S.P.O.N. - Der Kritiker: Nur die Sünde macht selig

Können Sie sich ein Leben ohne Angst vorstellen? Ohne diese dumme Liebe zum Leiden und Verzicht, die uns das Christentum einredet? Wie eine Welt voller Freude und Genuss aussehen könnte, malt der US-Historiker Stephen Greenblatt aus - jetzt erhielt er dafür den Pulitzerpreis.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...828492,00.html
  1. #1

    Schon wieder mal ein "aufklärirescher Artikel" über das Christentum im SPON.. der gefühlte Zweihunderttausendste...

    Die Aufklärung des Herrn Diez bzw. des erwähnten US Autors, kommt vielleicht ca. 400 Jahre zu spät. Im Jahre 2012 muss man an nichts glauben und sich an keine Regeln halten. Niemand ist gezwungen gläubig zu sein.

    Die 68-er haben vor ca 40 Jahren doch alle Ketten, und gesellschfatlichen Normen und Regeln gesprengt, und ist man glücklicher geworden als davor ?
    Ganz und gar nicht. Irgendwie wollen diese viele blöde Leute doch die ganzen Regeln, Gebote, etc..., lieber als gar keine.. Und zwar frewillig.
  2. #2

    Das Interesse eines Menschen

    muss sich nun einmal einschränken. Das bedeutet: Nicht jeder Mensch kann sich für jeden einzelnen Menschen interessieren. Herr Stephen Greenblatt z.B. interessiert mich persönlich nicht so, dass ich nun unbedingt mehr über ihn wissen muss.

    Aber: Eine der Töchter des Caecilius Metellus (wer?) kann Ihnen jetzt noch einmal in Kurzform demonstrieren, wie man seiner kleinen Tochter heute die Welt erklären kann.

    Kinderlieder (23): "Ich lieb den Frühling" | Kultur | ZEIT ONLINE

    Liederbuch: Zwei kleine Wölfe

    http://media.kunst-fuer-alle.de/img/37/m/37_56529.jpg

    Die beiden kleinen Wölfe laufen nämlich im Wald herum und sprechen miteinander.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Können Sie sich ein Leben ohne Angst vorstellen? Ohne diese dumme Liebe zum Leiden und Verzicht, die uns das Christentum einredet? Wie eine Welt voller Freude und Genuss aussehen könnte, malt der US-Historiker Stephen Greenblatt aus - jetzt erhielt er dafür den Pulitzerpreis.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Nur die Sünde macht*selig - SPIEGEL ONLINE
    Auch wenn der Artikel einige interessante Gedanken enthält, fehlt letztlich doch der Tiefgang. Die Angst ist also mit Ostern gekommen, mit dem Christentum? Heißt das im Umkehrschluss, dass in Ländern, in denen kein Christentum existiert, auch keine Angst zu finden ist? Dass die Menschen in China, Japan, in den nicht-missionierten Stammesgesellschaften in Afrika oder Amerika, im Judentum oder im hinduistischen Indien keine oder nur wenig Angst kennen (den Islam nehme ich mal aus der Aufzählung heraus, er ist de facto dem Christentum zu ähnlich)?

    Nein. Auch im restlichen Teil der Welt, der von den Gedanken des Christentums weitgehend unbeeinflusst geblieben ist, ist die Angst als Konzept weitverbreitet. Das geht bis hin zu Staaten wie Nordkorea, die nur mit Angst funktionieren und ganz bestimmt keinerlei christliche Prägung aufweisen. Es finden sich keine Hinweise dafür, dass im Rest der Welt weniger Angst vorzufinden wäre; diese Behauptung wird lediglich oft von Zweck-Misanthropen aufgestellt, die sie benötigen, um die eigene erlebte Welt möglichst schlecht zu reden.

    Insofern ist es besonders befremdlich, dass ein ausgewiesener Misanthrop, als der sich Diez so oft selbst präsentiert (man nennt das dann lieber "Kritiker", aber die Botschaft ist dieselbe), nun auf der gegensätzlichen Gitarrensaite spielt. Es ist ja durchaus eine richtige Erkenntnis: Wenn man die Welt freundlicher, heller und aufgeschlossener sieht, dann ist sie das tatsächlich auch ein Stück weit.
    Aber es steht zu befürchten, dass diese Erkenntnis nur deshalb von Diez niedergeschrieben wurde, um gegen das Christentum zu stänkern. Ein Einfluss auf das eigene Verhalten ist bei ihm selbst, der dafür bekannt ist, in härtester Weise über ihm missfallende Werke herzuziehen (stellvertretend sei hier der Fall Kracht genannt), wohl nicht zu erwarten. Insofern hat er das christliche Klischee des Wasser-Predigens und Wein-Trinkens schon sehr gut verinnerlicht.
  4. #4

    So ein Quatsch

    Der Jesus am Kreuz ist ein leidender Jesus - die Christen haben das Leiden nicht erfunden, aber sie haben es erhöht und verklärt zum Zeichen der Liebe. Ist aber damit an Ostern die Hoffnung in die Welt gekommen oder die Angst?
    Vor dem Christentum gab es auf der Welt also keine Angst...
  5. #5

    Schade! Links zu sein heißt doch allzuoft:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Können Sie sich ein Leben ohne Angst vorstellen? Ohne diese dumme Liebe zum Leiden und Verzicht, die uns das Christentum einredet? Wie eine Welt voller Freude und Genuss aussehen könnte, malt der US-Historiker Stephen Greenblatt aus - jetzt erhielt er dafür den Pulitzerpreis.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Nur die Sünde macht*selig - SPIEGEL ONLINE
    ...man biegt einfach an der nächsten "Denkecke" ab, hin zu netten kindlichen oder kindischen "Glaubensmustern". Die nächsten Denkecken sollen doch "Philosophen" oder Parteitheoretiker denken....

    Denken wir mal einfach weiter wohin eine Welt ohne Schuld und Angst führt. Fragen: Warum soll ich die Umwelt nicht zerstören? Es macht mir doch Spass. Warum soll ich meinen Nachbarn nicht ermorden? Warum soll ich nicht an der Börse in größtem Maßstab armen Rentnern und Arbeitern ihre Rieserrente wegzocken ?

    etc.....

    Schuldgefühle und Angst sind integrale Bestandteile einer Gesellschaft, die gemeinsame Ziele hat oder haben will. Wenn man das nicht will muß man mit der Angst leben, daß sich der Nächste die "Freiheit" nimmt meine Freiheit zu beschneiden, wie auch immer....
  6. #6

    Haben Sie schon mal versucht, Ihrer fünfjährigen Tochter zu erklären, warum es gut und richtig war von Gott, dass er sein Kind geopfert hat? Dass das ein Zeichen der Liebe war? Dass Jesus unsere Sünden auf sich genommen hat?
    Ich habe schon gesehen wie verzweifelt Atheisten versucht haben, ihren Kindern den Sinn des Todes eines geliebten Menschen zu erklären. Da kam dann immer nur raus: Er ist jetzt im Himmel und schaut auf dich herab, oder sie ist jetzt an einem besseren Ort, wo wir sie alle wiedersehen werden.

    Aber wenn es gar keine Sünden gibt? Wäre Jesus dann umsonst gestorben? Mussten die Christen also die Sünde erfinden, damit ihr Glaube funktioniert? Mussten sie sagen, dass der Mensch schlecht ist, weil sonst die Sache mit den Sünden nicht aufgehen würde? Haben sie sich ein Menschenbild geschaffen, damit ihr Gotteskonzept hinhaut?
    Darf man das als Logik eines aufgeklärten Menschen verstehen? Es gab also einen Jesus Christus, der nicht für die Sünden der Menschen gestorben ist? Wofür denn dann?

    Hoffnung und Angst, sagt Lukrez, sind eine giftige Form des Aberglaubens - und jetzt fragen Sie sich natürlich, wer Lukrez war.
    Nein. Ich frage mich, warum Lukrez solche Angst vor giftigem Aberglaube hatte.

    Was sollte die Kirche aber auch mit jemandem machen, der schon vor 2000 Jahren erkannte, dass die Welt aus Atomen besteht, aus Materie und sonst nichts? Der daraus schloss, dass es keinen Schöpfer gibt und der Mensch nicht im Mittelpunkt des kosmischen Geschehens steht? Der erklärte, dass die Erkenntnis der menschlichen Bedeutungslosigkeit aber kein Grund für Angst und Verzweiflung ist, sondern der erste Schritt zum Glück?
    Warum sollte sie etwas machen? Wie man sieht, bringen sich Anhänger dieses Glaubens einfach um. Es gibt ja jetzt auch nichts, was sie am Leben erhalten könnte außer Gift. Sie könnten ja auch Kinder zeugen und sie dann gleich mit umbringen. Ist doch alles nur Materie.
  7. #7

    titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    (...)US-Historiker Stephen Greenblatt aus - jetzt erhielt er dafür den Pulitzerpreis.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Nur die Sünde macht*selig - SPIEGEL ONLINE
    Stephen Greenblatt hat demnach Lukrez als Hedonisten beschrieben. (Brauch es für diese Aussage soviele Worte?) Ich nehme an, es ist etwas mehr dran der Auszeichnung Greenblatts. Wenn ja, hat es den Autor nich wirklich erreicht, wie angesichts dieser verstümmelten Sicht auf das Christentum zu vermuten ist, die er hier zum Bestem gibt. Über die angebliche kurlturelle Wirkung der von Angst getriebenen Christen geprägte Gesellschaft, wollen wir schweigen. Genug fremdgeschämt.
  8. #8

    Ach nee

    Alles olle Kamellen, Herr Diez. Aber irgend etwas muß man ja von Zeit zu Zeit von sich geben ...
  9. #9

    Christentumversteher gesucht ... !

    Mal wieder ein Menschenversteher, der planlos auf dem Christentum herumhakt. Langsam wünscht man sich einen Christentumversteher als Autoren.

    Hier schon mal eine Ladung Gedankenfutter: Wenn die Angst tatsächlich eine so zentrale Rolle spielen sollte, wie kommt es dann, dass das Wort Angst nur 76 Mal (Furcht: 117x) in der gesamten Bibel vorkommt, Liebe aber 448 Mal?

    Wenn das Christentum die Furcht erfunden hat, wie kommt es dann, dass Angst in Kulturen, die NICHT vom Christentum geprägt sind, eine mindestens genau so große Rolle spielt? Ich habe lange in einer animistisch geprägten Kultur gelebt und würde sogar sagen, dass die "unberechenbaren" Götter für wesentlich (!) mehr Angst sorgen als der Gott der Bibel.

    Das Christentum -- eine Religion der Angst? Das ist eine einseitige Betrachtung, die am Kern voll vorbei geht. Zur Erinnerung: Das höchste Gebot, das das Gesetz und die Propheten zusammenfasst (!), lautet:

    "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."

    Hier kommen wir dem Kern wesentlich näher... auch wenn Menschen, die sich auf Jesus berufen, das sich nicht immer so praktiziert haben.