Extremtour am Ende: Deutschland-Wanderer muss ins Krankenhaus

DPASchon vor der Halbzeit ist für den Extremwanderer Dennis Bettin Schluss. Mit einem Freund wollte er Deutschland von der Nordsee bis zur Zugspitze durchwandern - ohne Geld und ohne Zelt. Doch bei Fulda war ein Abstecher in Krankenhaus nötig.

http://www.spiegel.de/reise/deutschl...-a-857636.html
  1. #1

    Falsche / gar keine Vorbereitung

    Dass es im September kalt wird, kann sich jeder denken, der sich mal ein paar Gedanken über das Klima gemacht hat. Und wenn man dann nachts friert, ist das eindeutig die falsche Ausrüstung. Es gibt eine Vielzahl an Schlafsäcken der -25°-Klasse, mit denen wäre das nicht passiert. Ohropax hätten die Nacht auch angenehmen gemacht.

    Für mich hört sich das so an, als wenn die beiden sehr blauäugig an Werk gegangen sind und jetzt die Lehren ziehen müssen. Mit der richtigen Ausrüstung und ein bisschen Training im Voraus, wäre das eine ganz andere Erfahrung geworden...
  2. #2

    @ Uncle_Sam

    Ich kenne Dennis. Beide haben sich optimal vorbereitet, sind täglich mehr als 20 Kilometer gelaufen um sich einzustellen. Auch die Ausrüstung ist top. Spezial entwickelte Rucksäcke, die genau auf ihre Körpergröße und Form angepasst worden. Das mit dem Schlafsack ist natürlich dumm gelaufen, ob die beiden ebenfalls spezielle Säcke hatten weiß ich leider nicht. Das Problem von Dennis war, dass sein Schlafsack gerissen ist und nicht mehr zu ging.
  3. #3

    jau

    genau mein gedanke @uncle_sam.

    ich möchte der leistung keinen abbruch tun, aber alleine die kleinen tricks aus (meiner) bundeswehrzeit und vieleicht das was man aus den büchern anderer extremwanderer entnehmen kann hätte wohl geholfen.
    wie hätte das dann wohl erst auf dem appalachentrail ausgesehen ;)
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon vor der Halbzeit ist für den Extremwanderer Dennis Bettin Schluss. Mit einem Freund wollte er Deutschland von der Nordsee bis zur Zugspitze durchwandern - ohne Geld und ohne Zelt. Doch bei Fulda war ein Abstecher in Krankenhaus nötig.

    Extremtour am Ende: Deutschland-Wanderer muss ins Krankenhaus - SPIEGEL ONLINE
    Falls die wirklich auf die Zugspitze selbst wollen, ist es viel zu spät im Jahr. Da oben schneit es längst und die wollen mit Ihrer Sommer- und Flachlandausrüstung da rauf? Noch dazu völlig ausgemergelt. Grenzenlos naiv.
  5. #5

    Zitat von macdonald100 Beitrag anzeigen
    Ich kenne Dennis. Beide haben sich optimal vorbereitet, sind täglich mehr als 20 Kilometer gelaufen um sich einzustellen. Auch die Ausrüstung ist top. Spezial entwickelte Rucksäcke, die genau auf ihre Körpergröße und Form angepasst worden. Das mit dem Schlafsack ist natürlich dumm gelaufen, ob die beiden ebenfalls spezielle Säcke hatten weiß ich leider nicht. Das Problem von Dennis war, dass sein Schlafsack gerissen ist und nicht mehr zu ging.
    Bei optimaler Vorbereitung wären sie nicht zu dieser Jahreszeit losgelaufen. Außerdem habe ich gelesen, daß sie zu zweit eine 0,75 Liter Flasche dabei haben. Dafür aber 30 Ersatzakkus. Auf das Handy hätte man als erstes verzichten können.
  6. #6

    Oder falsche Prämisse gesetzt

    Entweder ich versuche den Trip in Rekordzeit, oder unter dem Aspekt, autark zu sein. Die Suche nach Essen, einer Quelle und einem Schlafplatz dauert seine Zeit. Bei einer Zielsetzung von 50km/Tag ist man incl. Erholungspausen locker 12 Stunden allein am Laufen. Gut 2 Stunden, um Abends "runter zu kommen" und morgens wach zu werden - da bleibt bei 8 Stunden Schlaf (die der Körper bei einer solchen Belastung braucht) noch eine Stunde, um den "autarken" Aspekt zu verwirklichen - also Essen zu sammeln, dieses zuzubereiten und den Schlafplatz zu suchen.
    Also statt "autark" wäre es eine Option gewesen, meinetwegen auf "kostenlos" zu setzen. Zum Beispiel in Kirchengemeinden entlang des Weges nach einer Nach Kost&Logis zu fragen, oder per Couchsurfing, oder einfach zur Mittagszeit bei einem Spiegel-Artikel im Rücken einfach zur Mittagszeit im Wohngebiet Passanten zu fragen, ob diese einen Teller Suppe übrig haben. Oder halt wirklich autark unterwegs sein - dann aber auch die Zeit einplanen, Feuerholz zu sammeln, Kartoffeln zu kochen, auch mal ein paar Pilze zu sammeln ...
    Ich meine - ich will den Versuch nicht schmälern. Aber wenige Wochen zeitiger wäre vielleicht auch etwas einfacher gewesen. Das Obst war weitestgehen reif, das Wetter etwas wärmer...
  7. #7

    Nur nicht entmutigen lassen

    Hallo Jungs, das nächste Mal macht ihr es besser und ich bin sicher, ihr werdet es wieder versuchen. Möglicherweise ist eine solche Wanderung alleine besser, denn jeder hat seinen eigenen Rhythmus, den man nicht trainieren kann, sondern erst unterwegs finden wird. Rekorde aufzustellen sind nicht notwendig. Der Weg und auch das Ankommen sind wichtiger. Also nächstes Mal eine vernünftige Ausrüstung und natürlich auch Geld mitnehmen. Plant auch viel mehr Zeit ein, dann klappt es bestimmt. Ich empfehle euch, einen Anhänger mitzunehmen! Vorteil ist, dass man nichts am Körper tragen muss und so eine Menge an Ausrüstung mitnehmen kann, also von vielem völlig unabhängig ist. Selbst über Mittelgebirge lässt sich ein solcher Anhänger ziehen. Den Rest auf die Zugspitze dann natürlich mit dem Rucksack ;-) Gerne könnt ihr mich mal bei euren nächsten Planungen kontaktieren. Ich selbst lief mit unterschiedlichen Anhängern schon mal vom Bodensee nach Berlin, vom Bodensee nach Nürnberg, davon 2/3 der Strecke gar barfuß und auch ein 1.500-Kilometer- Marsch mit einem 5 Meter langen und 200 Kilogramm schweren Anhänger vom Bodensee über die Schweiz, Frankreich, Deutschland und dann mit Fähre nach Norwegen war damit kein Problem. Also, nur nicht entmutigen lassen. Ihr findet einen und den Weg!
  8. #8

    @rgom

    Also ich schalt mich mal wieder ein. Die beiden hatten deshalb 30 akkus dabei weil 1. auf dem Handy das gps navi war und zum anderen mit dem Handy das Fernsehteam, sowie die verantwortlichen anrufen mussten.
  9. #9

    Ich habs doch kommen sehen! Und bin immer noch der Meinung, daß die Krankenkasse des Herrn Bettin die Übernahme der Behandlungskosten verweigern sollte. Ich finde es unmöglich, mit meinen Krankenkassenbeiträgen für solche Idiotien geradestehen zu müssen. Das hat mit Solidarsystem beim besten Willen nichts mehr zu tun.