Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Suche nach dem geschändeten König

REUTERSSeine Leiche wurde nackt in einem Wirtshaus ausgestellt - doch wo der englische König Richard III. begraben liegt, ist unklar. Forscher fahnden nun in den möglichen Resten eines alten Klosters. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: magische Steinfiguren und ein Lobgedicht auf eine Mörderin.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...853172,00.html
  1. #1

    Zu 2.

    Ich verstehe nicht, warum bei archäologischen Funden von Tierdarstellungen immer gleich was Religiöses vermutet wird. Ist es denn so undenkbar, dass ein geschnitztes Tier als Kinderspielzeug diente?
    Ist es zu profan, dass Höhlenwände bemalt wurden,weil es hübsch aussehen sollte?
    Irgendwie liest man bei solchen und ähnlichen Funden immer wieder, die Forscher würden vermuten, dass dieses oder jenes religiösen Zwecken diente. WARUM sie das vermuten, steht nie dabei. Hat da jemand eine Idee?
  2. #2

    " Die Perspektive der Konföderierten hingegen war aus umgekehrter Richtung, von Charleston aus. Sie bauten Befestigungen, wie Fort Ripley, Fort Sumter und Fort Moultrie"

    Fort Sumter war der Schauplatz der ersten Kampfhandlungen im Bürgerkrieg und wurde nach kurzer Belagerung von Unionstruppen an die Konföderierten übergeben. Sprich, das Fort wurde nicht von den Konföderierten gebaut
  3. #3

    Sehr geehrte Frau Franz -

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine Papyrus-Entzifferung aus der ägyptischen Stadt Oxyrhynchus hat ein seltsames Gedicht ans Licht gebracht. Es handelt sich um eine Vergöttlichung der Poppaea Sabina, der Frau des Kaisers Nero. Aufgeschrieben wurde es allerdings rund 200 Jahre nach deren Tod. ... Warum es aber 200 Jahre nach ihrem Tod und im weit von Rom entfernten Ägypten noch einmal aufgeschrieben wurde, ist nicht bekannt.

    Archäologen suchen nach englischem König Richard III. - SPIEGEL ONLINE
    wenngleich der Artikel diltettantischerweise keine Quelle der Übersetzung angibt, kann vorausgesetzt werden, dass es sich um die Oxyrhynchos-Papiere von Oxford handelt, die, beginnend 1897, von Grenfell und Hunt geborgen wurden.

    Die Müllhalden der "Stadt des Scharfnasenfisches" (Oxyrhynchos) gaben tausende von Papyri her, von denen bis heute nur ein Bruchteil entziffert und übersetzt ist. Es erscheint reglmäßig ein Band der neu übersetzten Texte.

    Die Papyri enthalten u.a. zahlreiche Kopien von - meist griechischen - Klassikern, in der Hauptsache Homer. Da Oxyrhynchos zweihundert Jahre nach Nero noch immer zum römischen Reich gehörte, ist eine Kopie eines Textes über Poppaea nicht überraschend. Sie wurde vielleicht von einem Literaturfreund bei einem der zahlreichen Kopisten bestellt.

    Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Text als Unterrichtsmaterial verwendet wurde und Schüler ihn abschreiben mußten. Solche Übungstexte von Schülern liegen zahlreich vor. Leider sagt der Artikel nichts über den Schreibstil.

    Es begann aber, wie in unseren Schulen, erst einmal mit dem Erlernen des Schreibens. Ein (Schreib-) Lehrer gab in eleganter Schrift die Zeile vor: "Arbeite hart, Knabe, oder du wirst gehäutet!". Der Schüler hat sie, unbeholfen, mehrfach nachgeschrieben.
  4. #4

    Vermutung

    Zitat von Mimimat Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, warum bei archäologischen Funden von Tierdarstellungen immer gleich was Religiöses vermutet wird. Ist es denn so undenkbar, dass ein geschnitztes Tier als Kinderspielzeug diente?
    Ist es zu profan, dass Höhlenwände bemalt wurden,weil es hübsch aussehen sollte?
    Irgendwie liest man bei solchen und ähnlichen Funden immer wieder, die Forscher würden vermuten, dass dieses oder jenes religiösen Zwecken diente. WARUM sie das vermuten, steht nie dabei. Hat da jemand eine Idee?
    Eine Idee habe ich, ob sie stimmt, weiß ich nicht: Man kann sich heutige auf Steinzeitniveau (oder ähnlich) lebende Kulturen ansehen, und vergleichen ob und wie diese mit aufwändig herzustellenden Steinskulpturen umgehen. Ich denke den Kindern werden dort eher Holzfiguren zum Spielen gegeben (wenn überhaupt), als so etwas wertvolles (nicht das Material, sondern die Arbeitszeit!) wie eine Steinfigur.
  5. #5

    ...

    Zitat von Mimimat Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, warum bei archäologischen Funden von Tierdarstellungen immer gleich was Religiöses vermutet wird. Ist es denn so undenkbar, dass ein geschnitztes Tier als Kinderspielzeug diente?
    Ist es zu profan, dass Höhlenwände bemalt wurden,weil es hübsch aussehen sollte?
    Irgendwie liest man bei solchen und ähnlichen Funden immer wieder, die Forscher würden vermuten, dass dieses oder jenes religiösen Zwecken diente. WARUM sie das vermuten, steht nie dabei. Hat da jemand eine Idee?
    Ich glaube der Grund dafür liegt darin, daß man denkt, man hätte damals bestimmte Ressourcen (Material oder Zeit) nicht für andere, d.h. profane Zwecke eingesetzt.

    Ich habe mal eine Geschichte gelesen, die sich darüber auch amüsiert hat...aus der Perspektive von Achäologen der Zukunft, die ein amerikanisches Motelzimmer ausgegraben und interpretiert haben. Da wurde dann aus der Badewanne auch gleich ein Sarkophag und aus dem Fernsehgerät ein kultisches Objekt (in gewisser Weise ist es das ja auch, wenn auch nicht zur Anbetung von Göttern). Auch andere Utensilien des täglichen Gebrauchs wurden natürlich zu kultischen Objekten, die natürlich nur in dem Begräbnisritual gebraucht wurden. Insofern entwickelt sich aus ein paar falschen Annahmen schnell ein stimmiges Bild. Selbst das Duschgel wird dann schnell zur Einbalsamierflüssigkeit etc. :-).

    Das Problem von Archäologen ist, sie wissen es einfach nicht besser. Und da machen sakrale Erklärungen immer mehr her. Man steht damit außerdem in einer gewissen Tradition. Und da Wissenschaftler in der Mehrheit Opportunisten sind (glauben Sie mir, ich bin selber einer), bleibt man halt bei dem, was man kennt. Jeder Archäologe, der das anders sieht, wird vermutlich in der Fachwelt erst mal z.T. lächerlich gemacht.
  6. #6

    Zitat von blaubärt Beitrag anzeigen
    Eine Idee habe ich, ob sie stimmt, weiß ich nicht: Man kann sich heutige auf Steinzeitniveau (oder ähnlich) lebende Kulturen ansehen, und vergleichen ob und wie diese mit aufwändig herzustellenden Steinskulpturen umgehen. Ich denke den Kindern werden dort eher Holzfiguren zum Spielen gegeben (wenn überhaupt), als so etwas wertvolles (nicht das Material, sondern die Arbeitszeit!) wie eine Steinfigur.
    Gut, bei aufwändigen Steinskulpturen macht es Sinn. Da sehe ich es ein.
    Nur wird diese Erklärung ja zu eigentlich allen Funden herangezogen, wenn gerade nichts anderes auf der Hand liegt. Seien es Höhlenmalereien oder Tonfiguren (in späteren Epochen). Ich könnte mir in solchen Fällen durchaus vorstellen, dass da auch mal "einfach so" was gemacht wurde: Die Jagd war erfolgreich, drei Mammuts wurden die Steilwand herunter geschickt, die Sippe hat für 3 Wochen zu essen. Da kann man auch mal lange Weile bekommen. ...
    Ich vermute mal, da hat ihr Nachredner eventuell recht: Wissenschaftler sind Opportunisten. Und so profane Gründe: Nein das kann ja gar nicht sein, bei dem täglichen Existenzkampf... ;-)
  7. #7

    optional

    Es muss ja auch nicht unbedingt Spielzeug sein, Menschen haben ja einen hang für Dekoration in ihren behausungen. Kann es nicht einfach sein das neben Höhlenmalerei auch steinfiguren simpel und einfach zur verschönerung der eigenen Wohnung beitrug ? Ich mein aus meiner sicht würde es Sinn ergeben wenn man endlich mal das Nomadenleben aufgibt soll die eigene Behausung ja auch ein bissel was hermachen, und sei es nur um dabei zu helfen Partner für die Paarung zu finden. Getreu dem Motto eine leere Höhle schreckt ab Deko gehört dazu.
  8. #8

    Nicht so sicher!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seine Leiche wurde nackt in einem Wirtshaus ausgestellt - doch wo der englische König Richard III. begraben liegt, ist unklar. Forscher fahnden nun in den möglichen Resten eines alten Klosters. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: magische Steinfiguren und ein Lobgedicht auf eine Mörderin.

    Archäologen suchen nach englischem König Richard III. - SPIEGEL ONLINE
    Es war eine sehr flache Entdeckung; außerdem so viele Änderungen an der Stelle im Laufe der Jahre gab es; darum die Chancen seine Überreste wirklich zu sein so schlank wären