Extremfans: Das Leiden der Fußballsüchtigen

DPASie machen Abstriche im Job und im Privatleben - und das nur, um jedes Spiel ihres Vereins zu sehen. Bei Extremfans kann die Liebe zum Fußball schnell zur Sucht werden. Wann nimmt das Hobby Züge einer Krankheit an?

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-856589.html
  1. #10

    Da merkt man, dass viele Leser den Artikel nicht verstanden haben...

    Es geht um eine psychische Abhängigkeit, das hat nichts damit zu tun dass alles "ver-suchtet" wird, sondern dass solche Hobbys extreme Formen annehmen können, die nichts mehr mit normalen Verhalten zu tun haben. Sei es Fußball, Masturbieren, Internet, der Partner etc... wenn das Umfeld vernachlässigt wird und dabei auch die Gesundheit aufs Spiel gesetzt wird (was durchaus z.B. durch Schlafmangel der Fall ist), ist das für die einzelne Person schädlich bzw. legt anormales Verhalten an den Tag.
    Aber in diesem Fußball-freundlichen Land wird das Wort "Sucht" nicht gern gehört und die Fußball-Lobby reibt sich kichernd die Hände.
    Aber bei Computer-Spielen o.ä. wird der Aufschrei nach der Sucht groß - obwohl nicht ansatzweise ein Unterschied besteht
  2. #11

    Zitat von Astaroth Beitrag anzeigen
    Es geht um eine psychische Abhängigkeit, das hat nichts damit zu tun dass alles "ver-suchtet" wird, sondern dass solche Hobbys extreme Formen annehmen können, die nichts mehr mit normalen Verhalten zu tun haben. Sei es Fußball, Masturbieren, Internet, der Partner etc... wenn das Umfeld vernachlässigt wird und dabei auch die Gesundheit aufs Spiel gesetzt wird (was durchaus z.B. durch Schlafmangel der Fall ist), ist das für die einzelne Person schädlich bzw. legt anormales Verhalten an den Tag.
    Aber in diesem Fußball-freundlichen Land wird das Wort "Sucht" nicht gern gehört und die Fußball-Lobby reibt sich kichernd die Hände.
    Aber bei Computer-Spielen o.ä. wird der Aufschrei nach der Sucht groß - obwohl nicht ansatzweise ein Unterschied besteht
    Doch ich habs schon verstanden und mir war schon klar, dass es mal wieder genau darauf hinausläuft. Daneben wird natürlich auch gleich von aussen reingeworfen, was normal zu sein hat und was nicht (Bsp. Aus einer Vernachlässigung wird gleich anormales Verhalten als Ergebnis postuliert). Desweiteren wird oftmals damit zugleich die Selbstverantwortung abgesprochen und auf die Position/Ansicht keine Rücksicht mehr genommen.
    Im Punkt der Gesundheit wär es durchaus bedenklich, aber das rechtfertigt in meinen Augen keine restriktive allgemeine Festlegung von Verhaltensmustern von einer externen Istanz, die für alle Menschen ausnahmslos als normal zu gelten haben. Letztendlich kommt es auf den Einzelfall an und wie sich der entsprechende Mensch damit fühlt bzw darüber denkt. Das lässt sich mit keinem simplen Regelwerk ala Was ist normal beurteilen.

    MFG kein Fussballfan (daher nicht von einer angeblichen Fussballlobby beeinflusst)
  3. #12

    Zitat von korox Beitrag anzeigen
    Doch ich habs schon verstanden und mir war schon klar, dass es mal wieder genau darauf hinausläuft. Daneben wird natürlich auch gleich von aussen reingeworfen, was normal zu sein hat und was nicht (Bsp. Aus einer Vernachlässigung wird gleich anormales Verhalten als Ergebnis postuliert). .....
    Ich möchte auch niemanden vorschreiben wie er zu leben hat. Allerdings ist es doch sehr bedenklich dass Menschen ihr Leben komplett dem Fußball widmen. Warum? Sehen Sie es doch aus einer anderen Perspektive. Ein Mensch der 18 Stunden am Tag vor dem PC sitzt und World of Warcraft zockt - und bitte! Sagen Sie mir nicht, dass dies normal ist und dass dieser Mensch eben "andere Interessen" hat als der Rest. Oder auch ein fanatischer Priester der sein Leben komplett der Kirche widmet. Der Unterschied liegt doch nur darin, dass das eine in der Gesellschaft akzeptiert wird, das andere belächelt. In ihrem Verhalten lassen sich diese Leute alle über einen Kamm scheren.

    Allerdings sind das wohl nur die wenigsten Fußball-Fans so fanatisch und ich glaube wir reden in der Hinsicht aneinander vorbei. Ich finde die Stimmung während der WM im Land toll - allerdings gibt es für mich persönlich nichts nervigeres als Menschen die den ganzen Tag über Fußball (FC Bayern oder doch Borussia Dortmund?), Autos (BMW oder doch Audi?), Handys (Samsung oder doch Apple?) etc reden. Dabei huscht mir jedes mal lediglich ein mitleiderregendes Lächeln übers Gesicht und ich frage mich ob diese Leute noch andere Lebensinhalte kennen.
  4. #13

    Zitat von Astaroth Beitrag anzeigen
    Ich möchte auch niemanden vorschreiben wie er zu leben hat. Allerdings ist es doch sehr bedenklich dass Menschen ihr Leben komplett dem Fußball widmen. Warum? Sehen Sie es doch aus einer anderen Perspektive. Ein Mensch der 18 Stunden am Tag vor dem PC sitzt und World of Warcraft zockt - und bitte! Sagen Sie mir nicht, dass dies normal ist und dass dieser Mensch ......
    mag sein, dass es nichts nervigeres gibt. aber würden sie tatsächlich und allen ernstes menschen, die immer nur über ein thema reden eine ernsthafte krankheit unterstellen?

    davon abgesehen, dass ich den WoW-spieler auch nicht unbedingt als krank ansehe, ist doch fussball nunmal oft nur 1 oder 2 mal die woche. gut, wenn man zu einem europapokalauswärtsspiel fährt, ist man vermutlich auch länger unterwegs, aber es gibt vermutlich schwerwiegende krankheiten als solche, bei denen einem die krankheit zwingt mit freunden nach zypern, spanien oder finnland zu reisen.

    und da sind wir wieder bei der völlig schwammigen definition einer sucht. leute vernachlässigen ihr soziales umfeld. ist eine sucht dann überhaupt eine sucht, wenn man sein soziales umfeld vergrößert? Wenn man allesfahrer eines fussballclubs ist, sind die bekanntenkreise, die man dadurch erlangt locker im dreistelligen bereich. und genau dieses soziale umfeld vernachlässigt man ja auf keinen fall, sondern pflegt es durch die "Krankheit". erst bei einer heilung würde man sich dieses sozialen umfeldes entfremden. wohingegen ein wow-spieler dann "nur" noch virtuelle freunde hat. aber das kann ja auch als soziales umfeld gelten.

    im postillion stand mal ein ganz treffender ironischer artikel über die 20 miollionen offlinesüchtigen, welche durch lange offlinezeiten ihre facebookfreunde vernachlässigen und während ihres ständigen suchtauslebenden offline seins auch noch ihr geld in läden oder restaurants und kinos verplempern.
  5. #14

    Mitarbeiter des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik in Pohlheim

    Klasse. Solche Leute stehen schon in der Bibel. Sie sären nicht, sie ernten nicht, doch siehe, Gott der Herr ernährt sie doch.
  6. #15

    FCN - Liebe, Glaube, Leidenschaft

    "unser ganzes Leben haben wir Dir schon vermacht!"

    Ein Thema, das sich in nur leicht abgewandelter Form in Nürnberg durch fast alle Fangesänge hinzieht. Die Fankultur bietet eben Erlebnisse und Gefühle (Heimat, Zuverlässigkeit, Beständigkeit, wertvoll sein wenn man sich reinhängt, Gemeinschaft in Leid, Freude und Stolz; usw.), die das "wahre Leben" heute kaum noch zu bieten bereit ist:
    - "Eine Liebe, die ein Leben hält"
    - "Als ich noch ein ganz kleiner Bub war,
    da nahm mich mein Vater mit zum Glubb,
    und ich sah die rot-schwarzen Fahnen,
    und schwor ihm die Treue bis zum Tod!
    ...
    eines Tages da hab ich dann Kinder,
    die zum Glubb steh´n genau wie ihr Papa!"

    - "kämpfen für dich, denn wir lieben dich!"
    - "wenn Du gewinnst, bebt hier das ganze Stadion!"
    - usw.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie machen Abstriche im Job und im Privatleben - und das nur, um jedes Spiel ihres Vereins zu sehen. Bei Extremfans kann die Liebe zum Fußball schnell zur Sucht werden. Wann nimmt das Hobby Züge einer Krankheit an?

    Fußball: Extreme Fans zeigen Anzeichen von Sucht - SPIEGEL ONLINE
    Sorry,
    sowohl Artikel als auch die darin besprochenen Untersuchungen und Einschätzungen halte ich schlichtweg für "unterirdisch". Das kommt dabei heraus, wenn Leute meinen, andere Menschen anhand von Fragebögen beurteilen zu können, die sie selbst ganz nach ihren eigenen Werten und Lebensvorstellungen entworfen haben.

    Der im Artikel beschriebene Fan von Preussen Münster erinnert mich doch sehr an diese Doku Gate 8 - ultras Nürnberg DOKU Part 1/16 - YouTube . 16x8 Minuten authentische, nicht wertende Berichte über die Entwicklung der Ultra-Szene und Fan-Kultur in Nürnberg. Bei Münster dürfte es kaum anders sein, und sich gerade auch die mitreisenden Fans vorwiegend aus diesem Kreis, der in dieser Doku portraitiert wird, rekrutieren.

    Auch wer Information statt der üblichen, im Zusammenspiel einiger weniger Chaoten mit Polizei und Medienden entworfenen, stereotypen Vorurteile haben möchte, sollte sich diese Doku einmal anschauen.