Selbständig in Kambodscha: Täglich grüßt der Hausgeist

Wohnung und Job kündigen, Hausrat und Winterklamotten verschenken, ab in den Flieger - Tanja Smolinski hat's getan. Seit drei Jahren führt die gelernte Druckerin mit ihrem Mann eine Pension in Kambodscha. Das klappt gut, nur zum Arzt traut sie sich nicht mehr.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...853585,00.html
  1. #1

    Sehr schöner Bericht

    und mit meinen Thailand-Erfahrungen ebenfalls übereinstimmend. Nur scheint mir die Preiskalkiulation ziemlich wacklig: Allein für die Mehrmiete muss eine ca. einwöchige Vollauslastung oder eine 25%-Auslastung/Monat ganzjährig gegeben sein. Die sind da anscheinend auf eine echte (deutchsprechende) Kapitalistin gestossen...
  2. #2

    Ich staune immer wieder

    wie von Auswanderern über solche "Kleinigkeiten" wie z. B. die hier erwähnte Korruption und andere gesellschaftliche und politische - nennen wir es mal "Unzulänglichkeiten" hinweggesehen wird. Hier in Deutschland wäre dies Anlass für grosse Empörung...und ein Grund auszuwandern...
    Aber man ist dort ja nur Gast und trägt keine Mitverantwortung für die Verhältnisse.
  3. #3

    in Bar und ohne Quittung

    Zitat von Bolligru Beitrag anzeigen
    wie von Auswanderern über solche "Kleinigkeiten" wie z. B. die hier erwähnte Korruption und andere gesellschaftliche und politische - nennen wir es mal "Unzulänglichkeiten" hinweggesehen wird. Hier in Deutschland wäre dies Anlass für grosse Empörung...und ein Grund auszuwandern...
    Aber man ist dort ja nur Gast und trägt keine Mitverantwortung für die Verhältnisse.
    Meinen sie, das es in Deutschland keine Korruption gibt? Hier nennt sich das Lobbyismus und ist teuerer als 10 $... oder wie würden sie es nennen, wenn ein Bausenator in einer deutschen Großstadt für fast 1/4 Mill. seine Wohnung renoviert bekommt, der Bauunternehmer ihm das offiziell schenkt und dafür erhält der fast alle staatlichen Großaufträge, manchmal auch ohne vorgeschriebene Ausschreibung?
    Da halte ich das System in solchen Staaten für ehrlicher. Man bekommt, was man bezahlt. Das ist berechenbar. Außerdem darf man dabei eins nicht vergessen: wenn hier ein Beamter bestochen wird, so hat er es doch eigentlich nicht nötig; er verdient genug für seinen Lebensunterhalt. Wenn in Asien ein Beamter bestochen wird, ist das oft für ihn überlebenswichtig; die machen das da aus reiner Not weil sie nicht genug verdienen. Perfide ist nur, dass das bei der Entlohnung dort gleich mit berücksichtigt wird...aber da kann der kleine Polizist auf der Straße nichts für, der eine Verkehrsünde in Bar und ohne Quittung eintreibt...
  4. #4

    Der Unterschied liegt darin

    dass man als Normalbürger absolut notwendige Dinge und staatliche Dienstleistungen, wie Zulassungen, Bescheinigungen etc. wie auch in dem Bericht erwähnt, nur gegen einen Extra-Obolus bekommt. Das heißt, wer das Geld nicht hat, sieht alt aus. Je mehr man hat, desto besser flutscht es. Aber das muss man doch nicht wirklich erklären, oder? So weit sind wir hierzulande noch lange nicht. Bei uns kriegt jeder seinen Perso noch zum gleichen Preis, egal ob arm oder reich. Im Übrigen ist das Thema Korruption nur eines von vielen möglichen Beispielen und der Kernpunkt meines Beitrags ist die Beobachtung, dass sich Auswanderer bisweilen anderswo mit Verhältnissen arrangieren, die sie hier zu Recht übelst anprangern würden....
  5. #5

    25% reicht nicht

    Zitat von zeitmax Beitrag anzeigen
    und mit meinen Thailand-Erfahrungen ebenfalls übereinstimmend. Nur scheint mir die Preiskalkiulation ziemlich wacklig: Allein für die Mehrmiete muss eine ca. einwöchige Vollauslastung oder eine 25%-Auslastung/Monat ganzjährig gegeben sein. Die sind da anscheinend auf eine echte (deutchsprechende) Kapitalistin gestossen...
    25% reicht sicher nicht, ich schätze eher 50%.
    Neben der Miete fallen ja noch Kosten für Zimmermädchen, Provision für die Tuk-Tuk-Fahrer und Steuern an. Und die eigene Arbeit soll ja irgendwann auch bezahlt werden, + Rücklagen für Krankheitsfall, Rente usw. Wünsche trotzdem viel Glück.
  6. #6

    Krankheitskosten

    Mich hatte in Siem Reap eine Amöben-Ruhr umgehauen (leicht einzufangen durch Rohkost).
    Das Krankenhaus war erstklassig: Internet und HD-TV überall, Diagnose-Laboranalyse-Verschreibung, alles in 2 Stunden erledigt. Aber auch erstklassig teuer: 280 Dollar bar.
  7. #7

    Mutig!

    Hotels rechnen generell mit einer min. Auslastung von 60% erst dann sind die Zahlen im "gruenen Bereich" und das Ganze ist kein Abenteuer!

    Ich bin 1990 nach Thailand in den gleichen Bereich, bin nach 22 Jahren, mit vielen Erfahrungen und um Meilen klueger, mal wieder in meiner Heimat. Es hat sich vieles rasant veraendert, das iwrd es auch in Kambodscha! Und dann, schaunen die Anfangs freundlichen schon etwas trockner auf die "Zuwanderer" die dort kambodschanisches Geld verdienen, solange Mensch das zubuttert, ist Alles im Reinen, fangen die Zuwanderer an richtiges Geld zu verdienen, odr sind einfach nur xyz im Weg.... trotzdem ich begruesse immer wieder den Mut mal was Anderes zu machen - einfach ist es nicht, ueberlgen sollten sich die Auswanderer, was sie mit DEM Aufwand, hier bewirken koennten, nur das eben die Umstaenden nicht so exotisch sind, das kommt einem erst wenn mal was akut wird, Krankheit, Unfall oder eben durch Natur- oder politischen ereignissen, die ueberlebenswichtigen Gaeste weg bleiben.... Viele Glueck und Spass bei der Sache!
  8. #8

    Dazu gehört Mut

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wohnung und Job kündigen, Hausrat und Winterklamotten verschenken, ab in den Flieger - <i>Tanja Smolinski</i> hat's getan. Seit drei Jahren führt die gelernte Druckerin mit ihrem Mann eine Pension in Kambodscha. Das klappt gut, nur zum Arzt traut sie sich nicht mehr.

    Deutsche Auswanderer in Kambodscha: Täglich grüßt der Hausgeist - SPIEGEL ONLINE
    Für den Mut hier komplett auszusteigen und in Asien eine neue Existenz aufzubauen habe ich großen Respekt. Wer träumt nicht davon mal aus unserem Alltagstrott auszubrechen und einfach mal irgendwo neu zu beginnen?
    Es muss ja nicht Asien sein, ein kleines Häusschen auf dem Land in Frankreich tut es ja auch.

    Insbesondere in den asiatischen Ländern hat man aber eben immer das Risiko ein Ausländer zu sein. Oft hat man gar nicht die Möglichkeit sich eine Existenz wirklich aufzubauen, weil man z.B. solche Guesthouses gar nicht kaufen darf sondern nur mieten. Und die Mietverträge sind dort eher lasch, und meist zu Gunsten der Vermieter. Die können einen schnell rauswerfen wenn es ihnen in den Kram passt.

    Ich hatte das bei einem deutschen Aussteigerpäärchen in Thailand gesehen. Die haben sich eine wirklich traumhafte kleine Bungalowanlage an einen abgelegenen kleinen Strand auf KoPhangan aufgebaut. Das Land war aber nur gepachtet, die Hütten haben sie selbst bezahlt und auch für die Infrastruktur gesorgt. (es lag dort weder Strom noch Wasser). Die beiden haben dort wirklich sehr viel Herzblut reingesteckt und das Geschäft lief prächtig. Die Kinder gingen in Thailand zur Schule, es hätte perfekt werden können.

    Und dann kam der Grundbesitzer daher und hat denen die Pacht nicht mehr verlängert. Ein halbes Jahr später mussten sie von dem Land runter sein. Ob sie die ganzen Hütten wieder abgebaut haben um mit dem Material wo anders neu anzufangen weiss ich nicht. Die Anlieferung ist dort sehr bescherlich, nur mit 4x4 Fahrzeugen oder per Boot. Wenn nicht hat der Grundbesitzer ein schönes Startpaket für eine eigene Anlage erhalten.

    Darum wäre ich bei solchen Vorhaben eher skeptisch. So lange die reichen Westler für Geld sorgen passt das alles. Aber sobald die Einheimischen die Möglichkeit wittern das aufgebaute Geschäft selbst zu machen ist es schnell vorbei mit der Freundschaft...
  9. #9

    Zahnarzt

    Zitat von quero59 Beitrag anzeigen
    Mich hatte in Siem Reap eine Amöben-Ruhr umgehauen (leicht einzufangen durch Rohkost).
    Das Krankenhaus war erstklassig: Internet und HD-TV überall, Diagnose-Laboranalyse-Verschreibung, alles in 2 Stunden erledigt. Aber auch erstklassig teuer: 280 Dollar bar.
    Ich war neulich in Phnom Penh beim Zahnarzt (mit USA Studium). Komplettuntersuchung mit Zahnsteinentfernung 9,-EUR.