TV-Serienmacher Ralf Husmann: "Viele Chefs ticken so wie Stromberg"

obs/ TELE2Die TV-Figur "Stromberg" bündelt alle miesen Eigenschaften von Vorgesetzten, unter denen Millionen deutsche Angestellte leiden. Ralf Husmann ist der Haupt-Autor der Serie. Im Interview spricht er über die Psyche des Büro-Scheusals, über seine Erfahrungen mit Chefs - und eigene Führungsfehler.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...825226,00.html
  1. #10

    Naja...

    Zitat von jujo Beitrag anzeigen
    Meine berufliche Erfahrung als Untergebener und als Chef , sagt mir, das es nichts bringt nach oben sich auf ein kumpeliges "Du" einzulassen, wie es auch nicht klug ist als Chef Untergebenen das "Du" anzubieten. Man kann sich sehr gut verstehen und beim "Sie" bleiben.
    Damit sind Grenzen gesetzt die jeder beachtet und respektiert.
    Die meisten Kollegen, die auf "Kumpel" gemacht haben, haben es irgendwann bereut!
    Vokabeln wie "Untergebener" gehören schonmal überhaupt nicht zum Wortschatz eines einigermaßen vernünftigen und zeitgemäßen Chefs (es gibt sicher auch vernünftige Chefs, die nicht mehr ganz zeitgemäß sind - daher soll das kein Angriff sein). Dass mit dem Du stellt/e sich mir ganz anders dar - es gibt mittlerweile viele Firmen, in denen das Duzen usus ist. Wenn man mal kulturelle (möglicherweise berechtigte) Vorbehalte weglässt, hat das den Vorteil, dass keine Cliquen/Priviligien Atmosphäre entsteht, in denen es als Privileg ausgekostet wird, sich im Gegensatz zu "Greenhorns" oder distanzierteren Kollegen, sich mit ausgewählten Kollegen/innen zu duzen. Das nervt. Und wer einigermaßen richtig tickt, sagt weder du noch Sie Ar*loch.
  2. #11

    Zitat von verinet Beitrag anzeigen
    "Wie haben Sie den Charakter Bernd Stromberg entwickelt?"

    richtige Antwort wäre gewesen "indem ich mich stark von der Hauptfigur der englischen Serie "the office" habe inspirieren lassen"
    Er hat doch auch gan klar den Bezug zu "The Office" angesprochen. Ohne "The Office" hätte es eben womöglich Stromberg garnicht gegeben wegen mangelnder Finazierung. So what?!
    Es ist doch aber nicht von der Hand zu weisen, dass die Adaption (und Weiterentwicklung) für den deutschen "Kulturkreis" sehr gut gelungen ist. Die Figur lebt natürlich sehr entscheidend von deren Darsteller Herbst, der es fertig bringt, uns dieses Monster in seiner fast(!) bemitleidenswerten Hilflosigkeit zu vermitteln. Und fast jeder wird sich ein ganz kleines bisschen in ihm oder seinen Kollegen, die ja nun auch vorwiegend verwegene Vollpfosten darstellen, wiederfinden....und sei es in der einen oder anderen winzigen unterdrückten Aussage oder Handlung.
  3. #12

    ....

    Zitat von enfield Beitrag anzeigen
    Vokabeln wie "Untergebener" gehören schonmal überhaupt nicht zum Wortschatz eines einigermaßen vernünftigen und zeitgemäßen Chefs (es gibt sicher auch vernünftige Chefs, die nicht mehr ganz zeitgemäß sind - daher soll das kein Angriff sein). Dass mit dem Du stellt/e sich mir ganz anders dar - es gibt mittlerweile viele Firmen, in denen das Duzen usus ist. Wenn man mal kulturelle (möglicherweise berechtigte) Vorbehalte weglässt, hat das den Vorteil, dass keine Cliquen/Priviligien Atmosphäre entsteht, in denen es als Privileg ausgekostet wird, sich im Gegensatz zu "Greenhorns" oder distanzierteren Kollegen, sich mit ausgewählten Kollegen/innen zu duzen. Das nervt. Und wer einigermaßen richtig tickt, sagt weder du noch Sie Ar*loch.
    Wenn ich mir die verschiedenen Beiträge so durchlese, über Chefs und Untergebene, pardon Fussvolk oder Nachgeordnete oder niedrigere Einkommensklasse, oder was ist jetzt gerade modern bei den duzern?
    bin ich lieber konservativ! Ich habe mich nie wie ein Arschloch behandeln lassen, was sich heute scheinbar viele per "Du" gefallen lassen müssen, noch habe ich mich als Weisungsgebender oder Chef oder wie auch immer dazu hinreissen lassen andere Menschen minderwertig zu behandeln!
  4. #13

    Kirche im Dorf

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Genau das musste ich auch spontan denken. Aber fremde Leistungen als eigene ausgeben ist ja wiederum eine absolute Stromberg-Spezialität.
    Ist doch nicht so wild. Er hat das Format nach Deutschland gebracht und es ist ein voller Erfolg geworden. Hat er gut gemacht, bin ihm dankbar dafür! ;) The Office kenne ich z.B. überhaupt nicht.
  5. #14

    Einfach zugeben!

    Zitat von veremont Beitrag anzeigen
    Ist doch nicht so wild. Er hat das Format nach Deutschland gebracht und es ist ein voller Erfolg geworden. Hat er gut gemacht, bin ihm dankbar dafür! ;) The Office kenne ich z.B. überhaupt nicht.
    Ersten sagt er das ja so gar nicht und zweitens hat er es einfach nicht gut gemacht! Ich schätze Herbst genauso wie Husmann, der z.B. mit Dr. Psycho eine wirklich gelungene und meines Wissens nicht abgekupferte Serie geschaffen hat, die leider nicht mehr weiterläuft.

    Schon bei den ersten beiden Staffeln gab es nirgends einen Hinweis zu "The Office". Ich hab mich damals schon gewundert, warum das nicht zugegeben werden konnte. Lizenzgebühren klingen da sehr plausibel. Ich nehme ihm sogar ab, das er eine Chefkomödienidee hatte (so originell ist das nun auch wieder nicht) und wenn mir ein Sender sagt, wir machen das mit deinem Chef, aber nur wenn es so aussieht wie "The Office", würde ich es wahrscheinlich auch machen. Das heißt Husmann hat seine Chefideen in den Office-Look geworfen und aus seiner Sicht ist es eigenständig. Aber wenn ich meinen eigenen Kaffee in einer Starbucksfiliale verkaufe, muss ich eben Lizenzen zahlen.

    Der Unterschied zu "The Office" ist übrigens der, dass Herbst einen Chef spielt und Gervais dieser Chef ist und zwar mit jeder Faser, deshalb ist die Serie so erfolgreich (die amerikanische Adaption ist auch nicht gleichwertig). Und die Kameraführung wirkt bei Stromberg nur aufgesetzt. Verstehe ich gar nicht, sind doch alles eigentlich fähige Leute da.

    Ich kann jedem nur empfehlen "The Office" anzusehen und im Anschluss "Extras". Ich habe bisher nichts Besseres gesehen.
  6. #15

    Realitätscheck

    Ja ja, und D ist deshalb eine der erfolgreichsten Wirtschaftsnationen der Welt, weil immer nur die Nieten noch oben kommen. Sicher. Frage Sie sich mal, wie das bei Ihnen ist.

    Zitat von papageienmusik Beitrag anzeigen
    Ich kann oft manche Folgen Stromberg gar nicht ertragen, weil mir das Lachen im Hals steckenbleibt und ich schlecht drauf komme. Ganz schlecht. Weil es in den Unternehmen ganau so läuft, wie in der fiktiven Versicherung. Die Nieten .....
  7. #16

    ....

    Zitat von Ahda Beitrag anzeigen
    Ja ja, und D ist deshalb eine der erfolgreichsten Wirtschaftsnationen der Welt, weil immer nur die Nieten noch oben kommen. Sicher. Frage Sie sich mal, wie das bei Ihnen ist.
    D ist nicht wegen, sondern trotz der Nieten in Nadelstreifen so erfolgreich!
    Nicht auszudenken wo D stehen würde, gäbe es diese nicht! :-)
  8. #17

    Zitat von verinet Beitrag anzeigen
    "Wie haben Sie den Charakter Bernd Stromberg entwickelt?"

    richtige Antwort wäre gewesen "indem ich mich stark von der Hauptfigur der englischen Serie "the office" habe inspirieren lassen"
    Falsch. Denn obwohl alle Kollegen stark an "the office" angelegt sind, sehe ich zwischen Bernd und David wenig gemeinsamkeiten.
  9. #18

    ah ja - Nieten in Nadelstreifen und 80 % demotivierte Mitarbeiter...

    Zitat von jujo Beitrag anzeigen
    D ist nicht wegen, sondern trotz der Nieten in Nadelstreifen so erfolgreich!
    Nicht auszudenken wo D stehen würde, gäbe es diese nicht! :-)
    irgendwas läuft da ganz schön schief..
  10. #19

    Ich befürworte...

    Zitat von labudaw Beitrag anzeigen
    irgendwas läuft da ganz schön schief..
    ... das man solche Szenen mal gegeneinander mit einem "korrekt", wobei es natürlich immer mehrere Korrekte Varianten gibt, Chef gegenüber stellt. Denn woher soll man es lernen wenn man immer nur die über Jahre gewachsenen Auswüchse von Chefs sieht. Nicht zu vergessen Fernsehserien werden hier im SPON unter "Kultur" bewertet und Kommentiert.

    Für Mathematiker, Physiker usw. gab bzw. gibt es das ja alles wieso nicht auch eine Serie für ordentliche zwischenmenschliche Beziehungen. Klar es ist schneller und erfodert weniger Hirn mal schnell ein Spruch abzulassen als sich über 2,3 Schritte eine Vernünftige Argumentation auszudenken die das Umfeld genauso einschließt...