Führung von unten: Wie der Doktorand seinen Professor lenkt

CorbisSie forschen und sie lehren, nur gute Chefs sind sie oft nicht. Deutsche Professoren haben wenig Führungskompetenz. Das Hochschulmagazin "duz" zeigt jedoch: Doktoranden können lernen, ihre Vorgesetzten zu zähmen - und so ihre Ziele zu erreichen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...-a-857269.html
  1. #1

    Kein Wunder

    Nach vielen Jahren Forschung und Lehre (auch an "Exzellenzuniversitäte") verwundern diese Befunde nicht - solange Begriffe wie "Personalentwicklung", "Führungskräftetrainings" etc. an vielen Universitäten nur in großer Entfernung zu der universitären "Führung" verwendet werden dürfen bzw. nur Alibi-Angebote viertklassiger Freelancer existieren, wird sich hier nichts ändern.

    Ich glaube inzwischen, dass das mit der mangelnden Selbstreflektion von vielen (Pro-)Rektoren und Kanzlern zusammenhängt - denn vor einer Intervention muss die Erkenntnis eines Problemes stehen.

    Aber nicht umsonst haben wir in einer Studie feststellen können, dass es gerade die Professoren sind, die sich so gut wie überhaupt nicht mir ihrem Arbeitgeber identifizieren ...
  2. #2

    Die Auswahlkriterien sind das Probem

    Ich habe mich oft gefragt, wieso es manchmal profssoren gibt, die nicht nur verständlich Vorlesungen halten, mit Studenten umgehen und wissenschaftliche Mitarbeiter motivieren und führen können, denn die ´normalen´ Auswahlkriterien scheinen so etwas ja nicht zu berücksichtigen. Aber: Nichts ist selbstverständlich...
  3. #3

    Soziale Kompetenz häufig Fehlanzeige

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie forschen und sie lehren, nur gute Chefs sind sie oft nicht. Deutsche Professoren haben wenig Führungskompetenz. Das Hochschulmagazin "duz" zeigt jedoch: Doktoranden können lernen, ihre Vorgesetzten zu zähmen - und so ihre Ziele zu erreichen.

    Führungskompetenz: Deutschlands Professoren haben Nachholbedarf - SPIEGEL ONLINE
    Viele Deutsche Hochschullehrer würden heute krachend durch die Auswahl für Führungskräfte fallen. Viele können noch nicht einmal etwas dafür, weil sie sich isoliert in den Elfenbeintürmen ihrer Fakultät ohne jegliches Feedback befinden. Dabei mangelt es meistens am Faktor "Soziale Kompetenz" und Interaktion,sowie Kommunikation mit
    wissenschaftlichen Mitarbeitern, vor allen aber mit ihrer Daseinsberechtigung, den Studenten. Menschliche Nähe zu den anvertrauten Studierenden bringt mehr als nur spröde vermittelter
    Stoff und zwar auch für den Lehrenden.
  4. #4

    Führungsverhalten wird kritisiert...

    nicht nur an der Uni, sondern vornehmlich in der "freien Wirtschaft".
    Ich schreibe z. Z. meine Masterarbeit und kann sagen, dass ich mit der Betreuung voll und ganz zufrieden bin: kooperativ, menschlich, verstaendnisvoll- manchmal sogar zu rücksichtsvoll (was den Abgabetermin angeht z. B.).

    Die Studie "Die Dritte Kultur im Management" von Holger Rust (Uni Hannover) zeigt, dass Absolventen und junge Berufstaetige ihre Vorgesetzten in drei Kategorien einstufen : 1. Kultur- Die kennzahlorientierten Formalisten, die zwar fachlich topp sind, aber einen erheblichen Mangel an sozialer Kompetenz (siehe Artikel) aufweisen.
    2. Kultur- Die Fashion-Victims der Trendgurus, die keine (persönlichen) Entscheidungen treffen können, ohne zuvor Berater und Gurus zu konsultieren.
    3. Kultur- Das kommunikativ-essayistische Mentalitaetsmilieu, das "echte", wertvolle Führungskraefte bereithaelt: Die Verbindung von fachlicher und sozialer Kompetenz; Kommunikation, Interesse am Mitarbeiter, Ermutigung und Inspiration.

    Diese 3. Kultur ist es, die wir in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik brauchen. Die Hoffnung scheint nicht vergebens zu sein: Ich glaube und darauf deuten auch die Studienergebnisse aus o. g. Projekt hin, dass dieses kommunikativ-essayistische Milieu praegend sein wird in Zukunft! Dazu tragen u. a. auch solche Seminare bei, die im Spon-Artikel beschrieben werden...
  5. #5

    Zitat von Winnie Puh Beitrag anzeigen
    Diese 3. Kultur ist es, die wir in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik brauchen.
    Träum' weiter!

    In den Bereichen spielt Lobbyismus eine große Rolle. Die Führungskräfte werden nach Erfolg beurteilt. Wie dieser zustandegekommen ist, fragt niemand.

    Da fällt mir eine Überschrift für einen weiteren Artikel ein: "Wie die Magister-Absolventin die Professoren lenkt." In NRW ist Svenja Schulze (SPD) mit einem einem Magister in Germanistik und Politikwissenschaft Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung.
  6. #6

    Nils Bohr

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie forschen und sie lehren, nur gute Chefs sind sie oft nicht. Deutsche Professoren haben wenig Führungskompetenz. Das Hochschulmagazin "duz" zeigt jedoch: Doktoranden können lernen, ihre Vorgesetzten zu zähmen - und so ihre Ziele zu erreichen.

    Führungskompetenz: Deutschlands Professoren haben Nachholbedarf - SPIEGEL ONLINE

    Begruender des Bohr'schen Atommodells war kein Doktor.

    Der Dr in der BRD gehoert sofort abgeschafft. Er ist eine Freikarte fuer lebenslages Sesselfurzen.

    Die wirklichen Leistungstraeger brauchen den Dr nicht. Ich weiss es, wiel ich einer von denen bin und ich schaeme mich.
  7. #7

    Zitat von dr.ponnonner Beitrag anzeigen
    Begruender des Bohr'schen Atommodells war kein Doktor.

    Der Dr in der BRD gehoert sofort abgeschafft. Er ist eine Freikarte fuer lebenslages Sesselfurzen.

    Die wirklichen Leistungstraeger brauchen den Dr nicht. Ich weiss es, wiel ich einer von denen bin und ich schaeme mich.
    falsch:

    (..) im Jahr 1911 schloss er sein Studium mit seiner Doktorarbeit über die magnetischen Eigenschaften von Metallen ab. (Niels Bohr)

    Den Rest hätten Sie sich auch sparen können.
  8. #8

    Zitat von entity01 Beitrag anzeigen
    falsch:

    (..) im Jahr 1911 schloss er sein Studium mit seiner Doktorarbeit über die magnetischen Eigenschaften von Metallen ab. (Niels Bohr)

    Den Rest hätten Sie sich auch sparen können.

    Zumindest der Erfinder des Otto-Motors, Nicolaus Otto, hat niemals studiert. ;)

    Abgesehen davon gibt es gute und schlechte Doktoren. Der Einwand, dass es zuviele Dr.nonsense gibt, ist nicht ganz unberechtigt.
  9. #9

    Doktoranden müssen aktiv Austausch suchen

    Nicht alle Mängel an Führung und Kommunikation im Verhältnis zwischen Doktoranden und betreuenden Professoren sind letzteren zuzuschreiben: Denn obwohl man sich mit der Promotion als eigenständiger Wissenschaftler beweisen sollte, harren zahlreiche Doktoranden viel zu sehr irgendwelcher Aktivitäten seitens ihrer Doktorväter oder -mütter, anstatt von sich aus den Austausch zu suchen. Das liegt regelmäßig in Angst und Unsicherheiten begründet, hilft aber nicht weiter, weder inhaltlich mit der Dissertation noch im Hinblick auf eine Karriere in den Wissenschaften. Wer wissenschaftlich arbeiten will, muß den Mut haben oder entwickeln, frühzeitig die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen zu suchen, gerade auch mit in der wissenschaftlichen Hierarchie höher stehenden Personen, anstatt ihnen aus dem Weg zu gehen. Und den sollten Betreuer wie Hochschulen fördern und fordern.