Abgehört: Die wichtigsten CDs der Woche

Brooklyns Topstars Grizzly Bear lassen auf ihrem neuen Album das Sonnenlicht zwischen den Zweigen scheinen, die Pet Shop Boys steuern den Herbst der Karriere an, The xx machen eigentlich alles wie beim ersten Mal - und Bob Dylan, der alte Fuchs, grinst der Apokalypse entgegen.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...855188,00.html
  1. #1

    Pet Shop Boys -

    Über Herrn Wiggers schräge Rezeption kann ich mich wieder nur wundern, handelt es sich bei "Elysium" doch um ein Album mit der "durchgängigsten warmen Stimmung seit "Behaviour" (Neil Tennant). Daher haben Tennant/Lowe auch ganz bewusst den ersten und letzten Song ("Leaving" und "Requiem in Denim and Leopardskin") als positiv-optimistischen Albums gewählt, obschon beide Stücke ursprünglich für den Vorgänger "Yes" geschrieben worden waren ...
  2. #2

    optional

    Dylanologen, schon ein sehr schlimmes Wort an sich, sind einsame Männer, die das Äquivalent zu den zwanghaften Auslegern von Faust. Der Tragödie zweiter Teil betreiben: irgendwie langweiliges Zeug, um Kennerschaft zu demonstrieren.
    Ich halte mich für keinen von diesen, dennoch möchte ich mich hier äußern: der Ton dieser Rezensionen ist oftmals einfach blöd und fahrig: was, um alles in der Welt ist "launiger Depressionswing". Das Epithteton soll launig klingen, doch es ist vor allem dürftig. Wenn man sich das Stück anhört, lässt sich erkennen, der Herr Rezensent meint "Western-Swing". Jawohl, eine gelungene Adaption dieses Genres, das etwa 1935 bis 1945 seinen Zenit erreicht hatte, aber niemals in dem Umfang den Rhythmus durch das Schlagzeug akzentuieren ließ.
    Und ebenso ist der Relativsatz zu John Lennon vor allen Dingen ärgerlich schwammig. Was soll das heißen? „zu Lebzeiten nicht unbedingt Dylans größter Fan war“.
    Ob Lennon es im Januar 1981 war, weiß niemand von uns. Also hätte es auch "niemals" heißen können, aber klingt das nicht ein bisschen zu scharf? Es wäre eine Position. Und nach meinem mittlerweile fast 40 Jahre alten Höreindruck ist "You've got to hide your love away" nicht nur ein wunderschöner Song von Lennon, sondern meines Erachtens zudem eine klangliche Würdigung der Musik Dylans. Ich mag mich täuschen. Aber damit habe ich dann eine klare Position bezogen.
    Ich habe das Album noch nicht gehört, aber ich finde Dylans Musik allenfalls gut im Hinblick auf sein Gesamtwerk und längst nicht so stark wie Tribal und Locked Down von Dr. John an sich und ebenso im Vergleich zu dessen Standards.