Listenklau - launige Aktionen oder nervige Störfälle?

Streit um Anwesenheitslisten: Die Rebellion einiger Studentengruppen gegen diese Form der Überprüfung führte zu Aktionen, die unter Lehrenden und Kommilitonen ein geteiltes Echo fanden. Sind solche Listen für ein erfolgreiches Studium notwendig? Oder nur ein überflüssiges Mittel zur Disziplinierung?

Der Artikel zum Thema:
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...423765,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop
    Streit um Anwesenheitslisten: Die Rebellion einiger Studentengruppen gegen diese Form der Überprüfung führte zu Aktionen, die unter Lehrenden und Kommilitonen ein geteiltes Echo fanden....
    Immer diese Listen. Die gibt es auch im Bundestag und werden immer wieder von der Presse benutzt, um Abzocker unter den Abgeordneten zu benennen.

    Wenn jemand etwas erhält, auf Grund seiner Anwesenheit, ist es doch klar, dass man das kontrolliert. Bekommt jemand etwas auf Grund einer Ausbildung, z.B. einen Führerschein, kann man den bei Zweifeln auch überprüfen;o).

    Wenn alle Menschen "gut" wären, bräuchte man überhaupt nichts überprüfen......, aber so?
  2. #2

    Eindeutig nerviger Störfall.

    Ich studiere in der Schweiz (Master) und hier wird in Seminaren Anwesenheit erwartet. Da die Seminare maximal aus 20 Studenten bestehen, aktive Mitarbeit gefordert wird (Präsentationen und Diskussion), und nur so das Seminar auch interessant wird, bin ich völlig für Anwesenheitspflicht und auch die dazugehörigen Listen. Es gibt auch Dozenten, die kontrollieren nicht - dort sind dann ab der zweiten Vorlesung maximal die Hälfte der Studenten anwesend, in der Regel eher weniger.

    Auch wenn Studenten arbeiten müssen, haben die meisten Dozenten hier Verständnis, aber nur bedingt. Denn entweder man studiert oder man arbeitet. Wenn man studieren will, muss man halt seine Vorlesungen entsprechend aussuchen, oder die Arbeitszeiten entsprechend legen. Harte Realität. Aber wenn Studenten von 10 Vorlesungen bei 7 (unentschuldigt) nicht anwesend sind, dann wäre eine Credit-Vergabe denjenigen gegenüber unfair, die in 90 % oder mehr dabei waren und sich eingebracht haben. Und in den meisten Fällen wird es so sein, dass die Studenten, die seltenst da waren, auch ein ziemlich schlechtes Paper mit einer entsprechend mauen Präsentation abgeben.

    Deshalb finde ich den Listenklau eine ziemlich kindische Aktion. Wenn ein Dozent Anwesenheit verlangt, dann respektiere ich es, und bin entweder anwesend, oder ziehe die Konsequenz und gehe nicht in dieses Seminar. Und wenn ich mit dem System nicht einverstanden bin, gibt es andere Wege, mich verständlich zu machen als durch unsolidarischen Listenklau...
  3. #3

    Unaktzeptabel

    Zitat von sysop
    Streit um Anwesenheitslisten: Die Rebellion einiger Studentengruppen gegen diese Form der Überprüfung führte zu Aktionen, die unter Lehrenden und Kommilitonen ein geteiltes Echo fanden. Sind solche Listen für ein erfolgreiches Studium notwendig? Oder nur ein überflüssiges Mittel zur Disziplinierung?
    Eine Anwesenheitspflicht für die Hauptfächer, um das Studium zu straffen, halte ich für an sich richtig.

    Zu bedenken ist aber das Argument der Gegner, dass die Studenten immer mehr jobben müssen, um über die Runden zu kommen. Die Einführung der Studiengebühren hat die Situation nochmals drastisch verschärft.

    Unaktzeptabel ist das Stehlen der Listen, da dadurch andere Studenten möglicherweise Nachteile haben.

    Die Gegner der Anwesenheitspflicht sollten zu ihrer Meinung auch offen stehen und solche Aktionen unterlassen.
  4. #4

    Zu den Aktionen und ihrem Sinn kann ich schwer was sagen.

    Ansonsten: ich (als Dozent) bin gegen einebuerokratieseitig kontrollierte Answesenheitspflicht.

    Dies uniform und formal als Kriterum fuer ``credits'' zu machenist ein quatsch. Es gibt allerdingsVeranstaltungsformenwo es u.a. die aktive Teilnahme ist die wichtig, notwendig,
    und gefordert ist. Grossvorlesungen bei denenman mit Stoff berieselt wird (wenn es schlecht gemacht ist) gehoren nicht dazu;wenn man als Student, aus welchen gruenden auch immer,den Stoff besser in den Kopf bekommt, wenn man ausBuechern bueffelt, was soll's. Wenn es gut l"auft, bekommtman in der Vorlesung natuerlich gut aufbereitete Info'sso da"s das selbst-nachlernen effizienter ist, aber
    die Entscheidung darf der Student sich selber f"allen.

    bei kleineren/anderen Veranstaltungsformen (Seminar, Praktika etc)geht das so jedoch nicht. Als Seminarteilnehmer eine Stundevorbeischauen, den Vortrag runterraspeln, und den Restdes Semester Zeit sparen durch abwesenheit, das kannman nicht akzeptieren. Insofern ist ``aktive Teilnahme,u.a. durch Vortrag'' Vorraussetztung, aber darauf achtetman als Dozent, ohne da"s man eine Strichliste f"uhrenmuss oder einen behoerdlich-kontrollierte Zeiterfassung oder"ahnliches.

    Martin
  5. #5

    Anwesenheit in der Uni macht Sinn bei kleinen Seminaren aber nicht bei grossen Veranstaltungen. Was soll als nächstes kommen? Eine Entschuldigung der Eltern die beim Professor für jede nicht besuchte Vorlesung vorzuzeigen ist? Sind wir denn im Kindergarten?
  6. #6

    Listenklau? Kindisch.
    Anwesenheitspflicht bei Seminaren? Sinnvoll.
    Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen? Quark.

    Wie oft saß ich schon in Vorlesungen und habe gemerkt, dass der Dozent nur aus einem Buch referiert was man auch gemütlich zu Hause durcharbeiten kann. Ebenso die teilweise sterbenslangweiligen Vorträge, wo man selbst mit guten Willen nicht zuhören konnte.

    Vorlesungen sind nützliche Veranstaltungen, keine Frage. Aber das ist auch immer abhängig vom Thema, vom Dozenten und vor allem davon, ob man das Wissen vorgelesen haben möchte. Ein gutes Buch zur rechten Zeit bringt meist mehr meiner Erfahrung nach. Wenn ich dabei bedenkte, wie viele Kommilitonen kaum oder niemals eine Vorlesung besucht haben, und trotzdem stets weiter gekommen sind, relativiert sich die Wichtigkeit der Vorlesungen ganz gewaltig.
  7. #7

    Zitat von Anulu
    Sind wir denn im Kindergarten?
    Scheinbar schon. Wenn man sieht was die Studenten so alles machen ausser zu studieren, dann draengt sich der Eindruck auf. Ich jedenfalls habe es ohne Probleme geschafft mit Anwesenheitspflicht und Gebuehren zu studieren. Und da ich das System jetzt auch mit meinem Geld mitfinanziere bin ich sowohl fuer hinreichenden Druck was die Studienzeit betrifft (hier sehe ich die Anwesenheitsplicht) und auch fuer Studiengebuehren (in fairem Ausmass) weil ich mir davon verspreche, dass dann wieder mehr Respekt vor der Bildung entsteht, die bisher andere bezahlen muessen. Und nein, meine Eltern haben nicht bezahlt und sind auch nicht reich. Sondern ich habe halt nebenher gearbeitet. Das geht prima und erleichtert den Einstieg ins Berufslebe sehr, da man gewissermassen "abgehaertet" ist.
  8. #8

    Zitat von OlafKoeln
    Zu bedenken ist aber das Argument der Gegner, dass die Studenten immer mehr jobben müssen, um über die Runden zu kommen. Die Einführung der Studiengebühren hat die Situation nochmals drastisch verschärft.
    So sehr ich verstehe, wenn sich jemand was verdienen muss, so wenig sehe ich das als Ausrede fürs Nichterscheinen bei Vorlesungen.

    Zum einen ist das STUDIUM doch die Hauptsache, und das Jobben dient dem ganzen. Zum zweiten ist das in aller Regel ein Job, keine Vollzeitstelle.
    Die Studenten wissen doch, wie ihr Stundenplan aussieht, vor allem ist der meist auch nicht rund um die Uhr.
    Folglich soll gearbeitet werden, wenn kein Studium ist.(zb auch in den Semesterferien?)

    Wie gehen doch hoffentlich konform, daß auch ein Studium dem späteren Geldverdienen, sprich einer Arbeitsstelle dient. Da kann ich doch auch nicht mehr sagen, daß das Wetter so schön sei, und ich nehme meine Arbeit halt eben mit ins Freibad oder zu meinem Nebenjob.
    Mein Arbeitgeber steigt mir in 99% der Fälle ziemlich aufs Dach. (Die 1% sind seltene Arbeitsplätze mit Home Office).
    Oder die Studenten machen sich gar selbständig. Dann sollten sie sich schonmal dran gewöhnen, wesentlich MEHR als 40 Stunden die Woche zu arbeiten. Da gibts im Ernstfall keinen Sonn- oder Feiertag mehr.

    Wer nach der Schule eine Pause braucht, der soll die bitte offiziell machen, und nen halbes Jahr oder gar Jahr mit dem Rucksack durch die Welt tingeln, gerne.
  9. #9

    Zitat von straightforward
    Scheinbar schon. Wenn man sieht was die Studenten so alles machen ausser zu studieren...
    Ich moechte mich hier noch auf "manche Studenten" korrigieren. Es gibt sicherlich viele Studenten auf die das natuerlich nicht zutrifft.