Altersvorsorge - sollte die Riester-Rente für alle Arbeitnehmer verbindlich sein?

Dass die Rente, wie wir sie kennen, nicht mehr unbedingt sicher ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Mögliche Lösungen des Problems werden diskutiert, aber um eine stärkere individuelle Vorsorge für das Alter werden wir kaum herumkommen. Soll der Staat diese Vorsorge mehr oder anders als bisher fördern? Oder sollte die schon angebotene Riester-Rente künftig für alle Arbeitnehmer verbindlich sein?
  1. #1

    Nun

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dass die Rente, wie wir sie kennen, nicht mehr unbedingt sicher ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Mögliche Lösungen des Problems werden diskutiert, aber um eine stärkere individuelle Vorsorge für das Alter werden wir kaum herumkommen. Soll der Staat diese Vorsorge mehr oder anders als bisher fördern? Oder sollte die schon angebotene Riester-Rente künftig für alle Arbeitnehmer verbindlich sein?
    die Privatversicherer, die Lobby und die Presse tun alles ihnen Mögliche, damit sich herumspricht, dass die gesetzliche Rente eventuell nicht mehr sicher sein könnte.
    Ich will es mal andersherum formulieren. Nichts ist sicher, nur die gesetzliche Rente ist etwas sicherer als alles andere.
    Die individuelle Vorsorge für das Alter war schon immer nötig und selbstverständlich. Nur die Provisionen und staatlichen Zuschüsse zu den Gewinnen der Privatversicherungen, das hat es bis zu Riester in dieser Form nicht gegeben. Ein wenig verschämter über Vermögens-wirksame Leistungen und Steuerbegünstigung der Kapitallebensversicherungen schon. Heute ist das halt nur alles etwas - sagen wir einmal - unerschrockener, unverschämter. Man diskutiert sogar, freie Bürger dazu zu zwingen, ihr Geld zum Fenster raus zu schmeissen. Bei Zinsen unter der Inflationsrate geht das nur mit staatlichem Zwang. Kein normaler Mensch wird sonst solch ein Glücksspiel mit seiner Altersversorgung betreiben.
  2. #2

    Titelfrei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dass die Rente, wie wir sie kennen, nicht mehr unbedingt sicher ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Mögliche Lösungen des Problems werden diskutiert, aber um eine stärkere individuelle Vorsorge für das Alter werden wir kaum herumkommen. Soll der Staat diese Vorsorge mehr oder anders als bisher fördern? Oder sollte die schon angebotene Riester-Rente künftig für alle Arbeitnehmer verbindlich sein?
    Da haben Maschmeyer und Co. exzellente Lobbyarbeit geleistet und Figuren wie Herr Riester, haben eine dauerhaft gesicherte Einkommensquelle gesichert, um Vortragsreisen und Werbeveranstaltungen für die Versicherungsindustrie abzuhalten.
    Mit dieser Angst treibt man noch mehr „Beitragszahler“ in die Fänge der Finanzindustrie – der Absatz von Riester-Verträgen etc. wird demnächst wohl wieder anziehen. Auch hier übernimmt der Staat gerne das Sponsoring und verteilt großzügig Steuergelder an die Finanzindustrie. Würde man allein diese Gelder dem umlagefinanzierten System zuführen, könnte das Rentenniveau gehalten werden.
    Der Deutsche Sozialstaat und die umlagenfinanzierte Rente, früher ein Erfolgsmodell, um dass uns die Welt beneidet hat, wird momentan kontrolliert abgewickelt und das anglo-amerikanische Modell wird hier Einzug halten. Eine mehr und mehr privatisierte erhöht das Risiko und senkt es nicht.
    Viele Anleger in den USA oder GB gucken in die Röhre, da diverse Börsen- und Spekulationsblasen das eingesetzte Kapital der Rentenfonds pulverisiert haben.
    Der Fake mit der Riester-Rente ist ebenso plump wie berechnend.
    Der Staat pumpt jedes Jahr Milliarden in diese Industrie. Die Beiträge versickern vorrangig im System (Provisionen und Verwaltungskosten).
    Will man sein Einkommen in der Rente halten, müssten man Monatsbeiträge von mehreren hundert Euro zusätzlich bezahlen - und das lückenlos über mehrere Jahrzehnte.
    Daher ist es schon ein dummdreister Versuch den Leuten einzureden, dass die Riester-Rente vor allen Dingen für Geringverdiener eine Option darstellt, die Rentenlücke zu schließen!
    Idealerweise sollten man dann auch deutlich über 90 Jahre oder über 100 Jahre alt werden. Ansonsten ist die Rendite gleich Null.
    Warum steckt man diese sinnlos verplemperten Milliarden nicht das umlagenfinanzierte System?
  3. #3

    Das kann doch wohl nicht wahr sein !

    .
    Statt die längst überfällige Pflichtversicherung für alle Einkommen unter Wegfall der Beitragsbemessungsgrenzen, endlich durchzusetzen, wie das international auch üblich ist, sollen die Leute
    nunmehr zwangsweise Marschmeyer und Banditen Ihr sauer verdientes Geld in den gierigen Rachen schmeißen.

    .
    Ich schrieb es bereits zu einem früherem Zeitpunkt das ist...Organisierte Kriminalität. Schon aufgrund der Tatsache, das die Leute, Ihr Geld angesichts der globalen wirtschaftlichen Entwicklung, die sich schon bald entladen wird, Ihr Geld auf Nimmerwiedersehn abschreiben werden müssen.



    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dass die Rente, wie wir sie kennen, nicht mehr unbedingt sicher ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Mögliche Lösungen des Problems werden diskutiert, aber um eine stärkere individuelle Vorsorge für das Alter werden wir kaum herumkommen. Soll der Staat diese Vorsorge mehr oder anders als bisher fördern? Oder sollte die schon angebotene Riester-Rente künftig für alle Arbeitnehmer verbindlich sein?
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dass die Rente, wie wir sie kennen, nicht mehr unbedingt sicher ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Mögliche Lösungen des Problems werden diskutiert, aber um eine stärkere individuelle Vorsorge für das Alter werden wir kaum herumkommen. Soll der Staat diese Vorsorge mehr oder anders als bisher fördern? Oder sollte die schon angebotene Riester-Rente künftig für alle Arbeitnehmer verbindlich sein?
    "Dass die Rente, wie wir sie kennen, nicht mehr unbedingt sicher ist......."

    ist von Lobbygruppen Mithilfe und Unterstützung der Politiker gewollt und verursacht worden. Man sollte jedem die Hand abhacken, der an dem deutschen Rentensystem in den letzten 20 Jahren herumgeschraubt hat und deren gesamtes geraubtes Vermögen wieder in die Rentenkasse einzahlen. Denn dann gäbe es auch jetzt kein Rentenproblem mehr.

    "Soll der Staat diese Vorsorge mehr oder anders als bisher fördern?"

    Er soll in erster Linie gar nix fördern, sondern die Finger aus der Kasse herauslassen, das würde schon reichen. Außerdem weg mit Billiglöhner und Leiharbeit und 400 Eurojobs und solchen Mist, der nix in die Rentenkassen bringt.

    Wenn dann immer noch Geld fehlen sollte.......was unwahrscheinlich wäre..........dann müssen die Sozialversicherungs Freibetragsgrenzen aufgehoben werden und danach müssen eben ALLE in die Rentenkasse zahlen.......ja auch die Politiker....eben ALLE. In der Schweiz funktioniert das eben schon lange so. Und hier könnte und würde das auch funktionieren.
  5. #5

    Wenn eine Rente nicht sicher ist, dann die Riester-Rente. Die Privatisierung der Rente dient nur der Umverteilung von unten nach oben, weil die Arbeitnehmer dadurch überproportional belastet werden. Wer die gegenwärtigen Turbulenzen und das Chaos an den Finanzmärkten beobachtet, muss schon einen starken glauben haben, dass ihm die Riester-Rente eine sichere Altersvorsorge ist. Denn man erwirbt nur das Recht auf Auszahlung einer bestimmten Geldsumme, aber nicht einer bestimmten Kaufkraft zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Mittlerweile wird ja unverhohlen darüber diskutiert, diese Geldansprüche wegzuinflationieren, um die Finanzindustrie und die Pleitestaaten zu retten.

    Davon profitieren also wenig die Alten, sondern vor allem die Finanzindustrie, und die ist fest verbunden mit den Altparteien. Man ist sicherlich nicht bösartig, wenn man unterstellt, dass das Schicksal der zukünftigen Rentner der geringste Grund für solche politischen Überlegungen ist, sondern eher Teil der Bankenrettung.

    Welchen Wert die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente haben, weiß heute niemand und hängt davon ab, wie in Zukunft die Verteilung des Sozialproduktes erfolgt. Wenn man mal schaut, wie viel Geld der Staat heute unsinnig vernichtet, ist da noch sehr viel Raum für Rentenfinanzierung.
  6. #6

    Wenn einer spart wird er reich - wenn alle sparen werden alle arm

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oder sollte die schon angebotene Riester-Rente künftig für alle Arbeitnehmer verbindlich sein?
    Genauso gut könnte man alle Arbeitnehmer dazu verpflichten für eigenen Wohnraum anzusparen um im Alter über Vermietung seine Rente aufbessern zu wollen.

    Was hätte dies für Konsequenzen? Es würde viel Wohraum einfach leerstehen, weil jeder vermieten will - aber keiner mehr in Miete gehen will.

    So wie jeder Mieter einen Vermieter braucht, benötigt jeder gesparter Euro einen Euro in Schulden.

    Das Vermieten von Wohnraum funktioniert in Städten gut, in dem das Wohnangebot knapp ist z.B in München. Es funktioniert sehr schlecht auf dem Land, weil der Bedarf gering ist.

    Das Sparen funktioniert sehr gut, solange es wenige tun - es funktioniert immer schlechter je mehr Menschen sparen. Wir haben weltweit das Problem dass das Kapital nicht mehr genügend seröse Menschen finden die bereit sind Schulden aufzunehmen.

    Der Vorschlag alle sollten riestern, ist genauso unsinnig wie der Vorschlag in einen Dorf mit sehr viel leerstehenden Inmobilien alle sollen Häuser bauen um diese zu vermieten.

    Ich habe nichts gegen die private Altersvorsorge, genausowenig wie ich nichts gegen Vermieter habe. Aber was für einen einzelnen funkioniert funktioniert nicht für die breite Masse.

    Es ist absolut schwachsinnig alle zum Sparen verpflichten und gleichzeitig auf allen Ebenen Schuldenbremsen einführen. Ist niemand bereit Schulden aufzunehmen kann keiner sparen. Da die Banken und Versicherung ihren Verwaltungsaufwand vom gesparten abziehen, ist in diesem Extremfall für die Sparer das Sparen ein Verlustgeschäft.

    Unsere Politik- und Wirtschaftselite glauben es ist ein Naturgesetz dass sich Vermögen vermehrt wenn man spart. Wenn alle sparen wird weniger konsumiert und die Wirtschaftsleistung geht zurück. Da insgesamt weniger erwirtschaftet wird ist auch weniger zu verteilen.

    Ein vernünftiger Weg ist es die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge abzuschaffen und mit diesem Geld das Umlageverfahren zu fördern. Das Umlageverfahren ist billiger in der Verwaltung, solidarischer und effizienter. Es kann sein dass bei schlechter Wirtschaftslage die Rente mal gering ausfällt, aber es geht niemals auf Null.

    Wer sparen will soll es tun - aber bitte nicht mit Steuergelder. Und man kann nicht alle auffordern zu sparen. Wenn alle dies tun werden alle arm
  7. #7

    "Die unmittelbaren Verlierer sind Sparer, deren Lebensversicherungen und Riester-Verträge durch die manipulierten Niedrigzinsen entwertet und inflationär massakriert werden."

    'Roland Tichy zur Eurorettung
    Wirtschaftswoche - Roland Tichy: Berlin gezähmt « Chefsache
    Man sollte die Forderung nach mehr Riester-Renten in größerem Zusammenhang sehen. Hier geht es darum, Geldvermögen zu vernichten, um Staaten und Banken zu entschulden
  8. #8

    Und

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    "Die unmittelbaren Verlierer sind Sparer, deren Lebensversicherungen und Riester-Verträge durch die manipulierten Niedrigzinsen entwertet und inflationär massakriert werden."

    'Roland Tichy zur Eurorettung
    Wirtschaftswoche - Roland Tichy: Berlin gezähmt « Chefsache
    Man sollte die Forderung nach mehr Riester-Renten in größerem Zusammenhang sehen. Hier geht es darum, Geldvermögen zu vernichten, um Staaten und Banken zu entschulden
    stellen Sie sich nur einmal vor: Da spart einer 35 Jahre gegen die Inflation an. Bekommt dann zufällig doch noch was an Riester. Muss das voll versteuern, sein Gesamteinkommen auch, die Steuerprogression steigt , er zahlt jetzt mehr Steuern für seine gesamten Einkünfte, also auch für seine Rente. Jetzt kommt dummerweise seine Krankenkasse noch auf die Idee und fordert ihn auf, 17,5% seiner Riesterrente freiwillig an Beiträgen abzuführen. Und die damals den Riester vertickten haben sich ihre Provision in der Schweiz auszahlen lassen, wegen der Steuer.
    Ein irres System.
    Da hat die arme Socke 35 Jahre gespart, um am Ende weniger zu haben als wenn er die Finger davon gelassen hätte.
    Riesters Rente hätte ich gerne.
  9. #9

    "Verböserung"

    Zitat von karl-felix Beitrag anzeigen
    stellen Sie sich nur einmal vor: Da spart einer 35 Jahre gegen die Inflation an. Bekommt dann zufällig doch noch was an Riester. Muss das voll versteuern, sein Gesamteinkommen auch, die Steuerprogression steigt , er zahlt jetzt mehr Steuern für seine gesamten Einkünfte, also auch für seine Rente. Jetzt kommt dummerweise seine Krankenkasse noch auf die Idee und fordert ihn auf, 17,5% seiner Riesterrente freiwillig an Beiträgen abzuführen. Und die damals den Riester vertickten haben sich ihre Provision in der Schweiz auszahlen lassen, wegen der Steuer.
    Ein irres System.
    Da hat die arme Socke 35 Jahre gespart, um am Ende weniger zu haben als wenn er die Finger davon gelassen hätte.
    Riesters Rente hätte ich gerne.
    Hört sich an wie ein alberner Scherz; aber Sie sind verdammt nahe dran an der Realität.
    Sowohl die Krankenkasse, als auch die Einkommensteuergesetzgebung hat genau das bereits einmal rückwirkend "verbösernd" und zum Nachteil des soliden Sparers durchgesetzt.
    "Ulla Schmidt, ick hör dir trappsen".