Polizei und Facebook-Partys: Angst vor dem Klick

dapdWild, unkontrolliert, ein bisschen anarchisch: Facebook-Partys sind für viele Jugendliche reizvoll, doch Ordnungshüter sehen sie als potentielle Gefahr. Wer auf "Teilnehmen" klickt, muss mit einem präventiven Hausbesuch rechnen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...849393,00.html
  1. #1

    Wer klickt kriegt Besuch von der Polizei?

    Geht's noch ein bisschen dramatischer?
  2. #2

    Bananenrepublik

    Wieso muss man in einem Restsstaaat ein Bussgeld bezahlen, wenn man den "teilnehmen" Button klickt? Mit Unrecht und Willkür lässt sich das Problem der Facebook Parties auch nicht lösen! Jemanden aufgrund eines KLICKS als unkontrolliert und gewaltbereit abzustempeln, halte ich für eine Frechheit!
  3. #3

    So eine Party ist toll

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wild, unkontrolliert, ein bisschen anarchisch: Facebook-Partys sind für viele Jugendliche reizvoll, doch Ordnungshüter sehen sie als potentielle Gefahr. Wer auf "Teilnehmen" klickt, muss mit einem präventiven Hausbesuch rechnen.

    Facebook-Partys: Polizei geht gegen Veranstalter und Teilnehmer vor - SPIEGEL ONLINE
    So eine Party ist sicher für die meisten Beteiligten eine tolle Sache. Das Problem ist nur, dass meist das totale Chaos zurück gelassen wird. Um das Aufräumen kümmert sich halt keiner.
    Und aus dem Grund dürfen solche Partys ohne professionellen Veranstalter zurecht nicht stattfinden.
    Aktuell reagiert die Polizei da ein bisschen über, weil das Thema neu ist und gerade sehr stark gepusht wird. Spätestens die Richter werden vernünftige Grenzen ziehen.
    Irgendwann beruhigt sich das alles wieder und auch die Jugendlichen wissen dann, was sich gehört und was nicht.
  4. #4

    Fussball

    Warum werden diese Beträge dann nicht auch Fussballfans in Rechnung gestellt? Finde es nicht Fair, nur weil sich Jugendliche nicht so zur Wehr setzen können wie Erwachsene? Was kosten denn bitte die Polizeieinsätze bei einem Zweit- oder Drittligaspiel? Da kommt die Polizei ja auch mit Hundertschaften etc. wegen den Holigans. Sollen doch die Fans für die Einsätze zahlen, sehe dass als Steuerzahler schon lange nicht mehr ein. Das kostet jährlich Millionen. Warum soll ich bitte auch dafür gerade stehen? Ist doch Privatvergnügen ein Fussballspiel zu schauen, sollen dass doch die Vereine oder Fans selber tragen. Bei einer WM oder EM sehe ich es ja noch ein, da es sich um ein Landesweites Sportereignis handelt (wie Olympia auch). Bundes- oder Regionalligaspiele fallen da nicht drunter, sollen also auch die Verursacher dafür zahlen....
  5. #5

    1984 reloaded

    Ich bin kein Facebook-Freund, aber das, was sich die Polizei da erlaubt ist nahe am totalen Überwachungs- und Repressions-Staat.

    Unlänst erst in Freiburg wurde ein ganzer See samt umliegenden Park aus Angst vor einer Facebook-Party komplett von der Polizei abgeriegelt. Unzählige Manschaftswagen standen en paar wenigen vermeintlichen "Partygängern" gegenüber. Ein riesiges Areal, das von den Freiburgern auch sonst gerne für Freizeitaktivitäten, Grillen und spontane Partys genutzt wird, wurde mal eben "bürgerfrei" gemacht.

    Wieso genügt es nicht, Präsenz zu zeigen? Hat man tatsächlich so viel Angst vor der feiernden Jugend? Wieso sind Verbote, Repressionen und die Präsentation staatlicher Macht in den Augen der Behörden so viel besser (oder einfacher), als der Dialog?
  6. #6

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass unseren "Oberen" der Umzug von Bonn nach Berlin ein wenig zu sehr zu Kopf gestiegen ist.

    Früher war Deutschland ein Rechtsstaat, es die Verhältnismäßigkeit wurde beachtet, die Verfassung war ein hohes Gut. Zu der Verfassung gehört auch die Versammlungsfreiheit. Man konnte sich sehr gut mit diesem Staat als Bürger identifizieren.

    Heute meinen die Herrschaften allerorts, Bürgerrechte mit "Tricks" wie in diesem Fall unfassbar hohen Gebührenforderungen gegen Jugendliche, Missbrauch staatlicher Polizeifunktionen usw. einschränken zu können. Motto: Es gilt das Grundgesetz, aber nur wenn es bestimmte Kreise nichts kostet. Siehe auch die ganzen undemokratischen Umgehungen unseres Parlaments in der Wirtschaftspolitik (Euro etc.). Berlin machts vor, die Länder und Kommunen machen es nach. Wozu Satzungen und verhältnismäßige Gebührenerhebung, es lebe die Wilkür. Wozu Demokratie, wenn es einen Stadtmonarchen gibt.

    Ganz ehrlich: Lasst die jungen Leute feiern, solange wie es nicht zu Ausschreitungen kommt. Dies zu sichern, dazu ist in einem Rechtsstaat die Polizei da, und aus gutem Grund kostet deren Einsatz nichts bei Fußballspielen (eben Gewaltmonopol des Staates, nicht käuflich!) und darf auch hier nichts kostet. Wird ein Täter dingfest gemacht, klar, dann hat er zu zahlen. Aber nur dann.

    Um Kosten zu sparen und einen Rechtsstaat zu wahren, mit dem man sich identifizieren kann, empfehle ich, mal den "Verfassungsschutz" nach Berlin zu schicken. Da gibt es so eine komische Gruppe namens "Bundesregierung", die regelmäßig in Karlsruhe vom BVerfG des Verfassungsbruchs bezichtigt wird.
  7. #7

    Polizeistaat?

    Zitat von paulesfreunde Beitrag anzeigen
    Geht's noch ein bisschen dramatischer?
    Geht denn auch in unserer ach so hochgelobten Demokratie die Angst um weil Bürger sich treffen könnten?
    Sieht man darin schon den ersten Versuch eines Aufruhrs, was man ja gleich absolut unterbinden will.
    Die Beispiele aus dem nördlichen Afrika bereiten unsere Ordnungskräfte unruhige Nächte, aus einer friedlichen Party könnten sich ja Bürger aufmachen und das System der Banken und ihrer Helfeshelfer in der Politik stören und das darf natürlich nicht geduldet werden.
    Wer sich kritisch zu Ländern wie Russland,China und anderen so gerne äußert, der sollte dann aber etwas ruhiger treten.
    HR
  8. #8

    Was mich beunruhigt:

    Woher wissen die Beamten von dem Klick?

    Ich bin weit jenseits der Jugend und ich habe auch noch keine dieser Parties auch nur am Rande mitbekommen, weiß von ihnen nur aus den Pressemeldungen.

    Und natürlich: Die Teilnehmer müssen sich an Regeln und Gesetze halten.

    Aber das Verhalten der Polizei in den hier genannten Beispielen finde ich überzogen und ich finde es sehr bedenklich.

    Und noch einmal stelle ich die Frage: Woher wissen die Beamten von dem Klick?
  9. #9

    Frage des Standpunkts...

    Allen, die sich hier so über den "Polizeistaat" und was weiß ich noch alles so auslassen, kann man so eine Facebook-Party nur mal gleich nebenan wünschen - dann würden die Kommentare vermutlich anders ausfallen. Ist halt immer eine Frage des Standpunktes.
    Jedenfalls sollte mittlerweile auch der Dümmste begriffen haben, dass die (unkontrollierten - es gibt ja sicher auch noch normale) fb-Partys nur Ärger und Stress allenthalben verursachen - und wer dennoch einfach so zum Spaß an der Randale oder dem Gefühl "der Macht", wie's im Bericht hieß, auf "Teilnehmen" klickt, der weiß was er und warum er das tut und muss dann halt die Konsequenzen tragen. Ich find's gut, dass da jetzt etwas "robuster" vorgegangen wird - mit gutem Zureden ist's ja nicht getan, wie man gesehen hat. Schade. Also - alle mal etwas abregen und sich fragen, wie man selbst reagieren würde, wenn in der eigenen Straße plötzlich paar hundert Wildfremde die "Sau rauslassen" würden. Da wäre vermutlich der erste Griff zum Hörer und der Ruf nach Polizei das Nächste. Wer hätt's gedacht...