Extremfans: Das Leiden der Fußballsüchtigen

DPASie machen Abstriche im Job und im Privatleben - und das nur, um jedes Spiel ihres Vereins zu sehen. Bei Extremfans kann die Liebe zum Fußball schnell zur Sucht werden. Wann nimmt das Hobby Züge einer Krankheit an?

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-856589.html
  1. #1

    Um es gleich vorweg zu nehmen - ich bin kein Pschologe. Aber ist Suchtpotential wirklich auslöschbar? Oder geht es eher darum, Extreme - mal laienhaft ausgedrückt - in eine andere Richtung zu verschieben (z.B. Marathon statt trinken). Dann wäre Fußballsucht in ja wohl eines der geringeren Übel.

    Mag sein, dass etremes Fußballinteresse wie im Bericht dargestellt, Kriterien erfüllt, bei denen man von Sucht sprechen kann. Nur: dann trifft das wohl auf fast jeden zu: Professoren, die für ihre Projekte leben, Autofahrer, die sich kein Leben ohne Auto vorstellen können, Musikliebhaber, die immer wieder auf die Konzerte der Lieblingsband gehen, alle Vereinsmenschen, die keine Vereinsveranstaltung verpassen, streng genommen sogar Eltern, die ihr Kind über alles lieben.

    Und die, die dann noch übrig bleiben und kein Suchtverhalten zeigen, erfüllen dann die Kriterien der Lethargie?!
  2. #2

    optional

    heutzutage wird auch alles zu einer sucht erklärt

    "Einschränkungen sozialer und beruflicher Aktivitäten und von Freizeitaktivitäten aufgrund des Verhaltens",

    trifft das nicht auf alles zu? z.b. auf süchtig sein nach seinen kindern. süchtig sein nach seinem partner. die beispiele könnten man beliebig erweitern für alle aktivitäten, die man im leben so intensiver durchführt.
  3. #3

    Unnötige Problematisierung

    Ich weiß nicht, warum es zeitgemäß zu sein scheint für jede Form von Passion einen Suchtbegriff zu schaffen. Wer den Fußball über alles stellt riskiert nicht sein Sozialleben, sondern schafft sich eines in einer anderen Nische. Nämlich eine Gemeinschaft mit den anderen "Fußballbekloppten". Schlachtenbummler reisen häufig mit dem Zug (umweltfreundlich), gehen zu Fuß vom Bahnhof zum Stadion (gesund) und sind viel an der frischen Luft. Es gibt auch eine Menge positive Aspekte, wenn man nur die Problembrille abzunehmen bereit ist.

    Jeden Morgen höre ich durch mein geöffnetes Fenster eine Nachbarin auf ihrem Balkon husten. Beim Rauchen. DAS ist Sucht.
  4. #4

    Hallo...

    ... ich bin Klaus und ich bin schlafsüchtig. JEDE Nacht schlafe ich bis zu 8 Stunden und kann nichtmehr ohne leben. Wenn meine Freundin in dieser Zeit dahinschiede, ich würde es nicht bemerken, so sehr zieht mich der Schlaf in seinen Bann.
    Außerdem bin ich nochEss-süchtig, Schnauf-süchtig, Lauf-süchtig, Trink-süchtig (Wasser, Kaffee), Computer süchtig (jeden Tag 8 Stunden auf Arbeit) und freue mich den Psychologen wieder mal die Gelegenheit gegeben zu haben etwas Geld dazuzuverdienen.
  5. #5

    optional

    Preußen Münster?? Wow.
    In der Hamburger Szene munkelte man mal von einem Bayern-Allesfahrer der während der WM in Japan und Südkorea zweimal zischendurch nach Hause geflogen ist um ja kein Spiel der FCB A-Jugend zu verpassen. Meine Antwort darauf waren, in alter HSV Manier, ein paar Ohrfeigen. Sowas Beknacktes macht man nicht. Gute Besserung.
  6. #6

    Warum muss man zwanghaft alles...

    als Sucht betrachten, wenn man sich dem exzessiv verschreibt? Diese Menschen haben ihre Prioritäten entsprechend ihrem Hobby verteilt und handeln einfach danach. Das daraus nunmal auch gewisse Abstriche entstehen, ist nur allzu logisch und in meinen Augen nichts bedrohliches.
    Schliesslich haben sie auch aus freien Stücken sich zu diesem Hobby entschieden und das hat nunmal wie alles im Leben auch Konsequenzen. Mitunter werden hier auch falsche Wertigkeiten verbreitet. Nur weil sich jemand lange und intensiv einer Tätigkeit oder einem Hobby verschreibt, ist das nicht automatisch schlecht.

    Sucht als solches ist in meinen Augen auch nen schwammiger Begriff und lässt sich obendrein auch überhaupt nicht allgemein verwenden bzw als Massstab für Menschen allgemein auslegen. Insofern ist alles was damit zusammenhängt, auch eher sehr schwammig und müsste mal streng hinterfragt werden. Meines Erachtens wird hier mal wieder zu vorschnell eine vermeintliche Abhängigkeit unterstellt (wie bei etlichen anderen Dingen auch..).
  7. #7

    aus jeder dummheit

    wollen die "ärzte" gleich eine krankheit machen
  8. #8

    Optional

    Obs jetzt Fußball, Bands oder sonstwas ist- solange diejenigen damit leben und glücklich sind sehe ich da kein Problem.
    Man fühlt sich unter Gleichgesinnten eben wohl. Wenn man seinen Jahresurlaub und Überstunden-Abbummeln eben damit verbringt, mit Verein xyz auf "Tour" zu gehen, was solls?
  9. #9

    nicht nachvollziebar

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie machen Abstriche im Job und im Privatleben - und das nur, um jedes Spiel ihres Vereins zu sehen. Bei Extremfans kann die Liebe zum Fußball schnell zur Sucht werden. Wann nimmt das Hobby Züge einer Krankheit an?

    Fußball: Extreme Fans zeigen Anzeichen von Sucht - SPIEGEL ONLINE
    Diese Fans sind für mich schwer nachvollziehbar. Ich begreife, wenn sich Sympathien für diesen oder jenen Club bilden sei es aus regionalpatriotischen Gründen oder anderen Ueberlegungen.

    Aber wo sind die Motive für diesen Enthusiasmus. Mannschaften werden aus der ganzen Welt zusammengekauft. Die wenigsten Spieler kommen aus dem eigenen Nachwuchs. Die meisten von ihnen zeigen sich den Fans vordergründig verbunden, wechseln aber sofort den Verein, wenn es anderswo einige Euros mehr zu verdienen gibt.
    Die Clubs leben zu grossen Teilen von Sponsoren, mit Werten zu denen ein mancher Fan nicht immer steht.
    Die Spieler haben Löhne welche in keinem Verhältnis zur realen Wirtschaft stehen. Diese infrage zu stellen kommt keinem Politiker in den Sinn, das wäre politischer Selbstmord. Auch wenn er sonst überbordende Löhne anprangert.
    Warum also existiert so eine Anziehung wie zu einer religiösen Sekte wenn deren Akteure beliebig austauschbar sind.