Swasiland: Märchenland ist abgebrannt

REUTERS13 Ehefrauen, sieben Paläste und 200 Millionen Dollar Vermögen: Während der König von Swasiland, Afrikas letzter wirklicher Monarch, den Luxus genießt, blutet sein Land aus. Für seinen bevorstehenden Geburtstag sollen seine Untertanen sogar noch einen zusätzlichen Obolus leisten.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...826654,00.html
  1. #10

    Glückseliges Freibeutersystem

    Die geistige Entwicklung scheint in bestimmten Kreisen in diesem gesegneten Königreich auf Freibeuterniveau stehen geblieben zu sein. Hier kommt nach dem "Ego" lange Zeit nichts anderes als eben dieses "Ego". Für einen König mit solchen Gaben behaftet, ist es eine sehr gesunde Entscheidung, seinem gesponserten Machtapparat stets und uneingeschränkt ein freundliches monetäres Entgegenkommen zu zeigen, um der Hausmacht eine geldwerte Überlegenheit verglichen zu den übrigen Untertanen zu gewähren. Ist der staatliche Säckel jedoch zu ausgiebig geplündert worden, so kann eventuell eine gefährliche Notlage eintreten, wenn die Hausmacht nicht mehr ausreichend saturiert werden kann. So etwas kann den königlichen Kragen gefährden.
  2. #11

    Lustig, aber eher weil unterbelichtet!

    Zitat von Oskar ist der Beste Beitrag anzeigen
    Halt stop...also das ist mal wieder typisch Spiegel; man will eine seriöse Botschaft rüberbringen, daß nämlich der Herrscher von Swaziland sich auf Kosten seiner Bevölkerung schadlos hält, aber dann geht es nur um die vielen Ehefrauen.
    Von daher ist der Beitrag zu Swaziland kolonnialistisch, wenn nicht sogar rassistisch, oberflächlich und taugt bestenfalls für den Kulturteil der Bildzeitung.
    Oskar soll wohl 'ne Anspielung auf den Lafontaine sein??? Der ist auch nicht der Beste, eher total von Gestern ...
    Wer den Bericht so kommentiert, hat Afrika nicht gesehen. In Swaziland regiert eine Clique, saugt das Land aus und - selbstverständlich - Einmischung ist verboten. Alle dürfen dem Untergang zusehen und tun es, auch die südafrikanische Regierung. Aber vielleicht findet ein Doofer - wie in Zimbabwe - Diamanten, die beuten dann die Chinesen aus. Das Volk darbt weiter und die Herrschenden fressen sich weiter voll. Aids ist kein Problem, bei den Bevölkerungswachstum holt man einfach andere Afrikaner ins Land. Das hat sogar Vorteile, die kann Mswati als Fremde bei Aufmüpfigkeit leicht vor die Tür setzen. Leider hat Niebel recht, Entwicklungshilfe der alten Art ist sinnlos!!!
  3. #12

    Erneuter Versuch durchzukommem

    Zitat von neanderspezi Beitrag anzeigen
    ... Ist der staatliche Säckel jedoch zu ausgiebig geplündert worden, so kann eventuell eine gefährliche Notlage eintreten, wenn die Hausmacht nicht mehr ausreichend saturiert werden kann. So etwas kann den königlichen Kragen gefährden.
    Da ist vielleicht noch die gesamte Wirtschaft (also Coca-Cola) vor. Die sind ja schließlich nicht wegen des schöneren Wetters aus Südafrika weggezogen. Stabile politische Verhältnisse sind in diesem Ministaat wesentlich günstiger zu haben. Und besser einem König sein Operettenleben finanzieren als einer demokratisch (???) legitimierten Regierung und der zugehörigen Opposition.
  4. #13

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Zitat: „Sobhuza II. regierte rekordverdächtige 61 Jahre lang. Er soll um die 70 Frauen gehabt haben, an die 1000 Enkel...“

    Dann ist sein Sohn, König Mswati III, mit 13 Frauen vergleichsweise bescheiden in seinen Ansprüchen, jedenfalls was Frauen anbelangt – ansonsten scheint er aber doch leicht zu übertreiben, so in allem, hat man den Eindruck. Mit dem SPIEGEL lernt man die Welt kennen, ich kannte zwar Swasiland schon vorher, also, äh... ich hatte davon gehört – nur von dem was da alles so abgeht hatte ich keine Ahnung, der Wahnsinn. Die Bevölkerung leidet und soll auch noch Rinder spenden für den Geburtstag des pittoresken afrikanischen Coca-Cola-Königs. Ist das wirklich so schlimm? Ich weiß nicht. Nach dem Lesen des Artikels bin ich mir nicht sicher, ob man diese exotische Dynastie nicht zum UNESCO-Welterbe erklären sollte. Man könnte für etwas mehr sozialen Ausgleich sorgen, für eine bessere medizinische Versorgung, aber man sollte den Operetten-König nicht einfach vom Hof jagen. Schließlich leisten wir uns im Westen die Queen, Prinz Willem, das Königshaus von Silvia Sommerlath und weitere Staatsoperetten – nur das redundante Frauenaufkommen von König Mswati III erscheint mir nicht mehr ganz zeitgemäß.
    Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen? Daß es an der Regierungsform liegt wie ein Land regiert wird? Dann sehen Sie sich nur mal in anderen afrikanischen Ländern um.
    Es liegt einzig und allein an der Person, und natürlich sollte er davongejagt werden, wenn er unfähig ist, sein Land zu regieren.
    Und dabei ist es vollkommen egal, ob er sich König, Häuptling, Präsident oder Großer Zampano nennt.
  5. #14

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    "Dann sollen sie eben Kuchen essen!" (Antoinette)
    Ausschweifungen & Exzesse würde es auch bei uns geben, wenn man absolute Herrscher gewähren lässt.
    Wir Menschen sind doch überall die gleichen Tiere.
    Aber wir haben dieses Kapitel hinter uns.
    Zum Glück.

    Vielleicht muss man einigen Ländern etwas auf die Sprünge helfen.
    Aber das wäre wieder eine Einmischung in "innere Angelegenheiten".
    Nochmal: es liegt an der Person des Regierenden, nicht an der Regierungsform.
    Und das "Kapitel" unfähiger Regierender haben auch "wir" (wen auch immer Sie damit meinen) noch lange nicht hinter uns.
  6. #15

    Viva la Revolucion

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    13 Ehefrauen, sieben Paläste und 200 Millionen Dollar Vermögen: Während der König von Swasiland, Afrikas letzter wirklicher Monarch, den Luxus genießt, blutet sein Land aus. Für seinen bevorstehenden Geburtstag sollen seine Untertanen sogar noch einen zusätzlichen Obolus leisten.

    Swasiland: Märchenland ist abgebrannt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Diesem Monarchen wird noch lange nicht das Wasser abgegraben. Coca Cola wird schon dafür sorgen. Bestenfalls ein paar Reförmchen hier und da und das war es dann. Menschen sind leidensfähig und träge, bis man sich mal aufrafft etwas Grundlegendes zu verändern, kann es lange dauern. Solange niemand den Anfang macht und auf die Straße geht und die Mißstände offen anprangert (ungeachtet aller Konsequenzen) wird dort nichts passieren. Veränderungen müssen von Innen kommen, von Außen wird bestenfalls der Status Quo aufrecht erhalten. Solange die nicht irgendetwas von Wert für den Westen haben (Bodenschätze etc.) geht es dem Rest der Welt doch am A.... vorbei, was da passiert. Schlimm, aber so ist es nunmal.
  7. #16

    Zitat von Koda Beitrag anzeigen
    Das aktuelle Staatsoberhaupt Liechtensteins ist seit 1989 der Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein. Die Staatsgeschäfte obliegen seit August 2004 dem Erbprinzen Alois von und zu Liechtenstein"
    Wenn Sie Lichtenstein nennen, können Sie auch Monaco nennen. Beides keine lupenreinen Demokratien, allerdings ist mir nicht bekannt, dass in Monaco oder Lichenstein jemand hungert oder am Schulbesuch gehindert würde. Merke, solange es dem Volk gut geht ist ihm leidlich egal wer es regiert, Revolutionen entstehen immer aus Unzufriedenheit.
  8. #17

    Zitat von BMerkenswert Beitrag anzeigen
    Diesem Monarchen wird noch lange nicht das Wasser abgegraben. Coca Cola wird schon dafür sorgen. Bestenfalls ein paar Reförmchen hier und da und das war es dann. Menschen sind leidensfähig und träge, bis man sich mal aufrafft etwas Grundlegendes zu verändern, kann es lange dauern. Solange niemand den Anfang macht und auf die Straße geht und die Mißstände offen anprangert (ungeachtet aller Konsequenzen) wird dort nichts passieren. Veränderungen müssen von Innen kommen, von Außen wird bestenfalls der Status Quo aufrecht erhalten. Solange die nicht irgendetwas von Wert für den Westen haben (Bodenschätze etc.) geht es dem Rest der Welt doch am A.... vorbei, was da passiert. Schlimm, aber so ist es nunmal.
    Was haben bloß alle mit Coca Cola? Nur weil das im Artikel erwähnt wird, heißt das noch lange nicht, daß die Wirtschaft des Landes davon abhängt, eher im Gegenteil. Wenn Coca Cola soviel Einfluß hätte wie SPON ihnen zuschreibt, würde das Land wirtschaftlich besser dastehen.
  9. #18

    Überall das gleiche

    Zitat von Trondesson Beitrag anzeigen
    Was haben bloß alle mit Coca Cola? Nur weil das im Artikel erwähnt wird, heißt das noch lange nicht, daß die Wirtschaft des Landes davon abhängt, eher im Gegenteil. Wenn Coca Cola soviel Einfluß hätte wie SPON ihnen zuschreibt, würde das Land wirtschaftlich besser dastehen.
    Was ist eigentlich der Unterschied zu uns? Hier lebt die Elite auch in Saus und Braus wobei die Armut explosiv artig zunimmt! Beim ehemaligem Kolonialausbeutern Gross Britannien noch extremer und in den USA sowieso. Dort ist anscheinend Liberalkonservatismus an der Tagesordnung wie hier bei uns!
  10. #19

    na und?

    Solange unsere Entwicklungshilfe nicht in solche Operettenstaaten gezahlt wird - Swasiland nicht mehr seit 2007 -, kann das einem doch egal sein. Der Kontinent Afrika ist so oder so ein verlorener Kontinent. Zum Glück gibt es ja noch altruistische Gutmenschen, die an Veränderungen durch Hilfe von außen glauben:
    878 fixed für Swasiland – Radfahrer leisten Entwicklungshilfe | Der Neue Wiesentbote
    Ich kann nur sagen, wir haben in Europa den 100jährigen Krieg, den 30jährigen Krieg, 2 Weltkriege, diverse Kleinkriege sowie einige Revolutionen hinter uns bringen müssen, ehe die Demokratie bei uns Einzug hielt. Die Erfahrung muss Afrika eben auch noch machen. Klingt sicherlich zynisch, aber Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen kommt ohne blutige Selbstreinigungsprozese nicht aus. Alles andere zu glauben, wäre naiv.