Toleranz - immer der richtige Weg?

Toleranz gilt als echte soziale Tugend, Basis von fruchtbarem Miteinander von Menschen, Staaten und Kulturen. Aber Toleranz hat für jeden auch Grenzen. Wo liegen sie? Gibt es "gute" und "schlechte" Toleranz, zum Beispiel in der Erziehung? Was ist Ihre Einstellung zur allseits geforderten Toleranz?
  1. #10

    Bitte...

    ...setzen sie mich auf Ihre Ignorier-Liste, danke sehr.

    MfG
    Mischa Dreesbach
    *herzlich lach*
  2. #11

    Paradoxie der Toleranz

    Ich halt es gerne mit der "Paradoxie der Toleranz".
    Damit die Toleranz langfristig bestehen bleibt, ist manchmal Intoleranz nötig.
    Wenn z.B. intolerante Personen versuchen, die Macht an sich zu reißen, so muss man ihnen mit einer gehörigen Portion Intoleranz begegnen, um die Toleranz zu sichern.
    Ansonsten wäre sie abgeschafft.
  3. #12

    Private Mails/Mitteilungen

    Generell: Private Mails sind, wie die Bezeichnung es erahnen lässt, privater Natur und sollten nicht im Forum zitiert/beantwortet werden. Danke.
  4. #13

    Toleranz ist das Zulassen der Möglichkeit im Unrecht zu sein--

    jedenfalls nach meiner Definition.
    (Punkt).
  5. #14

    (ich hatte das publikum hier nicht ganz so jung und .. ungestuem in erinnerung - na, mein fehler)
  6. #15

    Toleranz - wem oder was gegenüber?

    Toleranz kann ich eigentlich nur einem Menschen entgegenbringen, seinen Schwächen, Vorlieben, seiner persönlichen Art zu leben. das findet seine Grenzen da, wo diese Person meine Freiheiten unnötig einschränkt

    Aber bei allem, was jemand nach aussen vertritt sehe ich eigentlich kaum Grund dazu.
    Jegliche Aussage, die über persönliches hinausgeht, ist dikutabel. Bestimmte Aussagen sind schon so hinreichend diskutiert, dass ich sie ohne grosse Skrupel idR als gegeben hinnehmen kann, wenn nichts besonderes dagegenspricht.
    Also was sollte ich da tolerieren??

    Einen Menschen, der unbedingt sein Leben nach einer meines Erachtens falschen Überzeugung ordnen will?
    Ja, klar.

    Einen Menschen, der andere Menschen dazu zwingen will (mit welchen Mitteln auch immer), sich nach seiner Überzeugung zu richten oder massive Folgen seiner Überzeugung tragen zu müssen?
    Nö, im Leben nicht!
  7. #16

    Toleranz? Nun, wie mans sieht. Ich als Philosophin und Wahrheitssucherin halte nichts von Toleranz. Toleranz ist oftmals Gleichgültigkeit, Toleranz ist Wegschauen. Sobald man anfängt zu differenzieren, und Toleranz Grenzen zu setzen kann es keinen allgemeinen Begriff geben. Die einen bilden Umgangsformen, verhalten sich ethisch-vertretbar und Tolerieren nur des selber-toleriert werden Willens, die anderen wissen, dass man nihcts einfach so sein lassne kann, ohne es zu verstehen, dass man es annehmen, widerlegen usw muss um wirklich weiter zu kommen. Das aber auch auf Philosophischer Ebene.
  8. #17

    Zitat von Alina S.
    Toleranz? Nun, wie mans sieht. Ich als Philosophin und Wahrheitssucherin halte nichts von Toleranz. Toleranz ist oftmals Gleichgültigkeit, Toleranz ist Wegschauen. Sobald man anfängt zu differenzieren, und Toleranz Grenzen zu setzen kann es keinen allgemeinen Begriff geben. Die einen bilden Umgangsformen, verhalten sich ethisch-vertretbar und Tolerieren nur des selber-toleriert werden Willens, die anderen wissen, dass man nihcts einfach so sein lassne kann, ohne es zu verstehen, dass man es annehmen, widerlegen usw muss um wirklich weiter zu kommen. Das aber auch auf Philosophischer Ebene.
    Pour une Française - vous vous êtes trahie en écrivant "Cologne" au lieu de "Köln" - votre Allemand est excellent malgré l'une ou l'autre faute de frappe.

    Wenn man sich mit Kultur und Geschichte (individueller wie kollektiver) eines jeglichen Gegenübers befasst, dann stellt man doch immer wieder die gleichen Bedürfnisse, Ängste und Verhaltensmuster fest.

    Helfen kann hier natürlich auch die Religion. Wir sind alle Gottes Kinder, sagte der Papst. Und recht hat er!
  9. #18

    Nun Frau S., der philosophischen Betrachtungsweise steht nicht im Wege, sich in andere Weltbilder Überzeugungen usw. hineinzuversetzen, sie zu durchdenken, zu hinterfragen. das ist imho das Wesen der Philosophie.
    Dazu muss ich diese Überzeugungen nicht leben.

    Aber Toleranz kann nicht sein: egoistisches Denken in Grundkonsequenz, nämlich das Kompromisse schliessen nur der eigenen Interessen wegen. Und auch nicht das ständige offene Hinterfragen aller nur in meinen Dunstkreis geratenen Weltbilder oder Überzeugungen.
    Ebenso nicht das nihilistische oder schlicht gleichgültige Istdochmiregal, was manche Zeitgenossen anderen meinungen gegenüber zeigen.

    Im Wissen um die Unvereinbarkeit mit den eigenen Überzeugungen andere Sichtweisen stehen zu lassen, weil ich dem anderen Menschen dieselbe Freiheit zugestehe wie mir selbst, nicht, um meine Freiheit einzufordern, sondern weil er einfach Mensch ist, da ist Toleranz. Das schliesst durchaus auch begrenzte Kompromisse ein und kann, aber muss nicht Interesse an der anderen Position beinhalten.

    Somit ist auch Toleranz ein Aspekt, der nicht statisch, sondern nur dynamisch sein kann und demnach nur in der Definition einer Haltung, nicht aber eines Standpunktes zu finden sein wird.
  10. #19

    Am Sonntag hat die Demokratie mal wieder verloren

    Sonntag war mal wieder ein schwarzer Tag für die deutsche Demokratie. Da meldet eine legale Partei einen legalen Demonstrationszug durch unsere Hauptstadt an - und was passiert? Sie wird von einer illegalen Gegendemonstration blockiert. Aber anstatt die verfassungsmäßigen Rechte der Deomonstranten zu schützen stellt sich die exektutive Kraft dieser "Demokratie" auf die Seite der Blockierer.



    Ich verabscheue die Braunen und alles was sie tun und symbolisieren. Aber: Wir leben in einer Demokratie und solange das so ist und wir das auch wollen haben alle Bürger unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Gesinnung die gleichen Rechte und Pflichten. Die NPD ist nicht verboten (so sehr ich das bedauere), die Demonstration war nicht verboten, also haben die Polizisten das verdammte Recht ihnen zur Durchsetzung ihrer Rechte zu verhelfen. Und nein, Polizisten dürfen es sich verdammt nochmal nicht aussuchen, wem sie helfen und wem nicht.

    Wenn wir den Rechten diese Rechte absprechen, weil wir ihre Ansichten nicht mögen, bei wem machen wir dann weiter und wo hören wir auf?