Werden wir eines Tages mit Antimaterie-Raumschiffen zu den Sternen fliegen?

Am Large Hadron Collider (LHC) des Cern in Genf wurde mit großer Wahrscheinlichkeit das Higgs-Boson, das sogenannte Gottesteilchen gefunden. Doch die Frage ist, ob es jenes Teilchen ist, welches vom Standardmodell der Teilchenphysik vorausgesagt wurde. Demnach besitzt jedes Teilchen ein dazugehörendes Antiteilchen. Welche Auswirkungen könnte die Bestätigung des Fundes in der Praxis haben? Werden wir eines Tages mit Antimaterie-Raumschiffen zu den Sternen fliegen?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Am Large Hadron Collider (LHC) des Cern in Genf wurde mit großer Wahrscheinlichkeit das Higgs-Boson, das sogenannte Gottesteilchen gefunden. Doch die Frage ist, ob es jenes Teilchen ist, welches vom Standardmodell der Teilchenphysik vorausgesagt wurde. Demnach besitzt jedes Teilchen ein dazugehörendes Antiteilchen. Welche Auswirkungen könnte die Bestätigung des Fundes in der Praxis haben? Werden wir eines Tages mit Antimaterie-Raumschiffen zu den Sternen fliegen?
    Die Kernfrage (nicht die Cernfrage) die sich hier stellt, ist doch: "Wozu?".

    Im Übrigen: Warum sollte Antimaterie bei der Lichtgeschwindigkeitsgrenze und der Zeitdilatation hilfreich sein?
  2. #2

    Oh ..., da hat jemand ein Faß aufgemacht.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werden wir eines Tages mit Antimaterie-Raumschiffen zu den Sternen fliegen?
    Theoretisch: JA, Praktisch: NEIN!
    Da ist es realistischer im Schlepptau von Asteroiden durchs All zu reisen.
    Allein die bloße Entdeckung dieses Teilchens war ein internationaler Aufwand.
    Ein Antimaterieantrieb könnte in unserem Wirtschaftssystem niemand stemmen.
    Es müsste schon ein Menschheitsprojekt sein, indem weltweit alle Ressourcen dafür aufgewendet werden.
    Allein was sich der Mensch auf Erfindungen wie Raketen oder Computer einbildet, zeigt schonmal seinen Horizont.
    Wir müssten Erfindungen dieser Tragweite am Fließband produzieren, um in geschätzt 500Jahren so einen Antrieb zu besitzen.

    Andererseits haben die Raumfahrtprojekte der 60er die Computerentwicklung massiv vorangetrieben.
    Bin ja auch kein Hellseher.
    Wer weiß?

    Hätte die Forschungsgelder aber besser in Schulen und Bildung investiert.
    Wäre am Ende wohl mehr Erkenntnis herausgekommen.
  3. #3

    Wozu?

    Bevor wir auch noch anfangen das Weltall auzubeuten und da Star Wars spielen, sollten wir meinung nach erstmal die Probleme der Erde lösen. Lösen wir die Probleme hier nicht, dann haben wir keinen Flug zu den Sternen verdient...Nur meine Meinung.
  4. #4

    Ohmann

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Am Large Hadron Collider (LHC) des Cern in Genf wurde mit großer Wahrscheinlichkeit das Higgs-Boson, das sogenannte Gottesteilchen gefunden. Doch die Frage ist, ob es jenes Teilchen ist, welches vom Standardmodell der Teilchenphysik vorausgesagt wurde. Demnach besitzt jedes Teilchen ein dazugehörendes Antiteilchen. Welche Auswirkungen könnte die Bestätigung des Fundes in der Praxis haben? Werden wir eines Tages mit Antimaterie-Raumschiffen zu den Sternen fliegen?
    "Werden wir eines Tages mit Antimaterie-Raumschiffen zu den Sternen fliegen?"

    Sobald ich ein Antimaterie-Raumschiff betreten würde, gäbe es wohl ein Riesenenergie-Spektakel. Und selbst mit Dilithium-Kristallen wären die Distanzen zu anderen Sternen nicht überbrückbar. Der WARP-Drive ist halt energetisch nicht handlebar, nur um eine "WARP-Blase" zu erzeugen. Und was hatt das Higgs-Boson jetzt mit Antimaterie-Raumschiffen zu tun? Darum gehts ja wohl im Artikel, den ich leider erst morgen lesen kann, vielleicht brauch ich jetzt einen Fluxkompensator
  5. #5

    Das Titelthema ist murks

    "Physiker entschlüsseln das Geheimnis der Anti-Materie".

    1. Ja, laut Standardmodell gibt es Anti-Materie und die ist seit Jahrzehnten bekannt und wird regelmäßig an verschiedenen Laboren hergestellt. Anti-Materie kommt auch bei ganz natürlichen radioaktiven Zerfällen vor.

    2. Hat das Higgs-Boson nicht speziell etwas mit Anti-Materie zu tun. Das Higgs-Feld verleiht allen Elementarteilchen eine Masse. Sei es nun Materie oder Anti-Materie.

    3. Mir ist völlig unklar, dass das jetzt mit Raumfahrt zu tun hat. Solange wir nicht irgendwo einen riesigen Klumpen Anti-Materie finden bevor er es uns findet, haben wir davon nichts. Man könnte höchstens mit irgendwelchen Anti-Materie Behältern Energie speichern. Das ist wie mit dem Wasserstoff-Antrieb auf der Erde. Man muss erst Energie rein stecken, um Wasser in Wassertoff und Sauerstoff zu zerlegen. Genauso muss man (sehr) viel Energie in die (nicht sehr effiziente) Erzeugung von Anti-Materie stecken....
  6. #6

    Wie ist das eigentlich?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Doch die Frage ist, ob es jenes Teilchen ist, welches vom Standardmodell der Teilchenphysik vorausgesagt wurde.
    Ergibt sich das Higgs-Boson als zwingende Konsequenz aus dem Standardmodell, oder wurde es einfach "hinzugedichtet" um die Masse zu erklären?
  7. #7

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Ergibt sich das Higgs-Boson als zwingende Konsequenz aus dem Standardmodell, oder wurde es einfach "hinzugedichtet" um die Masse zu erklären?
    Es wurde hinzugedichtet. Oder besser es musste. Die Eichbosonen der schwachen Wechselwirkungen sollten nach dem "alten" Standard-Modell eigentlich keine Masse haben, wie alle Eichbosonen. Die Eichtransformationen wuerden ansonsten den Masseteil veraendern. Damit waeren die Eichbosonen keine Eichbosonen mehr. Deswegen wurde das Higgsfeld bzw. das Higgsboson eingefuehrt, dass den Eichbosonen W/Z unter spontaner Symmetriebrechung Masse verleiht.

    Kurzum: das Higgs Boson gibt nicht "allen" Elementarteilchen Masse, sondern nur den Eichbosonen W und Z.

    P.S.: es gibt interessante Berechnung (vor allem theoretisch voellig richtige und sinnvolle!), wie ein Warp- oder Subraumantrieb gebaut werden koennte. Das hoert sich nun nach Science-Fiction an, ist aber theoretisch tatsaechlich moeglich; Raumverzerrung. Dabei kommt Antimaterie ins Spiel (Energieumwandlung!). Klang fuer mich beim ersten Lesen auch aberwitzig, aber gesetzt den Fall, dass man die technischen Moeglichkeiten hat, so etwas zu bauen, sind dem Ganzen theoretisch keine Grenzen auferlegt. Ob das irgendwann sinnvoll sein wird (die Distanzen bleiben dennoch enorm; Zeitdilatation!), ist schwer zu beantworten. Abgesehen vom Forscherdrang, muss irgendwann auch, wie leider auf der Erde auch, ein finanziell ertragreicher Grund ersichtlich sein.
  8. #8

    Das Higgsfeld (dessen Quant das Higgs-Boson ist) hat nichts speziell mit Antimaterie zu tun. Higgs bringt die Masse hervor und die ist die Gleiche für Materie und Antimaterie. Der Unterschied zwischen den beiden sind die Quantenzahlen (wie elektrische Ladung, Farbladung). Teilchen und Antiteilchen haben jeweils entgegengesetzte Zahlen. Dadurch können sie sich gegenseitig vernichten (zu reiner Energie), ohne dass Erhaltungssätze verletzt werden.

    Higgs mit Antimaterie oder gar Antimaterie-Antrieben in Verbindung zu bringen, ist nur Effekthascherei.
  9. #9

    Zitat von Minkffm Beitrag anzeigen
    Kurzum: das Higgs Boson gibt nicht "allen" Elementarteilchen Masse, sondern nur den Eichbosonen W und Z.
    Es ist aber schon der Gedanke, dass Higgs universell ist, also auch für Quarks, Leptonen, Photon etc. gilt. Die Masse ist bestimmt durch die Ausrichtung des Teilchen-Zeigerfelds zum Higgs-Zeigferfeld. Der Photon-Zeiger ist senkrecht zum Higgs-Zeiger, womit das Photon masselos ist.