Hat sich die Kanzlerin bei der Euro-Krise über den Tisch ziehen lassen?

Mit großen Vorsätzen war die Kanzlerin zum EU-Gipfel gereist, doch Angela Merkel konnte ihr Nein nicht durchhalten: Italien und Spanien setzten sich in einem Brüsseler Verhandlungsmarathon fast vollständig durch. Der Zugang zum Rettungsfonds ESM wird deutlich erleichtert. Hat sich die Kanzlerin bei der Euro-Krise über den Tisch ziehen lassen?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit großen Vorsätzen war die Kanzlerin zum EU-Gipfel gereist, doch Angela Merkel konnte ihr Nein nicht durchhalten: Italien und Spanien setzten sich in einem Brüsseler Verhandlungsmarathon fast vollständig durch. Der Zugang zum Rettungsfonds ESM wird deutlich erleichtert. Hat sich die Kanzlerin bei der Euro-Krise über den Tisch ziehen lassen?
    Einmal weich gespült, liebe Moderatoren.

    Sicher nicht, Merkel und Konsorten, da zähle ich auch Politiker der Opposition dazu, die Eurokraten und die mafiösen Finanzmärkte sind die Profiteure der Krise und der jetzigen Politik dagegen.
    Ihre Lippenbekenntnisse als angebliche Verfechterin der Rechte deutscher Steuerzahler, haben sich in Wind aufgelöst.
    Nachdem gestern dem Steuerzahler tief in die Tasche gegriffen wurde, zeigte das Barometer der Finanzmärkte, DOW und DAX eindeutige Hochs.
    Da muss doch mittlerweile jedem, noch so tumben Mitteleuropäer aufgehen, wohin die Reise führt.
  2. #2

    Die wahren Zerstörer sitzen im Bundestag...

    ...denn es waren vor allem die deutschen Sozialdemokraten, die Monti und Rajoy den Hebel in die Hand gaben. Das ist doppelt bitter für Merkel, schließlich war sie Frankreich und den Problemländern mit dem Wachstumspaket entgegen gekommen. Davon sollten vor allem die Südländer profitieren. Die Kanzlerin konnte aber Monti und Rajoy nicht einfach sagen: "Gut, wenn ihr nicht wollt, dann machen wir es eben nicht", weil sie über den Umweg der deutschen Innenpolitik erpressbar geworden war. Es ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik, dass die Opposition mitgeholfen hat, die deutsche Verhandlungsposition zu schwächen und deutsche Interessen zu beschädigen. SPD und Grüne haben so beigetragen, die Bürger in immer neue Haftungsrisiken mit immer weniger Garantien zu treiben.
    Traurig, aber wahr!
  3. #3

    Zitat von copsilberhaupt Beitrag anzeigen
    ...denn es waren vor allem die deutschen Sozialdemokraten, die Monti und Rajoy den Hebel in die Hand gaben. Das ist doppelt bitter für Merkel, schließlich war sie Frankreich und den Problemländern mit dem Wachstumspaket entgegen gekommen. Davon sollten vor allem die Südländer profitieren. Die Kanzlerin konnte aber Monti und Rajoy nicht einfach sagen: "Gut, wenn ihr nicht wollt, dann machen wir es eben nicht", weil sie über den Umweg der deutschen Innenpolitik erpressbar geworden war. Es ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik, dass die Opposition mitgeholfen hat, die deutsche Verhandlungsposition zu schwächen und deutsche Interessen zu beschädigen. SPD und Grüne haben so beigetragen, die Bürger in immer neue Haftungsrisiken mit immer weniger Garantien zu treiben.
    Traurig, aber wahr!
    Das ist nur die halbe Wahrheit.
    Zum einen sollte Merkel es schon schaffen, ihre Europapolitik als im Bundestag (2/3) mehrheitsfähig zu gestalten.

    Der zweite Punkt könnte sich als wesentlich desaströser herausstellen.

    Durch ihre europapolitische Hartleibigkeit und durch ihr im höchsten Maße ungeschicktes Auftreten im franz. Wahlkampf hat Merkel bewirkt, dass die deutsch-französische Achse äußerst unrund läuft, um nicht zu sagen: gerade noch Schrottwert besitzt.

    Der Widerspruch in der französischen Europa-Politik, nämlich einmal als Tandem mit Deutschland ganz Europa zu führen, und andererseits im Nord-Süd Streit Europas Süden in Europa zu integrieren, hat durch die Wahl Hollandes eine neue Akzentuierung erhalten.

    Das scheint an Merkel vorbei gegangen zu sein. Statt Hollande auf ihre Seite zu ziehen, hat sie sich isoliert.

    Tausche Hollande gegen Holland oder was?

    Warum hat sie sich z.B. das Wachstumspaket von SPD/Grüne abhandeln lassen?
    Sie hätte es ebensogut Hollande (in einem "dramatischen" oder auch "freundschaftlichen" deutsch/franz Gipfel) zur Pflege der strategischen dt/franz Achse als "Morgengabe" überreichen können.

    Und es dann mit Hollande auf dem Euro-Gipfel "durchsetzen" können.

    Statt zuzulassen, dass Frankreich sich zu taktischen Spielchen gegen Deutschland vereinnahmen lässt.
  4. #4

    Der Bart ist lang/Der Bart muss ab.

    Zitat von copsilberhaupt Beitrag anzeigen
    ...denn es waren vor allem die deutschen Sozialdemokraten, die Monti und Rajoy den Hebel in die Hand gaben. Das ist doppelt bitter für Merkel, schließlich war sie Frankreich und den Problemländern mit dem Wachstumspaket entgegen gekommen. ...

    Es ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik, dass die Opposition mitgeholfen hat, die deutsche Verhandlungsposition zu schwächen und deutsche Interessen zu beschädigen. SPD und Grüne haben so beigetragen, die Bürger in immer neue Haftungsrisiken mit immer weniger Garantien zu treiben.
    Traurig, aber wahr!
    1. Jeder Politiker muss in jeder Verhandlung auf die Positionen "der Seinen" Rücksicht nehmen. Das macht sich, schon immer und überall, der Verhandlungsgegner zunutze.
    Kleines Politiker-Einmaleins.

    Neu ist Ihre "Dolchstoßlegende" nun wirklich nicht. Sie hat eine lange Geschichte in der Vergiftung des politischen Klimas in Deutschland und in der Verunglimpfung der deutschen Linken als "vaterlandslose Gesellen" (sic!).
  5. #5

    Ja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit großen Vorsätzen war die Kanzlerin zum EU-Gipfel gereist, doch Angela Merkel konnte ihr Nein nicht durchhalten: Italien und Spanien setzten sich in einem Brüsseler Verhandlungsmarathon fast vollständig durch. Der Zugang zum Rettungsfonds ESM wird deutlich erleichtert. Hat sich die Kanzlerin bei der Euro-Krise über den Tisch ziehen lassen?
    "Der ESM ist ein Trojanisches Pferd, um den nationalen Parlamenten ihre Budgethoheit zu nehmen – und zwar durch vertragsmäßige Überrumpelung, wie es scheint. Er entspringt im Kern dem Geist, der ein zentralistisch-sozialistisches Europa schaffen will, ein Europa, das viele Nationalbürger, einschließlich der Deutschen, vermutlich nicht wollten, als ihre nationale Währung in den Euro (zwangs)umgetauscht wurde."

    zum Arikel von Thorsten Polleits:
    ESM: Ein Trojanisches Pferd zur Entmachtung der nationalen Parlamente | Rott & Meyer
  6. #6

    Der Sozialismus ist tot! Jetzt befreit sich das Kapital von demokratischer Kontrolle!

    Zitat von marthap Beitrag anzeigen
    "Der ESM ist ein Trojanisches Pferd, um den nationalen Parlamenten ihre Budgethoheit zu nehmen – und zwar durch vertragsmäßige Überrumpelung, wie es scheint. Er entspringt im Kern dem Geist, der ein zentralistisch-sozialistisches Europa schaffen will, ein Europa, das viele Nationalbürger, einschließlich der Deutschen, vermutlich nicht wollten, als ihre nationale Währung in den Euro (zwangs)umgetauscht wurde."

    zum Arikel von Thorsten Polleits:
    ESM: Ein Trojanisches Pferd zur Entmachtung der nationalen Parlamente | Rott & Meyer
    Mein persönlicher Eindruck ist eher, dass da nur jemand versucht, seine Vorurteile auf eine neue Basis zu stellen.

    Die Aufteilung der Welt in guten Kapitalismus und bösen Sozialismus hilft wenig um eine Neuordnung der Welt zu verstehen, in der die Staaten auf die Verteilung der Armut reduziert werden, damit das Kapital ungestört von populistischen Mehrheitsentscheidungen seine Profite privatisieren kann.
  7. #7

    Eigentlich waren es die deutschen Steuerzahler, die über den Tisch gezogen wurden!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit großen Vorsätzen war die Kanzlerin zum EU-Gipfel gereist, doch Angela Merkel konnte ihr Nein nicht durchhalten: Italien und Spanien setzten sich in einem Brüsseler Verhandlungsmarathon fast vollständig durch. Der Zugang zum Rettungsfonds ESM wird deutlich erleichtert. Hat sich die Kanzlerin bei der Euro-Krise über den Tisch ziehen lassen?
    Aber da Demokratie in Deutschland nur bedeutet, dass Parteien und Lobby das Recht beanspruchen dürfen, im Namen des Volkes zu handeln, wenn sie sich ganz offen über den Wählerwillen hinwegsetzen, interessiert das wohl niemanden!
  8. #8

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    Goebbels braucht sich doch nichts mehr zu fragen; habe ich da was verpasst?
    Aber nun zu IHRER Frage:
    Da drängt sich die Frage auf, wen die Wähler dann wählen sollten. Mir kommen auf Anhieb nur die Piraten in den Sinn. Ihnen wohl eher etwas weniger?;-)
    Mir kommen auf Anhieb die Linken im Sinn, sind es doch diejenigen die beim BVerfG klagen oder waren das die Piraten ?
  9. #9

    Ja, klar ...

    Zitat von krassopoteri Beitrag anzeigen
    Einmal weich gespült, liebe Moderatoren.

    Sicher nicht, Merkel und Konsorten, da zähle ich auch Politiker der Opposition dazu, die Eurokraten und die mafiösen Finanzmärkte sind die Profiteure der Krise und der jetzigen Politik dagegen.
    Ihre Lippenbekenntnisse als angebliche Verfechterin der Rechte deutscher Steuerzahler, haben sich in Wind aufgelöst.
    Nachdem gestern dem Steuerzahler tief in die Tasche gegriffen wurde, zeigte das Barometer der Finanzmärkte, DOW und DAX eindeutige Hochs.
    Da muss doch mittlerweile jedem, noch so tumben Mitteleuropäer aufgehen, wohin die Reise führt.
    Aktien kaufen, das ist das Gebot der Stunde.

    Außerdem bin ich davon überzeugt, der Euro wird bleiben. Sicher wir haben jetzt eine kleine Krise, aber die wird bald überwunden sein. Ohne Euro sind wir in einem halben Jahr pleite.

    Also bitte ... keine Panik. Die Frau Dr. Merkel macht's schon richtig.