Blätterhöhle in Westfalen: Abstieg ins Totenreich der Steinzeit

Greven/ DFG Projekt BlätterhöhleJahrtausende lang haben Steinzeitmenschen ihre Toten in der westfälischen Blätterhöhle bestattet, dann versiegelte ein Felssturz den Eingang. Heute machen Archäologen dort einzigartige Funde - für die Forscher ist es ein Trip in die Unterwelt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...845863,00.html
  1. #1

    "...zu kultischen Zwecken..."

    ...heißt übersetzt in die Sprache von Otto Normaluser:

    "Wir haben hier etwas, mit dem wir so garnix anfangen können... da wir ihm keine praktische bedeutung zuordnen können war es möglicherweise zu irgendwelchem sinnfreiem Kram wie einem Kult benutzt worden..."
    Oder kürzer: "Wir haben keine Ahnung was wir da gefunden haben..."
  2. #2

    Ein sehr schoener Artikel, leider etwas zu kurz und "richtig machen" werden wir es in solchen Faellen leider nie, die Entwicklung geht weiter und auch heute werden Spuren geschaedigt die vielleicht mit neuen, noch nicht entwickelten, Techniken erhalten werden koennten, aber auch da gibt es kein Ende. Hoffentlich sehen wir einmal das Leben dieser lange vergessenen aber nicht verlorenen Menschen vor uns
  3. #3

    Das sind so die Momente, an denen ich bedauere, nicht doch Geschichte und Archaeologie studiert zu haben ...
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die meisten Höhlen Westfalens wurden bereits im ausgehenden 19. oder frühen 20. Jahrhundert untersucht - als die Archäologie noch weit von C14-Datierungen und den heutigen feinen Grabungstechniken entfernt war. Damit wird die Blätterhöhle zur einmaligen Chance, diesmal alles richtig zu machen
    Wenn die diese Höhle ausschachten, machen die keinesfalls "alles richtig". Die Sedimente dürfen nicht verändert werden, sondern müssen durchleuchtet werden. Z.B wird eine Sonde radioaktive bis zum Grund in den Boden eingebracht und an der Oberfläche gemessen.
    Viele Dinge (Weichteile, zerkrümelte Keramik, Textilen) werden so womöglich sichtbar.
  5. #5

    Wir haben die Stirnlampen wieder eingeschaltet …

    „Sie war erst zwischen 17 und 22 Jahre alt, als sie um 3600 v. Chr. starb. … Irgendwann um 6500 v. Chr. aber brach das überhängende Felsdach, das den Höhleneingang geschützt hatte, ab und krachte auf den Vorplatz. Damit war das Tor zur steinzeitlichen Unterwelt weitgehend versiegelt.“

    Die Sache ist voller Rätsel. Und so soll es auch sein. Die Spannung wächst ins Unermeßliche. Und auch der Witz kommt nicht zu kurz. Man stelle sich einfach vor, ein Mann würde seiner Gattin beim Kochen oder Bügeln die Geschichte mit seinen eigenen Worten nacherzählen. Dagegen würde jeder Tatort verblassen.
  6. #6

    3000 bc

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jahrtausende lang haben Steinzeitmenschen ihre Toten in der westfälischen Blätterhöhle bestattet, dann versiegelte ein Felssturz den Eingang. Heute machen Archäologen dort einzigartige Funde - für die Forscher ist es ein Trip in die Unterwelt.

    Blätterhöhle: Archäologen finden Tote aus der Steinzeit - SPIEGEL ONLINE
    "Nach einer längeren Pause am Ende der Mittelsteinzeit vor 5000 Jahren brachten die Leute ihre Toten auch in der Jungsteinzeit wieder in die Blätterhöhle"

    Vor 5000 Jahren war die Steinzeit schon längst zuende. Ackerbau und Viehzucht waren damals schon Gang und Gäbe. Kupferwerkzeuge hatten die Leute auch schon. Und in Ägypten, Türkei, Syrien, Iraq und Indien gab es schon gutorganisierte Städte. War bestimmt eine aufregende Zeit damals
  7. #7

    Wir Steinzeitkultler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jahrtausende lang haben Steinzeitmenschen ihre Toten in der westfälischen Blätterhöhle bestattet, dann versiegelte ein Felssturz den Eingang. Heute machen Archäologen dort einzigartige Funde - für die Forscher ist es ein Trip in die Unterwelt.

    Blätterhöhle: Archäologen finden Tote aus der Steinzeit - SPIEGEL ONLINE
    Die Steinzeit ist noch nicht vorbei. Wir sind noch wie die. Zwar haben wir einiges an Technik verbessert mittlerweile.
    Wir tun aber immer noch so, als seien wir nicht inzwischen 7 Milliarden.
    Unsere andauernden Kulthandlungen sind deshalb erheblich grotesker als damals und noch weiter von jeder Realitaet entfernt.
    Es fallen mir dazu auch ein paar Hoehlen ein: Asse, Gorleben, CCS, Bleikeller, St.Gotthard-Tunnel, Elbtunnel, roemische Katakomben, Londons Underground und Raketensilos.
    Wir hinterlassen den Aerchaologen fuer 10 tsd. Jahren spaeter wahrhaftig noch raetselhafte Deutungsmoeglichkeiten unserer diversen Kulte.
  8. #8

    Zitat von Layer_8 Beitrag anzeigen
    Vor 5000 Jahren war die Steinzeit schon längst zuende. Ackerbau und Viehzucht waren damals schon Gang und Gäbe. Kupferwerkzeuge hatten die Leute auch schon. Und in Ägypten, Türkei, Syrien, Iraq und Indien gab es schon gutorganisierte Städte. War bestimmt eine aufregende Zeit damals
    Feldbau (nicht Ackerbau, der Pflug war da noch nicht so weit) und Viehzucht sind Neuerungen der Jungsteinzeit (Neolithikum) - nicht der Bronzezeit sonst irgendwas - also war von 5000 Jahren noch Steinzeit. Kupfer wird ab der sogenannten Kupfersteinzeit (Chalkolithikum) benutzt - man zählt sie noch zur Steinzeit, vermutlich weil Kupfer nur selten (siehe Ötzi) für Werkzeuge und meist nur für Schmuck verwendet wurde.

    Die Steinzeit endet bei uns in Mitteleuropa um 2200 v. Chr., damit war sie vor 5000 Jahren nicht schon lange zu Ende. In anderen Erdteilen ist das anders.
  9. #9

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    Die Steinzeit ist noch nicht vorbei. Wir sind noch wie die. Zwar haben wir einiges an Technik verbessert mittlerweile.
    Überbegriffe wie Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit sind leider nur rein technisch definiert - damit ist die Steinzeit bei uns auf jeden Fall zu Ende.
    Die meisten Leute (nicht Sie, Sie sagen ja das Gegenteil, was richtig ist) denken bei der Steinzeit immer an irgendetwas primitives, obwohl die Menschen in der gesamten Mittel- und Jung- sowie in den späteren Phasen der Altsteinzeit anatomisch Modern und darum genauso intelligent wie heute waren.