Ist Zucker so gefährlich wie Nikotin und Alkohol?

Dass Alkohol und Nikotin abhängig machen, ist lange bekannt. Doch nun gibt es neue Anhaltspunkte, dass auch Zucker suchtauslösend wirken kann. Was denken Sie - ist Zucker ähnlich gefährlich wie Alkohol und Nikotin?
  1. #1

    Insuffizient

    Betrachtet man die Rückfallquoten bei Ess-Störungen, ist offensichtlich, dass davon loszukommen das Schwierigste ist.
    Das meiste, was das Medizinsystem anbietet, ist schlicht untauglich,wird dennoch von den Versicherungen bezahlt.
    Die meisten Programme erkennen gar nicht den Krankheitswert gestörten Essens.
    Dann werden Programme angeboten,Aufklärung,Sport,Kochkurse.

    Dabei weiss man von anderen Süchten doch schon längst, dass die rationale Ansprache nichts helfen kann,weil die ratio über das Verhalten nicht entscheidet. Wäre es eine Frage der Willenskraft,wäre Joschka Fischer immer noch bei vielleicht unter 90kg.

    Der Umgang mit diesem Problem, das mittelfristig alle Kostenrahmen eines Gesundheitswesens sprengen wird,müsste viel professioneller werden.
    Man müsste die Erkenntnisse aller Wissenschaften herbeiziehen,von der Hirnforschung,über die Psychologie bis zur Ernährungswissenschaft.
    Es müssten neue Unterstützungnetzwerke geschaffen werden,wobei die Erfahrung von Netzwerken, wie den 12-Schritte-Gruppe genutzt werden sollten.
    Wann endlich wachen die Versicherungen auf, die das bis jetzt alles bezahlen,den Unsinn und die daraus entstandenen Kosten?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dass Alkohol und Nikotin abhängig machen, ist lange bekannt. Doch nun gibt es neue Anhaltspunkte, dass auch Zucker suchtauslösend wirken kann. Was denken Sie - ist Zucker ähnlich gefährlich wie Alkohol und Nikotin?
    Kommt vielleicht drauf an, welcher Zucker gemeint ist
    Es gibt ja Saccharose, Fructose, Laktose, Kohlenhydrate aller Art.
    Ich denke, in all unseren Lebensmittel stecken schon viel zu viel Zucker.
    Wir essen kandiertes Obst und Früchte und viele Industrieprodukte werden nochmal zusätzlich nachgezuckert.
    Aber welche Süßungsmittel wären denn die Alternative? Honig? Süßkraut?
    Künstliche Süßstoffe fördern Gehirntumore und sind auch kein wirklicher Ersatz.
    Zucker ist vorallem ein Energieträger und aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken.

    Aber wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft.
    Der Markt bietet an, was nachgefragt wird.
    Genauso wie bei Zigaretten, Alkohol und anderes selbstzerstörerisches Zeug.
    Die Leute müssen selbst entscheiden, was ihnen gut tut.
    Oder soll man es ihnen vorschreiben?

    Eigentlich wäre das ein Thema für die Krankenkassen, aber ich will jetzt nicht ins politische abschweifen.
  3. #3

    Doping

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Zucker ist vorallem ein Energieträger und aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken.
    Zucker gaukelt vor Allem Nährstoffe vor, die überhaupt nicht vorhanden sind, und bieten so der Convinience-Food-Industrie viele Möglichkeiten, designte Fertiggerichte sensorisch-aromatisch aufzupeppen, ohne wirklich Nahrung anzubieten. Zucker erhöht in allen Körperregionen den Stoffwechselumsatz, wodurch Leistung generiert wird, die eigentlich nicht da ist, und durch diesen künstlich gepushten Stoffwechsel werden andere wichtige Nährstoffe, Vitamine z. B. übermäßig mitverbrannt, wodurch es schon nach kurzer Zeit zur Unterversorgung kommt. Überschüssiger Zucker gaukelt dem Körper Überversorgung vor, was diesen veranlasst, Nährstoffe für schlechte Zeiten einzulagern, als "Rettungsringe oder Hüftgold". Zucker macht süchtig, wie schon bereits konstatiert. Besonders perfide, weil er im Körper dieselben Glücksgefühle und Hormonausschüttungen generiert, die die Sucht anschieben. Es gilt daher als gesicherte Lehrmeinung, dass Zucker das Suchtpotential von Nikotin und Heroin birgt!
  4. #4

    Sehr bequeme Theorie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dass Alkohol und Nikotin abhängig machen, ist lange bekannt. Doch nun gibt es neue Anhaltspunkte, dass auch Zucker suchtauslösend wirken kann. Was denken Sie - ist Zucker ähnlich gefährlich wie Alkohol und Nikotin?
    Wenn man zu dick ist, hat man nicht selbst schuld, sondern es ist der böse süchtig machende Zucker. Das ist sicher keine Theorie, die für unsere Gesellschaft hilfreich ist.

    Wenn man bei jedem Arztbesuch gewogen würde und Übergewicht dann an die Versicherung gemeldet würde, die daraufhin den Beitragssatz anpassen könnte, würde man sehen, wie viel doch bei geeigneter Motivation möglich wäre.
  5. #5

    Hermetisch geschützter Stuss aus der monokausalen Naturwissenschaft

    Nach fett- nun zusätzlich zuckerfrei - permanent leistungsbereit am besten nur mit ein wenig Wasser. So etwas kann nur in der gegenüber der biopsychosozialen Wirklichkeit hermetisch abgeschottete Naturwissenschaft funktionieren. Aus der systemischen Sicht vom Mensch können solche monokausalen Ansätze jedoch niemals zielführend sein. Verbote und bariatrische Verstümmelungen sind sicher keine geeigneten Grundlagen für die Menschen mit den komplexen Anforderungen in den Wissensgesellschaften des 21. Jahrhunderts. Das haben die vergangenen Jahrzehnte mit Beginn der Prohibition in den USA ergeben. Wir essen nicht, um übergewichtig zu werden, Krebs zu bekommen und auch nicht für die Lebensmittelindustrie. Und deshalb macht es keinen Sinn, die Ernährung einfach restriktiv zu reglementieren. Wie können Menschen in der globalisierten Wissenswelt nachhaltig leistungsfähig bleiben? - Die Antwort auf diese Frage kann sicher nicht nur floskelhaft heißen: am besten fett- und zuckerfrei. Heiko Laufenberg
  6. #6

    Diät? Nein Danke!

    Zitat von medman21 Beitrag anzeigen
    Nach fett- nun zusätzlich zuckerfrei - permanent leistungsbereit am besten nur mit ein wenig Wasser. So etwas kann nur in der gegenüber der biopsychosozialen Wirklichkeit hermetisch abgeschottete Naturwissenschaft funktionieren. Aus der systemischen Sicht vom Mensch können solche monokausalen Ansätze jedoch niemals zielführend sein. Verbote und bariatrische Verstümmelungen.....
    Sie haben es, bewusst oder un-, ausgelassen, die zielführende(n) Alternative(n) auch für Leistungbezogene zu nennen: gesunde, ausgewogene, am Besten aus frischen Produkten selbst hergestellte Ernährung. Wer sich durch seinen Dauergalopp a. Grd. v. Sachzwängen legitiert sieht, Junk- und Convinience-Food zu essen, darf sich anschließend nicht wundern über Diabetes Mellitus Typ I und Adipositas! Lebensweise und Ernährungsgewohnheiten optimieren!
  7. #7

    Zitat von gmdl Beitrag anzeigen
    Wenn man zu dick ist, hat man nicht selbst schuld, sondern es ist der böse süchtig machende Zucker. Das ist sicher keine Theorie, die für unsere Gesellschaft hilfreich ist.

    Wenn man bei jedem Arztbesuch gewogen würde und Übergewicht dann an die Versicherung gemeldet würde, die daraufhin den Beitragssatz anpassen könnte, würde man sehen, wie viel doch bei geeigneter Motivation möglich wäre.
    Es nützt nix wenn man alle Studien in Zweifel zieht, weil alles angeblich "Eigenverantwortung" ist. Der Professor im Artikel hat einen Zusammenhang nachgewiesen (bewusst sage ich nicht bewiesen weil das falsch ist) zwischen Zucker und Übergewicht, ich hoffe als reine Korellation wird das nicht in Zweifel gezogen. Es ist ein Erklärungsmodell für Übergewicht, keiner sagt, dass es das einzig richtige ist. So wollen es nur schwarz-weiss Denker sehen.

    Zucker und Glutamat können bei anfälligen Menschen als Drogen wirken. Dabei ist die Konzentration ein wichtiger Aspekt. Ich gehöre dazu und habe 13 Kilo abgenommen (ich war mal übergewichtig) nachdem ich auf beides weitest gehend 3 Monate lang verzichtet habe. Aber tatsächlich war das mit Entzugeserscheinungen verbunden, Essstörungen sind ja auch als Diagnosebild anerkannt.
    Finanzielle Anreize nützen bestimmt, aber dafür sollte es endlich adäquate Programme geben, das würde zu einer Rechnung führen, die für den Mensch und die GEsellschaft lohnend ist. Solche Rationalität wird aber ´m.E, durch falschen Lobbyismus verhindert. Eine Ausrede wäre aber, dass man sich mit dem was zur Verfügung steht (auch mit manchen Fertiggerichten) nicht vernünftig ernähren kann.

    Meine Fragen an die Lobby sind: Warum gibt es keine Lebensmittelampel? Warum zählt Fruktose und Glukosesirup nicht als Zucker?
  8. #8

    Letztendlich ist jeder für sein Gewicht verantwortlich

    Zitat von andy12123 Beitrag anzeigen
    Es nützt nix wenn man alle Studien in Zweifel zieht, weil alles angeblich "Eigenverantwortung" ist. Der Professor im Artikel hat einen Zusammenhang nachgewiesen (bewusst sage ich nicht bewiesen weil das falsch ist) zwischen Zucker und Übergewicht, ich hoffe als reine Korellation wird das nicht in Zweifel gezogen. Es ist ein Erklärungsmodell für Übergewicht, keiner sagt, dass es das einzig richtige ist. So wollen es nur schwarz-weiss Denker sehen.

    Zucker und Glutamat können bei anfälligen Menschen als Drogen wirken. Dabei ist die Konzentration ein wichtiger Aspekt. Ich gehöre dazu und habe 13 Kilo abgenommen (ich war mal übergewichtig) nachdem ich auf beides weitest gehend 3 Monate lang verzichtet habe. Aber tatsächlich war das mit Entzugeserscheinungen verbunden, Essstörungen sind ja auch als Diagnosebild anerkannt.
    Finanzielle Anreize nützen bestimmt, aber dafür sollte es endlich adäquate Programme geben, das würde zu einer Rechnung führen, die für den Mensch und die GEsellschaft lohnend ist. Solche Rationalität wird aber ´m.E, durch falschen Lobbyismus verhindert. Eine Ausrede wäre aber, dass man sich mit dem was zur Verfügung steht (auch mit manchen Fertiggerichten) nicht vernünftig ernähren kann.

    Meine Fragen an die Lobby sind: Warum gibt es keine Lebensmittelampel? Warum zählt Fruktose und Glukosesirup nicht als Zucker?
    Natürlich ist es schwieriger geworden. Die Nahrungsmittelindustrie produziert das, was verlangt und verkauft wird und nicht das, was gesund wird. Nahrung ist überall und billig verfügbar, alle angebotenen Portionen sind größer geworden usw.

    Trotzdem muss man das nicht alles essen, das ist immer noch freiwillig. Wenn man die Kosten, die durch die Überernährung entstehen nicht nur der Allgemeintheit aufbürdet sondern die Übergewichtigen daran beteiligt, wäre das gerechter und man würde vielleicht überhaupt mal ein Bewusstsein für die eigene Verantwortung schaffen.

    Ich war auch mal leicht übergewichtig, einfach weil ich zuviel gegessen habe. Passiert auch ganz leicht, wenn man nicht aufpasst. Ich habe 10kg abgenommen und das auch gehalten, indem ich jetzt einfach alles notiere, was ich zu mir nehme und eben aufhöre zu essen, wenn ich mein Tageslimt erreicht habe.
  9. #9

    Gratulation

    Zitat von gmdl Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es schwieriger geworden. Die Nahrungsmittelindustrie produziert das, was verlangt und verkauft wird und nicht das, was gesund wird. Nahrung ist überall und billig verfügbar, alle angebotenen Portionen sind größer geworden usw.

    Trotzdem muss man das nicht alles essen, das ist immer noch freiwillig. Wenn man die Kosten, die durch die Überernährung entstehen nicht nur der Allgemeintheit aufbürdet sondern die Übergewichtigen daran beteiligt, wäre das gerechter und man würde vielleicht überhaupt mal ein Bewusstsein für die eigene Verantwortung schaffen.

    Ich war auch mal leicht übergewichtig, einfach weil ich zuviel gegessen habe. Passiert auch ganz leicht, wenn man nicht aufpasst. Ich habe 10kg abgenommen und das auch gehalten, indem ich jetzt einfach alles notiere, was ich zu mir nehme und eben aufhöre zu essen, wenn ich mein Tageslimt erreicht habe.
    Da sind wir ja auf einer Wellenlänge :-) Ich esse Sachen, die eine hohe Nährstoffdichte, wenig Kristallzucker und wenig künstlich hergestellte Geschmacksverstärker besitzen, mit recht vielen Ballaststoffen. Notieren tu ich mir dabei nichts, aber es klappt auch so sehr gut. Es hat mir dir Hypothese dabei geholfen, große Mengen Zucker und Geschmacksverstärkern als "Gift" zu begreifen, das hat geholfen davon wegzukommen. Wenn man so die wissenschaftlichen Analysen begreift und für sich die Schlüsse daraus zieht sehe ich nix schlechtes daran.

    Ich denke man könnte zum Beispiel mit einer Lebensmittelampel mehr Transparenz schaffen und jede Zuckerart (also auch Fruktose, Dextrose und Glukosesirup) sollten als solche in die Angaben mit aufgenommen werden. Hefeextrakt muss auch als Geschmacksverstärker gekennzeichnet werden.