Angriffspläne gegen Iran: Israels Ex-Geheimdienstchef wirft Regierung Bluff vor

APIsraels Regierung will eine iranische Atombombe notfalls mit einem Militärschlag verhindern. Das sei eine Täuschung der Öffentlichkeit, sagt der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdienstes. Ein solcher Angriff könne Teherans Atomprogramm nicht aufhalten, sondern die Kriegsgefahr dramatisch erhöhen.

Angriffspläne gegen Iran: Israels Ex-Geheimdienstchef wirft Regierung Bluff vor - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Angenommen, es träfe tatsächlich zu, sollte ein ehemaliger Geheimdienstler seiner Regierung in den Rücken fallen? Es ist nicht anzunehmen, dass ein Eingriff statt fände, wenn tatsächlich die Möglichkeiten fehlten. Was wäre denn seine Alternative? Gemeinsamer Selbstmord etwa? Früher hat man in Israel, auch nach Ende der aktiven Dienstzeit nicht den Namen erfahren oder ein Foto eines Agenten gesehen. Laut Jerusalem Post ist Diskin beleidigt, weil er nicht Chef des Mossad wurde. Eine Entscheidung, die man jetzt durchaus nachvollziehen kann.
  2. #2

    Nachdem sich in Israel die.......

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israels Regierung will eine iranische Atombombe notfalls mit einem Militärschlag verhindern. Das sei eine Täuschung der Öffentlichkeit, sagt der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdienstes. Ein solcher Angriff könne Teherans Atomprogramm nicht aufhalten, sondern die Kriegsgefahr dramatisch erhöhen.

    Angriffspläne gegen Iran: Israels Ex-Geheimdienstchef wirft Regierung Bluff vor - SPIEGEL ONLINE
    ....kritischen Stimmen mehren von Leuten die man als Insider einstufen kann, sollte den uneinsichtigen Blindgängern wie Broder, Wolffensohn, Fleischhauer etc.einleuchten, daß Gunter Grass in weiser Voraussicht gehandelt hat mit seinen Anmerlungen zu Israel und dem sich darüber abzeichnenen Gefahrenpotential!
  3. #3

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israels Regierung will eine iranische Atombombe notfalls mit einem Militärschlag verhindern. Das sei eine Täuschung der Öffentlichkeit, sagt der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdienstes. Ein solcher Angriff könne Teherans Atomprogramm nicht aufhalten, sondern die Kriegsgefahr dramatisch erhöhen.

    Angriffspläne gegen Iran: Israels Ex-Geheimdienstchef wirft Regierung Bluff vor - SPIEGEL ONLINE
    Manchmal stellt sich die Frage, was gefährlicher ist: Eine Situation, in der all diese Äußerungen eine korrekte Analyse der Regierung des Staates Israel darstellen, oder jene, in welcher sie alle aus persönlichen Gründen den Premierminister des Staates Israel angreifen. Was würde es denn bitte über die Führungsqualitäten von Netanyahu aussagen, wenn ein Top-Mann nach dem anderen, alles Männer, welche dem Staat Israel über Jahrzehnte treu gedient haben, persönliche Gründe hätte, die Regierung gestürzt sehen zu wollen - wie es nach jedem Zitat aus dem Büro des Premierministers schallt.

    Aber das ist hier nicht das Thema. Niemand kann wohl erwarten, alle Informationen zu kennen, welche dem Premierminister des Staates Israel vorliegen. Ohne Zweifel ist es besser, wenn die kommenden Gespräche eine sinnvolle Lösung des Problemes bringen, ohne Zweifel ist es besser - sollten diese Gespräche nur heiße Luft produzieren - wenn Sanktionen und nicht-robuste Aktionen dem Regime in Teheran schlicht jede Möglichkeit nähmen, sein Programm fortzuführen (wofür noch viel weiter reichende Schritte des Westens und "zufällig zusammentreffende Situationen im Verhältnis Chinas mit der IRI" [wie z.B. der Reduzierung der Einfuhr iranischen Öles um ein Drittel in diesem Jahr] notwendig wären), ohne Zweifel wäre es wünschenswert, wenn, sollte all das ergebnislos bleiben, minimalst robuste Schritte - auch hier sind Luftschläge keineswegs der einzige gangbare Weg - ausreichen, um das Atomwaffenprogramm zu stoppen, am Ende jedoch, wenn alles gesagt und getan ist und die Analyse eindeutig ausfällt, sind und bleiben maximal robuste Mittel eine zwar temporäre, aber ohne Zweifel gangbare und möglicherweise notwendige Lösung.

    Richtig ist auch, dass der Premierminister des Staates Israel nicht der einzige Staatschef wäre, welcher gegen den Dissent einiger hochrangiger Staatsdiener seine Entscheidung treffen würde. gerade in diesen Tagen wurde ja auch wieder bekannt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika durchaus konsequente Opposition aus den eigenen Reihen erfuhr, als er die Entscheidung traf, Osama bin Laden durch eine Kommandoaktion zu neutralisieren.

    Der Unterschied besteht darin, wie ein Führer mit solchen Situationen umgehen kann.

    Die Abschaltung des iranischen Atomwaffenprogrammes kann nicht dazu dienen, Bibis Yonni-Komplex zu behandeln.
  4. #4

    Kritische Stimmen

    Zitat von curti Beitrag anzeigen
    ....kritischen Stimmen mehren von Leuten die man als Insider einstufen kann, sollte den uneinsichtigen Blindgängern wie Broder, Wolffensohn, Fleischhauer etc.einleuchten, daß Gunter Grass in weiser Voraussicht gehandelt hat mit seinen Anmerlungen zu Israel und dem sich darüber abzeichnenen Gefahrenpotential!
    In einer Demokratie muss es immer kritische Stimmen geben und das sollten die Medien schon aufgreifen, aber weit gefehlt, bei uns werden kritische Stimmen diskreditiert und in der rechten Ecke platziert, man möchte sie nicht zu Wort kommen lassen.
    Freiheit ist nur ein Begriff, den einige glauben für sich gepachtet zu haben.
    Wer noch immer die israelische Politik aus Scham wegen deutsche Verbrechen im zweiten Weltkrieg sich nicht traut zu kritisieren, der sollte aber dann zu anderen Dingen auch lieber schweigen.
    HR
  5. #5

    Kluge Analyse

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israels Regierung will eine iranische Atombombe notfalls mit einem Militärschlag verhindern. Das sei eine Täuschung der Öffentlichkeit, sagt der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdienstes. Ein solcher Angriff könne Teherans Atomprogramm nicht aufhalten, sondern die Kriegsgefahr dramatisch erhöhen.

    Angriffspläne gegen Iran: Israels Ex-Geheimdienstchef wirft Regierung Bluff vor - SPIEGEL ONLINE
    Sehen wir es mal aus Sicht des Iran:

    Nordkoerea hat die Atombombe - und droht ganz offen mit deren Einsatz.
    Die Rethorik ist um einiges aggressiver als die des Iran.

    Die Weltgemeinschaft hebt drohend den Zeigefinger.
    Aber mit Krieg droht man nicht.

    Das heißt:
    Wenn ich die Atom Bombe habe bin ich sicherer.

    Defakto treibt der Westen den Iran zur Atombombe
  6. #6

    ...

    Zitat von atherom Beitrag anzeigen
    Angenommen, es träfe tatsächlich zu, sollte ein ehemaliger Geheimdienstler seiner Regierung in den Rücken fallen? Es ist nicht anzunehmen, dass ein Eingriff statt fände, wenn tatsächlich die Möglichkeiten fehlten. Was wäre denn seine Alternative? Gemeinsamer Selbstmord etwa? Früher hat man in Israel, auch nach Ende der aktiven Dienstzeit nicht den Namen erfahren oder ein Foto eines Agenten gesehen. Laut Jerusalem Post ist Diskin beleidigt, weil er nicht Chef des Mossad wurde. Eine Entscheidung, die man jetzt durchaus nachvollziehen kann.
    Das ist durchaus richtig. Richtig ist andererseits auch, dass diese Männer einen ganz bestimmten Schlag Mensch darstellen, der mit dem Ende der Mission nicht einfach aufhört, sich verantwortlich zu fühlen.

    Allem, was bisher veröffentlicht wurde, scheinen nur persönliche Einschätzungen der Gesamtsituation zu Grunde zu liegen. Niemand scheint geheime Daten, Methoden oder Einschätzungen der Dienste wieder zu geben. Um es vereinfacht zu formulieren: So lange ich nichts preisgebe, was ich weiß, kann ich über alles spekulieren, was man vor mir verheimlicht.

    Richtig ist auch, dass unter bestimmten Bedingungen solche Äußerungen auch dazu dienen können, das Regime in Teheran abzulenken - ohne dass dies hier unterstellt werden soll. Vor dem Beginn des Sachs-Tage-Krieges zeigte das israelische Fernsehen ja auch Strandszenen und nicht Einsatzübungen der Israelischen Luftwaffe.

    Es geht um die Sicherheit des Staates Israel. Da maneuvriert man auf engem Raume und manchmal sind riskante Maneuver einfach nicht zu vermeiden.

    Sehen wir es realistisch: Weder Sie noch ich sind in der Position von Diskin, Dagan, Barak oder Netanyahu. Urteilen wird eine Geschichte, in der wir wohl kaum jemals vorkommen werden.
  7. #7

    Eigentlich....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israels Regierung will eine iranische Atombombe notfalls mit einem Militärschlag verhindern. Das sei eine Täuschung der Öffentlichkeit, sagt der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdienstes. Ein solcher Angriff könne Teherans Atomprogramm nicht aufhalten, sondern die Kriegsgefahr dramatisch erhöhen.

    Angriffspläne gegen Iran: Israels Ex-Geheimdienstchef wirft Regierung Bluff vor - SPIEGEL ONLINE
    ....muss man nur den Beitrag von Moshe Zuckermann lesen (siehe Link).

    Der wurde zwar vor dem Hintergrund der Grass-Äusserungen publiziert - der Absatz 2 und 3 bringt jedoch die Grundproblematik hervorragend auf den Punkt.

    Was auch noch gesagt werden muss! | Zeitfragen
  8. #8

    Zitat von atherom Beitrag anzeigen
    Angenommen, es träfe tatsächlich zu, sollte ein ehemaliger Geheimdienstler seiner Regierung in den Rücken fallen? Es ist nicht anzunehmen, dass ein Eingriff statt fände, wenn tatsächlich die Möglichkeiten fehlten. Was wäre denn seine Alternative? Gemeinsamer Selbstmord etwa? Früher hat man in Israel, auch nach Ende der aktiven Dienstzeit nicht den Namen erfahren oder ein Foto eines Agenten gesehen. Laut Jerusalem Post ist Diskin beleidigt, weil er nicht Chef des Mossad wurde. Eine Entscheidung, die man jetzt durchaus nachvollziehen kann.
    Man möge mir meine Ironie verzeihen, aber wenn man ihr Posting liest kommt einem irgendwie der Gedanke, dass sich der bedingungslosen Solidarität mit Israel gefälligst auch die militärische Realität unterzuordnen habe. Der Iran ist nicht Osirak und auch nicht Al Kibar. Es geht hier um ein gutes halbes Dutzend teilweise schwer verbunkerte Ziele mit deutlich längere An- und Abflugwegen. Nur weil die ersten beiden Fälle -berechtigterweise- im Lehrbuch für Luft-Bodenkriegsführung auftauchen heißt das noch lange nicht, dass ein Schlag gegen das iranische Programm eine erfolgversprechende Angelegenheit ist.

    Und ein erfolgloser Angriff wäre in der Tat aus israelischer Sicht ein Super-GAU. Insofern ist es für einen patriotischen Israeli durchaus logisch, sich gegen die militärische Option zu stellen, wenn er denn davon überzeugt ist, dass sie schlicht nichts bringt.
  9. #9

    Und...

    Zitat von pennywise_the_clown Beitrag anzeigen
    Sehen wir es mal aus Sicht des Iran:

    Nordkoerea hat die Atombombe - und droht ganz offen mit deren Einsatz.
    Die Rethorik ist um einiges aggressiver als die des Iran.

    Die Weltgemeinschaft hebt drohend den Zeigefinger.
    Aber mit Krieg droht man nicht.

    Das heißt:
    Wenn ich die Atom Bombe habe bin ich sicherer.

    Defakto treibt der Westen den Iran zur Atombombe
    ..das sind auch die wahren und verständlichen Beweggründe des Iran!