Studenten in der Gastronomie: "Mit 40 will ich das nicht mehr machen"

Stephan ThomasBurger wenden, Sushi rollen, Kaffee servieren - zwei von drei Studenten jobben, besonders viele in der Gastronomie. Vier von ihnen erzählen, was sie verdienen, wieviel sie dafür arbeiten und wie sie es schaffen, trotz Nachtarbeit nicht in der Bar hängen zu bleiben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...856572,00.html
  1. #1

    Die wahren Gruende

    Leider beschreibt der Artikel die Realitaeten in der Gastronomie nur sehr eingeschraenkt. Der Grund warum viele Studenten in der Gastronomie arbeiten sind sehr praktische Arbeitszeiten (meist 5pm-1am) navh der Vorlesung, Moeglichkeit am WE zu arbeiten, und sehr hoher Verdienst. 400 Euro ist das angemeldete Gehalt, den groessten Teil macht jedoch das Trinkgeld aus. In einer normalen Bar/Restaurant in Muenchen kann eine Kellnering ohne Probleme 250 Euro machen, in einer 8 Stunden Schicht (Gehalt 8,7% vom netto Umsatz, Trinkgeld 8-10%). Bei Umsaetzen von 1500 Euro und mehr. Viele Studenten verdienen mit der Gastronomi und dreimaligen Arbeiten (z.b. Do, Fr, Sa) somit ueber 2000 Euro im Monat, 70% davon bar auf die Hand, auf 400 Euro Basis. Auch der Satz abends Arbeit, morgens Uni, das geht gar nicht ist fuer mich nicht nachvollziehbar. Ich habe das staendig gemacht, kam um 1 Uhr Nachts nach Hause, schlief bis 8 Uhr und war um 9 in der Vorlesung. Meist arbeitet man am WE oder wenn am naechsten Tag keine fruehe Vorlesung ist. Der extrem hohe Verdienst macht es moeglich dass man viel weniger arbeiten muss als in anderen Studentenjobs. Einmal pro Woche eine gute Schicht sind 800 Euro im Monat. Das kann kein anderer Studentenjob.
  2. #2

    Erfahrung

    Also ich hab die Erfahrung gemacht, dass der Großteil meiner Kommilitone eher in fachspezifischen Betrieben als Praktikant oder Hilfkraft arbeiten. Klar gibts da nicht so viel Geld aber bei heutigen Personalern braucht man nun mal Praxiserfahrung.
    Wohingegen Bekannte, die Sozialwissenschaften studieren öfters tatsächlich in Gastronomie tätig sind. Liegt aber wahrscheinlich eher daran, dass in diesen Gebieten nur beschränkt Praktikumsplätze gibt.
  3. #3

    Echt?

    Zitat von maverick0b723 Beitrag anzeigen
    Leider beschreibt der Artikel die Realitaeten in der Gastronomie nur sehr eingeschraenkt. Der Grund warum viele Studenten in der Gastronomie arbeiten sind sehr praktische Arbeitszeiten (meist 5pm-1am) navh der Vorlesung, Moeglichkeit am WE zu arbeiten, und sehr hoher......
    3 Tage die Woche arbeiten und über 2000€ verdienen? Kann ich mir irgenwie nicht vorstellen.......
  4. #4

    ...

    Zitat von cabeza_cuadrada Beitrag anzeigen
    3 Tage die Woche arbeiten und über 2000€ verdienen? Kann ich mir irgenwie nicht vorstellen.......
    Dürfte wohl auch nicht die Regel sein (bei Weitem nicht) - aber eben auch nicht unmöglich.

    Kommt eben doch sehr stark auf den Laden und die Kundschaft an... und ob Trinkgelder aufgeteilt werden, oder jeder sein Trinkgeld einbehält. (was aus unerfindlichen Gründen zumeist dazu führt, dass Mädels mit entsprechendem Aussehen erstaunlich hohe Trinkgelder bekommen)

    Aber in nem simplen Burger-Shack siehts mit Trinkgeldern eben generell eher schlecht aus. Ein gutbesuchtes Szene-Cafe oder ne Bar in einem vorteilhaften Stadtviertel wirft allerdings auch entsprechende Trinkgelder ab.

    EIn Freund von mir hat sein Studium finanziert, indem er alle paar Wochen als Reiseleiter nen Bus voll Leute auf ne Städtetour begleitet hat. Ist halt immer ein Gewaltprogramm von Donnerstagabend bis Sonntagmittag gewesen, aber gerechnet hat sich das ganz gut... je nach Tour hat er 600 bis 1000 Euro bar auf der Hand von sonem Wochenende mitgebracht, was für nen Studenten und drei Tage Stress durchaus ein ziemlich gutes Einkommen ist.
    (klar - auch hier ist erstmal ein gewisses Maß an Vorbereitung notwendig, und man muss eben auch ein bisschen mit Menschen können... aber geschenkt gibts halt nichts)
  5. #5

    ........

    Zitat von cabeza_cuadrada Beitrag anzeigen
    3 Tage die Woche arbeiten und über 2000€ verdienen? Kann ich mir irgenwie nicht vorstellen.......
    400 Euro offiziell, einen Teil über "Mehrarbeit", die über die 400 Euro hinausgeht und schwarz gezahlt wird, der Rest ist Trinkgeld. Nicht unmöglich!
  6. #6

    Vielleicht in München

    Wer in Städten wie Halle, Erfurt, Chemnitz oder auch in Aachen studiert, erhält 400 Euro/Monat plus Trinkgeld. Wobei vielfach das Trinkgeld in einen Pott wandert und Ende des Monats geteilt wird. In anderen Fast-Food-Läden geht das Trinkgeld direkt an den Besitzer...also von bis zu 2.000 Euro sind studentische Kräfte hier ganz weit weg. Völlig unrealistisch.
  7. #7

    Die Gastronomie ist je nach Laden und Kundschaft sehr lukrativ und von den Zeiten her Studentenfreundlich. Das Problem dass alle Leute Praktika machen oder Fachspezifisch arbeiten wollen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Studium ist doch der letzte Lebensabschnitt in dem man auch nochmal was anderes machen kann als das was man danach plant. Die Studenten von heute sind grossteils bloss einfach zu angepasst und weichgespült und machen nicht mehr was ihnen Freude bereitet sondern das was im Lebenslauf toll aussieht. Ich würde behaupten, dass jemand der in einem gutlaufenden Gastronomiebetrieb eigenverantwortlich arbeitet und dann vielleicht 1 Jahr länger studiert, Sozial kompatibler, Stressresistenter und fähiger ist als diese ganzen Lebenslaufstreber die wenn man ehrlich ist nicht wissen was arbeiten eigentlich ist und sich Einstiegsgehälter von 50.000 € und mehr ausrechnen. Und 2000 € mit 3 Schichten (oft 8-10 Stunden) sind möglich. Vielleicht nicht in Görlitz oder der norddeutschen Provinz aber in reichen Grossstädten durchaus.
  8. #8

    Ja und nein...

    Zitat von spon-facebook-599406719 Beitrag anzeigen
    Die Gastronomie ist je nach Laden und Kundschaft sehr lukrativ und von den Zeiten her Studentenfreundlich. Das Problem dass alle Leute Praktika machen oder Fachspezifisch arbeiten wollen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Studium ist doch der letzte Lebensabschnitt in dem man auch nochmal was anderes machen kann als das was man danach plant. Die Studenten von heute......
    Grundsätzlich stimme ich Ihnen ja zu, aber ein Streberlebenslauf kann ggf. auch hilfreich sein. Streber stellen später auch gerne Streber ein. Oder anders gesagt, wer ein 1'er Studium abgeschlossen hat, bei dem hat man später als Bewerber meist auch nur eine Chance mit einem 1'er Abschluss. :-) Haben ja aber nicht alle. Ich würde lieber einen Bewerber mit mittelmäßigen Noten, dafür aber mit einem spannenden Lebenslauf einladen. Un ich finde ebenfalls, dass es einem Menschen nicht schadet, im Leben mal hart (vielleicht auch in einem richtigen Sch....job) gearbeitet zu haben. Dann wird man den gut bezahlten und verhältnismäßig "leichten" Job nach dem Studium mehr schätzen. Von der Schulbank zum Studium zum Job ist vielleicht geradlinig - aber auch sehr langweilig wie ich finde!
  9. #9

    Ich habe die Erfahrung

    mit Arbeitskollegen gemacht, dass diejenigen die schon mal richtig gearbeitet haben, in ihrem jetzigen Job bei weitem zufriedener sind. Deshalb sollten die Personaler bei den Lebensläufen ruhig neben den Noten auch darauf schauen, was die Jungs und Mädels neben dem Studium gemacht haben. Für mich wäre so ein Job neben dem Studium eine Empfehlung.