Debatte um "Brigitte"-Models: Loblied auf das Mittelmaß

Arme normale deutsche Frau! Nachdem die "Brigitte" sich von ihren Laien-Models getrennt hat, tauchen weibliche Durchschnittstypen höchstens noch in Frauenzeitschriften auf, wenn graue Mäuse gesucht werden, die mehr aus ihrem Typ machen wollen. Wie demütigend.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...854453,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Arme normale deutsche Frau! Nachdem die "Brigitte" sich von ihren Laien-Models getrennt hat, tauchen weibliche Durchschnittstypen höchstens noch in Frauenzeitschriften auf, wenn graue Mäuse gesucht werden, die mehr aus ihrem Typ machen wollen. Wie demütigend.

    Silke Burmeister über die deutsche Frau - SPIEGEL ONLINE
    Als normale Frau lese ich diese Schundblätter nicht mal mehr.
  2. #2

    Playboy

    Großartiger Artikel!

    Geht Männern beim lesen des "Playboy" aber wahrscheinlich genauso. Mit den Männern, die dort thematisiert werden - reich, gutaussehend, weltgewandt, mit tollen Frauen im Bett - haben gefühlte 99% der männlichen Gattung in diesem Land auch nicht viel zu tun.
  3. #3

    Breiter Begriff

    Man baut einen Kampfbegriff auf, in diesem Fall „Normal“, und zerlegt den Pappkameraden artgerecht. Weshalb in aller Welt sollten „Models“ normal aussehen? Bei einem Bummel durch meine mittelgroße Stadt habe ich gestern bei schönstem Sonnenschein wieder mindestens zehn attraktive junge Damen gesehen, die alle die angeblichen Supermodels um Längen deklassieren. Die Natur ist nun mal total ungerecht. Man kann auch noch erwähnen, dass „gutes Aussehen“ durchaus hinderlich sein kann bei der Jobsuche, insbesondere für Frauen, die man landläufig als „sexy“ bezeichnet.
    Diskriminierung bei Bewerbungsfotos - SPIEGEL ONLINE
    Auch die „physiognomischen“ Studien der Personalchefs sind wahrscheinlich unausrottbar, wenn diese Spezies nicht sogar auch „Graphologie“ und ähnlichen Humbug zurückgreift. Immerhin sollen in Deutschland ja schon 40% der Führungskräfte in Konzernen weiblich sein.

    Wenn man „normal“ allerdings mit „dumm“ gleichsetzt gibt es ein Problem. Und dass sich die Alpha-Männchen im Erfolgsfall gern mal eine „passendere“ Frau besorgen ist auch keine echte Neuheit. Nichts macht bekanntlich so sexy wie ein dickes Konto. Warum sich schöne Frauen aber immer die übelsten Burschen als Partner aussuchen ist ein Phänomen, dass es noch zu klären gilt. Ich möchte im Kino aber nach wie vor Marylin Monroe, Catherine Deneuve und Penélope Cruz sehen, da bin ich schrecklich altmodisch...
  4. #4

    gähn

    das mag ja alles sein. dennoch ist nix langweiliger, als stinknormale menschen, und da vor allem die, die es auch sein wollen und ein hohelied auf die "normalität" singen, wo immer sie nicht dazu aufgefordert werden.

    jeder mensch ist besonders, er muss sich nur trauen, das auch zu leben und zu zeigen. das bekenntnis zur unbedingten normalität ist erbärmlich. und was die mädels und jungs in den magazinen angeht, so macht es auf dauer keinen spaß, darin lauter noramlos zu sehen, sondern es ist interessanter, besonders schöne, interessante leute zu sehen und über sie zu lesen. dass dürre models und stereotype playboys nicht dazu taugen, ist auch wahr. aber "brigitte" hat wahrscheinlich gemerkt, dass die auflage sich mit leuten "wie du und ich" vorne drauf nicht halten lässt.
  5. #5

    Blödsinn

    ...deswegen jetzt so einen Wind zu machen. Die "normalen" Frauen waren alle gertenschlank, sehr hübsch bis schön und einfach von Beruf keine Models. ich hab nicht einmal eine Frau mit großer Nase oder 20kg zuviel gesehen auf dem Cover.
  6. #6

    Masochismus?

    Zitat: „Für mich aber, liebe normale Frau, bist Du die Heldin in diesem Spektakel. Deine Unerschütterlichkeit, mit der Du ein Heft wie die "Brigitte" kaufst, das Dir unablässig Deine Unzulänglichkeit vorhält, ein Magazin, dass Dir auch jetzt wieder deutlich macht, dass Du nicht toll genug bist...“

    Es gibt ja nicht nur „Brigitte“ – mit den Frauenzeitschriften einschließlich der Regenbogenpresse könnte man locker ein Zimmer tapezieren. Situation: Kasse, Schlange, vor mir eine Frau in mittlerem Alter, die gleich einen ganzen Stapel Frauenzeitschriften kauft, und das habe ich schon häufiger erlebt. Ist das Masochismus? Nein, das ist normal, das ist feminin, ganz einfach. „Brigitte“ hat Recht, so ist das kein Geschäft: Die Frauen wollen sich in diesen Zeitschriften nicht selbst wiederfinden, sie wollen nicht den Durchschnitt, denn den verkörpern sie selbst, im Aussehen, aber auch im Lebensalltag und im Denken, oder besser gesagt im Fühlen. Von 100 Frauenzeitschriften-Lesern sind 98 Frauen – daher, Frau Burmester, auch die Bezeichnung „Frauenzeitschrift“... ach ja, und einer ist ein vertatterter Opa, und einer ist schwul.
  7. #7

    Himmel!

    [Zitat][QUOTE=sysop;10918069]Arme normale deutsche Frau! Nachdem die "Brigitte" sich von ihren Laien-Models getrennt hat, tauchen weibliche Durchschnittstypen höchstens noch in Frauenzeitschriften auf, wenn graue Mäuse gesucht werden, die mehr aus ihrem Typ machen wollen. Wie demütigen.(Zitat)


    Was für ein billiger Beitrag und das auch noch im Spiegel! Die Frauen von heute sind Selbstbewußt und zeigen es auch! Die Kuschelmäusschen die sie beschreiben sind bar jeder emotionaler Empathy.
    Sorry!!
  8. #8

    Da liegen die Hasen im Pfeffer!

    Zitat von Julez Beitrag anzeigen
    ...deswegen jetzt so einen Wind zu machen. Die "normalen" Frauen waren alle gertenschlank, sehr hübsch bis schön und einfach von Beruf keine Models. ich hab nicht einmal eine Frau mit großer Nase oder 20kg zuviel gesehen auf dem Cover.
    Brigitte fotografiert vielleicht keine Models, aber stattdessen junge Frauen, die sich wie Models aufbrezeln und stylen lassen. Klar, die meisten jungen Frauen müssen sich schon anstrengen, um nicht gut auszusehen (kommt ja auch oft genug vor), aber mit Normalität hatte das nix zu tun. Und immer diese Vetternwirtschaft - oder sollte man Basenwirtschaft sagen ...

    Diese Modelaktion war so normal, wie der Redakteur von Brigitte auf dem auch vom Spiegel Online gebrachten Editorialbild wie ein normaler Mann aussieht.
  9. #9

    Super geschrieben

    Sie sprechen mir aus der Seele! Diese ganzen Zeitschriften,die einem weiß machen wollen, man brauche unbedingt dieses Outfit,sonst ist man diesen Herbst ein "Außenseiter", oder "das müssen sie für einen Mann tun", zielen einfach darauf ab einem ein schlechtes Gefühl zu geben. Ich habe tatsächlich mal auf einem Titelblatt folgende Aussage gelesen: "Beziehung und Handy, wie sie beides vereinbaren können" Also da war ich perplex. Die Zeitschrift ging wohl von aus, dass Durchschnittsfrau keine Beziehung und dauerhafte mobile Erreichbarkeit vereinen können. Ist auch das beste Beispiel für dich lächerlichkeit solcher Zeitschriften. Und zu dem Thema Models: Ich habe mittlerweile das Gefühl, es kommt der Trend "egal wie du aussiehst, hauptsache du bist dünn" ist jedenfalls bei einer von mir gekauften Modemarke der Fall. Klapperdünn deren Models und alles andere als Hübsch, sodass es bei FB schon Kritik hagelte wie schrecklich sie aussieht. Nervig ist dann auch, wenn Modeketten für Modelmaße bzw. Größen schneidern. Zb. viel zu lange Kleider, ich habe Durchschnittsgröße, könnte mir genannte Kleider aber nochmal über die Schulter werfen (übertrieben ausgedrückt). Oder da werden kurze Abendkleider in ner Größe 32 verkauft ( entspricht schon Kindergröße) und genau diese Kleider sind es, die beim Sale immer noch da hängen, denn Kinder kaufen noch nicht solche Kleider und es gibt nur ein Bruchteil Erwachsener die in genannte Größe passen...