Debatte über Arbeitszeit: Die Club-Med-Republik

Gerne halten wir Deutschen den anderen Europäern vor, wie fleißig wir doch sind - aber kaum arbeiten die Leute bei uns tatsächlich länger, als von Gesetz wegen gefordert, gilt dies als Alarmsignal. Was ist denn da schon wieder los?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...852898,00.html
  1. #1

    Also ich stehe um 06:00 auf, fahre zur Arbeit, arbeite, fahre zurück und bin um 20:00 wieder zu Hause. Um 22:00 gehe ich in's Bett. Das kann alles eine halbe Stunde früher oder später sein, die Mittagspause kommt dazu, und über das Geld kann ich mich nicht beklagen.

    Ich hab mich letztens bloß gefragt, wie ich in 120 Minuten Freizeit am Tag Erfüllung finden soll.
  2. #2

    Ahja

    Der normale Arbeitsplatz ist heute vielfach ein Schreibtisch mit Computer, bei dem die größte Gefahr darin besteht, dass man den arbeitsschutzrechtlich geforderten Mindestabstand zum Rechner nicht einhält oder die zur Vermeidung "psychomentaler Fehlbelastungen" angeratenen Pausenzeiten missachtet..
    Herr Fleischhauer lebt offensichtlich im letzten bis vorletzten Jahrhundert und hat noch nicht mitbekommen, das man auch bei einem Bürojob Belastungen ausgesetzt ist, nur halt anderen wie bei einem klassischen körperlichen Job wie er noch im letzten bis vorletzten Jahrhundert üblich war.
  3. #3

    Kapitalismus = Religion!!! Man mus nur dran glauben!!!!

    Fleischhauer du bist doch nur noch Peinlich!!! Auf die Idee das die Leute arbeiten müssen weil sie sonst nichts zu essen, nichts zutrinken, eine kalte Wohnung oder anderen sozialistischen scheiß haben wollen,darauf kommt ein selbst ernannter Komiker, äh Konservativer nicht.Es gibt auch noch so was wie GRUNDRECHTE die das Tod arbeiten verbieten, übrigens auch die Kinderarbeit.Aber um die Produktivität und das Wachstum zu steigern sollten wir alle die übrigen Religionen ablegen und deinen Finanzfaschismus huldigen!!! Gepriesen sei der schnöde Mammon.
  4. #4

    Danke.

    Ich werden jedem diesen Artikel zeigen, wenn ich gefragt werde, warum unser System verdient hat unterzugehen.

    Menschen wie sie leben, um zu arbeiten.
    Ich arbeite, um zu leben und ich bin mir zu 100% sicher, dass ich nicht das Übel dieser Welt bin.
  5. #5

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gerne halten wir Deutschen den anderen Europäern vor, wie fleißig wir doch sind - aber kaum arbeiten die Leute bei uns tatsächlich länger, als von Gesetz wegen gefordert, gilt dies als Alarmsignal. Was ist denn da schon wieder los?

    Arbeitsmarkt: Viele Rentner müssen im Alter arbeiten - SPIEGEL ONLINE
    Was da schon wieder los ist? Es darf keine Gelegenheit zum Jammern verpasst werden.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gerne halten wir Deutschen den anderen Europäern vor, wie fleißig wir doch sind - aber kaum arbeiten die Leute bei uns tatsächlich länger, als von Gesetz wegen gefordert, gilt dies als Alarmsignal. Was ist denn da schon wieder los?

    Arbeitsmarkt: Viele Rentner müssen im Alter arbeiten - SPIEGEL ONLINE
    Naja... Das Gerede von der Degenerierung der Menschen ohne geregelte Arbeit, ist ziemlich unreflektiert. Das Problem der Leute ist doch, dass sie eben ohne Arbeit nichts mehr mit sich anzufangen wissen, weil ihnen die nötigen Kompetenzen fehlen. Gerade bei Männern ist das ein massives Problem, da viele meiner Geschlechtsgenossen nicht ein Buch im Regal stehen haben, keinen Sinn für Kultur und Natur besitzen und außerdem steht unser Begriff von "Wert" und "Status" viel zu sehr im Zusammenhang mit der Arbeit und dem Einkommen. Deshalb fangen Menschen ohne Arbeit, die ihnen einen humanen Pseudo-Wert vorgaukelt an, sich unnütz und eben "Wert"los zu fühlen.
    Es gibt aber dann eben auch die anderen, denen Lebenszeit wichtiger ist als Arbeitszeit und die das Nichtstun noch genießen können oder sich in dieser Zeit privat um die Dinge kümmern, die sie interessieren. Das nannte man früher mal Hobby, aber das scheint langsam zu verschwinden. Viele geben heute als "Hobbys" an, dass sie gern "shoppen" gehen und sich mit Freunden treffen. Das sind keine Hobbys!
    Ich denke, es gehört zum historisch geerbten Selbstverständnis des Deutschen, dass harte Arbeit zum Leben gehören muss und Müßiggang verwerflich ist. Darin spiegeln sie die Jahrhunderte der militärischen Erziehung und des lutherischen Arbeitsethos.
    Nur deshalb verstehen wir auch die südlichen Länder nicht, die ihre Lebenslust mehr ausleben und für die Arbeit eben nicht das ganze Leben ist. Da sitzen dann auch die alten Männer zusammen beim Schach oder Boule, was ich in Deutschland noch nie gesehen habe. Unser Durchschnittsrentner sieht das Meckern, die Schnäppchenjagd und den Gang zum Arzt als Aufgabe für den Rest seines Lebens und selbst im Garten gelingt es ihm nicht, einfach mal die Beine hochzulegen. Da schafft er sich dann eine Diktatur und einen Garten, der keinen Zweck erfüllt, sondern die Aufgabe hat, immer wieder Arbeit zu schaffen.
    Genießen und Mensch sein - nein, das kann der Deutsche nicht.
  7. #7

    Bravo!!

    Einer der besten Artikel, den ich hier bei Spiegel gelesen habe. Ich freue mich schon auf die Kommentare der Gemeinde, die sicherlich auch die im Artikel beschriebenen mathematische Gesetzmäßigkeiten und Logiken anzweifeln. Vor allen Dingen freue ich mich darauf, wenn jetzt gleich wieder Themen wie Euro-Krise und Griechenland in den Topf geschmissen werden ("wir könnten alle mit 50 in Rente, wenn wir nicht den Euro hätten und/order für die Südländer mitzahlen müssten")...
  8. #8

    Es lebe die Toscana

    Die Linken, die sich immer so schön und flächendeckend wirkend empören, können es nicht fassen. Ihnen wäre es ein Kraus sich vom Liegestuhl der toskanischen Dascha zu verabschieden um niedere Dienste zu verrichten. Was die, die besonders laut poltern, ja eh nicht tun könnten, da sie es in ihrem Leben ja eh nie gemacht haben. Zu schön war die Zeit sich in deutschen Amtstuben, Gerichten, Kultureinrichtungen und ARD-Redaktionen. Und zu schön ist der monatliche Blick auf das Konto, wenn die Pensionen eingehen und das Lachen über den unerträglichen deutschen Staat ihre Bäuche zum wackeln bringt. Ja, wir sind immer dann perfekt, wenn es ums nörgeln geht.
  9. #9

    optional

    Der Deal mit der Rente war: arbeite 30-40 Jahre, danach kriegst du von uns Unterhalt, weil du es dir verdient hast.

    Die heutigen Renter sind den Deal eingegangen. Und wenn es Rentner gibt, die noch länger arbeiten möchten: super! Aber wenn viele ohne zusätzlich Arbeit keinen anständigen Unterhalt bekommen ist der Deal geplatzt.

    Und das ist ne Sauerei. Und dabei ist auch völlig irrelevenat, ob die Arbeit jetzt nur noch am PC ist oder nicht.