Bildung - härtere Strafen für Schulschwänzer?

Das Recht auf Bildung beinhaltet auch die Schulpflicht. Eine Pflicht, der manche Jugendliche nicht immer nachkommen. Vielfach als übliches Minidelikt mit Pubertätsrabatt eingestuft, bildet es sich jedoch zunehmend als Problemgrund für spätere Defizite heraus. Kann die Lösung auch in stärkerer Disziplinierung liegen - mit härteren Strafen für Schulschwänzer?
  1. #1

    Bestehende Gesetze verbessern

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Recht auf Bildung beinhaltet auch die Schulpflicht. Eine Pflicht, der manche Jugendliche nicht immer nachkommen. Vielfach als übliches Minidelikt mit Pubertätsrabatt eingestuft, bildet es sich jedoch zunehmend als Problemgrund für spätere Defizite heraus. Kann die Lösung auch in stärkerer Disziplinierung liegen - mit härteren Strafen für Schulschwänzer?

    Das Fehlen aka "Schwänzen" aka "Blocken" besonders in der Oberstufe wird z.B. in NRW vom Ministerium quasi unterstützt, wenn man sich den § 49 Abs. 2 Satz 4 des NRW-Schulgesetzes ansieht:


    "Die Aufnahme der Fehlzeiten und der Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten entfällt bei Abschluss- und Abgangszeugnissen."


    Quelle:
    http://www.schulministerium.nrw.de/B...chulgesetz.pdf


    Solange solche Gesetze existieren, werden Schüler (m/w) zum Schwänzen animiert.
  2. #2

    Eigenartig, dass hierzu nur so wenig gepostet wurde.

    Die "Schwänzer" sind die Ernte des Staates und der Steuerzahler von den Erziehungfeldern verantwortungsloser Eltern und die Saat für künftige Generationen von Hartz4-Empfängern. Nach letzten Erhebungen sollen bei uns 20% der Schulpflichtigen ohne ausreichende Kenntnisse und deshalb auch ohne eine Bildungsperspektive sein. Wollen sie später ebenso leben wie andere, bleibt ihnen nur die unredliche Tour. Außerdem kommen ja noch die dazu, von denen über die einfachen Kenntnisse hinaus, auch nicht allzuviel zu erwarten ist und die häufig erst nur durch die Berufs- und Firmenschulung für das Berufsleben geeigneter werden. 20% Bildungsunwillige ewige Hartz-4-Empfänger kann auf Dauer eine Volkswirtschaft nicht verkraften.

    Rechnet man noch die aus anderen Gründen Hilfsbedürftigen dazu, entsteht eine leistungsunfähige Grundlast, die kaum noch zu stemmen ist. Wenn Eltern in der Erziehung versagen, ist das kein persönliches Problem mehr. Dann ist die Gesellschaft, die die Folgen tragen muss, gefragt. Und wer glaubt, dass das Problem mit Geld zusammenhängt, dem sei gesagt, dass die Grundschulbildung bei uns keine Frage des Geldes ist. Armut als Ursache dafür zu benennen, nicht Lesen und Schreiben zu können, ist so hohl wie die Köpfe derer, die glauben, dass man mit dem Besitz von 1 Mio. automatisch auch lesen und schreiben kann. Die soll es ja auch geben.

    Um diesem 20%-Problem wirkungsvoll begegnen zu können, muß das Elternrecht novelliert werden. Nicht härtere Strafen für die Schulschwänzer sind sinnvoll, sondern ihre konsequente Überprüfung und die ihrer Eltern ist notwendig. Außerdem sollte den Parlamenten die Hoheit über die Bildung entzogen werden. Denn die sich ständig verändernden ideologischen Vorgaben für die Bildungsinhalte und die aus naivem Gutmenschendenken genährte Großzügigkeit sind die Hauptursachen für die Unfähigkeit des Systems, sich sinnvoll zu ordnen um optimale Bedingungen für Alle zu erzielen.
  3. #3

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Das Fehlen aka "Schwänzen" aka "Blocken" besonders in der Oberstufe wird z.B. in NRW vom Ministerium quasi unterstützt, wenn man sich den § 49 Abs. 2 Satz 4 des NRW-Schulgesetzes ansieht
    "Die Aufnahme der Fehlzeiten und der Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten entfällt bei Abschluss- und Abgangszeugnissen."

    Quelle:
    http://www.schulministerium.nrw.de/B...chulgesetz.pdf
    Solange solche Gesetze existieren, werden Schüler (m/w) zum Schwänzen animiert.
    Ich finde das in Ordnung.
    Immerhin geht es hier nicht mehr um Grundschulkinder, sondern um teilweise bereits volljährige Schüler, die so langsam mal selbst entscheiden dürfen sollten, ob der Besuch des Unterrichts für sie sinnvoll ist oder nicht.
    Ich gebe zu, dass ich für mich des Öfteren für Letzteres entschieden und meine Zeit sinnvoller genutzt habe.
    Man kann sich den Lernstoff ganz einfach selbst erarbeiten, was meiner Meinung nach sogar effektiver ist.
  4. #4

    Zitat von oliveirap Beitrag anzeigen
    Ich finde das in Ordnung.
    Immerhin geht es hier nicht mehr um Grundschulkinder, sondern um teilweise bereits volljährige Schüler, die so langsam mal selbst entscheiden dürfen sollten, ob der Besuch des Unterrichts für sie sinnvoll ist oder nicht.
    Ich gebe zu, dass ich für mich des Öfteren für Letzteres entschieden und meine Zeit sinnvoller genutzt habe.
    Man kann sich den Lernstoff ganz einfach selbst erarbeiten, was meiner Meinung nach sogar effektiver ist.
    Es mag ja sein, dass Ihnen etwas anderes sinnvoller war, als Schule/Lehrer/Lehrmethodik usw. Aber Sie sollten nicht von sich auf andere schließen. Noch immer sind die meisten Kinder darauf angewiesen, dass ihnen die Welt erklärt wird und dazu die Fähigkeiten, sie zu bewältigen. Die Woche hat 7x24 = 168 Stunden. Da wird es wohl nicht uneffektiv sein, wenn man an 5 Tagen je 6 Stunden = 30 Wochenstunden in der Schule verbringt, ca als ein Fünftel der Wochenzeit. Was letztlich "effektiver" ist, zeigt sich erst später.
  5. #5

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Es mag ja sein, dass Ihnen etwas anderes sinnvoller war, als Schule/Lehrer/Lehrmethodik usw. Aber Sie sollten nicht von sich auf andere schließen. Noch immer sind die meisten Kinder darauf angewiesen, dass ihnen die Welt erklärt wird und dazu die Fähigkeiten, sie zu bewältigen. Die Woche hat 7x24 = 168 Stunden. Da wird es wohl nicht uneffektiv sein, wenn man an 5 Tagen je 6 Stunden = 30 Wochenstunden in der Schule verbringt, ca als ein Fünftel der Wochenzeit. Was letztlich "effektiver" ist, zeigt sich erst später.
    Wann soll es sich denn zeigen? Ich habe mich ja ausdrücklich nur auf die Oberstufe bezogen.
    Letztlich sollte es doch meine Sache sein, ob ich mein Abitur will oder nicht und wieviel Zeit ich dafür investieren will.
    Dass eine Anwesenheitspflicht von der Grundschule bis zur Mittelstufe sinnvoll ist will ich natürlich nicht bestreiten.
  6. #6

    SekII

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Es mag ja sein, dass Ihnen etwas anderes sinnvoller war, als Schule/Lehrer/Lehrmethodik usw. Aber Sie sollten nicht von sich auf andere schließen. Noch immer sind die meisten Kinder darauf angewiesen, dass ihnen die Welt erklärt wird und dazu die Fähigkeiten, sie zu bewältigen. Die Woche hat 7x24 = 168 Stunden. Da wird es wohl nicht uneffektiv sein, wenn man an 5 Tagen je 6 Stunden = 30 Wochenstunden in der Schule verbringt, ca als ein Fünftel der Wochenzeit. Was letztlich "effektiver" ist, zeigt sich erst später.
    Nur sind die SuS der Oberstufe keine Kinder mehr. Nicht umsonst gesteht der Gesetzgeber den volljährigen SuS der Oberstufe das recht zu, sich selbst zu entschuldigen.

    Problematischer ist es, dass die Eltern der minderjährigen SuS es nicht hinbekommen, das Fehlen ihres Nachwuchses ordnungsgemäß zu entschuldigen oder Beurlaubungen zu beantragen.
    Im Fall von Schulschwänzereien ist es Aufgabe der Eltern für die Einhaltung der Schulpflicht Sorge zu tragen. Bei entsprechenden Verstößen muss zuständigkeitshalber (Sorgfaltspflichtverletzung) das Jugendamt informiert werden.
    Also unentschuldigte Fehlstunden notieren und Kontrollmitteilung weiterleiten.
  7. #7

    Zitat von oliveirap Beitrag anzeigen
    Wann soll es sich denn zeigen? Ich habe mich ja ausdrücklich nur auf die Oberstufe bezogen.
    Letztlich sollte es doch meine Sache sein, ob ich mein Abitur will oder nicht und wieviel Zeit ich dafür investieren will.
    Wann "später" ist? Zum Beispiel bei Beginn eines Studiums, wo die verschiedenen Typen wieder nebeneinander erscheinen und denselben Studienstoff bewältigen sollen. Dann zeigt es sich, ob derjenige mit Schulabitur oder der mit Individualabitur besser zurechtkommt. In Vorlesung/Seminar wird darauf keine Rücksicht mehr genommen.

    In meinen Augen wäre es eine Unlogik, wenn Sie ein Gym besuchen und es dann zu Ihrer Sache erklären, Abi zu wollen oder nicht.
  8. #8

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Nur sind die SuS der Oberstufe keine Kinder mehr. Nicht umsonst gesteht der Gesetzgeber den volljährigen SuS der Oberstufe das recht zu, sich selbst zu entschuldigen.
    Nun, ich nehme mir die Ansicht heraus, dass das ziemlich kontraproduktiv ist, und ich vermute mal, dass der Gesetzgeber sich da nochmal wird korrigieren müssen. Und zwar so, dass das Gym nicht alle sog. Entschuldigungen akzeptieren muss.
  9. #9

    Zitat von oliveirap Beitrag anzeigen
    Wann soll es sich denn zeigen? Ich habe mich ja ausdrücklich nur auf die Oberstufe bezogen.
    Letztlich sollte es doch meine Sache sein, ob ich mein Abitur will oder nicht und wieviel Zeit ich dafür investieren will.
    Dass eine Anwesenheitspflicht von der Grundschule bis zur Mittelstufe sinnvoll ist will ich natürlich nicht bestreiten.
    Ich stimme ihnen zu, dass es Ihre Sache ist, ob Sie eine Ausbildung anstreben oder nicht, aber es ist nicht die Aufgabe der Schule, bzw. des Staates, diese Ausbildung für eine unbeschränkte Zeit vor zu halten.

    Da Schüler diesen Vorgang schon seit lange Zeiten, nach einer bestimmten Zeit abschließen, kann man auch die Zeit bestimmen, die einer Regelstudien Zeit entspricht. Nach dieser Zeit, könnte man Gebühren bestimmen, und oder den Verfall der Ausbildungszeit.

    MfG. Rainer