Computerspielpreis: Unionsfraktion kritisiert "Killerspiel"-Nominierung

Kann denn Ballern pädagogisch wertvoll sein? Für den Deutschen Computerspielpreis ist auch der Ego-Shooter "Crysis 2" nominiert. Das sorgt nun für heftige Kritik aus den Reihen der Union - obwohl auch CDU-Mitglieder in der Jury sitzen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...829760,00.html
  1. #1

    Zitat von Ehrmann (SPD)
    "Allein die Verwendung des Begriffs 'Killerspiel' lässt Zweifel zu, ob die Union überhaupt ein Interesse an einer sachlichen und differenzierten Debatte hat."
    Ich stehe der Union alles andere als nahe, muss ihr hier aber Recht geben. Bei einem Egoshooter bin ich der Mann mit dem Gewehr und schieße andere "Menschen" ab. Der Begriff Killerspiel beschreibt das mE sehr gut. Dieses Genre sollte in der Tat nicht preiswürdig sein.

    Gruß, Horst
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kann denn Ballern pädagogisch wertvoll sein? Für den Deutschen Computerspielpreis ist auch der Ego-Shooter "Crysis 2" nominiert. Das sorgt nun für heftige Kritik aus den Reihen der Union - obwohl auch CDU-Mitglieder in der Jury sitzen.

    Computerspielpreis: Unionsfraktion*kritisiert "Killerspiel"-Nominierung - SPIEGEL ONLINE
    Nichts Neues von der Ewig-Gestrigen-Fraktion der Unionsparteien. Keine Ahnung von der Materie, aber jede Menge haltlose Vorurteile.

    Und wegen diesem weit verbreiteten Medienpessimismus in den Köpfen dieser bornierten Herren wird es noch ein weiter Weg sein, bis wir ein normales Land bezüglich eines liberalen Umgangs mit modernen Medien werden. Was hier alles unter dem Deckmantel des Jugendschutzes alles eingeschränkt, zensiert oder gleich ganz verboten wird ist wirklich ein Trauerspiel sondergleichen.

    Allein diese unsägliche Sprache offenbart doch schon den Geist dieser Leute. "Killerspiel" ist wirklich übelste Polemik. Früher war es die böse "Negermusik", "Schmutz und Schund" oder gar "entartete Kunst", dann wurde gegen den bösen Heavy Metal gewettert ("Teufelsmusik") und in den 80er gegen Horrorfilme. Und jetzt soll angeblich harmlose ballereien am Untergang des Abendlandes schuld sein.

    Mir scheint eher, dass diese Leute den Schuss noch nicht gehört haben.
  3. #3

    Da will wohl jemand bei der Union sicherstellen, dass es für Rot-Grün nicht reicht? Sollen die Piraten über die 20% gebracht werden?
  4. #4

    Dr.

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    Ich stehe der Union alles andere als nahe, muss ihr hier aber Recht geben. Bei einem Egoshooter bin ich der Mann mit dem Gewehr und schieße andere "Menschen" ab. Der Begriff Killerspiel beschreibt das mE sehr gut. Dieses Genre sollte in der Tat nicht preiswürdig sein.

    Gruß, Horst
    Sie schiessen keine Menschen ab, sondern deren Avatare. Wenn Sie das nicht unterscheiden können, würde ich mal zum Arzt gehen...

    In Aufbauspielen machen Sie den Planeten kaputt.
    In Strategiespielen machen Sie den Planeten kaputt und/oder ganze Rassen/Völker.

    Sie werden wohl kein einziges Pädagogisch wertvolles Game finden, dass eine breite Masse spielt.
  5. #5

    Zitat von rad666 Beitrag anzeigen
    Bei der Bundeswehr bin ich der Mann mit dem Gewehr und schieße andere "Menschen" ab. Der Begriff Killerspiel beschreibt das mE sehr gut. Dieser Beruf sollte in der Tat verboten werden.
    Oh, was hinkt diese Antwort. In der Bundeswehr ist es kein Spiel. Und zwischen "nicht mit einem Preis auszeichnen" und "verbieten" liegen Welten. Aber wenn Sie mal über den Sinn der Bundeswehr nachdenken, ist das sicher auch nicht verkehrt.

    Und wenn ein Spiel (erzähl)technisch Weltklasse ist muss das natürlich auch gewürdigt werden.
    Es geht nur um die Gestaltung, nicht um den Inhalt? Da polemisiere ich jetzt mal genauso überzogen zurück. Das "Paulchen Panther"-Video, mit dem die NSU ihre Taten verherrlichte, war technisch erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht. Wenn es technisch noch besser "Weltklasse" wäre, wäre es Ihrer Meinung nach preiswürdig, weil man den Inhalt ignoriert?

    Gruß, Horst
  6. #6

    Böse

    Ja, ja, die bösen Killerspiele die Menschen zu Mordmaschinen züchten.
    Möglicherweise reagieren sich die Spieler aber auch bereits durch das spielen der "Killerspiele" genug ab und haben hinterher keine Agressionen mehr gegenüber echten Menschen.
    Im übrigen sollte es wohl bedeutend mehr amoklaufende Menschen geben, wenn derartige Spiele wirklich die ihnen zugeschriebene Wirkung hätten.
  7. #7

    komisch..

    .. wenn es darum geht waffengesetzte zu verschaerfen haelt sich die union eher bedeckt (siehe ADR doku vom montag). in der virtuellen welt scheinen waffen gefaehrlicher zu sein als in realen leben... das soll einer verstehen
  8. #8

    korrekt

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    Oh, was hinkt diese Antwort. In der Bundeswehr ist es kein Spiel.
    Korrekt! Genau da liegt der Unterschied. Das eine ist ein Spiel zu Unterhaltungszwecken, das andere ist blutige Realität. Und jetzt raten Sie mal, womit die CDU das größere Problem hat.

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    Und zwischen "nicht mit einem Preis auszeichnen" und "verbieten" liegen Welten.
    Das ist faktisch richtig, Aber natürlich möchte die CDU/CSU schon seit Jahren "Killerspiele" verbieten.

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    Aber wenn Sie mal über den Sinn der Bundeswehr nachdenken, ist das sicher auch nicht verkehrt.
    Sobald die CDU über den Sinn von Spielen nachdenkt.

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    Es geht nur um die Gestaltung, nicht um den Inhalt?
    Es geht _auch_ um die Gestaltung, die Atmosphäre, die Technik usw.

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    Das "Paulchen Panther"-Video, mit dem die NSU ihre Taten verherrlichte, war technisch erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht.
    Dass Sie derartige Videos für preiswürdig halten, sagt viel über Sie aus.
  9. #9

    Zitat von götzvonberlichingen_2 Beitrag anzeigen
    Ja, ja, die bösen Killerspiele die Menschen zu Mordmaschinen züchten.
    Möglicherweise reagieren sich die Spieler aber auch bereits durch das spielen der "Killerspiele" genug ab und haben hinterher keine Agressionen mehr gegenüber echten Menschen.
    Im übrigen sollte es wohl bedeutend mehr amoklaufende Menschen geben, wenn derartige Spiele wirklich die ihnen zugeschriebene Wirkung hätten.
    Der Begriff Killerspiel beschreibt, was man in diesem Spiel tut. Er unterstellt aber nicht, dass deshalb der Spieler im realen Leben zu einem Killer wird.

    Ich halte diese These für ebenso gewagt wie die These, dass diese Spiele Aggressionen verhindern.

    Aber mich wundert immer mehr, dass die Forsten den Artikel anscheinend nicht lesen können. Es wird weder behauptet, dass Killerspiele Menschen zu Killern machen, noch wird verlangt, dass solche Spiele verboten werden. Es wird lediglich gewünscht, dass ein Spiel dieses Genres nicht mit einem Preis ausgezeichnet wird. Also bitte nicht unterstellen, was gar nicht gesagt wurde.

    Gruß, Horst