Traumatisierte Bundeswehr-Soldaten: Psychologen warnen vor hoher Dunkelziffer

dapdSie waren im Krieg, haben Tod und Zerstörung hautnah erlebt: Dennoch suchen deutsche Soldaten seltener psychologische Hilfe als ihre Kameraden aus den USA. Wissenschaftler warnen davor, dass posttraumatische Belastungsstörungen häufig unerkannt bleiben.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-856440.html
  1. #1

    heute wird wenigstens offen darüber gesprochen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie waren im Krieg, haben Tod und Zerstörung hautnah erlebt: Dennoch suchen deutsche Soldaten seltener psychologische Hilfe als ihre Kameraden aus den USA. Wissenschaftler warnen davor, dass posttraumatische Belastungsstörungen häufig unerkannt bleiben.

    Traumatisierte Bundeswehr-Soldaten: Psychologen warnen vor Dunkelziffer - SPIEGEL ONLINE
    denn solche belastungen gab es noch bei jeder kriegerischen auseiandersetzung oder einem attentat. vielleicht sind unsere bundis noch nicht so weit wie die amerikaner, die sich schließlich seit dem 2. WW im dauereinsatz befinden, schon der wehrpflichtige muß sich im kriegerischen konflikt üben.
    der hiesige kämpfer für kaiser, volk und vaterland übt sich dagegen erst seit gut 20 jahren, da scheint noch immer das prinzip: ein indianer kennt keinen schmerz, vorzuherrschschen. ein fehlschuß wie man weiß, den frau und kinder im schlechtesten fall mit ausbaden müssen. Auch sonst meinen wohl viele ist therapeutische hilfe wohl nur für leute die es brauchen und selbst merken sie nicht, daß sie als kandidat schon erste wahl sind.
    Ein verantwortungsbewußte BW muß sich um das seelenheil ihrer mitglieder kümmern, dies gehört zu ihren pflichten.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie waren im Krieg, haben Tod und Zerstörung hautnah erlebt: Dennoch suchen deutsche Soldaten seltener psychologische Hilfe als ihre Kameraden aus den USA. Wissenschaftler warnen davor, dass posttraumatische Belastungsstörungen häufig unerkannt bleiben.
    Nein! Unsere Soldaten waren in einem bewaffneten Konflikt!
    Quelle:
    Westerwelle: Afghanistan ist "bewaffneter Konflikt" « DiePresse.com
    Bisher hatte die Bundesregierung strikt eine genaue Qualifizierung des Einsatzes vermieden. Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen Herbst von einer kriegsähnlichen Situation gesprochen.
    Das macht die Situation für die Soldaten nicht besser, aber man sollte bei der richtigen Definition bleiben, auch wenn diese von 2010 ist. Sonst würde unsere Bundeswehr gegen Art. 26 GG verstoßen.
  3. #3

    Anerkennung

    Was mir auf jeden Fall fehlt, ist die Anerkennung der Dienste im Volk.
    Bei einer USA Reise habe ich miterlebt wie ein verwundeter Soldat mit mir in ein Flugzeug einstieg und das Personal ihn ausdrücklich hinwies, dass es sie freue, dass er mit ihnen fliegt.
    Ob die Einsätze der Bundeswehr gerechtfetigt sind oder nicht, spielt für mich dabei keine Rolle.
    Ein Dank an alle Soldaten und an die Politik sei gerichtet:
    Würden Sie ihr eigenes Kind in einen solchen Krieg schicken?
  4. #4

    Brunnen- und Schulbau

    Ich denke es herscht bei vielen Menschen in Deutschland nach wie vor der Eindruck das die Bundeswehr auf einer humanitaeren Mission zum Brunnen bohren und Schuen bauen in Afghanistan ist. Dabei wuerde ja auch kein PTSD auftreten im Regelfall.

    Leider versteht die Oeffentlichkeit noch nicht ganz, das sich Deutschland seit mehr als 10 Jahren im Krieg befindet und es halt wieder Veteranen und Kriegsversehrte (physisch wie psychisch) zu Hause gibt, um die die Gesellschaft sich kuemmern muss.
  5. #5

    Zitat von PaddyO Beitrag anzeigen
    Leider versteht die Oeffentlichkeit noch nicht ganz, das sich Deutschland seit mehr als 10 Jahren im Krieg befindet und es halt wieder Veteranen und Kriegsversehrte (physisch wie psychisch) zu Hause gibt, um die die Gesellschaft sich kuemmern muss.
    Da gebe ich Ihnen Recht!

    Leider ist es auch so, dass unsere Politiker für einen Auslandseinsatz gestimmt haben und die Soldaten nicht nach bestem Wissen und Gewissen ausgestattet haben.
    Also in der Vor- und in der Nachbereitung erheblich Mängel!
  6. #6

    PTBS ist keine Männerkrankheit, im Gegenteil

    Es geht mir entsetzlich auf die Nerven, welche massive Lobbyarbeit durch die Soldaten betrieben wird. Und entgegen all dieser Lobbyarbeit ist es nämlich nicht wahr, dass PTBS besonders Soldaten betreffen würde. PTBS betrifft in erster Linie Frauen, die durch sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung PTBS bekommen. Diese Straftaten führen nämlich bei jedem zweiten Menschen, der sie erleiden muss, zu PTBS. Während Kriegshandlungen bei Soldaten nur zu einem kleinen Prozentteil zu Traumatisierungen führen. Wenn schon über PTBS berichtet wird, dann hätte ich gerne mal jede zweite Woche in einer großen Tageszeitung in Deutschland einen Bericht darüber, dass es für zivile Betroffene seit Jahren kaum Behandlungsplätze gibt und dass die Krankenkassen lange Therapien nicht bezahlen wollen - das würde wenigstens die Realität der Betroffenen widerspiegeln. Soldaten entscheiden sich freiwillig dafür, Frauen und Kinder, die missbraucht und vergewaltigt werden, nicht. Und obwohl sie die Mehrzahl der PTBS-Betroffenen stellen, wird noch nicht einmal in der journalistischen Öffentlichkeit diese Wahrheit gespiegelt.
  7. #7

    Macht doch den Laden zu...kostet sowieso nur unnütz Geld!

    Wer bei einer Armee anheuert, um dort "beruflich" tätig zu werden, muß auch mit den Konsequenzen leben. Als Steuerzahler verlange ich lediglich, dass die Vorauswahl nur kriegstaugliche Bewerber einstellt, um den Steuerzahler nach Auslandsabenteuern nicht auch noch für Therapien etc. zur Kasse zu bitten.
  8. #8

    Nachträglich müssen

    jetzt aber die wenigen Zeitzeugen des Krieges 39 bis 45 in Psychotraumata verfallen. Soldaten und Zivilbevölkerung sahen sich im Krieg zerstörten Häusern, Beschuß und Angriff, kranke/verletzte zu sehen oder zu kennen, und und und gegenüber.
    War ganz Deutschland da nach Kriegsende krank? Und wo sind die Rubriken: durch Beschuß gehindert worden zur Toilette zu gehen, und daneben geschossen aber Feind traf Kameraden? Muß ein nachhaltiges Trauma ausgelöst haben. Diese Psychologen mit ihren Traumata. Müssen eigentlich exzellente Einzelkämpfer sein. Dank Selbsttherapierung. Deren jeder Einzelne zwei Züge der durch Beantwortung des Fragebogens kampfunfähig gewordenen ersetzt. Soldaten. Denen der Beschuß des Gegners befohlen wurde. Psychologen, nicht doch.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie waren im Krieg, haben Tod und Zerstörung hautnah erlebt: Dennoch suchen deutsche Soldaten seltener psychologische Hilfe als ihre Kameraden aus den USA. Wissenschaftler warnen davor, dass posttraumatische Belastungsstörungen häufig unerkannt bleiben....
    Dass die Dunkelziffer vermutlich hoch ist und dass mehr Soldatinnen als Soldaten sich ihren Truppenärzten und Psychologen vertrauen, liegt auch unter anderem daran, dass es - besonders im Heer - als "unsoldatisch und unmännlich" gilt, sich wegen eines PTBS in Behandlung zu geben.

    Man(n) gilt auch als "Weichei", wenn man ein Einsatznachbereitungsseminar besucht, das eigentlich Pflicht sein sollte.