Sibylle Berg über "Landlust": Erst ins Beet, dann in die Grube

Im Garten gackert der Fasan, das Kaminfeuer knistert und Oma repariert den Trecker: Die Zeitschrift "Landlust" ist so erfolgreich, weil wir endlich mal unsere verdammte Ruhe haben wollen in dieser Welt. Bevor wir sie für immer verlassen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...855756,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Garten gackert der Fasan, das Kaminfeuer knistert und Oma repariert den Trecker: Die Zeitschrift "Landlust" ist so erfolgreich, weil wir endlich mal unsere verdammte Ruhe haben wollen in dieser Welt. Bevor wir sie für immer verlassen.

    Sibylle Berg über die Sehnsucht nach Landleben - SPIEGEL ONLINE
    Sehr lyrisch.
    Sie hat aber eines vergessen: Gartenparties, Gelächter, Funkenflug zum Himmel.
    Generell gilt: Je weniger Koniferen, desto besser.
    Und der Buchsbaumzünsler macht den Miniaturhecken gründlich den garaus. Warte nur, Sibylle, nach Züri kommt er auch noch!
  2. #2

    zweiter versuch

    wer sagt denn, dass wir die welt nicht verändern können .
    unser garten ist das internet und unser beet diese kolumne .
    liebe sibylle, ich frage dich nochmals:
    warum steht über deinen kolumnen dickgedruckt "Fragen Sie Frau Sibylle", wenn du auf nichts antwortest, was wir hier schreiben ?
    hast du noch nicht bemerkt, dass im forum die kommentare wichtiger sind als die kolumne selbst ?
    warum lässt du deinen garten so verkommen ?
    du bräuchtest noch nicht mal den trecker zu reparieren, sondern einfach nur die tastatur bedienen .
  3. #3

    Soviel Wahrheit muss sein!

    Zitat von berg Beitrag anzeigen
    ...Dass zum Garten die Großmutter, die sich auf das Reparieren von Dieselmotoren verstünde, automatisch dazu gehörte. Wir alle wollen irgendwann unsere verdammte Ruhe haben.
    Sibylle Berg über die Sehnsucht nach reparierenden Großmüttern - SPIEGEL ONLINE
    Also wenn schon Küchenpsychologie, dann bitte richtig: Eine Oma, die den Dieselmotor repariert, schreit wohl eher nach dem unterbewussten Wunsch, männliche Fähigkeiten zu besitzen, ohne einer sein zu müssen.
  4. #4

    Stadtlust - Landlust

    Im Winter leben wir in der Stadt. Da liest man schon mal gerne die "Landlust".
    Von Mitte März bis Mitte November leben wir im dicksten Land, in Südfrankreich in den Cévennen. Die "Landlust" verfolgt uns bis hierher.
    Und hier wirken alle Artikel belustigend.
    Mit anderen Worten: Diese Zeitschrift ist ausschliesslich für vom Land träumende Städter gemacht! :-)
  5. #5

    Ein schöner melancholischer Beitrag

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Garten gackert der Fasan, das Kaminfeuer knistert und Oma repariert den Trecker: Die Zeitschrift "Landlust" ist so erfolgreich, weil wir endlich mal unsere verdammte Ruhe haben wollen in dieser Welt. Bevor wir sie für immer verlassen.

    Sibylle Berg über die Sehnsucht nach Landleben - SPIEGEL ONLINE
    Wer ständig kämpft muss auch mal verschnaufen.
    Ich kann Ihre Sehnsucht gut verstehen.

    Leider ist sie ist nicht zu stillen in dieser Welt. - Viele suchen deshalb nach einer anderen.

    Wer das nicht (mehr) will oder kann erreicht vielleicht im Laufe seines Lebens wenigstens den Zustand von Altersmilde oder sogar Altersweisheit. Aber auch dieser Zustand wird das Unerträgliche nicht wirklich erträglicher machen.

    Das Geheimnis von Zufriedenheit oder sogar Glücksempfinden liegt wahrscheinlich wirklich in der Beschäftigung mit den kleinen, unbedeutenden Dingen - je häufiger desto besser. Denn diese Dinge lenken unsere Aufmerksamkeit ab von allen Sensationen, Begehrlichkeiten und Grausamkeiten. So kommen wir zur Ruhe - aber eben nicht zu Ruhm und Reichtum ...

    ... und die Frage nach Sinn und Ewigkeit unseres Daseins ist damit natürlich auch noch nicht geklärt. - Doch wie schlimm wäre es denn wirklich wenn es da gar nichts gäbe ...?

    Genießen Sie einfach das Leben wann immer Sie es können. - Je einfacher desto besser ...
  6. #6

    Ruhe vor dem Tod

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Garten gackert der Fasan, das Kaminfeuer knistert und Oma repariert den Trecker: Die Zeitschrift "Landlust" ist so erfolgreich, weil wir endlich mal unsere verdammte Ruhe haben wollen in dieser Welt. Bevor wir sie für immer verlassen.

    Sibylle Berg über die Sehnsucht nach Landleben - SPIEGEL ONLINE
    Wir wollen endlich mal unsere verdammte Ruhe haben in dieser Welt, bevor wie sie für immer verlassen. Hier liefert Berufspessimistin Sibylle Berg wohl die larmoyant vorgetragene Antithese zu Grönemeyers "Ruhe gibts genug nach dem Tod".
  7. #7

    Ach Sybille, Du bist noch zu jung und zu hübsch um Dich auf's Altenteil zu freuen.
    Geh, mach einen Tanzkurs in argentinische Tango, oder von mir aus auch Disco-Fox.
    Oder mach den Jagdschein, dann kannst Du auch durch die Natur schweifen.
  8. #8

    Machen Sie das doch

    Kaufen Sie sich einen abgelegenen Acker irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern und züchten Sie Schäfchen, die gerade so groß sind wie Katzen, Sie sind ja noch jung genug. Ich werde Ihnen eine kleine Herde abkaufen, dann brummt hier schon mal ein fleißiger Rasenmäher weniger.
    Die Ruhe werden Sie aber vielleicht erst zu schätzen wissen, wenn Sie zum 8. Mal umgezogen sind. Wenn Sie diese ewige Umzieherei so richtig satt haben, dann werden Sie beginnen, diese Gewächse, die Sie selbst gezogen haben, zu lieben wie Kinder, und besonders die, erst nach etlichen Jahren ihre Schönheit entfalten.
    Übrigens ist es ein unglaubliches Gefühl, wenn man einen Platz hat, von dem man eindeutig sagen kann: DAS ist der schönste Platz auf der ganzen Welt. Dieser Sessel da links unter dem Pavillon den man selbst gebaut hat. Wenn Sie das einmal gemacht haben, dann wissen Sie auch, was ein besseres Gefühl gibt als Kuchen backen.
  9. #9

    Ich teile Ihren Wunsch nach Ruhe.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...weil wir endlich mal unsere verdammte Ruhe haben wollen in dieser Welt. Bevor wir sie für immer verlassen.

    Sibylle Berg über die Sehnsucht nach Landleben - SPIEGEL ONLINE
    Bedauerlicherweise ist sie entweder furchtbar teuer oder im wirklich Ländlichen mit erheblichen Nachteilen belastet. Ohne Auto geht fast gar nichts, da häufig weder Lebensmittel noch ärztliche Versorgung (von weiteren Bedarfsartikeln ganz zu schweigen) in der Nähe zu haben sind. Von unterhaltsamen Dingen will ich gar nicht reden, auf die würde ich gern verzichten. Aber die absoluten Lebensnotwendigkeiten möchten schon sein. Besonders wenn man älter wird.
    Und da hakt es beträchtlich an der Infrastruktur. Selbst der ÖPNV findet meistens nur von Montags bis Freitags und dann nur gelegentlich statt. Und das ist die Voraussetzung, um Ballungszentren zu entzerren ohne eine weitere Blechlawine zu erzeugen.