Polit-Kunst in Berlin: Zwei Birken für den Holocaust

Einmischen, aufmischen, aufzeigen - sofort! Alle wollen, dass die Kunst wieder politisch wird, dass sie etwas zu sagen hat zum miesen Zustand unserer Welt. Nun versucht Berlin gerade genau das mit der Biennale - und scheitert dabei auf himmelschreiend peinliche Weise.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...830230,00.html
  1. #1

    Kunst kann man nur zeit bedingt manipulieren.
    Politik Kunst und Institution endet in...
    Sozial zivil Courage und Kunst endet in...
    In Portugal knüppelt die Polizei von Porto auf Lehrern Künstlern und Bevölkerung, die eine verwahrloste schule der Nachbarschaft Fontinha die schon als Heroin Suchtraum diente, verdreckt und zerstört von der Bevölkerung und Aktivisten erneuert wurde, und mit ziviler Freitätigkeit die Nachbarschaft mit Musik Kunst Sport Theater etc.,Unterricht, die ärmere Bevölkerung die sich diese pädagogische Dienste nicht leisten kann umsonst unterstütze. Rätselhaft ob dies dazu dienen soll ausländische Investoren ins Land zu bringen. Der Bürgermeister gehört zur selben Partei der Regierung und des Präsidenten Portugals der gerade über diesem Thema Vortrag hielt.
    http://www.youtube.com/watch?v=5UYWFIcykGE&feature=relmfu
  2. #2

    dieser "Kurator" hat bereits im Vorfeld seine Unfähigkeit gezeigt, ein solches Ereignis zu gestalten. Erst der unverfrorene Aufruf zur Büchervernichtung, jetzt dieser unsägliche Vergleich. Es stellen sich Fragen: Steckt der Kurator noch in den diktatorischen Strukturen seiner Vorheimat fest? Wer hat einen solchen, offensichtlich überforderten Mann in dieses Amt gebracht? Warum wird diese ganze Veranstaltung von namhaften Firmen gesponsort?
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einmischen, aufmischen, aufzeigen - sofort! Alle wollen, dass die Kunst wieder politisch wird, dass sie etwas zu sagen hat zum miesen Zustand unserer Welt. Nun versucht Berlin gerade genau das mit der Biennale - und scheitert dabei auf himmelschreiend peinliche Weise.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Zwei Birken für den Holocaust - SPIEGEL ONLINE
    Super, dass das mit dem Gewissen jetzt so einfach geworden ist. Eine Birke hab ich hier auch, ich deklarier sie um zum Symbol. Ein Olivenbäumchen als Symbol für die versehrte Heimatliebe der Palästinenser stell ich daneben, dann sind die auch glücklich und zufrieden. In den Zwischenraum leg ich eine Eichel für die deutsche Scham -- ein Eichbäumchen darf es nicht werden, das wäre pietätlos. Vielleicht könnte man die drei Pflanzenobjekte irgendwie bei Obi als Gedenkpaket im Angebot kriegen. Oh, und als Kapitalismuskritikerin lege ich einen Kranz von Erdnüssen drumrum. Sie verstehen? Peanuts. Die Gierbanken sind eben überall außenrum. Vielleicht kann man sie auch indirekt mit dem Holocaust in Verbindung bringen, dann noch schnell wieder statt "Bank" "Juden" denken, und schwupps ist der Holocaust ein großer Massenselbstmord, irgendwie. Aber natürlich immer noch tragisch. Wie konnten die Deutschen es so weit kommen lassen... Ich werde Tränende Herzen um das Ganze pflanzen. Verstehen Sie diesen Post bitte als Symbol einer Zustimmung.
  4. #4

    König Drosselbart auf der Suche nach dem G.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einmischen, aufmischen, aufzeigen - sofort! Alle wollen, dass die Kunst wieder politisch wird, dass sie etwas zu sagen hat zum miesen Zustand unserer Welt. Nun versucht Berlin gerade genau das mit der Biennale - und scheitert dabei auf himmelschreiend peinliche Weise.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Zwei Birken für den Holocaust - SPIEGEL ONLINE
    Also Kunst und Einmischung und so - das hätte man schon gedurft. Klar. Kunst ist frei! Aber eben nicht so. Und so auch nicht und so schon gar nicht. Wer gedacht hatte, Herrn Diez wäre es eine grosse Genugtuung, mitanzusehen, wie dem groben Günter ein ebenso grober Keil in den Rachen gestossen würde, der erfährt jetzt, dass es nach der Annehmbarkeit ihrer Kunsterzeugnisse zu urteilen noch viel verwerflichere Kreaturen als G. G. gibt. Also etwa die Armleuchter mit dem Key of Return.

    Es wird Zeit, dass und den Diezens ihren Gregor mal ein Beispiel gibt, wie den akzeptable Kunst zu schwierigen politischen Themen aussehen könnte. Oder sollte die Antwort "gar nicht" sein?
  5. #5

    König Drosselbart auf der Suche nach dem G.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einmischen, aufmischen, aufzeigen - sofort! Alle wollen, dass die Kunst wieder politisch wird, dass sie etwas zu sagen hat zum miesen Zustand unserer Welt. Nun versucht Berlin gerade genau das mit der Biennale - und scheitert dabei auf himmelschreiend peinliche Weise.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Zwei Birken für den Holocaust - SPIEGEL ONLINE
    Also Kunst und Einmischung und so - das hätte man schon gedurft. Klar. Kunst ist frei! Aber eben nicht so. Und so auch nicht und so schon gar nicht. Wer gedacht hatte, Herrn Diez wäre es eine grosse Genugtuung, mitanzusehen, wie dem groben Günter ein ebenso grober Keil in den Rachen gestossen würde, der erfährt jetzt, dass es nach der Annehmbarkeit ihrer Kunsterzeugnisse zu urteilen noch viel verwerflichere Kreaturen als G. G. gibt. Also etwa die Armleuchter mit dem Key of Return.

    Es wird Zeit, dass uns den Diezens ihren Gregor mal ein Beispiel gibt, wie den akzeptable Kunst zu schwierigen politischen Themen aussehen könnte. Oder sollte die Antwort "gar nicht" sein?
  6. #6

    Wer in Berlin ein bisschen Ahnung von den Verhältnissen in der Stadt hat, geht dieser Tage ohnehin nicht zur offiziellen, sondern zur Biennale des ins Visier der HSH-Nordbank sowie der Wowereit-Amigos geratenen `Kunsthauses Tacheles´. Dort habe ich bisher keinen ultrareaktionären Ausschwitz-Kitsch gesehen. zum Glück !
  7. #7

    Kunst Konzepte des letzten Jahrtausends

    Da kuratieren Experten (für was? Für Politik in der Kunst?) an einem Ort (allein das ist dann auch schon das Ende der Gegenwart in der Kunst) etwas Ideenschusterei und gut gemeinte Politbasteleien. Als wenn sich seit 1970 die Welt und ihre Kommunikation nicht dramatischst verändert hätte. Ganz ehrlich: Wen soll das denn interessieren? Die Einzigen, die vielleicht mal vorbeischauen könnten, haben noch einen Kater von der Art Cologne und selbst die werden die Nase rümpfen, weil Auschwitz-Relikte selten farblich zur Sitzgruppe passen.
  8. #8

    Bilder, Bilder, Bilder

    Wer soviel Abscheu vor Birken in einer Großstadt hat, der muss natürlich aufpassen. Vielleicht lauert hinter jedem Baum irgendein Zeichen oder Fluch oder mehr, vor dem man sich gruseln muss.
  9. #9

    Kommt dabei was raus, wenn...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einmischen, aufmischen, aufzeigen - sofort! Alle wollen, dass die Kunst wieder politisch wird, dass sie etwas zu sagen hat zum miesen Zustand unserer Welt. Nun versucht Berlin gerade genau das mit der Biennale - und scheitert dabei auf himmelschreiend peinliche Weise.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Zwei Birken für den Holocaust - SPIEGEL ONLINE
    ...Journalisten sich über Kunst verbreiten? Wirkt man so in die Wirklichkeit hinein? Und wem nützt das denn, wenn Diez beklagt, dass der eine oder andere Künstler den Holocaust nicht so in Szene setzt, dass er, Diez, damit einverstanden sein kann? Ich erinnere mich da gerade an einen israelischen Botschafter, der, in Schweden war es glaub' ich, eine ganze Installation über den Haufen warf, weil sie ihm nicht ins politische Bild passte. Das war damals ja auch ein bisschen befremdlich, diskret gesagt, obwohl Herr Diez, nach allem, was man von ihm liest, gewiss ganz einverstanden gewesen wäre. Aber vielleicht sollte man es trotzdem den Künstlern überlassen, sich ihre Themen selbst auszusuchen und die Art und Weise, wie sie damit umgehen wollen. Man muss ja schließlich nicht alles kommentieren, genauso wenig, wie man alles zum Kunstwerk machen muss.