. Moderner Feminismus ist die Kunst, das eine zu behaupten - und das Gegenteil gleich mit.

    Jan Fleischhauer über die Frauenquote - SPIEGEL ONLINE
    ...getroffen!

    Nachdem Sie sich in juengster Zeit mit dem Vertreter der linken Sparte und Nachkommen eines beruehmten Journalisten welcher dieser Zeitung nahestand einen Ueberbietungswettbewerb im Dada-Journalismus geboten haben, endlich wieder mal ein Volltreffer.

    Stimme uneingeschraenkt zu!
  2. #2

    ja, ja

    Fleischhauer bringt es auf den Punkt: Moderne Gendertheorien negieren jede geschlechtsspezifische Determinierung des Menschen positiv wie negativ. Wieso wird dann die Arbeitswelt mit mehr weiblichen Führungskräften besser. Aber die Frage kann jeder selbst bedenken.

    Viel mehr interssiert mich die juristische Seite. Liebe Juristen unter dem Mitforisten bzw. juristisch Beschlagene, könnte jemand kurz darstellen, wie sich eine Geschlechterquote mit dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verträgt?
    "Ziel des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist es, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des GESCHLECHTS, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen."
    BMFSFJ - Gesetze

    Bedeutet eine Quote nicht eine Diskriminierung männlicher gleich qualifizierter Bewerber?
    Die Frage ist ernst gemeint!
  3. #3

    Farbenlehre

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit der Frauenquote soll die Arbeitswelt endlich freundlicher werden. Einerseits sind Frauen nämlich ganz anders als Männer, andererseits aber auch wieder nicht. Moderner Feminismus ist die Kunst, das eine zu behaupten - und das Gegenteil gleich mit.

    Jan Fleischhauer über die Frauenquote - SPIEGEL ONLINE
    Das Problem mit dieser Farbenlehre Rosa = Mädchen und Blau = Junge ist, dass in den 1920 Jahren die Farbe Rosa für Kraft und Männlichkeit stand und damals die Jungen in Rosa unterwegs waren und die Frauen bzw. Mädchen in hellblau.

    Die Farbwahl ist deshalb schon mal als kultruell entlarvt und wenn die Emma das nicht weiß, dann ist das schlecht recherchiert.

    Mal davon abgesehen, dass Pastellfarben im Moment bei Kinderkleidung total out sind.

    Ansonsten halte ich eine Verbesserung des Kapitalismus' durch mehr Frauen in Führungskräften für mehr als fragwürdig. Schließlich werden die Spielregeln nicht geändert. Warum sollte sich dann das Spiel ändern. Der einzige Nutzen der Quote ist es die Seilschaftstrukturen in den Großkonzernen endlich aufzubrechen. Wobei ich nicht glaube, dass das passieren wird.
  4. #4

    Komisch, dass die Frauenquote immer nur an gutbezahlten Management-Positionen aufgehangen wird. Wenn schon diese dämliche 40%-Quote eingeführt wird, dann bitte umfassend, d.h. auch bei allen unangenehmen bis gefährlichen Jobs auf der Baustelle, in Bergwerken und Chemiefabriken.
  5. #5

    ...

    Zur Genderforschung fällt mir als erstes diese Doku ein:
    The Gender Equality Paradox - Documentary NRK - 2011 - YouTube

    Herr Fleischauer, können Sie daraus nicht mal was machen?
  6. #6

    Bisher war ich immer der Meinug, mit dem Schwarzen Kanal verhält es sich wie mit der BILD, man muß ihn nicht lesen, um zu wissen was drinsteht. Und jetzt das! Ist der neoliberale Gaul endlich tot, den Sie so verbissen geritten haben? Oder was ist der Grund, plötzlich fundierte, sogar berechtigte Kritik mit einer gewissen Sinnhaftigkeit und ohne ideologische Verblendung zu schreiben? Geschehen doch noch Zeichen und Wunder? Und sogar inhaltlich kann ich dem zustimmen! Was soll man davon denn halten?
  7. #7

    Der Beitrag von Herr Fleischhauer waere vielleicht wertvoller, wenn er sich tatsaechlich mit moderner Gendertheorie und Frauenfoerderung auseinandersetzen wuerde, anstatt nur mit seinem Vorurteil davon.
  8. #8

    Die Macht der Biologie

    Da stellt sich natürlich die Frage, warum sich die Macht der Biologie in den europäischen Ländern so unterschiedlich stark zeigt, i.e. warum die Frauenanteile in den Naturwissenschaftlichen und Ingenieursstudiengängen zwischen den Staaten variiert und z.T. bei knapp 50% liegt?
    vgl. dazu Gender Datenreport des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
    http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/genderreport/1-Bildung-ausbildung-und-weiterbildung/1-2-bildung-im-europaeischen-vergleich,did=53932,render=renderPrint.html

    Könnte dies vielleicht an einem kuluturellen oder politischen Einfluss liegen?
  9. #9

    Zitat von manque_pierda Beitrag anzeigen
    Bedeutet eine Quote nicht eine Diskriminierung männlicher gleich qualifizierter Bewerber?
    Die Frage ist ernst gemeint!
    Im Grundgesetz ist explizit festgelegt, dass nicht nur die juristische, sondern auch die tatsaechliche Gleichberechtigung vom Staat gefoerdert wird. Wenn es extreme ungleichgewichte in Machtpositionen in der Gesellschaft gibt, dann kann man durchaus bezweifeln, in wie weit die tatsaechliche Gleichberechtigung erreicht ist. Selbst wenn mindestens 40% der Positionen von Frauen besetzt werden muessten, gaebe es ja immer noch 60% der Positionen fuer Maenner. Juristisch Wasserdicht waere das wohl mindestens dann, wenn man die Quote "Geschlechtsneutral" formuliert, allso verlangt das mindestens 40% der Aufsichtsratsposten vom weniger repraesentierten Geschlecht besetzt werden muessen (also auch mindestens 40% von Maennern).