Cookie-Richtlinie: Wie die EU Internet-Nutzer nerven will

Die EU-Ratspräsidentschaft versucht, ein Zustimmungsverfahren zu Cookies einzuführen. Das klingt zunächst nach einer langweiligen Marginalie. Bis man begreift, dass Sie mehrere Einverständniserklärungen hätten unterzeichnen müssen, um auch nur diese Zeilen zu lesen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...622121,00.html
  1. #1

    grundsätzlich richtig

    Der Autor hat im Grundsatz recht - v.a. in 2 Punkten:

    - die Regelung wird in der Praxis kontraproduktiv sein und letzlich diejenigen mit Nervereien bestrafen, die die Kekse immer brav löschen

    - es ist eine Marginale gegenüber den schleichend durchgesetzten wirklichen Netzschweinereien à la Scheuble und Frau von den Laien.

    Was aber bleibt: ich sehe keinen Sinn von Cookies für den Nutzer sondern höchstens für die kommerzielle Internet-Szene - und da ist jegliche Bremse angesagt und zu unterstützen. Für die beschriebenen Nutzer-Vorteile gäbe es auch andere Methoden als Cookies.
    Mit der Cookie-Technik hat sich über die Jahre schleichend eine Technik etabliert, die immer mehr um sich greift: der versteckte Zugriff auf jeden einzelnen Rechner. Dies weitgehend zu unterbinden wäre schon eine Aufgabe für europaweites Vorgehen - auch wenns der Industrie nicht passt.
  2. #2

    EU ade

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die EU-Ratspräsidentschaft versucht, ein Zustimmungsverfahren zu Cookies einzuführen. Das klingt zunächst nach einer langweiligen Marginalie. Bis man begreift, dass Sie mehrere Einverständniserklärungen hätten unterzeichnen müssen, um auch nur diese Zeilen zu lesen.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...622121,00.html
    "Mit der bequemen Nutzung des Webs wäre es vorbei, sobald man sich auf Webseiten bewegt, die in der Europäischen Union hinterlegt sind."

    Da werden sich entsprechende Provider außerhalb der Europäischen Union aber über einen schönen Kundenansturm freuen können.
  3. #3

    Cookie-Richtlinie: Wie die EU Internet-Nutzer nerven will

    Was sie da schreiben ist Quatsch. Ich nutze mehrere Cookieblocker und es herrschen keinerlei Probleme mit Websites. Sollte tatsächlich Mal eine Website (der ich vertraue!) ein Cookie benötigen, dann lasse ich das gerne manuell zu. Aber das Google oder etliche andere Seiten ein Cookie setzen wollen, will ich nicht und daher lasse ich das nicht zu. Dabei geht mir kein Komfort verloren.

    Firefox hat diese Funktion bereits eingebaut und sie leistet gute Dienste. Also warum keine EU-Richtlinie? Vielleicht merken die Leute dann mal, was so alles im Hintergrund passiert, worauf sie aus Unwissen keinen Zugriff haben.
  4. #4

    kein Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die EU-Ratspräsidentschaft versucht, ein Zustimmungsverfahren zu Cookies einzuführen. Das klingt zunächst nach einer langweiligen Marginalie. Bis man begreift, dass Sie mehrere Einverständniserklärungen hätten unterzeichnen müssen, um auch nur diese Zeilen zu lesen.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...622121,00.html
    Danke für diesen sehr leidenschaftlichen Artikel.
    Wie wäre es, wenn man an jedem Verkehrszeichen an dem man vorbeifährt, anhalten und die Kenntisnahme schriftlich bestätigem muß.
    Diese Ja-click Orgien-führen nur dazu, daß Nutzer auch irgendwelche problematischen Dinge ungelesen akiv bestätigen. Das entsprechende kriminelle Fachpublikum reibt sich sicher schon die Hände.
  5. #5

    Cui bono?

    Eigentlich gibt der Artikel die Antwort auf den Sinn der Massnahme, aber eben nur indirekt.

    Es geht genau darum, dass die Nutzer nicht mehr nach jeder Session durch den Privacyfilter alle Cookies in die Tonne werfen. Der Nutzer soll genötigt werden sich gegenüber den Big Playern im Internet dauerhaft zu öffnen.

    Erste Reaktion wird die Einrichtung zentraler Cookieserver für ganze Websiteverbünde sein, über diese werden alle Links umgeleitet und nach Paybackmuster ein zentrales Profil erstellt werden. Hat der Nutzer einmal zugestimmt wird er immer darüber umgeleitet.

    Sinnvoll wäre die Richtlinie nur wenn sie stattdessen vorgeschrieben hätte, dass jeder Websiteanbieter, der Cookies verwendet, nach jeder Neueintragung dem Nutzer eine EMail mit dem Status aller Informationen zusenden bzw in einem Pop-Up anzeigen muss, die an das Cookie gekoppelt sind. Das wäre Transparenz gewesen. Dann hätte der Hermann Mustermann sehen können, dass dieses Cookie Auskunft über sein Shopping von Sextoys und Vitaminpulver gibt und gleichzeitig über seine Newsletter- und RSS-Abos und über seine Fernreisebuchungen. So hätte ein kritischer und bewusster Umgang mit Cookies gefördert werden können.
  6. #6

    EU-Richtlinie Cookies

    Ich kann Frank Patalong nur zustimmen und denke, dass jeder selber für seine Datensicherheit sorgen kann und muss, jedenfalls in den Fällen, in denen keine besondere "EDV-Kompetenz" erforderlich ist. Höchst ärgerlich sind in der Tat diese "Internet-Ausdrucker", die selber zu blöde (ja, so muss man es sagen!) sind, um das Internet zu nutzen, aber am Ende alles wissen, vor allem, wer wann weshalb zu wessen Gunsten zu maßregeln, zu behindern oder zu verbieten ist ...
    Möge uns diese Richtlinie erspart bleiben!
  7. #7

    Boykott

    Da die EU zum größten Teil ohnehin aus politischen Versorgungsfällen oder hochbezhalten Lobbyisten besteht wie etwa Elmar Brok für Bertelsmann, sollte am 7. Juni dem Brüsseler Bürokratiemonster nicht noch eine scheinbare Legitimität vermittelt werden: Die Wahlen boykottieren.
  8. #8

    Dumme Bürokraten

    Ja haben die denn nicht genug mit dem Gurkenkrümmungsgrad zu tun?

    Wer schützt uns Bürger und Unternehmener eigentlich vor diesen komischen Beamten. Ich krige richtige Wutanfälle wenn ich sowas lese.

    Gut das ich alles in den USA hoste.
  9. #9

    Cookiescanner !

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen

    Erste Reaktion wird die Einrichtung zentraler Cookieserver für ganze Websiteverbünde sein ...

    Sinnvoll wäre die Richtlinie nur wenn sie stattdessen vorgeschrieben hätte, dass jeder Websiteanbieter, der Cookies verwendet, nach jeder Neueintragung dem Nutzer eine EMail mit dem Status aller Informationen zusenden ..
    Daß es in Folge solcher Relegungen an Tricks wimmeln wird - da haben Sie recht.
    Aber wollen Sie wirklich mit Emails zugeballert werden, die Sie dann sowieso niemals lesen? Ein anderer Forist schrieb da einen guten Punkt dazu, nämlich daß die Popup-Meldungen ja sowieso blind weggedrückt werden und somit jeder(!) Vereinbarung Tür und Tor öffnen.

    Das kanns auch nicht sein. Besser: Cookies unter die Rubrik Viren und Trojaner einordnen, grundsätzlich verbieten und per Scanner automatisch entfernen.
    Für einen guten Browser dürfte es kein Problem sein, dann eventuell auftauchende Probleme mit der Seite zu umgehen.